Parliamentary discussion on foreign traffic fines and truck side guards

20019669Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)11.03.1991Not Examined

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

In a National Council discussion, Scherrer criticized the practical impossibility for Swiss coach drivers to contest foreign traffic fines and asked that the issue be raised with the Italian authorities. Blocher supported the concern. Federal Councillor Koller replied that legal remedies formally exist, though they are cumbersome, and undertook to have the matter raised by Minister Ogi. In the same sitting, the written Federal Council response to Motion Ziegler on side underrun protection for trucks explained that a trial was underway and that technical requirements and vehicle categories would later be set by ordinance; the motion could not be accepted in its present form.

Omnilex-Regeste

Art. 8 SVG; side underrun protection for heavy vehicles; foreign traffic fines and practical access to remedies: a parliamentary response may acknowledge the formal availability of legal recourse while emphasizing its practical difficulty. A motion seeking mandatory equipment for trucks cannot be accepted as drafted where the competent authority has already initiated technical testing and intends to implement the measure through subsequent ordinance-making after defining the applicable technical standards and vehicle categories (consid. written response).

Gesamter Gesetzestext

N 11 mars 1991

384

Motion Ziegler

89.756 Interpellation Scherrer Bestrafung schweizerischer Carchauffeure im Ausland Chauffeurs de cars condamnés à l'étranger

Siehe Jahrgang 1990, Seite 746 - Voir année 1990, page 746

Diskussion - Discussion

Scherrer: Auf meine Interpellation hat der Bundesrat perfekt geantwortet, das muss ich zugeben. Vom juristischen Stand- punkt aus ist nichts dagegen einzuwenden. Nur, Sie schrei- ben hier, der Carführer, der in Italien - meistens ist es Italien, mitunter auch Frankreich - gebüsst wird, weil er in der Schweiz mit den zulässigen 100 km/h gefahren ist - in Italien und Frankreich gelten nur 90 km/h -, könne sich auf den Rechtsweg begeben. Herr Bundesrat, wie stellen Sie sich das vor? Ein Carchauffeur fährt in Italien, z. B. in der Gegend von Mailand, das Fahrzeug ist mit Fahrgästen besetzt. Jetzt wird er angehalten, er muss die Tachoscheibe öffnen, das dauert schon 5 bis 10 Minuten, das gibt eine Verspätung; die ist nicht tragisch. Aber jetzt büsst ihn die italienische Polizei, weil auf der Tachoscheibe 100 km/h aufgezeichnet sind, die er viel- leicht im Raum Zürich oder Luzern gefahren ist. Diese 100 km/h sind in der Schweiz erlaubt. Er erklärt das dem Polizi- sten, und dieser sagt: Interessiert mich nicht, in Italien sind 90 km/h die Höchstgeschwindigkeit, du bezahlst jetzt die Busse, oder du fährst nicht weiter.

Ja, wie soll sich dieser Carchauffeur jetzt auf den Rechtsweg begeben? Er bezahlt die Busse, knirscht mit den Zähnen, der Arbeitgeber ersetzt ihm das Geld, das ist auch nicht das Pro- blem. Aber ein Rechtsweg kann doch da nicht beschritten wer- den! Ich kenne die Fälle - ich habe selbst in einem Carunter- nehmen gearbeitet -, wenn die Chauffeure mit den Bussen nach Hause kommen; sie können doch nichts unternehmen. Die Busse bezahlen sie einfach, weil sie, wenn sie den Rechts- weg beschreiten und in Italien Rekurs machen, ohnehin keine Chance haben. Bezahlt der Chauffeur die Busse nicht, dann kann er einfach nicht weiterfahren.

Ich möchte Sie also schon bitten, Herr Bundesrat, beim näch- sten Treffen mit dem Verkehrsminister in Italien diesen Punkt einmal anzusprechen oder zu intervenieren, damit solche Missbräuche des ausländischen Rechts zuungunsten unserer Carchauffeure vermieden werden. Ich wäre Ihnen dafür sehr dankbar.

Blocher: Ich möchte Herrn Scherrer unterstützen und Herrn Bundesrat Koller bitten, dieses Problem bei den betreffenden ausländischen Staaten zur Sprache zu bringen. Es ist doch ei- genartig, dass jemand aufgrund eines Kilometeranzeigers be- straft wird, für Dinge also, die in einem anderen Land getan wurden und dort ein richtiges Verhalten darstellen. Natürlich kann man den Rechtsweg beschreiten. Aber es ist für einen Carchauffeur oder für einen Lastwagenfahrer keine einfache Sache, wegen einer Busse in Frankreich oder in Italien den Rechtsweg zu beschreiten. Erstens kostet es sehr viel, zwei- tens weiss er sich auch nicht recht zu helfen und weiss nicht, wie man dies macht. Ich halte das Ganze für der europäischen Rechtstradition unwürdig.

