Postulat Kühne
2437
g. Ideen aus den Kreisen ausserdienstlicher Organisationen in Richtung Gesamtverteidigungsdienstpflicht.
Auf den ersten Blick wirken etliche dieser Vorschläge plausi- bel. Bei näherem Hinsehen aber merkt man, dass eine Reihe von nicht lösbaren Detailproblemen damit verbunden sind. Um entscheiden zu können, bedarf es einer eingehenden Analyse, welche alle Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle sowie die damit verbundenen Probleme aufzeigt.
Die Diskussion über neue Dienstpflichtformen dürfte bereits im Rahmen der Beratungen über den Bericht über die Sicher- heitspolitik beginnen. Sie dürfte im Rahmen der Diskussionen über die Leitbilder «Armee 95» und «Zivilschutz 95» mit Schwergewicht stattfinden. Schliesslich dürften die Modell- ideen die Beratung der Gesetzesrevisionen beeinflussen.
Zwischen den Anträgen und Ideen bezüglich neue Dienst- pflichtformen und den bereits eingeleiteten Reformen besteht ein Zusammenhang. Pflichten interessieren den Bürger stär- ker als Konzepte. Deshalb scheint es mir unumgänglich, wenn die zeitliche und inhaltliche Relation zwischen den bereits be- gonnen Projekten und den Dienstpflichtformvorschlägen klar aufgezeigt wird.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 21. November 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 21 novembre 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat anzunehmen. Ueberwiesen - Transmis
90.730
Postulat Lanz Keine EK für Landsturmtruppen ab 1991, dafür Erhöhung der «Investitionskredite in der Landwirtschaft» Suppression en 1991 des Ccplm du Landsturm et, parallèlement, augmentation des crédits d'investissements à l'agriculture
Wortlaut des Postulates vom 26. September 1990 Der Bundesrat wird gebeten, ab 1991 - bis zum Abschluss der Armeereform 95 - die Landsturmtruppen nicht mehr zu Ergän- zungskursen (Uebungen, Aus- und Weiterbildung) aufzubie- ten und die diesbezüglichen Budgetposten beim EMD zu kür- zen.
Vorbehalten bleibt der Einsatz nach Naturkatastrophen. Der freiwerdende Budgetbetrag ist für die Erhöhung der «Investi- tionskredite in der Landwirtschaft» zu verwenden.
Texte du postulat du 26 septembre 1990
Le Conseil fédéral est invité, dès 1991 et jusqu'à la conclusion de la réforme de l'armée 95, à ne plus convoquer le Landsturm à des cours de complément (exercices, formation et perfec- tionnement) et à réduire les postes correspondants du budget du DMF.
L'intervention en cas de catastrophe naturelle est réservée. Les montants ainsi libérés seront affectés à l'augmentation des crédits d'investissements à l'agriculture.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 14. November 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 14 novembre 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat anzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
90.801
Postulat Kühne Sistierung von Landsturmkursen Suppression des cours du Landsturm
Wortlaut des Postulates vom 3. Oktober 1990 Der Bundesrat wird ersucht, im Hinblick auf den im Rahmen der Armeereform 95 vorgesehenen Wegfall des Landsturms bereits ab 1. Januar 1991 auf die Einberufung von Formatio- nen des Landsturms zu Landsturmkursen zu verzichten.
Texte du postulat du 3 octobre 1990 Étant donné qu'il est prévu de supprimer le Landsturm dans le cadre de la réforme de l'armée de 1995, le Conseil fédéral est invité à renoncer à convoquer les formations de landsturm à des cours, dès le 1er janvier 1991.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Baggi, Bircher Silvio, Blatter, Bühler, Bürgi, Columberg, Cotti, Darbellay, David, Déglise, Dietrich, Dormann, Eisenring, Engler, Fischer-Sursee, Fischer-Seengen, Giger, Grassi, Hess Peter, Hildbrand, Iten, Jung, Keller, Maitre, Massy, Müller-Wiliberg, Neuenschwan- der, Nussbaumer, Portmann, Reimann Maximilian, Ruckstuhl, Rüttimann, Rychen, Schmidhalter, Schnider, Schwab, Seg- müller, Seiler Rolf, Spälti, Stappung, Theubet, Tschuppert, Wanner, Weber-Schwyz, Wellauer, Widrig, Wyss Paul, Wyss William, Züger, Zwingli (50)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Im Rahmen der vom Bundesrat angekündigten Ar- meereform 95 soll der Truppenbestand um rund 200 000 Mann gesenkt werden. Dies wird unter anderem mit einer Her- absetzung der Dauer der Wehrpflicht und der Aufhebung der Landsturmformationen auf den 1. Januar 1995 erreicht. Ange- sichts dieser Tatsache und der aktuellen Sicherheitslage for- derte die CVP der Schweiz bereits im April dieses Jahres in ih- rem Thesenpapier «Auf dem Weg zu einer zeitgemässen Ar- mee», es sei auf die Durchführung von Landsturmkursen ab 1. Januar 1991 zu verzichten.
