Motion to abolish waiting period for foreign residents

20020039Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)21.06.1991Not Examined

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A motion in the National Council requested revision of Art. 2(2) ELG so that the 15-year waiting period for supplementary benefits would be abolished for foreign residents. The Federal Council opposed the motion and asked that it be converted into a postulate, referring to immigration-control concerns and the protective purpose of supplementary benefits. At the sitting of 21 June 1991, the motion was opposed by Cincera and Ruf, and the discussion was postponed. No final parliamentary decision was taken in this record.

Omnilex-Regeste

Art. 2 Abs. 2 ELG; Motion betreffend Aufhebung der 15jährigen Karenzfrist für ausländische Niedergelassene; in der parlamentarischen Beratung kann der Bundesrat die Umwandlung einer Motion in ein Postulat beantragen. Solange die Beratung verschoben wird, liegt kein definitiver Beschluss über die materielle Begehren vor; die Vorlage bleibt hängig.

Gesamter Gesetzestext

N 21 juin 1991

1328

Motion Neukomm

91.3063

Motion Leuenberger-Solothurn Keine Sperrfrist für ausländische Arbeiter im ELG Motion Leuenberger-Soleure Droit aux prestations complémentaires AVS/Al des étrangers domiciliés en Suisse

Wortlaut der Motion vom 13. März 1991

Der Bundesrat wird eingeladen, Bericht und Antrag zu einer Revision von Artikel 2 Absatz 2 des ELG (BG über Ergän- zungsleistungen zur AHV/IV) vorzulegen in dem Sinne, dass die Sperrfrist von 15 Jahren für den Bezug von Ergänzungslei- stungen für niedergelassene Ausländer aufgehoben wird.

Texte de la motion du 13 mars 1991

Le Conseil fédéral est chargé de présenter un rapport accom- pagne de propositions concernant la révision de l'article 2, 2e alinéa, de la loi sur les prestations complémentaires AVS/AI, la révision devant avoir pour effet de supprimer le délai de 15 ans avant l'échéance duquel les étrangers domiciliés ne peuvent pas optenir de prestations complémentaires.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Fankhauser, UI- rich

(3)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Im Zuge der Annäherung der Schweiz an europäische Nor- men stellt die Sperrfrist vom 15 Jahren namentlich für auslän- dische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Niederlas- sung in der Schweiz eine offene Diskriminierung dar, die heute nicht mehr vertretbar ist.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15. Mai 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 mai 1991

Vor Einführung der EL im Jahre 1966 gab es kantonale und städtische Beihilfesysteme. Auch diese kannten Karenzfristen. Limiten sind nötig, wenn man verhindern will, dass Personen wegen unserem Leistungsniveau in die Schweiz einwandern. Da die Ergänzungsleistungen ein Schutzniveau gewähren, das in dieser Form im Ausland kaum besteht, ist Vorsicht und Zurückhaltung angebracht.

Speziell sollte vermieden werden, dass ausländische Alters- rentner in geographisch schöne Gebiete ziehen und nach kür- zerer oder längerer Zeit die Schweiz über das EL-System mit hohen Spitex- und Heimaufwendungen belasten. Würde ein solcher Trend mit einer zu starken Liberalisierung im Bereich Ergänzungsleistungen gefördert, würden sich die Personal- probleme, die im Heim- und Spitex-Bereich bestehen, noch verschärfen.

Es darf nicht vergessen werden, dass ausländische Altersrent- ner, die vor Erreichen der Pensionierungsgrenze in der Schweiz gearbeitet haben, die Karenzfrist in der Regel erfüllt haben. Kommen sie erst nach Eintritt ihres Rentenalters in die Schweiz, so haben sie hier nichts zur Finanzierung der Sozial- versicherung beigetragen. Eine Karenzfrist für diese beitrags- losen Bedarfsleistungen ist daher in einem gewissen Aus- mass angezeigt.

Eine Umfrage bei den Kantonen ergab vor einigen Jahren eine klare Ablehnung von Aenderungen im Bereich der Karenzfri- sten.

Bei der Beratung der 10. AHV-Revision in der ständerätlichen Kommission wurde ein Antrag auf Herabsetzung der Karenz- frist von 15 auf 10 Jahre ebenfalls abgelehnt.

