1927
Postulat Stamm
personelle Aufstockung dieser Stellen und die Ernennung von unter Umständen mehr als einem stellvertretenden Generalse- kretär, sondern auch eine Flexibilisierung der Anstellungsbe- dingungen. Der Bundesrat sieht deshalb, gestützt auf Arti- kel 62 des Beamtengesetzes, eine besondere Verordnung über das Dienstverhältnis von Generalsekretären und Informa- tionschefs der Departemente vor, die eine flexible Beendigung des Dienstverhältnisses ermöglicht. Dadurch kann der Depar- tementschef diese Funktion durch qualifizierte Personen sei- ner Wahl besetzen. Diese besonderen Anstellungsbedingun- gen scheinen dem Bundesrat unerlässlich zu sein, wenn die Neukonzeption der Aufgaben der Generalsekretariate voll zur Entfaltung kommen soll.
Für eine zweite Etappe - Erweiterung des erfassten Personen- kreises - ist eine entsprechende Revision des Beamtengeset- zes vorgesehen.
Die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen erleichtern auch eine Erweiterung der Vertretungsmöglichkeiten der Bun- desräte in Parlamentskommissionen. Das Geschäftsverkehrs- gesetz (Art. 65bis) ermöglicht bekanntlich den Bundesräten bereits heute, sich in parlamentarischen Kommissionen im Einvernehmen mit dem Kommissionspräsidenten durch ihre Generalsekretäre oder durch Direktoren von Gruppen und Aemtern vertreten zu lassen.
Auch wenn die Kontakte mit dem Parlament für den Bundesrat weiterhin zu den wichtigsten gehören, wünscht er nun von den Vertretungsmöglichkeiten in Kommissionen vermehrt Ge- brauch zu machen. Er erwartet aber auch vom Parlament ein besseres Verständnis für diese Haltung, denn die Beanspru- chung durch parlamentarische Kommissionen ist gross ge- worden.
VI. Gesamtwertung
Der Bundesrat ist überzeugt, dass mit all diesen Massnahmen derzeit die Voraussetzungen für eine effiziente Führung durch das Kollegium wie durch die einzelnen Departementschefs gegeben sind, zumal wenn auch die parlamentarischen Füh- rungsstrukturen neuen Herausforderungen der jüngsten Zeit angepasst werden. Der Bundesrat begrüsst daher die parla- mentarischen Vorstösse zugunsten einer Rationalisierung des Parlamentsbetriebs und verspricht sich davon weitere Erleich- terungen auch seiner eigenen Arbeit.
Im Gegensatz zu den Urhebern der neuen parlamentarischen Vorstösse ist der Bundesrat jedoch der Meinung, dass sich ge- genwärtig nicht grundlegende institutionelle Reformen auf- drängen. Administrative und organisatorische Massnahmen genügen und garantieren, dass der Bundesrat seinen Auftrag effizient erfüllen kann. Er ist jedoch bereit, in einem späteren Zeitpunkt tiefergreifende Aenderungen zu prüfen, falls sich das politische Umfeld - etwa infolge einer engeren Beteiligung der Schweiz am europäischen Integrationsprozess - grundle- gend verändern sollte.
In diesem Sinne beantragt der Bundesrat, die Motionen in Po- stulate umzuwandeln bzw. teilweise abzuschreiben.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
90.662
Postulat Stamm Gestaltung des Geschäftsberichts des Bundesrates Rapport de gestion du Conseil fédéral et condition féminine
Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1990
Der Bundesrat wird eingeladen, seinen Geschäftsbericht in Zukunft, erstmals für das Jahr 1991 so zu gestalten, dass in al- len Bereichen die Förderung der Frauenanliegen und der Frauenpräsenz durch die Regierungs- und Verwaltungstätig- keit des Bundesrates ersichtlich wird.
Texte du postulat du 22 juin 1990
Le Conseil fédéral est invité à faire ressortir, dès 1991, dans tous les domaines traités dans le rapport de gestion, la ma- nière dont il a, dans le cadre de l'activité gouvernementale et administrative, oeuvre en faveur de la cause des femmes ainsi que d'une participation accrue de cette catégorie de la popula- tion.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Antille, Aubry, Bär, Bäumlin Ursula, Daepp, Danuser, Déglise, Diener, Dormann, Eppen- berger Susi, Fankhauser, Gardiol, Grendelmeier, Haering Bin- der, Hafner Ursula, Haller, Jeanprêtre, Leutenegger Oberhol- zer, Mauch Ursula, Nabholz, Paccolat, Pitteloud, Segmüller, Spoerry, Stocker, Uchtenhagen, Ulrich, Zölch (28)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Leider ist aus dem Bericht des Bundesrates über seine Ge- schäftsführung im Jahre 1989 nur wenig ersichtlich, ob - wie weit - warum nicht - der Bundesrat im Rahmen seiner Regie- rungs- und Verwaltungstätigkeit der Förderung der Frauenan- liegen und der Frauenpräsenz, also der Förderung der Anlie- gen der Hälfte der Bevölkerung, seine Aufmerksamkeit ge- schenkt hat.
