Interpellation Bürgi
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N
22 mars 1991
zieht. Rechtsgrundlage dazu ist Artikel 14 der Hilfsstoffverord- nung, der das Verfahren zur Einschränkung oder für den Ent- zug von Bewilligungen regelt. Es werden also nicht nur neue Bewilligungen erteilt, sondern auch Einschränkungen oder Rückzüge verfügt, wenn neue Erkenntnisse dies nötig ma- chen oder neue Hilfsstoffe verfügbar werden, die nachweislich geeigneter sind. Die schweizerische Landwirtschaft verfügt nicht zuletzt dank diesem Bewilligungsverfahren über ein modernes, vielseitiges Instrumentarium geeigneter, umwelt- verträglicher Hilfsstoffe.
All diese Forschungsarbeiten, unser restriktives Bewilligungs- verfahren und das Beratungswesen bezwecken einen sinnvol- len und gezielten Einsatz der Hilfsstoffe; das gleiche Ziel wird auch mit Lenkungsabgaben auf Hilfsstoffen angestrebt: ent- sprechende Rechtsgrundlagen sind in Vorbereitung. Ebenso wird geprüft, ob für in umfassendem Sinn umweltschonende Produktionsmethoden Beiträge geleistet werden können; da- bei kann der Verzicht auf einzelne Hilfsstoffe nicht als Kriterium dienen.
Der Bundesrat wird die Forschungsziele seiner Anstalten auch in Zukunft auf eine umweltgerechte Landwirtschaft ausrichten. Für eine Verstärkung der Forschungsarbeiten ist er auf die Un- terstützung durch das Parlament angewiesen.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes teilweise befriedigt.
90.682
Interpellation Bürgi Vollzug der Tierschutzgesetzgebung Ordonnance sur la protection des animaux
Wortlaut der Interpellation vom 18. September 1990 Ende 1991 laufen die letzten Uebergangsfristen der Tier- schutzverordnung vom 27. Mai 1981 ab. Umfragen in den für den Vollzug verantwortlichen Kantonen zeigen, dass diese Uebergangsfristen vor allem im Milchviehsektor nicht überall ausreichen. Die erfoderlichen baulichen Anpassungen ziehen vielfach umfangreiche Investitionen nach sich. Für auslau- fende Betriebe und für Stufen- und Alpbetriebe stellen diese Investitionen in den meisten Fällen eine übermässige Bela- stung dar.
Hochrechnungen in den verschiedenen Kantonen haben er- geben, dass mit einem Investitionsvolumen von mehreren hundert Millionen Franken zu rechnen ist. Es ist daher zu prü- fen, ob angesichts dieses Investitionsbedarfs der Vollzug die- sen Gegebenheiten anzupassen ist, ohne den Zweck des Tier- schutzgesetzes zu schmälern.
Es gibt Betriebe, die mangels gesicherter Hofnachfolge in na- her Zukunft die landwirtschaftliche Produktion aufgeben wer- den. Für solche Betriebe ist es nicht sinnvoll, noch umfangrei- che Investitionen zu tätigen, um die Auflagen der Tierschutz- gesetzgebung zu erfüllen.
In verschiedenen Bergkantonen sind die Stufen- und Alpbe- triebe weit verbreitet. Die ausserhalb des Dorfes gelegenen Ställe werden nur bei schlechtem Wetter oder an sehr warmen Tagen von den Tieren beansprucht. Die meiste Zeit befinden sich die Kühe und Rinder auf der Weide.
Der Bundesrat wird deshalb zur Beantwortung folgender Fra- gen eingeladen:
Ist der Bundesrat bereit, den Kantonen beim Vollzug der Tierschutzgesetzgebung in auslaufenden Betrieben die nö- tige Flexibilität bezüglich der Anwendung der Uebergangsfri- sten einzuräumen?
Ist der Bundesrat bereit, die strengen Anforderungen unse- rer Tierschutzgesetzgebung für die Stufen- und Alpbetriebe in einer Verordnung zu regeln, den besonderen Verhältnissen anzupassen und dementsprechend zu lockern?
Ist der Bundesrat bereit, den Kantonen die nötigen Bundes- mittel zur Verfügung zu stellen, um die Tierschutzmassnah- men durchzusetzen?
Texte de l'interpellation du 18 septembre 1990
Les derniers délais transitoires prévus dans l'ordonnance du 27 mai 1981 sur la protection des animaux arriveront à échéance à la fin 1991. Or, si l'on interroge les cantons - car ce sont eux qui sont chargés de l'application - on s'aperçoit que ces délais ne sont pas suffisamment longs pour certains sec- teurs, surtout pour celui du bétail laitier. Les constructions et autres aménagements prescrits par l'ordonnance nécessitent souvent des investissements considérables. Ceux-ci consti- tuent une charge trop lourde pour la plupart des exploitations en train de réduire leur activité, pour les exploitations alpestres ainsi que pour celles qui travaillent à différentes altitudes.
