National Council transmits postulate on women’s research chairs

20019057Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)05.10.1990Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

On 5 October 1990, the National Council dealt with postulate 90.569 by Leutenegger Oberholzer concerning the creation of women’s research chairs at ETH Zurich and EPFL. The Federal Council had stated in writing that it was ready to accept the postulate, while observing that the Swiss Federal Council of the ETH Domain was competent for establishing chairs. After objection by Dreher, the debate was postponed and the postulate was ultimately transmitted.

Omnilex-Regeste

Parliamentary postulate; transmission of a motion requesting the establishment of academic chairs. When the Federal Council declares itself ready to accept a postulate, the chamber may transmit it notwithstanding a deferred debate and an objection; competence for implementation may lie with the specialized ETH governing body rather than the Federal Council itself.

Gesamter Gesetzestext

  1. Oktober 1990 N

1913

Postulat Leutenegger Oberholzer

Schwinden der grossen, bipolaren Konfrontation der Super- mächte, die überall aufbrechenden bzw. manifest werdenden Nationalitätenkonflikte, ethnischen, kulturellen und sprachli- chen, auch religiösen Minderheitenkonflikte. Sie müssen auch in künftigen sicherheitspolitischen Szenarien als ernstzuneh- mende Bedrohungsfaktoren veranschlagt werden.

  1. Konflikte solcher Art können auf lange Sicht nur durch den besonderen Verhältnissen angepasste föderalistische Struk- turen auf friedliche und fruchtbare Art gelöst und überwunden werden.

Es wäre darum in unserer Zeit, in Europa und über Europa hin- aus, eine wichtige Aufgabe, die Potentiale des Föderalismus in praktischer Absicht mit einem Blick auf die Konfliktsituationen in der heutigen Welt zu erforschen.

  1. Die Schweiz könnte auf diesem Boden dem heutigen Eu- ropa und der heutigen Welt aus ihrer föderalistischen Ueberlie- ferung und Erfahrung heraus den wichtigsten Dienst leisten. So hat denn auch der Vorsteher des EDA in seiner kürzlich an der Kopenhagener KSZE-Konferenz über Menschenrechte gehaltenen Rede den schweizerischen Weg gewiesen, indem er die Rechte der Minderheiten herausstrich und die KSZE- Staaten zu einem speziell diesem Thema gewidmeten Treffen auf 1991 in die Schweiz einlud.

  2. Eine praktische Erforschung des Nutzens des Föderalis- mus in der heutigen Welt müsste in breiter Zusammenarbeit zwischen schweizerischen und ausländischen wissenschaftli- chen und politischen Sachverständigen erfolgen. Eine ent- sprechende Stelle, wie sie hier angeregt wird, könnte in Form von gezielten Forschungsaufträgen, von Expertentagungen und internationalen Kongressen arbeiten und ihre Ergebnisse den internationalen politischen Gremien zugänglich machen. Sie wäre auch konzipierbar als ein Organ zugunsten der KSZE, oder - um über den europäisch-atlantischen Raum hin- auszugreifen - der Vereinten Nationen, deren Agentur für Frie- den und Abrüstung (Unidir) ja auf schweizerischem Boden an- gesiedelt ist.

  3. Während kritische Stimmen in unserem Land die Befürch- tung äussern, das Jubiläumsjahr 1991 werde nicht mehr als ei- nen sterilen Rückblick bringen, könnte auf die beschriebene Weise ein weithin sichtbarer zukunftsweisender Schritt getan werden.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 5. September 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 5 septembre 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

Ueberwiesen - Transmis

90.569

Postulat Leutenegger Oberholzer Frauenforschung an den Eidgenössischen Technischen Hochschulen EPFZ et EPFL. Recherche sur la condition féminine

Wortlaut des Postulates vom 19. Juni 1990

Der Bundesrat wird eingeladen, an der ETH Zürich und an der EPF Lausanne je einen Lehrstuhl für Frauenforschung einzu- richten. Der Lehrstuhl soll insbesondere auch der Auseinan- dersetzung mit der Stellung der Frau im technisch-naturwis- senschaftlichen Komplex dienen.

