N 22 mars 1991
762
Motion Schmidhalter
Bau und Betrieb einer allfälligen Monorailbahn zu ermögli- chen. Die vom Motionär gewünschte Ergänzung des Eisen- bahnrechts drängt sich deshalb nicht auf. Dies um so mehr, als dem Stand und der Entwicklung der Technik, einschliess- lich der neuen Transportsysteme, von seiten der zuständigen Behörden stets eine grosse Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei wird jeweils geprüft, ob und wie die Erkenntnisse und Erfahrungen in die Gesetzgebung einbezogen werden kön- nen. Dies gilt auch für die in Frage stehenden Einschienen- bahnen.
Aus allen diesen Gründen ist der Bundesrat der Ansicht, die Motion sei in ein Postulat umzuwandeln.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
90.955
Motion Schmidhalter Klassierung der Zufahrtsstrassen nach den grössten Kurorten im Oberwallis und der Nufenenstrasse als schweizerische Hauptstrassen
Extension de réseau des routes principales
Wortlaut der Motion vom 13. Dezember 1990
. Der Bundesrat wird aufgefordert, auf der rechtlichen Grund- lage des Artikels 36ter Absatz 1 Buchstabe b der Bundesver- fassung sowie des Artikels 12 des Treibstoffzollgesetzes vom 22. März 1985 im Kanton Wallis die Zufahrten zu den grössten Kurorten wie Zermatt, Saas-Fee, Leukerbad sowie die Nufe- nenstrasse ab Airolo bis Ulrichen in das schweizerisches Hauptstrassennetz aufzunehmen.
Texte de la motion du 13 décembre 1990
Le Conseil fédéral est chargé, sur la base légale des articles 36ter alinéa 1 lettre b de la Constitution fédérale et 12 de la loi du 22 mars 1985 concernant l'utilisation du produit des droits d'entrée sur les carburants, d'inclure dans le réseau des routes principales l'accès aux grandes stations valaisan- nes, comme Zermatt, Saas-Fee, Loèche-les-Bains, ainsi que la route du Nufenen entre Airolo et Ulrichen.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bürgi, Columberg, Dietrich, Hänggi, Hildbrand, Iten, Jung, Keller, Kühne, Rüttimann, Schnider, Wellauer (12)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Laut Artikel 36ter Absatz 1 Buchstabe b der Bundesverfas- sung kann der Bundesrat in Zusammenarbeit mit den Kanto- nen das Hauptstrassennetz bezeichnen, sofern bestimmte technische Anforderungen genügen.
Im neuen Treibstoffzollgesetz vom 22. März 1985 ist in Arti- kel 12 festgehalten, dass der Bundesrat nach Anhören der Kantone das Hauptstrassennetz bezeichnet. Das Hauptstras- sennetz umfasst Strassen von allgemein schweizerischer oder internationaler Bedeutung, die nicht dem Nationalstrassen- netz angehören.
Zu Hauptstrassen im Alpengebiet können Strassen erklärt werden, deren Ausbau von besonderer Bedeutung für den na- tionalen Durchgangsverkehr, für die Förderung des Fremden- verkehrs oder für die Erhaltung und Stärkung der wirtschaftli- chen Struktur von Randgebieten ist.
Die Zufahrtsstrasse nach Zermatt zum Beispiel ist vornehmlich auf der Strecke Stalden-St. Niklaus in einem unhaltbaren Zu- stand. Touristen und Einheimische werden auf dieser Stras- senzufahrt übergrossen Gefahren ausgesetzt. Steinschlag und Lawinen gefährden praktisch durchgehend den Strassen- verkehr. Eine technisch und umweltgerecht akzeptable Lö- sung erfordert neben Kunstbauten einen längeren Strassen- tunnel. Die Sanierungskosten dieses Teilstückes übersteigen die finanziellen Mittel des Kantons und der Gemeinden bei weitem, so dass mit einer Realisierungszeit von 15 bis 20 Jah- ren gerechnet werden müsste. Sofern diese Zufahrtsstrasse in das schweizerische Hauptstrassennetz eingereiht werden kann, würde dank der Bundesbeteiligung die Realisierungs- zeit auf etwa 4 bis 5 Jahre zurückgenommen werden können. Mit dieser Massnahme kann nicht nur der Fremdenverkehr und die wirtschaftliche Struktur eines Randgebietes gefördert werden, wie es in Artikel 12 des Treibstoffzollgesetzes festge- halten ist, sondern es könnte die unbedingt notwendige Si- cherheit einer Zufahrt zu einem Weltkurort garantiert werden. Gleiche und ähnliche Ueberlegungen gelten auch für die Zu- fahrtsstrasse nach Saas-Fee und Leukerbad.
