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Motion Schmid
90.831 Motion Schmid Revision Tierseuchengesetz Loi sur les épizooties. Révision
Wortlaut der Motion vom 4. Oktober 1990
Der Bundesrat wird eingeladen, das Tierseuchengesetz zu re- vidieren und eine Seuchenwehr zu schaffen, welche Ausbrü- che von Tierseuchen, für die keine Schutzimpfungen vorge- schrieben sind, unverzüglich zu tilgen und gleichzeitig das Ri- siko der Weiterverschleppung möglichst klein zu halten im- stande ist; zu diesem Zweck vorzusehen, dass die Seuchen- wehr zentral vom Bund geleistet und von den Kantonen de- zentral unterstützt wird; demgemäss die Verpflichtung des Bundes vorzusehen, die Kosten für die Bildung, Ausrüstung und den Unterhalt der Seuchenwehr, die direkten Seuchenbe- kämpfungskosten und jene der Entschädigung für Tierverlu- ste zu tragen.
Texte de la motion du 4 octobre 1990
Le Conseil fédéral est chargé de réviser la loi sur les épizooties et de créer un organe apte à enrayer, dès leur apparition, les épizooties pour lesquelles la loi ne prescrit aucune vaccina- tion et à limiter au maximum le risque de propagation; pour sa- tisfaire à ces exigences, cet organe devra être dirigé de ma- nière centrale par la Confédération, tout en étant appuyé de manière décentralisée par les cantons; il faudrait donc que la Confédération supporte les coûts liés à la mise sur pied, à l'équipement et à l'entretien de l'organe précité, les frais di- rects occasionnés par la lutte contre les épizooties ainsi que ceux dus à l'indemnisation pour perte d'animaux.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schmid: Wie Sie wissen, hat die EG beschlossen, ab dem 1. Januar 1992 jegliche Schutzimpfungen gegen Maul- und Klauenseuche auf ihrem Gebiet zu verbieten. Ab dem selben Zeitpunkt können Klauentiere nur noch aus Ländern in die EG exportiert werden, in denen seit mindestens 12 Monaten nicht mehr geimpft wird, und dies nur unter der Voraussetzung, dass die zum Export bestimmten Tiere überhaupt nie geimpft worden sind.
Der Bundesrat hat diesen EG-Beschluss zum Anlass genom- men, die in der Schweiz obligatorisch jährlich durchzufüh- rende Schutzimpfung des Rindviehbestandes gegen Maul- und Klauenseuche aufzuheben. Er tat dies, weil sich die Schweiz in diesem Bereich keinen europäischen Alleingang leisten konnte, und um damit auch die Exportmöglichkeiten, die unseren Schlachtviehmarkt doch um einiges entlasten, nicht zu gefährden. Die Seuchenlage ist gegenwärtig nicht allzu gefährlich. Der Verzicht auf die jährliche Schutzimpfung ist daher zu akzeptieren.
Allerdings muss klar gesehen werden, dass ein allfälliger Aus- bruch einer solchen Seuche in Zukunft mangels Schutzimp- fung verheerende Folgen haben kann, da sie sich dann flä- chenbrandmässig ausbreiten könnte. Nach meiner Auffas- sung muss daher die Aufhebung der allgemeinen Schutzimp- fung von flankierenden Massnahmen begleitet werden. Diese Massnahmen bestehen insbesondere darin, dass infizierte Bestände schlagartig, radikal und umfassend eliminiert wer- den, weil nur diese gründliche Massnahme eine weitere Aus- breitung der Seuche in einem Land, das keine Schutzimpfun- gen und damit keine immunologischen Barrieren in räumli- cher Hinsicht mehr kennt, verhindern kann.