Die Einberufung von Angehörigen des Landsturms, deren bal- dige Entlassung aus der Wehrpflicht feststeht, zu Ausbil- dungskursen lässt sich gegenüber den Betroffenen nicht län- ger rechtfertigen. Die sicherheitspolitische Lage erlaubt die Si- stierung von Landsturmkursen. Wenn infolge einer Lageände- rung ein Rückgriff auf Landsturmformationen notwendig würde, stünde genügend Zeit für deren Ausbildung zur Verfü- gung. Für Spezialformationen, deren Funktion nicht ohne wei- teres durch andere Truppenkörper wahrgenommen werden kann (z. B. im Mobilmachungsbereich), wäre eine Verkürzung der Einberufungsdauer zu prüfen. Unter dem sicherheitspoliti- schen Aspekt gilt es auch zu berücksichtigen, dass jährlich nur eine relativ kleine Anzahl Landsturmpflichtiger zur Dienst- leistung aufgeboten wird. Trotzdem bringt die Sistierung von Landsturmkursen offensichtliche Vorteile für Bund (Einspa- rungen, Schonung der Infrastruktur) und Privatwirtschaft. Mit der Sistierung von Landsturmkursen wird signalisiert, dass Bundesrat und Parlament gewillt sind, die Armeereform 95 rasch und zielstrebig durchzuführen.
55-₦
Place financière suisse. Postulats
2438
N
14 décembre 1990
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 14. November 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 14 novembre 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat anzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
90.871 Postulat Rychen Modelle eines Zivildienstes Modèles de service civil
rapport doit servir à évaluer les avantages et les inconvénients des différents modèles et leur praticabilité.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Basler, Bühler, Daepp, Frey Walter, Hari, Hess Otto, Luder, Nebiker, Reimann Maximilian, Rutishauser, Schwab, Seiler Hanspeter, Zölch (13)
Schriftliche Begründung -- Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 7. November 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 7 novembre 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat anzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
Wortlaut des Postulates vom 5. Oktober 1990
In der Oeffentlichkeit werden heute verschiedene Zivildienst- modelle diskutiert. Es bestehen unterschiedliche Vorstellun- gen über Aufgabe und Funktion eines entsprechenden Dienstes. Eine Initiative für die Einführung eines Zivildienstes wurde bereits gestartet, eine weitere zur Schaffung eines Ge- meinschaftsdienstes im Rahmen einer allgemeinen Dienst- pflicht ist angekündigt worden.
Die Schaffung eines Zivildienstes im Sinne eines Dienstes an der Gemeinschaft wirft zahlreiche, insbesondere organisatori- sche Fragen auf, so zum Beispiel die Frage nach sinnvollen Einsatzbereichen, nach der Trägerschaft, nach organisatori- schen Einheiten, nach der Aufnahmefähigkeit des Sozialberei- ches oder anderer Bereiche für Zivildienstleistende und den Auswirkungen auf die personelle Situation in diesen Berei- chen.
Es stellt sich auch die Frage der definitorischen und organisa- torischen Abgrenzung und der Koordination von Zivildienst, Zivilschutz und dem Bereich Retten/Schützen/Helfen der Ar- mee. Zahlreiche Fragen wirft auch die Einbeziehung respek- tive die Nichteinbeziehung von Frauen oder von Ausländern in einen entsprechenden Dienst auf.