Texte du postulat du 19 juin 1990 Le Conseil fédéral est invité à instituer deux chaires de recher- che sur la condition féminine dans les Ecoles polytechniques

fédérales de Lausanne et de Zurich afin notamment de pro- mouvoir l'étude de la situation des femmes dans le monde de la technique et des sciences.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Antille, Aubry, Baerlocher, Bär, Bäumlin Ursula, Bircher, Bodenmann, Danuser, David, Diener, Dormann, Gardiol, Grendelmeier, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, Herczog, Jaeger, Jeanprêtre, Loeb, Longet, Nabholz, Ott, Pitteloud, Scheidegger, Seiler Rolf, Stamm, Stocker, Uchtenhagen, Vollmer, Zbinden Hans (31)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

In der Schweiz sind wir von der Gleichstellung der Geschlech- ter in allen gesellschaftlichen Bereichen noch weit entfernt. Auch die akademisch-wissenschaftliche Welt wird von den Männern geprägt. Gerade die Vorgänge im Bereich der Wis- senschaft sind für die Entwicklung der Gesellschaft, für Politik und für die Verteilung von Macht von grosser Bedeutung. Heute sind die Frauen in der Wissenschaft kaum wahrnehm- bar. Ihre Marginalisierung ist die Folge davon, dass Frauen als Studentinnen, Forscherinnen, akademische Lehrerinnen jahr- hundertelang nicht präsent waren. Die Tore der Universitäten und Hochschulen wurden den Frauen erst vor rund 100 Jah- ren geöffnet. Noch heute sind die Frauen im akademischen Lehrkörper massiv untervertreten, obschon inzwischen der Anteil der Frauen bei den Studierenden erheblich angestiegen ist.

In internationalen Gremien hat die Schweiz, wie dem Bericht der eidgenössischen Frauenkommission zur Stellung der Frau in der Schweiz (Teil IV) zu entnehmen ist, die Forderung nach Frauenstudien verschiedentlich nachhaltig unterstützt. Doch an den eigenen Universitäten und Hochschulen im In- land tut sich diesbezüglich nur wenig.

Der Bund ist hier geradezu aufgefordert, voranzugehen. Zu dieser Schlussfolgerung kommt auch eine Arbeitsgruppe der eidgenössischen Frauenkommission in ihrer Analyse der «Zu- kunftsstrategien von Nairobi zur Förderung der Frau», Bern 1988. Im Zusammenhang mit dem Postulat der Förderung von Frauenforschung an den Hochschulen regt die Arbeitsgruppe die Schaffung je eines Lehrstuhls für Frauenforschung an der ETH Zürich und an der EPF Lausanne an. Der Bericht hält dazu fest:

«Aufgabe eines solchen Lehrstuhls wäre zum einen, interdiszi- plinär die gesellschaftlichen Bedingungen für Frauen zu erfor- schen, Hinweise für ihre faktische Benachteiligung zu suchen sowie Aenderungswege zu skizzieren. Zum andern müsste ebenso die Diskussion über die Gültigkeit der gängigen Wis- senschaftsmethoden geführt werden. Zu hinterfragen gilt es hier in erster Linie, die - in aller Regel von Männern definierte - 'Objektivität' der Wissenschaft und die oft gleichzeitig erfol- gende Disqualifizierung der frauenspezifischen Anschauun- gen und Standpunkte.»

Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 12. September 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 12 septembre 1990

Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen, macht aber darauf aufmerksam, dass für die Errichtung von Lehrstühlen der Schweizerische Schulrat zuständig ist.

Le président: Le postulat est combattue par M. Dreher. La dis- cussion est renvoyée à une date ultérieure.

Verschoben - Renvoyé

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Leutenegger Oberholzer Frauenforschung an den Eidgenössischen Technischen Hochschulen Postulat Leutenegger Oberholzer EPFZ et EPFL. Recherche sur la condition féminine

In

Dans

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

In

Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1990

Année

Anno

Band

IV

Volume

Volume

Session

Herbstsession

Session

Session d'automne

Sessione

Sessione autunnale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

17

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 90.569

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 05.10.1990 - 08:00

Date

Data

Seite

1913-1913

Page

Pagina

Ref. No

20 019 057

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Schlagwörter

women's studieshigher educationgender equalityresearch chairsfederalismparliamentary postulate

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the postulate requesting chairs for women’s research at ETH Zurich and EPFL should be transmitted.

Extrahierter Entscheid

The National Council transmitted the postulate.

Extrahierte Begründung

The Federal Council declared itself ready to accept the motion, and the chamber did not reject the transmission despite an objection and deferred debate.

Kernrechtsfrage

Which authority is competent to establish the chairs sought by the postulate.

Extrahierter Entscheid

The Federal Council stated that the Swiss Federal Council of the ETH Domain is competent for creating chairs.

Extrahierte Begründung

The government’s written reply expressly pointed to the competent ETH governing body, limiting its own role to acceptance of the postulate.

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