Bundesrat Koller: Mit dem Rechtsstaat Italien habe ich eine persönliche Erfahrung gemacht; er arbeitet oft leider sehr langsam, aber oft arbeitet er doch: Vor sehr vielen Jahren wurde ich in Italien selber das Opfer eines Verkehrsunfalls, und zu meinem grossen Erstaunen wurde mir die Rechnung nach zwei Jahren dann doch noch bezahlt. Aber ich will gerne

meinem Kollegen Ogi einmal mitteilen, dass er den Verkehrs- minister auf diesem Wege auf diese Probleme aufmerksam macht.

89.796

Motion Ziegler Unfälle durch Lastwagen Accidents provoqués par des camions

Wortlaut der Motion vom 14. Dezember 1989

Der Bundesrat wird beauftragt, mit einer Verordnung oder mit einer Aenderung des Strassenverkehrsgesetzes einen seitli- chen Unterfahrschutz für die Lastwagen, die auf Schweizer Strassen verkehren, vorzuschreiben. Die Erfahrungen des Auslandes haben gezeigt, dass solche Vorrichtungen das Le- ben von Verkehrsteilnehmern auf Zweiradfahrzeugen, die mit Lastwagen kollidieren, schützen können.

Texte de la motion du 14 décembre 1989

Le Conseil fédéral est invité à obliger les camions circulant sur les routes suisses (par voie d'ordonnance ou par une révision partielle de la loi fédérale sur la circulation routière) à fixer deux barres latérales qui - selon toutes les expériences connues à l'étranger - peuvent préserver la vie des victimes de véhicules à deux roues impliqués dans une collision.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Des centaines de personnes meurent tous les ans sur les rou- tes suisses. Beaucoup d'entre elles sont les usagers de véhi- cules à deux roues écrasés par des camions. Des expériences étrangères le prouvent: en posant deux barres latérales sur les camions, on permettrait la réduction du nombre des victimes et une baisse de la gravité des blessures.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 21. Februar 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 21 février 1990

Le Conseil fédéral n'ignore pas ce problème. Le 13 avril 1989, la CE a en effet établi une directive concernant les dispositifs latéraux de protection pour les voitures automobiles lourdes et leurs remorques. Cette directive n'est toutefois pas applicable à certaines catégories de véhicules, tels que les tracteurs à sel- lette et les remorques servant au transport de longs matériaux ainsi qu'aux véhicules utilisés à des fins spéciales, sur les- quels il est impossible de monter de tels dispositifs de protec- tion, pour des raisons pratiques.

Financé par le Fonds de sécurité routière et organisé avec la collaboration de l'industrie suisse des transports routiers, un essai pratique est actuellement en cours. Il vise notamment à déterminer, pour diverses catégories de véhicules, non seule- ment les effets de protection que peuvent avoir des dispositifs de ce genre, mais également leurs conséquences sur la ma- niabilité, la projection d'embruns en cas de pluie ou de neige et les émissions de bruit. Au terme de cet essai, qui durera pro- bablement jusqu'à fin 1990, le Conseil fédéral fixera les exigen- ces techniques auxquelles les dispositifs latéraux de protec- tion doivent répondre et désignera les genres de véhicules qui doivent en être équipés. A cet effet, il sera nécessaire de modi- fier l'ordonnance sur la construction et l'équipement des véhi- cules routiers (RS 741.41).

Pour des motifs juridiques, la motion ne peut être acceptée en tant que telle. En effet, selon l'article 8 de la loi fédérale du 19 décembre 1958 sur la circulation routière (RS 741.01), la

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Scherrer Bestrafung schweizerischer Carchauffeure im Ausland Interpellation Scherrer Chauffeurs de cars condamnés à l'étranger

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1991

Année

Anno

Band

II

Volume

Volume

Session

Frühjahrssession

Session

Session de printemps

Sessione

Sessione primaverile

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 89.756

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 11.03.1991 - 14:30

Date

Data

Seite

384-384

Page

Pagina

Ref. No

20 019 669

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Schlagwörter

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Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether foreign traffic fines imposed on Swiss coach drivers for conduct lawful in Switzerland should be addressed diplomatically or through legal remedies abroad.

Extrahierter Entscheid

The Federal Council stated that legal recourse abroad is formally possible, but promised to raise the practical problem with the competent foreign transport minister.

Extrahierte Begründung

It acknowledged that the foreign legal systems may be slow and difficult to navigate, but did not dispute the formal availability of remedies.

Kernrechtsfrage

Whether trucks circulating on Swiss roads should be required to have side underrun protection by ordinance or statutory amendment.

Extrahierter Entscheid

The Federal Council indicated that the motion could not be accepted as drafted for legal reasons, while explaining that technical studies and a future amendment of the vehicle construction ordinance were envisaged.

Extrahierte Begründung

A practical trial was underway and, after its completion, technical requirements and vehicle categories would be defined; the proposal therefore needed regulatory follow-up rather than acceptance in its current form.

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