Der Bundesrat wird daher beauftragt, einen Bericht vorzule- gen, der praktikable Zivildienstmodelle sowie deren organisa- torische, wirtschaftliche, finanzielle und rechtliche Konse- quenzen aufzeigt. Der Bericht soll als Beurteilungsgrundlage für die Wünschbarkeit und die Realisierbarkeit der einzelnen Modelle dienen.
Texte du postulat du 5 octobre 1990
Actuellement, divers modèles de service civil font l'objet de discussions dans le public. Les conceptions concernant la tâ- che à conférer à un tel service et sa fonction divergent. On a déjà lancé une initiative en faveur de l'institution d'un service civil, tandis qu'une autre, prévoyant la création d'un service à la collectivité dans le cadre d'un service général obligatoire est annoncée. La création d'un sercice civil conçu comme un ser- vice à la collectivité soulève de nombreuses questions d'ordre organisationnel, par exemple la nécessité de trouver des do- maines où un travail utile puisse être fait, le choix de l'institu- tion compétente, la constitution d'unités, la capacité d'absorp- tion du domaine social ou d'autres domaines et les consé- quences d'un tel engagement sur les effectifs du personnel. Il s'agira aussi de définir ce genre de service et de le délimiter, ainsi que d'établir la coordination entre le service civil, la pro- tection civile et les services de sauvetage, de protection et de secours de l'armée. L'engagement ou le non-engagement de femmes et d'étrangers dans un tel service posent aussi de nombreux problèmes.
Le Conseil fédéral est donc chargé de présenter un rapport sur les modèles de service civil entrant en ligne de compte et sur les problèmes qu'ils soulèvent tant sur le plan de l'organisa- tion que sur le plan de l'économie, des finances et du droit. Le
90.559
Postulat der freisinnig-demokratischen Fraktion Rahmenbedingungen für den Finanzplatz Schweiz Postulat du groupe radical-clémocratique Conditions propices à l'essor de la place financière suisse
Wortlaut des Postulates vom 14. Juni 1990
Der Bundesrat wird eingeladen, entsprechend dem Thesen- papier «Die Zukunft des Finanzplatzes Schweiz» der Arbeits- gruppe Finanzplatz Schweiz der Bundesratsparteien 1. eine Studie ausarbeiten zu lassen unter Beizug der Schwei- zerischen Nationalbank über die künftige schweizerische Zinsentwicklung;
zu untersuchen, wie eine langfristige Finanzierung und Amortisation der Hypotheken sichergestellt werden kann, bei- spielsweise durch die Schaffung eines Marktes für standardi- sierte Hypothekartitel (Securitization) und durch die vermehrte Verwendung von BVG-Geldern für die langfristige, marktkon- forme Finanzierung des Hypothekargeschäftes;
zu prüfen und Bericht zu erstatten über die bestehenden Möglichkeiten, ein auch international anerkanntes Bewer- tungssystem (Rating) für die in der Schweiz ausgegebenen Wertpapiere zu schaffen;
zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten, inwieweit vom Bund aus die berufliche Aus- und Weiterbildung im Bankfach gefördert werden kann, beispielsweise durch die Schaffung ei- nes vom Biga anerkannten Ausbildungslehrganges für Fi- nanzanalyse sowie durch eine verbesserte internationale Frei- zügigkeit für die in der Weiterbildung stehenden und die spe- zialisierten Arbeitskräfte;
zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten, wie mit einer Fle- xibilisierung des Arbeitsrechtes das internationale Bankge- schäft am Standort Schweiz erleichtert werden kann;
zu prüfen und Bericht zu erstatten über die Möglichkeiten zum Ausbau des bestehenden Netzes von Doppelbesteue- rungsabkommen;
mit dem Fürstentum Liechtenstein Verhandlungen zu füh- ren mit dem Ziel, den Finanzplatz Liechtenstein möglichst um- fassend in die künftigen Regelungen über den Finanzplatz Schweiz miteinzubeziehen.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Kühne Sistierung von Landsturmkursen Postulat Kühne Suppression des cours du Landsturm
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1990
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.801
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 14.12.1990 - 08:00
Date
Data
Seite
2437-2438
Page
Pagina
Ref. No
20 019 351
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.