Women’s Session 1991 report on political equality

20019564Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)07.02.1991Other

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

At the Women’s Session of 7 February 1991, under the presidency of Elisabeth Blunschy-Steiner, Monika Stocker presented the written report of the working group ‘Frauensession 91’. The report reviewed the history of women’s suffrage and equality in Switzerland, explained why a women’s session was organized in the context of the 700-year anniversary celebrations, and set out its symbolic objectives: thanking pioneers, demonstrating the breadth of women’s networks, and giving new impetus to political engagement. No judicial relief or binding decision was rendered.

Omnilex-Regeste

Women’s parliamentary session as symbolic political forum; the report situates the session in the anniversary context of women’s suffrage and equal rights and describes its function as a public act of recognition, networking, and mobilization rather than as a binding legislative measure. The session serves to document formal equality and to reinforce the connection between parliamentary work and wider women’s movements; consid. 2–3.

Gesamter Gesetzestext

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

Frauensession - Session des femmes

1991 7. und 8. Februar - Nationalratssaal 7 et 8 février - Salle du Conseil national

Erste Sitzung - Première séance

Donnerstag, 7. Februar 1991 Jeudi 7 février 1991

15.00 h

Vorsitz - Présidence: Frau Elisabeth Blunschy-Steiner

Frau Monika Stocker unterbreitet im Namen der Arbeits- gruppe «Frauensession 91» den folgenden schriftlichen Be- richt:

  1. Die Geschichte

Am 7. Februar 1971 wurde, nach einem gescheiterten Versuch im Jahre 1959, das Frauenstimm- und -wahlrecht von Volk und Ständen angenommen. Ein jahrzehntelanger Kampf um die politischen Rechte der Schweizer Frauen fand damit einen vorläufigen Abschluss. Nach den eidgenössischen Wahlen vom Oktober 1971 zogen die ersten 11 Frauen ins eidgenössi- sche Parlament ein.

Der Kampf um die rechtliche Gleichstellung in allen Belangen wurde 1975 mit der Lancierung der Initiative für gleiche Rechte aufgenommen und fand mit der Abstimmung vom 14. Juni 1981, also gut 10 Jahre später, seinen ebenfalls vorläufigen Ab- schluss.

Das Rechtsetzungsprogramm des Bundesrates vom 26. Fe- bruar 1986 wurde von beiden Kammern mit grossmehrheitli- cher Zustimmung verabschiedet.

Was sich hier als Aufzählung markanter Daten präsentiert, war im realen gesellschaftspolitischen Alltag eine Schwerarbeit. Frauen aus allen Schichten, aus Parteien, Gruppierungen, Verbänden sowie auch Einzelkämpferinnen, arbeiteten über Jahre hinweg in vielen harten Arbeitsstunden an Tagungen, auf Kongressen, mit Strassenaktionen usw. für ihre selbstver- ständlichen Ziele. Es war ja nicht nur die - meist unentgeltliche - Arbeit, die ihre Kräfte forderte und oft bis zur Erschöpfung verbrauchte; es waren vor allem auch die gesellschaftspoliti- ·schen Herausforderungen, die provozierten. Frauen, die selb- ständig und selbstbewusst ihre Rechte reklamieren und damit öffentlich werden, sehen sich verschiedensten Diffamierun- gen in Männer- und Frauenkreisen ausgesetzt, wie sie auf Ab- stimmungsplakaten jener Jahre, in Zeitungsartikeln und heute noch in Gesprächen auftauchen: öffentliche Frauen sind un- seriös, Emanzen, Männerfeindinnen, schlechte Mütter und wie die Klischees auch sein mögen. Mit Hartnäckigkeit und Unbeirrbarkeit verfolgten die Frauen ihr Ziel.