Die Nichterweiterung des Nationalstrassennetzes, unter ein- seitiger Streichung des Rawils, zwingt uns, in der Zukunft ver- mehrt Benzinzollgelder in das Hauptstrassennetz einfliessen zu lassen. Die unhaltbaren Zustände auf gewissen Strassen- strecken können die Kantone nicht allein lösen, so dass das schweizerische Hauptstrassennetz ausgeweitet werden muss. Bund und Kantone müssen versuchen, diese Strassen- probleme gemeinsam zu lösen.
Seit vielen Jahren versuchen die Kantone Tessin und Wallis, die Nufenenstrasse als interkantonale Alpenstrasse in das schweizerische Hauptstrassennetz zu klassieren. Diese For- derung wurde bis heute mit der Begründung, es werde dem Volk ein neuer Verfassungsartikel über die koordinierte Ver- kehrspolitik unterbreitet, zurückgestellt. Diese Vorlage wurde vom Volk abgelehnt, so dass heute aufgrund der bestehenden Rechtsgebung die Klassierung der Nufenenstrasse als Haupt- strasse sofort vorgenommen werden muss. Die in Artikel 12 festgehaltenen Bedingungen sind bei der Nufenenstrasse alle erfüllt. Die Nufenenstrasse ist im Sommer die wichtigste Stras- senverbindung zwischen dem Tessin und der Westschweiz. Die Nufenenstrasse ist die einzige interkantonale Alpen- strasse, welche nicht als Hauptstrasse klassiert ist.
Anlässlich der Unwetterkatastrophe von 1987 hat sich gezeigt, dass das eidgenössische Parlament gewillt ist, die Nufenen- strasse als Alpenstrasse wie alle interkantonalen und interna- tionalen Passstrassen anzuerkennen. Es hat daher beschlos- sen, dass der Bund für die Bereinigung dieser Schäden ana- log zu den anderen Hauptstrassen aufkommt. So wurden die Schäden zu 100 Prozent dem Bund und damit der Treibstoff- zollkasse angelastet. Der Kanton Tessin hat damit die Möglich- keit, die noch fehlenden Arbeiten mit finanzieller Beteiligung des Bundes auszuführen. Der Kanton Wallis muss den not- wendigen Ausbau der Strecke Ulrichen bis Altstafel allein fi- nanzieren. Es ist daher unbedingt notwendig, dass die Nufe- nenstrasse definitiv in das schweizerische Hauptstrassennetz aufgenommen wird.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. Februar 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 février 1991
Materiell hat sich der Bundesrat durch seine Aussagen im Be- richt «Luftreinhalte-Konzept» vom 10. September 1986 (BBI III 1986 269ff.) eine gewisse Zurückhaltung auferlegt, indem die damaligen Aussagen betreffend den Ausbau des National- strassennetzes (S. 308) sinngemäss auch für das Hauptstras- sennetz gelten müssen. Ob sich gewisse Anpassungen trotz- dem rechtfertigen lassen, wie dies die Kantone in einer Um- frage im Jahre 1989 über Aufnahmebegehren ins Hauptstras- sennetz gefordert haben, wird noch zu prüfen sein. Auch die Nufenenstrasse wurde damals von den Kantonen Tessin und Wallis zur Aufnahme in dieses Netz gemeldet.