Ein solches Bekämpfungskonzept sprengt nun aber eindeutig die kantonalen Grenzen. Das Konzept, die Leitung und die Or- ganisation und vor allem die Finanzierung müssen Bundessa- che sein. Es ist eine eigentliche eidgenössische Seuchenwehr aufzustellen. Dafür muss ein Mechanismus geschaffen wer-
den, der es erlaubt, die Bestandeseliminierungen fachgerecht so durchzuführen, dass keine Infektionsgefahren durch Ver- schleppung neu entstehen. Dafür sind Spezialisten notwen- dig, die zentral durch das Bundesamt für Veterinärwesen ge- stellt oder mindestens unter dessen Anleitung eingesetzt wer- den. Deren Ausbildung und Ausrüstung muss Sache des Bun- des sein.
Es sind zudem Infrastrukturen notwendig, wie Seuchenfahr- zeuge und Tierkörperbeseitigungsanlagen, die über genü- gend grosse Leistungsreserven für Seuchenfälle verfügen müssen. Insbesondere müssen verseuchte Tiere in grösserer Menge gefahrenlos in einer bestimmten Region kantonsüber- greifend beseitigt werden können.
Diese Aufgaben übersteigen die Leistungs- und Koordina- tionskraft der Kantone, zumal seit 1980 die entsprechenden Bundesmittel nicht mehr ausgerichtet werden. Die Lage der Seuchenschlachthofe ist finanziell angespannt und die Lage der Tierkörperbeseitigungsanlagen geradezu katastrophal. Wir sind in der Situation, dass sich solche Anlagen finanziell nicht mehr halten lassen und am Rande der Schliessung sind. Wenn der Bund nicht die Verantwortung zentral wieder an sich zieht, sind die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine auch nur im Ansatz erfolgversprechende Seuchenwehr nicht mehr gegeben.
Daher möchte ich den Bundesrat mit meiner Motion einladen, ähnlich wie Herr Jung dies im Nationalrat getan hat, aber weit darüber hinausgehend, das Tierseuchengesetz zu revidieren und dabei eine Seuchenwehr zu schaffen, die imstande ist, Ausbrüche von Tierseuchen rasch und umfassend einzudäm- men und dabei das Risiko der Weiterverschleppung möglichst klein zu halten. Diese Seuchenwehr muss zentral vom Bund geleitet und kann von den Kantonen dezentral unterstützt wer- den. Das alles wird nur greifen, wenn der Bund die Kosten für die Ausbildung, die Ausrüstung und den Unterhalt der Seu- chenwehr, die direkten Seuchenbekämpfungskosten und ins- besondere auch die Kosten der Entschädigung für Tierverlu- ste übernimmt.
Ich ersuche Sie daher, meiner Motion Folge zu geben.
M. Delamuraz, conseiller fédéral: Les responsables de la lutte contre les épizooties sont arrivés à la conclusion, Monsieur le motionnaire, qu'en effet les dispositions de notre loi sur les épizooties ne sont plus adaptées pour lutter efficacement contre une épizootie hautement contagieuse. Compte tenu des nouvelles stratégies que préconise l'Office international des épizooties et des programmes qui ont été décidés par la Communauté, il faut se mettre au travail. Nous l'avons fait, avec l'Office vétérinaire fédéral, trois vétérinaires cantonaux, le directeur suppléant et le juriste de l'office, ainsi que le direc- teur de l'Institut pour les maladies à virus, afin de nous atteler à la révision, probablement totale, de la loi car il y a également d'autres points qu'il faut revoir.
La motion demande que la lutte contre certaines épizooties soit déclarée tâche de la Confédération et financée par elle. C'est ce qu'on est en train d'examiner. Je ne pourrai pas don- ner une réponse positive d'entrée de cause à la représentation que vous faites de votre motion, car il faudra discuter égale- ment avec les cantons de la manière dont finalement le tout se présentera. Il y a gros à parier en effet que la place de la Confé- dération dans cette organisation et cette stratégie nouvelles sera plus importante qu'aujourd'hui, que les tâches de coordi- nation intercantonale devront être améliorées et passer, le cas échéant, par l'autorité de la Confédération, mais le dire pé- remptoirement aujourd'hui déjà serait aller un peu plus vite que les violons. C'est la raison pour laquelle je serai d'avis, avec le Conseil fédéral d'ailleurs, que nous acceptions votre motion en tant que postulat. C'est un postulat actif puisqu'il donne lieu à l'étude dont je viens de vous parler.