So vermissen wir Angaben zu folgenden Punkten, welche als zufällig herausgegriffene Beispiele dienen sollen:
Was wurde vom Rechtsetzungsprogramm «Gleiche Rechte für Mann und Frau» im Jahre 1989 verwirklicht?
Welche Frauenförderungsmassnahmen, insbesondere Er- höhung des Frauenanteils im mittleren und höheren Kader der Bundesverwaltung, wurden 1989 eingeleitet?
Zu welchem Zeitpunkt wird eine Vernehmlassungsvorlage zum Thema «Lohngleichheit für Mann und Frau» unterbreitet werden?
Welche Konsequenzen wurden aus der Situationsanalyse der interdepartementalen Arbeitsgruppe «Frauen aus der Drit- ten Welt», welche im Juni 1988 zuhanden von Frau Bundesrä- tin Elisabeth Kopp erstattet worden ist, im Jahre 1989 gezo- gen? Warum wurden allenfalls keine gezogen?
Welche Massnahmen wurden 1989 ergriffen, um den Frauenanteil in den ausserparlamentarischen Kommissionen zu erhöhen und vermehrt Frauen als Präsidentinnen dieser Kommissionen einzusetzen?
Wie viele Frauen befanden sich unter den Stipendiaten aus Entwicklungsländern, welche 1989 im Rahmen der Bildung der mittleren Kader in der Schweiz ein Praktikum und Kurse absolvieren konnten?
Wie viele weibliche Kunstschaffende erhielten 1989 auf Vor- schlag der eidgenössischen Kunstkommission ein Stipen- dium und wieviele auf Vorschlag der eidgenössischen Kom- mission für angewandte Kunst?
usw.
Wir möchten in Zukunft in allen Bereichen aus dem Geschäfts- bericht ersehen können, wieweit der Bundesrat seine bei ver- schiedenen Gelegenheiten geäusserte frauenfreundliche Hal-
N 5 octobre 1990
1928
Interpellation Seiler Rolf
tung in seiner Regierungs- und Verwaltungstätigkeit verwirk- licht.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 22. August 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 22 août 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
90.629 Postulat Ducret Amtliches Bulletin. Veröffentlichung der schriftlichen Berichte Bulletin officiel. Publication des rapports écrits
Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1990 Es ist üblich, dass schriftliche Berichte, namentlich diejenigen der Petitions- und Gewährleistungskommission, nur in der Sprache des Präsidenten der vorberatenden Kommission ver- öffentlicht werden. Da es häufig vorkommt, dass die Berichter- statter darauf verzichten, einen solchen Bericht zu erläutern, kann dies für die Leser nachteilige Folgen haben, vor allem wenn der Beratungsgegenstand heikle rechtliche Fragen auf- wirft.
Das Büro wird deshalb aufgefordert, diese unbefriedigende Situation zu beheben und dafür zu sorgen, dass im Amtlichen Bulletin in Zukunft die schriftlichen Berichte so erscheinen, wie sie den Räten vorgelegt werden, das heisst sowohl auf Franzö- sisch als auch auf Deutsch, gegebenenfalls auch auf Italie- nisch, wie es der neue Artikel 59 des Geschäftsreglements des Nationalrates vorsieht. Eine solche Regelung würde auch das gebotene sprachliche Gleichgewicht wahren.
Texte du postulat du 22 juin 1990
Il est d'usage que les rapports écrits, notamment ceux de la Commission des pétitions, ne soient publiés que dans la lan- gue du président de la commission saisie du projet en délibé- ration. Comme il est fréquent que, dans de telles situations, les rapporteurs renoncent à s'exprimer et à commenter un tel rap- port, il peut en résulter de fâcheux inconvénients pour le lec- teur, surtout lorsque l'objet débattu pose de délicates ques- tions juridiques.