Des extrapolations effectuées avec les chiffres fournis par quelques cantons ont montré qu'il fallait compter avec plu- sieurs centaines de millions de francs d'investissements. Il im- porte par conséquent d'examiner la question de savoir si la mise en application de l'ordonnance peut être adaptée aux cir- constances, sans toucher cependant à la finalité de la loi sur la protection des animaux.
Il faut savoir que certaines exploitations sont sur le point de cesser leur activité, faute d'avoir trouvé un successeur. Il n'est guère indiqué que de telles exploitations fassent encore d'im- portants investissements pour respecter les nouvelles pres- criptions.
Dans certains cantons de montagne, les exploitations al- pestres et celles qui exercent leur activité à différentes altitu- des existent en grand nombre. Les étables situées à l'extérieur des villages n'abritent les animaux que par mauvais temps ou en cas de canicule. La plupart du temps, le bétail se trouve dans les pâturages.
Le Conseil fédéral est donc invité à répondre aux questions suivantes:
Est-il disposé à se montrer souple dans l'application des délais transitoires prescrits par la législation sur la protection des animaux, dans le cas des exploitations sur le point de ces- ser leur activité?
Est-il prêt à faire figurer dans une ordonnance les disposi- tions strictes de notre législation sur la protection sur les ani- maux, en les adaptant et en les assouplissant au vu de la situa- tion particulière dans laquelle se trouvent les exploitations al- pestres et les agriculteurs qui travaillent à différentes altitudes? 3. Est-il disposé à fournir aux cantons les moyens financiers nécessaires à la mise en oeuvre des dispositions sur la protec- tion des animaux?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Berger, Blatter, Bühler, Co- lumberg, Engler, Hänggi, Hari, Hildbrand, Jung, Kühne, Nuss- baumer, Perey, Ruckstuhl, Rutishauser, Savary-Vaud, Schni- der, Schwab, Seiler Hanspeter, Widrig, Zwingli (20)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 10. Dezember 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 10 décembre 1990
In vielen Fällen wurde die mehr als 10jährige Uebergangsfrist zur Anpassung der Stallungen an die Tierschutzgesetzge- bung nicht rechtzeitig zur Kenntnis genommen und genutzt. Die Uebergangsfristen der Tierschutzverordnung wurde sei- nerzeit so angesetzt, um eine Anpassung der Tierhaltungen ohne wirtschaftliche Härte zu ermöglichen. Die längste Ueber- gangsfrist von zehneinhalb Jahren wurde den Legehennen-, Wildtier- und Milchviehhaltern eingeräumt. Es sind vor allem letztere, die Ende 1991 im Verzug sein dürften. Es würde von
Interpellation Büttiker
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allen Tierhaltern, die ihre Stallungen in den letzten Jahren den Mindestmassen der Tierschutzverordnung angepasst haben, kaum verstanden, wenn der Bundesrat weitgehende Locke- rungen der Tierschutzvorschriften gewähren würde.
Die einzelnen Fragen können wie folgt beantwortet werden:
Auslaufende Betriebe, d. h. solche, in denen die Tierhaltung in wenigen Jahren aufgegeben wird, können nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit voraussichtlich mit einer flexiblen Haltung der Vollzugsbehörden rechnen. Dabei ist an den Begriff des «auslaufenden Betriebs» ein strenger Mass- stab zu legen: wird die Tierhaltung nicht nach Ablauf der ange- gebenen Auslaufperiode eingestelt, so ist sie zu untersagen.
Die Modalitäten einer flexiblen Behandlung der Stufen- und Alpbetriebe, in denen sich die Tiere insgesamt nur während kurzer Zeit aufhalten, werden zurzeit im Bundesamt für Veteri- närwesen geprüft. Vom Grundsatz, wonach die Tiere an ihren hauptsächlichen Aufenthaltsorten tierschutzgerecht gehalten werden müssen, soll nicht abgewichen werden.
Das Tierschutzgesetz bietet keine Rechtsgrundlage für di- rekte Bundesbeiträge an Tierschutzmassnahmen. Somit fehlt es an einer entscheidenden Voraussetzung, um Bundesmittel zur Verfügung zu stellen.
Die Gewährung einer indirekten Bundeshilfe über zusätzliche Meliorationsbeiträge und Investitionskredite fällt nicht in Be- tracht wegen der Notwendigkeit, das Ausgabenwachstum des Bundeshaushalts einzuschränken. In diesem Zusammen- hang darf darauf hingewiesen werden, dass Geflügel-, Schweine-, Heimtier-, Wildtier- und Versuchstierhalter für die weitgehend abgeschlossene Anpassung ihrer Betriebe an die Tierschutzvorschriften keine staatlichen Beihilfen erhalten ha- ben.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes nicht befriedigt.