Ein EWR-Vertrag wie auch ein EG-Beitritt würden zweifellos eine Aenderung des Systems der Ergänzungsleistungen er- fordern. Im Rahmen der dabei notwendigen Ueberprüfung

des EL-Systems bzw. einer Umwandlung in ein Zuschuss- system wird auch die Frage der Karenzfrist diskutiert werden müssen.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.

Präsident: Die Motion wird von den Herren Cincera und Ruf bekämpft. Die Diskussion wird verschoben.

Verschoben - Renvoyé

91.3030

Motion Neukomm Suchtpräventionsgesetz Toxicomanie. Loi sur la prévention

Wortlaut der Motion vom 24. Januar 1991

Der Bundesrat wird beauftragt, trotz der anstehenden Teilrevi- sion des Betäubungsmittelgesetzes unverzüglich die Totalre- vision einzuleiten und dem Parlament baldmöglichst den Ent- wurf zu einem Gesetz zur Prävention und Betreuung Sucht- kranker vorzulegen, das schwergewichtig eine gesamtschwei- zerische einheitliche Suchtprävention anstrebt. Nachdem be- reits verwaltungsintern ein brauchbares Modell in Skizzen vor- handen ist, sollte es möglich sein, die Vorlage zügig ins parla- mentarische Verfahren zu bringen.

Die Prävention und Betreuung ist in unserem Land dringend zu koordinieren. Die Kantone und Gemeinden brauchen ver- mehrt finanzielle und fachliche Unterstützung, um den Süchti- gen vermehrt als Kranken und nicht in erster Linie als Kriminel- len zu behandeln. Ziel für eine neue Drogenpolitik muss sein, in der ganzen Schweiz eine einheitliche und aktive Suchtprä- vention zu vermitteln.

Texte de la motion du 24 janvier 1991

Le Conseil fédéral est chargé, en dépit de la révision partielle annoncée de la loi sur les stupéfiants, de mettre en oeuvre dans les plus brefs délais une révision totale de la législation en la matière et de présenter au Parlement le plus tôt possible un projet de loi portant sur la prévention et l'assistance aux toxicomanes, qui visera essentiellement une prévention uni- formisée pour l'ensemble du pays. Comme il existe déjà au sein de l'administration un premier projet utilisable dans ses grandes lignes, il devrait être possible de soumettre rapide- ment un projet à la procédure parlementaire.

Il est urgent de coordonner au niveau national la prévention et l'assistance aux toxicomanes. Les cantons et les communes ont besoin d'un meilleur appui financier et spécialisé afin de pouvoir traiter les toxicomanes davantage comme des mala- des et non pas comme des criminels. Cette nouvelle politique de lutte contre les toxicomanies doit viser à mettre en oeuvre une prévention active et uniforme dans toute la Suisse.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bär, Bas- ler, Bäumlin, Béguelin, Bircher Silvio, Bodenmann, Borel, Brügger, Bühler, Carobbio, Danuser, Dietrich, Dormann, Dünki, Eggenberg-Thun, Eggenberger Georges, Engler, Eu- ler, Fankhauser, Gardiol, Grassi, Grendelmeier, Günter, Haf- ner Ursula, Haller, Hari, Herczog, Hösli, Hubacher, Jeanprê- tre, Keller, Kuhn, Lanz, Ledergerber, Leemann, Leuenberger- Solothurn, Leuenberger Moritz, Leutenegger Oberholzer, Lon- get, Loretan, Maeder, Matthey, Meier-Glattfelden, Meizoz, Meyer Theo, Rechsteiner, Reimann Fritz, Ruf, Sager, Scheid-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion Leuenberger-Solothurn Keine Sperrfrist für ausländische Arbeiter im ELG Motion Leuenberger-Soleure Droit aux prestations complémentaires AVS/AI des étrangers domiciliés en Suisse

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Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1991

Année

Anno

Band

III

Volume

Volume

Session

Sommersession

Session

Session d'été

Sessione

Sessione estiva

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 91.3063

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 21.06.1991 - 08:00

Date

Data

Seite

1328-1328

Page

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Ref. No

20 020 039

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Schlagwörter

supplementary benefitsforeign residentswaiting periodmotionpostulateparliamentary procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Revision of Art. 2(2) ELG to abolish the 15-year waiting period for foreign residents

Extrahierter Entscheid

The matter was not finally decided at this sitting; the debate was postponed after the Federal Council asked for conversion into a postulate.

Extrahierte Begründung

The Federal Council argued that waiting periods limit immigration incentives and protect the supplementary-benefits system; opponents viewed the rule as discriminatory.

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