881
Auslieferungsvertrag mit den Philippinen
a. . Datenbearbeitung, die Verfahrensrechte der betroffenen Personen und die Zusammenarbeit ....
Art. 363bis (nouveau)
Proposition de la commission Al. 1-3 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Al. 4
a. . .. , les droits de procédure des personnes concernées ...
Angenommen - Adopté
Danioth, Berichterstatter: Darf ich beim letzten Mal, wo es um die Aenderung geht, auch die Begründung für die vorange- gangenen Aenderungen der Kommission kurz anfügen, damit das auch im Protokoll unseres Rates verankert ist?
Wir wollen zwar keine materielle Aenderung, sondern festhal- ten, dass der Bundesrat in der Verordnung nicht über die Rechte der betroffenen Personen befinden kann. Die Daten- schutzrechte sind Sache des Gesetzes. Der Bundesrat erhält die Kompetenz, die Verfahrensrechte in den einzelnen Phasen festzulegen. Es geht hier um die formellen Rechte in einem Verfahren und nicht um die materiellen Rechtsgrundsätze, an die der Bundesrat auch in der Verordnung gebunden ist. Darum hat die Kommission Wert auf diese Aenderungen ge- legt, die übrigens vom Bundesrat akzeptiert wurden.
Ziff. II
Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. II Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Gesetzentwurfes 28 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Nationalrat - Au Conseil national
90.049
Auslieferungsvertrag mit den Philippinen Traité d'extradition avec les Philippines
Botschaft und Beschlussentwurf vom 15. August 1990 (BBI III, 321) Message et projet d'arrêté du 15 août 1990 (FF III, 305)
Herr Masoni unterbreitet im Namen der Kommission für aus- wärtige Angelegenheiten den folgenden schriftlichen Bericht:
Der Auslieferungsvertrag zwischen der Schweiz und der Re- publik der Philippinen lehnt sich an den von der Schweiz und Australien am 29. Juli 1988 unterzeichneten Auslieferungsver- trag an, den die eidgenössischen Räte am 14. März 1990 ge- nehmigt haben und dem der zwischen den Philippinen und Australien am 7. März 1988 abgeschlossene Auslieferungs- vertrag als Vorlage diente. Dennoch gibt es kleinere Abwei- chungen in einigen Punkten, namentlich in bezug auf die Aus- lieferung wegen politischer Vergehen und die Auslieferung Angehöriger des ersuchten Staates.
Das schweizerische Recht schliesst die Auslieferung wegen strafbaren Handlungen, die politischer, militärischer oder steuerlicher Natur sind, aus: Die Natur dieser Handlungen wird ausschliesslich nach unserem Gesetz bestimmt. Der Ver- trag ändert nichts Grundsätzliches an dieser Bestimmung. Wird die politische Natur der strafbaren Handlung zugegeben, nimmt das schweizerische Recht diese von der Rechtshilfe und von der Auslieferung aus.
In der Botschaft wird erklärt, warum - entgegen diesem Grundsatz und unserer Tradition - in Artikel 3 Absatz 1 Buch- stabe a des Vertrages die Möglichkeit vorgesehen ist, den An- griff oder den versuchten Angriff auf das Leben eines Staats- oberhauptes oder Regierungschefs oder eines Familienmit- gliedes desselben nicht als politisch strafbare Handlung anzu- sehen. Diese Kann-Vorschrift erlaubt es den Schweizer Behör- den, bis hin zum Bundesgericht, die politische Natur der fragli- chen Handlung zu bestimmen und zugleich die besonderen Anliegen der philippinischen Behörden zu überprüfen. Die Vertreter der Philippinen sind in den Verhandlungen von den Schweizer Behörden darauf aufmerksam gemacht worden, dass es trotz des für diesen Artikel vorgesehenen Textes im freien Ermessen der Schweizer Behörden bleibt, die Ausliefe- rung mit Rücksicht auf die Grundsätze unseres Bundesrechts zu verweigern. Somit wird die politische, militärische oder steuerliche Natur einer strafbaren Handlung weiterhin aus- schliesslich nach dem im ersuchten Staat geltenden Recht be- stimmt und hat aufgrund des schweizerischen Rechts und des genannten Vertrages Ausnahmen betreffend die Auslieferung zur Folge.
