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Fragestunde
Sechste Sitzung - Sixième séance
Montag, 11. März 1991, Nachmittag Lundi 11 mars 1991, après-midi
14.30 h
Vorsitz - Présidence: Herr Bremi
Nachruf - Eloge funèbre
Präsident: Am vergangenen Freitag ist Ständeratspräsident Max Affolter von seinem schweren Leiden erlöst worden. Ob- wohl wir darauf vorbereitet sein mussten, sind wir erschüttert. Wir alle hätten es Max Affolter gegönnt, wenn er das Amt des Ständeratspräsidenten, auf das er sich so intensiv vorbereitet hatte, seinen Vorstellungen entsprechend hätte zu Ende füh- ren können.
Max Affolter, geboren am 30. Dezember 1923, Bürger von Ol- ten und Gerlafingen, war - um die «Solothurner Zeitung» zu zi- tieren - «kein stiller Beobachter der Politszene». Er war ein ei- gentlicher homo politicus, der sein Leben schon früh auf eine politische Karriere ausrichtete. Nach dem Studium der Rechte an den Universitäten Zürich, Paris und Michigan und nach der Eröffnung eines eigenen Anwaltsbüros stieg er in die kanto- nale Politik ein. 1961 wurde der Oltener Freisinnige in den so- lothurnischen Kantonsrat gewählt, dem er während 15 Jahren angehörte. Als Präsident der freisinnigen Kantonsratsfraktion und 1976 als Präsident des Kantonsrates prägte er die kanto- nale Politik entscheidend mit. Dabei setzte er sich unbeirrbar auch dann für liberale Anliegen ein, wenn diese auf Kosten sei- ner Beliebtheit oder des sicheren Wahlglücks gingen. Dieser unabhängige Kämpfer war denn auch wie geschaffen für den Ständerat, in den er im Herbst 1979 als Nachfolger von Herrn Ständeratspräsident Ulrich Luder gewählt wurde.
Im Ständerat gewann Max Affolter rasch an Achtung, Einfluss und Anerkennung. Dank seiner profunden juristischen Kennt- nisse war seine Mitarbeit bei wichtigen Gesetzesvorlagen - wie beispielsweise Strafgesetzbuchrevision, Persönlichkeits- schutz, Mieter- und Kündigungsschutz und Kartellrecht - prä- gend. Er setzte sich immer wieder für eine verständliche Ge- setzessprache ein. Besonders hervorzuheben ist sein Einsatz für das Konsumkreditgesetz, dessen vorberatende Kommis- sion er präsidierte. Aber nicht nur rechtliche Fragen gehörten zu seinen bevorzugten Politikbereichen. In der Aussenpolitik befasste er sich vor allem mit deren Grundsätzen und mit der Entwicklungshilfe. Er setzte sich stets für die Stärkung der Rolle des Parlamentes in der Aussenpolitik ein. Präsent und engagiert war Max Affolter auch in der Verkehrspolitik und in Fragen des Parlamentsrechts und -verfahrens sowie in der Re- organisation der Parlamentsdienste.
Zu seinen Steckenpferden gehörte schliesslich die Oberauf- sicht über Regierung und Verwaltung. Wenn es darum ging, Missstände, allzu grossen Perfektionismus oder unklare Kom- petenzregelungen zu bekämpfen, war er nicht nur ein kriti- scher, sondern auch ein beharrlicher Ständerat. Ein klassi- sches Beispiel für die Affoltersche Hartnäckigkeit war sein er- folgreicher Kampf für Reformen im Bereich der Alkoholverwal- tung und Alkoholaufsicht oder in der Frage des Ausgleichs der kalten Progression.
Max Affolter gehörte während seiner Tätigkeit im Ständerat über hundert Ad-hoc-Kommissionen und fast allen ständigen Kommissionen an. Einigen ständigen Kommissionen, wie z. B. der Kommission für auswärtige Angelegenheiten oder· der Petitions- und Gewährleistungskommission, stand er als Präsident vor. Bedacht auf das Ansehen der politischen Insti- tutionen im allgemeinen und des Parlamentes im besondern, setzte er sich für deren Präsenz und Stärkung im Rahmen der verfassungsmässigen Ordnung ein. Es ist denn auch sein Ver- dienst, dass das Parlament in diesem Jubiläumsjahr stark in Erscheinung tritt. Dem Jubiläumsjahr hat Max Affolter viel Be-
deutung beigemessen. In seiner Antrittsrede als Ständerats- präsident hat er dazu aufgerufen, das Jubiläumsjahr «- über das Nachdenken und die Suche nach nationaler Identität hin- aus - zu einer Wegmarke unserer gesamten Staatspolitik und der Pragmatismus-Abkehr» werden zu lassen.
