Standesinitiative Genf
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88.201
Standesinitiative Genf Mutterschaftsversicherung Initiative du canton de Genève Assurance-maternité
Beschluss des Ständerates vom 14. Dezember 1989 Décision du Conseil des Etats du 14 décembre 1989 Kategorie I, Art. 68 GRN - Catégorie I, art. 68 RCN
Wortlaut der Initiative vom 29. Februar 1988 Der Bund wird eingeladen, unverzüglich einen von der Kran- kenversicherung unabhängigen Entwurf für die Mutterschafts- versicherung auszuarbeiten.
Texte de l'initiative du 29 février 1988
La Confédération est invitée à élaborer dans le plus bref délai un projet d'assurance maternité, indépendant de l'assu- rance-maladie.
Herr Allenspach unterbreitet im Namen der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht:
Der Ständerat hat als Erstrat die Standesinitiative des Kan- tons Genf am 14. Dezember 1989 behandelt. Seine Kommis- sion hatte vom Bundesrat einen Bericht zur Frage einer nicht durch Lohnprozente finanzierten Mutterschafts-Erwebsaus- fallversicherung verlangt. In diesem Bericht sind verschiedene Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt worden. Der Ständerat hat oppositionslos beschlossen, der Standesinitiative des Kan- tons Genf Folge zu geben, und ein Postulat überwiesen, in dem der Bundesrat eingeladen wird, zu prüfen und zu berich- ten, wie unverzüglich ein von der Krankenversicherung unab- hängiger Entwurf für eine Mutterschaftsversicherung ausgear- beitet werden kann. Der Bundesrat hat dem ständerätlichen Postulat nicht opponiert, aber Vorbehalte betreffend Ausge- staltung und zeitlichen Prioritäten angebracht.
Am 5. September 1990 zog die Kommission für soziale Si- cherheit die Standesinitiative in Beratung. Die Kommission stellte fest, dass die Fragen der Pflegeleistungen bei Mutter- schaft im Rahmen der Expertenkommission Krankenversiche rung behandelt werden. Die von der Standesinitiative des Kan- tons Genf verlangte Mutterschaftsversicherung dürfte sich demnach in erster Linie auf das Taggeld bei Mutterschaft be- ziehen. Die Kommission teilt mit dem Ständerat die Auffas- sung, dass eine Mutterschafts-Erwerbsausfallversicherung angestrebt werden soll.
Die Kommission wünscht, dass eine solche Versicherung bei Mutterschaft nicht mit einer Krankenversicherungsvorlage ver- koppelt werden sollte. Sie hat sich mit 17 zu 1 Stimme bei ei- ner Enthaltung eventualiter für eine von der Krankenversiche rung unabhängige Mutterschaftsversicherung ausgespro- chen.
Die Kommission für soziale Sicherheit betrachtet das Fehlen einer Mutterschaftstaggeld-Versicherung als eine empfindli- che Lücke im Netz der sozialen Sicherheit unseres Landes. Sie stimmt mit dem Ständerat in der Forderung überein, diese Lücke möglichst rasch zu schliessen. Die geplanten Revisio- nen anderer Sozialversicherungsgesetze, insbesondere Kran- kenversicherung und berufliche Vorsorge, sollten aber deswe- gen nicht verzögert werden.
M. Allenspach présente au nom de la commission le rapport écrit suivant:
salaire. Au vu des diverses propositions de solution du rap- port, le Conseil des Etats a décidé sans opposition de donner suite à l'initiative et transmis un postulat demandant au gou- vernement d'étudier la possibilité d'élaborer au plus vite un projet d'assurance-manternité indépendante de l'assurance- maladie. Le Conseil fédéral ne s'est pas opposé au postulat mais a néanmoins émis des réserves au sujet de la forme à donner au projet ainsi que concernant la fixation du calendrier. 2. La Commission de la sécurité sociale du Conseil national a examiné l'initiative le 5 septembre 1990 et observé que les prestations pour soins en cas de maternité ont fait l'objet d'un examen par la commission d'experts chargée d'étudier un projet de révision de l'assurance-maladie. Le projet d'assu- rance-maternité demandé par l'initiative genevoise devrait donc porter essentiellement sur l'indemnité journalière en cas de maternité. La Commission du Conseil national partage l'avis du Conseil des Etats selon lequel il convient de recher- cher une assurance combinée maternité et perte de gain.