C'est pourquoi il est demandé au Bureau de réparer cette in- congruité et de faire en sorte qu'à l'avenir, les rapports écrits des commissions soient publiés dans le Bulletin officiel sous la forme où ils sont remis aux députés, c'est-à-dire aussi bien en français qu'en allemand, voire cas échéant en italien, ceci con- formément à l'obligation qui en est faite par l'article 59 nou- veau du Règlement du Conseil national et pour respecter l'équilibre linguistique nécessaire en la matière.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Caccia, Engler, Gros, Jean- prêtre, Nabholz, Pidoux, Rechsteiner (7)
Schriftliche Erklärung des Büros vom 17. September 1990 Déclaration écrite du Bureau du 17 septembre 1990 Le Bureau est prêt à accepter le postulat.
Ueberwiesen - Transmis
90.525
Interpellation Seiler Rolf Bischofswahlen. Beeinträchtigung des religiösen Friedens Nominations épiscopales. Sauvegarde de la paix religieuse
Wortlaut der Interpellation vom 6. Juni 1990
Im katholischen Bistum Chur entwickelt sich gegenwärtig eine Lage, wie sie sich seit Gründung unseres Bundesstaates 1848 wohl noch nie in der Schweiz eingestellt hat, und die mit der Er- nennung von Wolfgang Haas zum Weihbischof von Chur mit Nachfolgerecht durch den Papst am 22. Mai 1988 begonnen hat.
Noch nie war die katholische Kirche in der Schweiz so in offe .. nem Aufruhr wie jetzt; lautstark wird der Rücktritt von Bischof Haas gefordert. Auch die übrigen Konfessionen sorgen sich um die Zukunft; die bisherige ökumenische Zusammenarbeit erscheint gefährdet.
Gemäss Artikel 50 Absatz 2 der Bundesverfassung bleibt os nebst den Kantonen dem Bund vorbehalten, zur Handhabung der Ordnung und des öffentlichen Friedens unter den Angehö- rigen der verschiedenen Religionsgenossenschaften die ge- eigneten Massnahmen zu treffen. Der Bund garantiert somit zusammen mit den Kantonen den religiösen Frieden in der Schweiz.
Ich frage daher den Bundesrat an, wie er die gegenwärtige Lage im Bistum Chur einschätzt, ob er nicht auch der Meinung ist, dass eine weitere Zuspitzung der Situation eine Gefähr- dung des religiösen Friedens in der Schweiz bewirken könnte? Was gedenkt der Bundesrat in diesem Fall zu tun? Wie beurteilt der Bundesrat die gegenwärtigen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Vatikan? Wäre es aus Sicht des Bundesrates nicht wünschbar, künftig nicht nur mittels dem päpstlichen Nuntius in Bern über einen Art Mittelsmann zu verfügen, sondern direkt beim Vatikan in Rom mit einem Vertreter präsent zu sein?
Texte de l'interpellation du 6 juin 1990
Depuis sa fondation en 1848, la Suisse n'a probablement ja- mais connu de situation aussi explosive que celle que vit ac- tuellement le diocèse catholique de Coire depuis le 22 mai 1988. C'est à cette date que le Pape a nommé Wolfgang Haas coadjuteur de l'évêque de Coire, ce qui fait de lui le succes- seur de l'évêque.
Jamais l'Eglise catholique suisse n'a connu une telle efferves- cence; on réclame à cor et à cri la démission de Mgr Haas. Même les milieux de confessions différentes se demandent ce que leur réserve l'avenir; en tout cas, la collaboration oecumé- nique semble menacée.
Aux termes de l'article 50, 2e alinéa, de la Constitution fédé- rale, «les cantons et la Confédération peuvent prendre les me. sures nécessaires pour le maintien de l'ordre public et de la paix entre les membres des diverses communautés religieu- ses». Par cette disposition, la sauvegarde de la paix religieuse en Suisse revient tant à la Confédération qu'aux cantons.
C'est pourquoi je demande au Conseil fédéral son opinion sur la situation qui règne actuellement dans le diocèse de Coire. N'est-il pas d'avis qu'une aggravation du problème pourrait ro- présenter une menace pour la paix religieuse en Suisse? Qu'envisage-t-il de faire? Que pense le Conseil fédéral de l'état actuel des relations entre la Suisse et le Vatican? Ne se- rait-il pas souhaitable, de l'avis du Conseil fédéral, que notre pays, en plus de la possibilité de communiquer avec le Vatican par l'intermédiaire du Nonce apostolique à Berne, dispose à l'avenir d'un représentant direct au Vatican?
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. September 1990 (Zu den Interpellationen 90.525 und 90.650)
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Stamm Gestaltung des Geschäftsberichts des Bundesrates Postulat Stamm Rapport de gestion du Conseil fédéral et condition féminine
In
Dans
In
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Jahr
1990
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
90.662
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 05.10.1990 - 08:00
Date
Data
Seite
1927-1928
Page
Pagina
Ref. No
20 019 077
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