90.726
Interpellation Büttiker Missbräuche beim Pferdetraining Entraînement des chevaux. Abus
Wortlaut der Interpellation vom 25. September 1990
Bei der diesjährigen Reiter-Weltmeisterschaft in Stockholm sind bezüglich «Barren» von Pferden (Trainingsmethoden) bei der deutschen Reiterequipe unglaubliche Dinge aufgedeckt worden. Viele Leute auch in unserem Lande haben sich dabei gefragt, wie es in der Schweiz mit den Tierschutzvorschriften über die Haltung, die Pflege und die Verwendung von Pferden steht.
Deshalb frage ich den Bundesrat an:
Hält es der Bundesrat für möglich, dass auch in der Schweiz im Reitsport Trainingsmethoden «à la Schockemöhle» vor- kommen?
Ist der Bundesrat bereit, die Verordnung zum Eidgenössi- schen Tierschutzgesetz im Sinne des Tierschutzes, der Pfer- dehalter, Pferdefreunde und Pferdesportverbände mit Vor- schriften über die Haltung und Verwendung von Pferden zu er- gänzen?
Warum hat es der Bundesrat bis heute unterlassen, die Ver- wendung von Mitteln zum «Barren» von Pferden zu verbieten? 4. Warum hat der Bundesrat die von einer Arbeitsgruppe «Pferd» des Schweizerischen Tierschutzes 1984 ausgearbei- teten Vorschläge, die an das Bundesamt für Veterinärwesen eingereicht wurden, bis heute schubladisiert?
Ist der Bundesrat nach den Enthüllungen an der Reiter- Weltmeisterschaft bereit,die Vorschläge der Arbeitsgruppe «Pferd» der Nutztierkommission des Schweizer Tierschutzes unter Leitung von Professor Dr. A. Nabholz zu prüfen?
Texte de l'interpellation du 25 septembre 1990
Des révélations incroyables ont été faites cette année lors des championnats du monde d'équitation de Stockholm, sur la façon dont les chevaux de l'équipe allemande sont «barrés» durant l'entraînement. Bien des gens se sont alors demandé quelles prescriptions de protection des animaux s'appliquent en Suisse à la détention et à l'utilisation des chevaux et aux soins à leur donner.
Je demande au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Est-il à son avis concevable que l'on applique en Suisse des méthodes d'entraînement des chevaux «à la Schockemöhle»? 2. Est-il prêt à compléter l'ordonnance sur la protection des animaux par des dispositions relatives à la détention et à l'utili- sation des chevaux dans le sens requis par la protection des animaux, les détenteurs de chevaux, les amis de ces bêtes et les sociétés de sport équestre?
Pourquoi a-t-il jusqu'à présent omis d'interdire les moyens de «barrer» les chevaux?
Pourquoi n'a-t-il pas encore pris en considération les propo- sitions élaborées en 1984 par le groupe de travail «Chevaux» de la «Protection suisse des animaux», propositions qui avaient été transmises à l'Office vétérinaire fédéral?
Est-il prêt, après les révélations faites aux championnats du monde d'équitation, à étudier les propositions présentées par le groupe de travail susmentionné de la commission des ani- maux de rente de la «Protection suisse des animaux» que diri- geait le professeur A. Nabholz?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 10. Dezember 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 10 décembre 1990
Die Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Pferdesport- Weltmeisterschaft 1990, namentlich die Vorwürfe an deutsche Reiter, gaben Anlass zu einer Ueberprüfung der schweizeri- schen Tierschutznormen. Im Ergebnis zeigte sich, dass un- sere Rechtsvorschriften im grossen und ganzen einen ausrei- chenden Schutz des Pferdes gewährleisten; ähnliche Vor- kommnisse könnten in unserem Land verhindert oder geahn- det werden.
Die einzelnen Fragen können wie folgt beantwortet werden:
In den letzten Jahren wurde ein Fall, bei dem unter den Bein- bandagen des Tieres harte, verletzende Metallgegenstände eingebunden waren, vom zuständigen Gericht geahndet. Die Untersuchung eines anderen Falls, in dem vermutet wurde, dass hautreizende Substanzen (Terpentin) in Bandagen ver- wendet wurde, wurde eingestellt.
Eine Ergänzung der Tierschutzverordnung vom 27. Mai 1981 mit Vorschriften über Haltung und Verwendung von Pfer- den ist im Rahmen einer nächsten Revision vorgesehen. Eine kurzfristige Anpassung drängt sich nicht auf, da die allgemei- nen Tierhaltungsvorschriften auch auf die Haltung und Ver- wendung von Pferden anwendbar sind.
Tierquälerische Trainingsmethoden wie das harte «Barren» von Pferden sind durch Artikel 2 Absatz 3 und Artikel 22 Ab- satz 1 des Tierschutzgesetzes vom 9. März 1978 verboten.
Am 12. Dezember 1985 hat das Bundesamt für Veterinärwe- sen eine Information an die Kantone abgegeben, die weitge-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Bürgi Vollzug der Tierschutzgesetzgebung Interpellation Bürgi Ordonnance sur la protection des animaux
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1991
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.682
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
22.03.1991 - 08:00
Date
Data
Seite
788-789
Page
Pagina
Ref. No
20 019 797
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