Die Gesamtüberprüfung des Hauptstrassennetzes wurde ei- ner Arbeitsgruppe übertragen. Deren Schlussbericht liegt nun
Motion Borel
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vor und wird die Grundlage bilden für den Entscheid des Bun- desrates, der gemäss Artikel 12 des Treibstoffzollgesetzes vor seinem Beschluss die Kantone anhören wird.
Der Bundesrat ist bereit, in diesem Verfahren auch die Klassie- rung der Zufahrtsstrassen nach den grössten Kurorten im Oberwallis und der Nufenenstrasse als schweizerische Haupt- strassen eingehend zu prüfen.
Nach Artikel 12 des Treibstoffzollgesetzes bezeichnet der Bundesrat das Hauptstrassennetz. Die Motion greift mithin in den Bereich der dem Bundesrat übertagenen Regelungszu- ständigkeit hinein, was der Bunderat seit jeher als rechtlich un- zulässig erachtet. Auch aus diesem Grund kann der Vorstoss nicht als Motion entgegengenommen werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
90.958
Motion Borel Radio- und Fernsehübertragungen für das Ausland. Kostenübernahme durch den Bund Radio- et télédiffusion à l'intention de l'étranger. Prise en charge par la Confédération
Wortlaut der Motion vom 13. Dezember 1990
Die SRG wendet einen nicht unwesentlichen Teil ihres Bud- gets für die Ausstrahlung von Programmen auf, die für das schweizerische und ausländische Publikum ausserhalb unse- rer Landesgrenzen bestimmt sind. Diese Programme sind zur Verbreitung von Informationen über unser Land und zur För- derung des kulturellen Austausches sehr nützlich und wirk- sam. Darum sollten sie im Rahmen des europäischen Integra- tionsprozesses vermehrt unterstützt werden. Die meisten aus- ländischen Regierungen stellen für solche Investitionen be- trächtliche finanzielle Mittel zur Verfügung.
Der Bundesrat wird gebeten, die SRG jährlich zu diesem Zweck mit einem angemessenen Betrag zu unterstützen. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass die internationale Ausstrahlung von Programmen zu einem namhaften Teil über Radio- und Fernseh-Empfangsgebühren vom schweizeri- schen Publikum finanziert werden muss.
Texte de la motion du 13 décembre 1990
La SSR consacre une part non négligeable de son budget à la diffusion de programmes destinés au public suisse et étranger se trouvant au delà de nos frontières. Ce moyen utile et effi- cace de faire connaître notre pays et de favoriser les échanges culturels mériterait un soutien accru dans le cadre du proces- sus d'intégration européenne. La plupart des gouvernements étrangers financent très largement les investissements de cet ordre.
Le Conseil fédéral est invité à faire de même en versant une annuité équitable à la SSR dans ce but, de manière à ne pas mettre à la charge du public suisse, à titre partiel, mais non né- gligeable, par le biais des taxes de concessions radio-TV, cet effort de promotion internationale.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Antille, Baerlocher, Baggi, Bär, Bäumlin Ursula, Béguelin, Berger, Bir- cher Silvio, Bodenmann, Borel, Braunschweig, Brügger, Bundi, Caccia, Carobbio, Cevey, Cotti, Couchepin, Danuser,
Darbellay, Déglise, Diener, Dubois, Ducret, Dünki, Eggen- berg-Thun, Eggenberger Georges, Etique, Euler, Fankhauser, Frey Claude, Gardiol, Grassi, Grendelmeier, Gros, Guinand, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Haller, Hubacher, Jaeger, Jean- neret, Jeanprêtre, Kohler, Kuhn, Lanz, Ledergerber, Leuen- berger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder, Mai- tre, Martin Paul-René, Matthey, Mauch Ursula, Meier-Glattfel- den, Meizoz, Meyer Theo, Neukomm, Paccolat, Perey, Petit- pierre, Philipona, Pidoux, Pitteloud, Rebeaud, Rechsteiner, Reimann Fritz, Rohrbasser, Ruffy, Savary-Vaud, Spielmann, Stappung, Stocker, Theubet, Ulrich, Vollmer, Weder-Basel, Zbinden Hans, Ziegler, Züger (83)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Je commencerai par un exemple: lorsqu'une émission suisse est diffusée par TV 5 Europe, un faible taux d'écoute de un pour cent signifie malgré tout que 300 000 téléspectateurs la regardent. Ces simples chiffres mettent en évidence l'impor- tance des médias électroniques pour l'image de la Suisse à l'étranger, les échanges culturels et le maintien du contact avec nos concitoyens à l'étranger. Les gouvernements étran- gers l'ont bien compris, qui financent très largement les inves- tissements et les frais de fonctionnement de leurs médias élec- troniques dans ce domaine.