  1. Und 1991?

Wenn sich die Schweiz anschickt, ihren 700jährigen Geburts-

tag zu feiern, so ist der Zeitpunkt gekommen, die beiden «Frauendaten» (7. Februar 1971 und 14. Juni 1981), also ein 20- und ein 10jähriges Jubiläum, daneben zu stellen und über den inneren und äusseren Zusammenhang von 700 - 20 - 10 nachzudenken. Der innere Wirkungszusammenhang dieser drei Zahlen scheint uns wichtig genug, um öffentlich darüber zu diskutieren.

2.1 Von der Idee zum Konzept

In der parlamentarischen Arbeitsgruppe für die 700-Jahr-Feier des Parlamentes brachte die Berichterstatterin die Idee ein, eine Frauensession zum Anlass des 20jährigen Bestehens des Stimm- und Wahlrechts der Frauen zu veranstalten. Der Vorschlag wurde akzeptiert. Eine interfraktionell zusammen- gesetzte Frauenarbeitsgruppe (jede Fraktion, in der Frauen vertreten sind, delegierte eine Frau) machte sich an die Arbeit, die Idee zu konkretisieren.

Es war uns Frauen schnell klar, dass eine Frauensession ein Mittel sein könnte, um die politische Gleichstellung formell zu dokumentieren, aber auch die Forderungen über die Parla- mentsarbeit hinaus wieder einmal in alle Frauenbeziehungs- netze hineinzutragen.

Das Programm einer eineinhalbtägigen Frauensession soll aber auch unser Selbstverständnis gegenüber einer breiten Bewegung von Frauen in den Nachbarländern und weltweit zeigen. Die Session soll festlich werden, nachdenklich und vorausblickend stimmen. So wurde aus der Idee ein Pro- gramm geboren.

  1. Ziele

Eine Frauensession verändert nicht die Welt. Sie kann aber eine symbolische Dokumentation von drei wichtigen Anliegen sein:

3.1 Dank

Wir möchten den Frauen der Stimmrechtsbewegung, den par- lamentarischen Pionierinnen, auf allen Ebenen danken für ih- ren Durchhaltewillen.

3.2 Demonstration

'Es gibt ein Frauenbeziehungsnetz in der Schweiz und über die Landesgrenzen hinaus. Es ist nicht die noch zu geringe Zahl der Parlamentarierinnen allein, die die Frauenpolitik in der Schweiz vertreten, sondern es besteht ein vielfältiges, viel- schichtiges Netz von Frauen in Verbänden, Gruppen, sozialen Bewegungen, thematischen Arbeitsgruppen, Gewerkschaf- ten, von Kulturschaffenden, Kirchenmitarbeiterinnen usw. Die Vielfalt zeigt sich auch in der Parteipolitik, altersmässig, im Ar- beitsstil - sie stellt gerade dadurch einen Reichtum dar. Wir möchten dazu beitragen, diese Beziehungen zu festigen und auszubauen.

3.3 Impuls

Wir laden alle Frauen ein, ob organisiert oder nicht, ob alt oder jung, sich 1991 auf ihre Geschichte, ihre aktuelle Situation und ihre Zukunftsvisionen zu besinnen. Es ist unser Wunsch, dass vom Impuls der Frauensession her landauf, landab sich

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Titelblatt

Frontispice Frontispizio

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1991

Année

Anno

Band

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Session

Frauensession

Session

Session des femmes

Sessione

Sessione delle donne

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

00

Séance

Seduta

Geschäftsnummer


Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum

07.02.1991

Date

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Seite

1-1

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Ref. No

20 019 564

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Schlagwörter

women's rightspolitical equalityparliamentary sessionsymbolic actwomen's movement

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Presentation of the Women’s Session report and its political aims

Extrahierter Entscheid

The report presented the historical background, the rationale for a Women’s Session, and its symbolic goals of gratitude, demonstration, and impetus.

Extrahierte Begründung

The session was linked to the 20th anniversary of women’s suffrage and the 10th anniversary of equal rights, and was intended to document equality and strengthen women’s networks.

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