En vous répondant ainsi, nous sommes dans la ligne de ce que nous avons déclaré à M. Jung, conseiller national, lorsqu'il avait déposé un postulat dans ce sens. Nous sommes prêts à examiner l'élargissement de l'engagement de la Confédération dans la lutte contre les maladies hautement contagieuses. En revanche, il est clair aussi, Monsieur le mo- tionnaire, que le Conseil fédéral n'envisage pas de réintro-
E 14 mars 1991
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Postulat Reichmuth
duire des subventions fédérales aux cantons, abolies il y a une dizaine d'années.
C'est dans cet esprit que je vous saurai gré de bien vouloir transformer la motion en postulat.
Schmid: Wegen Anfechtbarkeit einer Abstimmung bin ich als Motionär gerne bereit, der Umwandlung in ein Postulat zuzu- stimmen.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
90.930
Postulat Reichmuth Massnahmen zur Kostensenkung bei der landwirtschaftlichen Produktion
Mesures tendant à réduire les coûts de production agricoles
Wortlaut des Postulates vom 10. Dezember 1990
Die Verhandlungen im Zusammenhang mit Gatt und EWR ha- ben in der Landwirtschaft verständlicherweise grosse Beunru- higung ausgelöst. Durch den Abbau von bisherigen und über- lebensnotwendigen Subventionen würden sich die Einkom- mensprobleme für unsere Bauern drastisch verschärfen, und die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit in der Landwirtschaft wäre weitgehend in Frage gestellt.
Mit den vom Bundesrat in Aussicht gestellten vermehrten Di- rektzahlungen, die vor allem zum Ausgleich der von der Land- wirtschaft erbrachten gemeinwirtschaftlichen Leistungen (Si- cherung der Landesversorgung in Krisenzeiten, Erhaltung der Landschaft, etc.) ausgerichtet werden sollen, kann das Pro- blem allein nicht gelöst werden. Vielmehr gilt es, zusätzliche und gezielte Anstrengungen zu unternehmen, um durch eine Senkung der Produktionskosten die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu verbessern. Nur schon die hohe Ver- schuldung, die vergleichsweise viermal so hoch ist wie in Frankreich, bewirkt durch die Zinsenlast ein hohes Kostenni- veau. Gewisse Normen im administrativen und technischen Bereich behindern auch erheblich die überbetriebliche Zu- sammenarbeit.
Der Bundesrat wird daher ersucht, zu prüfen, wie die Infra- strukturkosten in der Landwirtschaft wirksam gesenkt werden könnten:
a) über zusätzliche Massnahmen zur Förderung der Entschul- dung - allenfalls in Zusammenarbeit mit den Kantonen;
b) durch den Abbau von Normen, die die landwirtschaftliche Produktion verteuern, namentlich von solchen, die die überbe- triebliche Zusammenarbeit behindern oder technische Ausrü- stungen verteuern;
c) durch andere geeignete Massnahmen.
Texte du postulat du 10 décembre 1990
Les négociations avec le GATT et celles en rapport avec l'EEE ont provoqué une grande inquiétude dans le monde agricole, ce qui est compréhensible. La réduction, voire la suppression de subventions indispensables à la survie des exploitations aggraveraient très considérablement les problèmes qui se po- sent aux paysans en matière de revenus et affecteraient dans une large mesure la capacité concurrentielle dans l'agri- culture.
On ne saurait régler la question uniquement par une augmen- tation des payements directs que le gouvernement préconise et qui servirait surtout à rétribuer les prestations de l'agri- culture en faveur de l'économie générale (approvisionnement du pays en cas de crise, sauvegarde du paysage, etc.). il convient plutôt d'entreprendre des efforts supplémentaires pour parvenir, par une réduction judicieuse des frais de pro-
duction, à améliorer la capacité concurrentielle de l'agri- culture. Le fort endettement, qui est par exemple quatre fois supérieur à celui de l'agriculture française, provoque déjà, par la charge considérable que constituent les intérêts à payer, des frais très élevés. Certaines prescriptions administratives et techniques entravent aussi fortement une collaboration entre les exploitations.