Max Affolter, nach seiner eigenen Aussage kein «Sowohl-als- auch-Politiker», war sich nicht nur der Möglichkeiten, sondern auch der Grenzen der Politik bewusst. Wenn er etwa gegen den Uno-Beitritt stimmte, so tat er dies, weil er davon über- zeugt war, dass das Vorhaben im Volk nicht abgestützt war. Wer Max Affolter näher kannte, wusste, dass hinter der oft rau- hen Schale ein liebenswürdiger, phantasievoller und kollegia- ler Mensch steckte, der die ihm übertragenen Aufgaben mit grosser Lust und Schaffenskraft anging.
Wir verlieren mit Max Affolter einen liberalen Grundsatzpoliti- ker, der auf die persönliche Verantwortung, die Toleranz, das Gespräch und die Lernfähigkeit des Menschen und Bürgers vertraut hat. Wir danken ihm für seine grossen Verdienste und den fast unbeschränkten Einsatz für die öffentliche Sache. Wir versichern seine Gattin, seine Familie und seine Freunde un- seres aufrichtigen Beileids und unserer Anteilnahme.
Ich bitte die Ratsmitglieder und die Besucher auf den Tribü- nen, sich zum Gedenken an den verstorbenen Ständeratsprä- sidenten von den Sitzen zu erheben.
Der Rat erhebt sich zu Ehren des Verstorbenen von den Sitzen L'assistance se lève pour honorer la mémoire du défunt
Fragestunde - Heure des questions
Question 1: Longet. Oekologische Katastrophe am Persischen Golf Catastrophe écologique dans le Golfe
En 1989, notre pays ratifiait la Convention de l'ONU sur la guerre de l'environnement, «Convention sur l'interdiction d'utiliser des techniques de modification de l'environnement à des fins mili- taires ou toutes autres fins hostiles» (RS 0.515.06), dans l'indif- férence générale.
C'est au cours de la guerre du Golfe que fut utilisée pour la pre- mière fois l'«arme écologique»: pollution intentionnelle de la mer, incendie des puits de pétrole, etc., avec les conséquen- ces que l'on sait, sans que cette convention ait eu, apparem- ment, le moindre effet.
Le Conseil fédéral est-il disposé à prendre des initiatives visant à bannir tout usage de l'arme écologique, par exemple en pro- posant l'idée, sur le modèle des Conventions de Genève, d'en- gagements de droit international assortis de moyens de contrôle et d'intervention adéquats?
M. Felber, conseiller fédéral: La Suisse a ratifié en 1988 la convention sur l'interdiction d'utiliser des techniques de modi- fication de l'environnement à des fins militaires ou à toutes au- tres fins hostiles, dite convention sur la guerre de l'environne- ment.
Ces dispositions visent à bannir l'emploi de ce que l'interve- nant appelle l'arme écologique et prévoient la mise sur pied de moyens de consultation et de coopération entre Etats afin d'éviter que de telles armes soient utilisées. Aux termes de ces dispositions, il est notamment stipulé que les Etats parties à la convention s'engagent à coopérer à toute enquête que le Conseil de sécurité des Nations Unies pourrait entreprendre et à venir en aide à tout Etat partie qui en fait la demande.
Dans le cas de la guerre du Golfe, la convention en question aurait pu s'appliquer. Néanmoins, parmi les quatre Etats les plus directement touchés par la pollution, l'Arabie Saoudite n'est pas partie à la convention, l'Iran et l'Irak ne l'ont que si- gnée mais non ratifiée, et le Koweit l'a ratifiée avec des réser- ves de caractère politique.
21-N
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Nachruf
Eloge funèbre
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II
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Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
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Nationalrat
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Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
06
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Seduta
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Datum
11.03.1991 - 14:30
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