La commission souhaite qu'une telle assurance-maternité ne soit pas associée à un projet de révision de l'assurance-mala- die. Elle s'est prononcée par 17 voix contre une avec une abs- tention en faveur d'une assurance-maternité indépendante de l'assurance-maladie.
La commission estime que l'absence d'une indemnité journa- lière en cas de maternité est une lacune importante dns le sys- tème de protection sociale de notre pays. Elle partage l'avis du Conseil des Etats sur la nécessité de combler cette lacune au plus vite. Les révisions projetées des autres lois concernant la sécurité sociale, notamment celles relatives à l'assurance- maladie et à la prévoyance professionnelle, ne devraient ce- pendant pas être retardées pour autant.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt einstimmig und ohne Enthaltun- gen, der Standesinitiative des Kantons Genf sei Folge zu geben und gleichlautend wie der Ständerat nachstehendes Postulat zu überweisen.
Proposition de la commission
La commission unanime et sans abstention propose de don- ner suite à l'initiative du canton de Genève et de transmettre le postulat ci-après, dont la teneur est identique à celle proposée par l'autre chambre.
Ad 88.201
Postulat der Kommission Mutterschaftsversicherung Postulat de la commission Assurance-maternité
Wortlaut des Postulates vom 5. September 1990
Der Bundesrat wird eingeladen, zu prüfen und zu berichten, wie unverzüglich ein von der Krankenversicherung unabhän- giger Entwurf für die Mutterschaftsversicherung ausgearbeitet werden kann.
Texte du postulat du 5 septembre 1990
Le Conseil fédéral est invité à examiner et à présenter un rap- port sur la question de savoir comment peut être mis au point dans le plus bref délai un projet d'assurance-maternité indé- pendante de l'assurance-maladie.
Allenspach, Berichterstatter: Der Kanton Genf will den Bun- desrat einladen, eine von der Krankenversicherung unabhän- gige Mutterschaftsversicherung vorzubereiten. Der Ständerat hat als Erstrat beschlossen, der Initiative Folge zu geben. Er
N 21 mars 1991
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Initiative du canton de Berne
hat den Bundesrat in einem Postulat aufgefordert, die Vorar- beiten dazu an die Hand zu nehmen. Die Kommission für sozi- ale Sicherheit hat sich einstimmig den Beschlüssen des Stän- derates angeschlossen und ersucht den Nationalrat, gleiches zu tun. Wir haben einen schriftlichen Bericht erstattet. Drei Be- merkungen sind aus der Sicht der Kommission hinzuzufügen: 1. Die Standesinitiative spricht ganz allgemein von Mutter- schaftsversicherung. Die Fragen der Pflegeleistung bei Mut- terschaft werden bis anhin dem Krankenversicherungssystem zugeordnet. Daran soll sich auch bei einer Revision der Kran- kenversicherung nichts ändern. Dies kommt im Expertenbe- richt der Kommission Schoch deutlich zum Ausdruck. Ge- mäss Auffassung des Ständerates und der nationalrätlichen Kommission umfasst deshalb der Auftrag der Standesinitiative nur die Prüfung einer Mutterschaftstaggeldversicherung.
Die Kommission ist der Auffassung, dass eine Mutter- schaftsversicherung im genannten Sinne unabhängig von der Revision der Krankenversicherung erfolgen soll. Wir sollten die Lehren aus der letztmaligen Verwerfung der Revision des Kranken- und Mutterschaftsversicherungsgesetzes durch das Volk ziehen und auf eine Koppelung beider Bereiche in einer einzigen Vorlage verzichten.
Die Kommission ersucht den Bundesrat, dieses Begehren in seine Legislaturplanung 1991-1994 einzubeziehen. Wir wis- sen, dass in der kommenden Legislaturperiode wesentliche Gesetzesrevisionen im Bereiche der sozialen Sicherheit ge- plant sind, insbesondere die Revision der Krankenversiche rung und des Bundesgesetzes über die zweite Säule. Wir möchten die bisherigen Prioritäten nicht in Frage stellen, glau- ben aber, dass die Erfüllung des heute vorliegenden Begeh- rens dennoch in der kommenden Legislaturperiode Platz ha- ben sollte. Es wird letztlich an diesem Rate liegen, bei der Erör- terung der Legislaturziele eine entsprechende Gewichtung vorzunehmen. Wir glauben, dass Bundesrat und Parlament handeln sollten. Dann sind weitere Motionen und Postulate, wie beispielsweise die zu Beginn dieser Session eingereichte Motion Segmüller, überflüssig.