La situation dans notre pays est bien différente. Si RSI (Radio Suisse Internationale) est subventionnée à 50 pour cent par la Confédération (ce qui est trop peu à mon avis), la télévision est la parente pauvre. La collaboration de la SSR avec TV 5 Eu- rope et TV 5 Canada, 3 SAT, Eins Plus, RAI SAT est du plus haut intérêt qualitatif et quantitatif (plusieurs centaines d'heu- res de programme). Les frais qui en résultent (plusieurs mil- lions) sont à sa charge essentielle, la Confédération ne versant qu'une faible participation de moins de 10 pour cent.
Dans les bouleversements politiques que connaît l'Europe à l'heure actuelle, la Suisse a tout intérêt à maintenir, voire à ren- forcer sa présence à l'étranger dans le cadre des médias élec- troniques, et à la rendre indépendante des difficultés financiè- res conjoncturelles de la SSR. De toute manière, de telles dé- penses relèvent de la politique étrangère culturelle et des affai- res économiques extérieures, et ne devraient pas être finan- cées par le biais de la taxe de concession Radio-TV, dont le rendement devrait être consacré uniquement à la production et à la diffusion d'émissions destinées au public résidant en Suisse.
Étant donné que le Parlement terminera l'examen de la loi sur la radio-télévision durant cette législature, le Conseil fédéral disposera bientôt d'une base légale claire pour une prise en charge financière de la radio et télédiffusion à l'intention de l'étranger.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. Februar 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 février 1991
Depuis un certain nombre d'années, la SSR collabore à des programmes de television d'audience internationale: TV 5, 3 SAT, Eins Plus, RAI SAT, CNN. Le style de collaboration varie de cas en cas, soit par des livraisons d'émissions, soit par une participation aux structures des diffuseurs. Dans ce dernier cas (TV 5 et 3 SAT), le Conseil fédéral a donné une autorisation formelle à la SSR conformément à l'article 2, 4e alinéa, de sa concession. Le Conseil fédéral est de l'avis que ces participa- tions de la SSR contribuent à la présence de la Suisse à l'étran- ger, tant sur un plan culturel que politique. Il estime que, pour les programmes de télévision, la formule de collaboration avec les grands radiodiffuseurs des pays voisins, choisie par la SSR, est la plus adéquate. En effet, il n'est pas possible pour des raisons de coûts d'envisager, comme pour la radio avec RSI, un programme international uniquement suisse. Dans le même ordre d'idée, une éventuelle participation à une chaîne culturelle européenne franco-allemande est d'ailleurs à l'étude.
Le prix de cette collaboration avec des radiodiffuseurs étran- gers a été de l'ordre de 6 millions de francs pour la SSR, soit moins de un pour cent de son budget total. Le Conseil fédéral
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Motion Schmidhalter Klassierung der Zufahrtsstrassen nach den grössten Kurorten im Oberwallis und der Nufenenstrasse als schweizerische Hauptstrassen Motion Schmidhalter Extension de réseau des routes principales
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Jahr
1991
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.955
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 22.03.1991 - 08:00
Date
Data
Seite
762-763
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20 019 762
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