Eine analoge Situation liegt vor in bezug auf die in Artikel 3 Ab- satz 2 Buchstabe b des Vertrages als Kann-Vorschrift formu- lierte Möglichkeit zur Bewilligung der Auslieferung von Ange- hörigen des ersuchten Staates. Der Wortlaut dieses Artikels ist aber so, dass die Auslieferung verweigert werden kann, wenn die Person, um deren Auslieferung ersucht wird, die Staatsan- gehörigkeit des ersuchten Staates besitzt. Wir haben formell die Zusicherung erhalten, dass dieser Grundsatz unseres Rechts in den Verhandlungen klar festgehalten worden ist und dass die philippinischen Behörden dessen Anwendung nach diesem Artikel anerkennen. Mit anderen Worten ist die Auslie- ferung unserer Mitbürger gegen ihren Willen nicht möglich, in- dem Artikel 7 unseres Rechtshilfegesetzes (IRSG), wonach kein Schweizer Bürger ohne seine schriftliche Zustimmung ausgeliefert werden kann, zur Anwendung kommt.
Da internationale Verträge vom nationalen Recht abweichen, ist es selbstverständlich, dass Vorbehalte, die angebracht wer- den sollen, klar und ausführlich zu sein haben. Aus diesem Grund, und auch um - wie es früher manchmal der Fall war - eine zu starke Einengung zu vermeiden, wenn es um die Be- stimmung einer möglichen Anwendung der Kann-Vorschrift geht, ist hier die Tragweite der zwei Artikel hervorzuheben, die der Schweiz wirklich ihren vollen Ermessensspielraum und die Möglichkeit gewähren wollen, die Rechtshilfe und die Ausliefe- rung zu verweigern.
Eine weitere Zusicherung ist uns in bezug auf einen weiteren Punkt gegeben worden. Artikel 2 Absatz 1 des Vertrages sieht vor: «Auslieferungsfähige strafbare Handlungen im Sinne die- ses Vertrages sind solche, die nach dem Recht beider Ver- tragsparteien mit einer Freiheitsstrafe oder die Freiheit be- schränkenden Massnahmen im Höchstmass von mindestens einem (1) Jahr oder mit einer schwereren Strafe bedroht sind.» Wenn es so ist, dass nach dem Recht beider Staaten die straf- bare Handlung unter zwei verschiedenen Bezeichnungen in Betracht gezogen werden kann, scheint es uns auch klar zu sein - man hat uns in diesem Punkt die Zusicherung gegeben -, dass die Bestimmung des objektiven und des subjektiven Tatbestandes im Gesetz beider Staaten die gleiche sein muss. Sind gemäss dem Auslieferungsgesuch und der Beschrei- bung der Tatbestände die Hauptelemente der strafbaren Handlung nicht die gleichen, kann die Auslieferung nicht be- willigt werden.
Die Bestimmungen des Auslieferungsvertrages sind nicht auf den Fall Marcos anwendbar, auch wenn die Zusammenarbeit, zu der er geführt hat, den Abschluss des Vertrages vorange- trieben hat.
Garantie contre les risques à l'exportation
882
E
27 novembre 1990
M. Masoni soumet au nom de la Commission des affaires étrangères le rapport écrit suivant:
Le traité d'extradition entre la Confédération suisse et la Répu- blique des Philippines reprend comme modèle le traité d'extradition conclu entre la Suisse et l'Australie signé le 29 juillet 1988 - approuvé par les Chambres fédérales le 14 mars 1990 - qui a été à la base de celui passé entre les Phi- lippines et l'Australie le 7 mars 1988.
Toutefois, des dérogations mineures apparaissent sur les points suivants, notamment en ce qui concerne l'extradition pour des infractions à caractère politique et l'extradition des ressortissants de l'Etat requis.
Le droit suisse exclut de l'extradition les infractions à caractère politique, militaire ou fiscal: ce caractère se détermine exclusi- vement d'après notre droit. Le traité ne modifie pas substan- tiellement cette conception. Si le caractère politique de l'infrac- tion est admis, le droit suisse excepte l'infraction de l'entraide et de l'extradition.
Le message du Conseil fédéral explique pour quelle raison, contrairement à ce principe et à notre tradition, la convention prévoit à son article 3, alinéa premier, lettre a, la possibilité de ne pas reconnaître le caractère politique d'une infraction com- mise contre la vie d'un chef d'Etat ou de gouvernement ou celle d'un membre de sa famille. Cette clause potestative per- met toutefois aux autorités suisses de déterminer, jusqu'au Tri- bunal fédéral, le caractère politique de l'acte en question, tout en examinant les raisons particulières invoquées par les auto- rités philippines. Les représentants des Philippines, dans les pourparlers, ont été rendus attentifs par les autorités suisses que, malgré le texte prévu à cet article, il est laissé à la libre ap- préciation des autorités suisses de refuser l'extradition dans le respect des principes de notre loi nationale. Ainsi, le caractère politique, militaire ou fiscal de l'infraction commise continue à être déterminé exclusivement d'après le droit en vigueur dans l'Etat requis et constitue en vertu du droit suisse et dudit traité des exceptions à l'extradition.