Gestatten Sie mir noch eine Schlussbemerkung. Der Kanton Genf hat diese Standesinitiative am 29. Februar 1988 einge- reicht. Es hat mehr als drei Jahre gedauert, bis sich der Natio- nalrat nun dazu aussprechen kann. Die nationalrätliche Kom- mission hat diese Initiative am 5. September 1990 behandelt und gehofft, der Nationalrat werde sie in der Wintersession 1990 behandeln können. Das war leider nicht möglich. Wir er- suchen deshalb den Rat, nicht noch weiter Zeit zu verlieren, keine Differenzen zum Ständerat zu schaffen und den Anträ- gen der Kommission zuzustimmen.
Mme Déglise, rapporteur: En préambule, il faut se rappeler que l'article constitutionnel demandant que la Confédération institue, par voie législative, l'assurance-maternité a été voté par le peuple le 25 novembre 1945, il y a de cela 45 ans. L'initiative du canton de Genève demande à la Confédération d'élaborer dans le plus bref délai un projet d'assurance-mater- nité indépendant de l'assurance-maladie. Le Conseil des Etats a déjà traité cet objet et a décidé de donner suite à l'initia- tive. Il a transmis au Conseil fédéral un postulat allant dans ce sens. La commission du Conseil national a décidé à l'unani- mité de suivre la décision du Conseil des Etats. Elle vous fait part, en outre, des remarques suivantes.
La commission constate que les prestations pour les soins en cas de maternité sont réglées par l'assurance-maladie. Cet état de fait sera maintenu, conformément au rapport de la Commission Schoch. Il s'agit donc de mettre sur pied une as- surance-maternité traitant de la perte de gain. La commission s'est prononcée à l'unanimité en faveur d'une assurance- maternité indépendante de l'assurance-maladie. Elle insiste pour que cet objet figure au programme de la prochaine légi- slature. Même si cette dernière sera chargée par d'autres ob- jets dans le domaine de la sécurité sociale - notamment la loi sur l'assurance-maladie, la revision de la LPP - nous pensons que la loi sur l'assurance-maternité doit aussi y figurer, d'au- tant plus que nous devrons, là aussi, nous rapprocher de la lé- gislation européenne - et le moins que l'on puisse dire c'est que dans ce domaine nous ne sommes pas en avance!
Nous demandons donc au Conseil national de ne pas créer de divergence avec le Conseil des Etats et d'adopter le postulat de la commission en réponse à l'initiative du canton de Ge- nève.
Präsident: Die Kommission beantragt Ihnen, der Initiative Folge zu geben und das Postulat zu überweisen.
Angenommen - Adopté
88.204
Standesinitiative Bern Einführung von zwölf autofreien Sonntagen pro Jahr Initiative du canton de Berne Introduction de douze dimanches sans voitures
Beschluss des Ständerates vom 29. November 1988 Décision du Conseil des Etats du 29 novembre 1988 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Wortlaut der Initiative vom 12. Juli 1988 Der Bund wird eingeladen, baldmöglichst zwölf autofreie Sonntage pro Jahr einzuführen.
Texte de l'initiative du 12 juillet 1988 La Confédération est invitée à introduire le plus rapidement possible douze dimanches sans voitures par an.
88.205
Standesinitiative Bern Einführung eines autofreien Bettages Initiative du canton de Berne Introduction du Jeûne fédéral sans voitures
Beschluss des Ständerates vom 29. November 1988 Décision du Conseil des Etats du 29 novembre 1988 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Wortlaut der Initiative vom 12. Juli 1988 Der Bund wird eingeladen, als Zeichen des Umdenkens den eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag zu einem auto- freien Tag zu erklären.
Texte de l'initiative du 12 juillet 1988 La Confédération est invitée à décréter le Jeûne fédéral jour sans voitures pour inciter la population à repenser ses habitu- des.
Herr Meizoz unterbreitet im Namen der Kommission den fol- genden schriftlichen Bericht:
Der Grosse Rat des Kantons Bern hat am 12. Mai 1987 auf- grund von Motionen beschlossen, zwei Standesinitiativen ein- zureichen.
Der Regierungsrat des Kantons Bern befürwortete die Initiati- ven.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Standesinitiative Genf Mutterschaftsversicherung Initiative du canton de Genève Assurance-maternité
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1991
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
88.201
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
21.03.1991 - 15:00
Date
Data
Seite
715-716
Page
Pagina
Ref. No
20 019 739
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