Le Conseil fédéral est en conséquence chargé d'étudier les possibilités d'abaisser efficacement les frais d'infrastructure dans l'agriculture
a. au moyen de mesures complémentaires destinées à facili- ter le désendettement, le cas échéant avec la coopération des cantons,
b. par la suppression totale ou partielle de dispositions qui renchérissent la production agricole, notamment de celles qui entravent la coopération entre les entreprises ou renchéris- sent les équipements techniques,
c. par d'autres mesures appropriées.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bühler, Danioth, Delalay, Dobler, Küchler, Kündig, Lauber, Meier Josi, Roth, Schallber- ger, Schmid, Ziegler (12)
Reichmuth: Die Einkommensverhältnisse in der Landwirt- schaft sind sehr stark von der Entwicklung der Produktions- und Betriebskosten abhängig. Umwelt- und Tierschutzanlie- gen neben Absatzproblemen zwingen die Bauern immer mehr zu strukturellen Anpassungen, Produktionseinschränkungen und baulichen Investitionen - letztere unter anderem auch we- gen den Tierschutzvorschriften.
Wohl versucht der Bund schon bisher, durch allgemeine und gezielte Beiträge die Einkommenslage der Landwirtschaft zu verbessern und notwendige Investitionen zu ermöglichen. Aber alle diese Massnahmen waren bisher nicht in der Lage, die bestehenden Einkommensrückstände sowohl im Talge- biet wie im Berggebiet zu eliminieren. Im Gegenteil: Die Ver- schuldung unserer Landwirtschaft ist in den letzten Jahren lau- fend gewachsen und beträgt heute vergleichsweise rund das Vierfache wie in Frankreich.
Rationelle Gebäude, Betriebseinrichtungen und Maschinen sind heute ausserordentlich kostenintensiv und erheischen ei- nen hohen Aufwand für Amortisation und Verzinsung. Zinster- mine sind deshalb heutzutage ein Alptraum für viele Bauernfa- milien, ganz besonders im Berggebiet. Ich glaube daher, dass die gesetzlichen Bestimmungen über die Entschuldung land- wirtschaftlicher Heimwesen einer Ueberprüfung bedürfen. Die zur Verfügung stehenden, allenfalls angemessen zu erhöhen- den finanziellen Mittel sollten gezielter eingesetzt werden kön- nen - mit einem Minimum an administrativem Aufwand. Zu- sätzliche Massnahmen zur Förderung der Entschuldung un- verhältnismässig stark belasteter landwirtschaftlicher Heim- wesen drängen sich auf - allenfalls in Zusammenarbeit mit den Kantonen und unter angemessener Beteiligung dersel- ben.
Wie ich im Postulatstext geschrieben habe, sollten zusätzliche und gezielte Anstrengungen unternommen werden, um zu ei- ner Senkung der Produktionskosten und damit zu vermehrter Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu kommen. Der Bund könnte dabei mithelfen, wenn er verschiedene Normen im administrativen und technischen Bereich abbauen würde, welche heute insbesondere die überbetriebliche Zusammen- arbeit mehr behindern als fördern. Das gleiche gilt für Vor- schriften bei den technischen Ausrüstungen, die kostenstei- gernd wirken.
Gestützt auf konkrete Beispiele habe ich mir von der landwirt- schaftlichen Beratungszentrale eine Liste geben lassen über die nach ihrer Meinung wichtigsten Behinderungen für Be- triebs- und Betriebszweiggemeinschaften. Sie sind unter an- derem in der Verordnung über landwirtschaftliche Begriffe, in der Verordnung über die Milchkontingentierung und in der Verordnung über die Erhebung von Abgaben und Beiträgen der Milchproduzenten zu finden.
Es ist mir bewusst, dass bei der Komplexität der Landwirt- schafts- und Agrarpolitik eine gewisse Normendichte unaus- weichlich ist. Das sollte aber nicht verhindern, Vorschriften, die
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
08
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.831
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 14.03.1991 - 08:00
Date
Data
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