Une situation analogue subsiste en ce qui concerne la possibi- lité prévue sous la forme potestative à l'article 3, alinéa 2, let- tre b du traité, de concéder l'extradition de ressortissants de l'Etat requis. Selon notre droit, un ressortissant suisse ne peut être extradé contre son gré. L'article du traité, en effet, est for- mulé dans le sens que l'extradition peut être refusée si la per- sonne faisant l'objet de la demande d'extradition est ressortis- sante de l'Etat requis. Nous avons eu l'assurance formelle que ce principe de notre droit a été clairement réservé dans les pourparlers et que les autorités philippines en reconnaissent l'application d'après cette disposition. En d'autres termes, l'extradition de nos concitoyens ne pourra pas se faire contre leur volonté, en application de l'article 7 de notre loi fédérale (EIMP), selon lequel aucun citoyen suisse ne peut être extradé sans son consentement écrit.
Étant donné que les traités internationaux dérogent au droit national, il est évident que, lorsqu'on veut y introduire des ré- serves, il faut que celles-ci soient claires et explicites. Pour cette raison et aussi pour éviter d'être trop liés lorsqu'il s'agit de déterminer l'application éventuelle de la clause potestative, comme ce fut le cas parfois dans le passé, nous tenons à pré- ciser ici la portée des deux articles qui veulent vraiment réser- ver à la Suisse toute liberté d'appréciation ainsi que la possibi- lité de refuser l'entraide et l'extradition.
Une autre assurance nous a été donnée en ce qui concerne un autre point important. L'article 2, alinéa premier, du traité pré- voit que: «Donnent lieu à extradition, conformément au pré- sent traité, les infractions frappées, aux termes du droit des deux Etats contractants, d'une peine ou d'une mesure priva- tive de liberté d'un maximum d'au moins un (1) an ou d'une peine plus sévère«. S'il est vrai que les deux droits nationaux peuvent considérer l'infraction sous deux dénominations diffé- rentes, il nous apparaît évident - et on nous a rassurés sur ce point - que la détermination objective et subjective de l'acte délictueux dans les deux droits doit être la même. Si, d'après la demande d'extradition et la description des faits qu'elle indi- que, les éléments constitutifs de l'acte délictueux ne sont pas les mêmes, il n'y aura pas lieu à une extradition.
Les dispositions du traité d'extradition ne sont pas applicables à l'affaire Marcos, même si la coopération que celle-ci a en- gendrée a accéléré la conclusion du traité.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt Ihnen einstimmig, dem Bundesbe- schluss betreffend den Auslieferungsvertrag zwischen der Schweiz und der Republik der Philippinen zuzustimmen.
Proposition de la commission
La commission vous propose à l'unanimité d'approuver l'ar- rêté fédéral concernant le traité d'extradition conclu avec la République des Philippines.
Masoni, Berichterstatter: Ich habe dem schriftlichen Bericht nichts beizufügen. Die Kommission beantragt Abstimmung in globo über den Abschluss des Vertrages.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Gesamtberatung - Traitement global du projet
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Titre et préambule, art. 1, 2
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes 30 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Nationalrat - Au Conseil national
90.016
Entlastung der Exportrisikogarantie Garantie contre les risques à l'exportation. Mesures d'allègement
Siehe Seite 314 hiervor - Voir page 314 ci-devant Beschluss des Nationalrates vom 19. September 1990 Décision du Conseil national du 19 septembre 1990
Differenzen - Divergences
Art. 1- 3 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil national
Schönenberger, Berichterstatter: Der Bundesbeschluss über Massnahmen zur Entlastung der Exportrisikogarantie steht im Differenzbereinigungsverfahren. Am 7. Juni 1990 haben wir den genannten Bundesbeschluss behandelt und dabei be- schlossen, die Währungsverluste der ERG zwischen dem 1. Juli 1973 und dem 1. April 1985 zu Lasten des Bundes zu übernehmen. Damit gingen wir über den bundesrätlichen An- trag hinaus, der darauf ausgerichtet war, der Exportrisikoga- rantie die Zinsen auf Vorschüssen auf den Verlusten, welche der ERG aus Entschädigung für die Deckung von Währungsri- siken sowie aus den entsprechenden Zinskosten entstanden sind, zu übernehmen.
Der Nationalrat hat sich unserem Beschluss nicht angeschlos- sen und am 19. September 1990 dem ursprünglichen bundes- rätlichen Entwurf ohne Aenderung zugestimmt. Der Kommis- sionssprecher des Nationalrates hat in der Debatte erklärt, mit der Deckung der Währungsverluste habe das Parlament sei-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Auslieferungsvertrag mit den Philippinen Traité d'extradition avec les Philippines
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1990
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.049
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 27.11.1990 - 08:00
Date
Data
Seite
881-882
Page
Pagina
Ref. No
20 019 479
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