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Interpellation Jelmini
Ad 89.064
Motion II des Nationalrates Voranschläge der Eidgenossenschaft. Ausgaben Motion II du Conseil national Budgets de la Confédération. Dépenses
Wortlaut der Motion
Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament jeweils einen Voranschlag zu unterbreiten, dessen Ausgaben im Vierjahres- durchschnitt nicht stärker wachsen als das Bruttoinlandpro- dukt. .
Texte de la motion
Le Conseil fédéral est chargé de présenter chaque année, au Parlement, un budget dont les dépenses, calculées sur une moyenne quadriennale, ne croissent pas plus fortement que le produit intérieur brut.
Präsident: Herr Kommissionspräsident Dobler hat bereits zu diesen beiden Motionen gesprochen, ebenso Herr Bundesrat Stich. Die Kommission beantragt Ihnen, die erste Motion (Vor- anschlag der Eidgenossenschaft 1991. Ausgaben) zu über- weisen, die zweite (Voranschläge der Eidgenossenschaft. Ausgaben) hingegen abzulehnen.
Zustimmung - Adhésion
89.839
Interpellation Jelmini Inflation und Geldpolitik Interpellanza Jelmini Inflazione e politica monetaria Interpellation Jelmini Inflation et politique monétaire
Wortlaut der Interpellation vom 15. Dezember 1989
Der Bundesrat und die Direktion der Nationalbank haben er- klärt, dass sie sich hauptsächlich auf die Inflationsbekämp- fung konzentrieren wollen und zu diesem Zweck beabsichti- gen, weiterhin eine restriktive Geldpolitik zu verfolgen.
Es ist also schon in den ersten Monaten des kommenden Jah- res mit einem neuen Anstieg der Hypothekarzinsen und folg- lich mit einer weiteren Teuerung, hauptsächlich im Wohn- und Landwirtschaftssektor, zu rechnen.
Angesichts der Tatsache, dass sich die geldpolitischen Inter- ventionen mittel- und langfristig auswirken, stellen wir dem Bundesrat die folgenden Fragen:
Wie ist die Fortsetzung einer Politik zu rechtfertigen, die 1989 eine Erhöhung der Inflationsrate mitverschuldet hat?
Hält er es für vernünftig, kurzfristig einen weiteren Teue- rungsschub auszulösen, um eine vielleicht in einigen Jahren auftretende Inflation zu dämpfen?
Mit welchen anderen Instrumenten will er den offensichtli- chen Schwächen der angekündigten Geldpolitik begegnen?
Wie will er verhindern, dass der wahrscheinlich bevorste- hende erneute Anstieg des Hypothekarzinses automatisch auf die Mietzinse abgewälzt wird?
Testo dell'interpellanza del 15 dicembre 1989
Il Consiglio federale e la direzione della Banca nazionale hanno manifestato l'intenzione di conferire priorità alla lotta contro l'inflazione, continuando una politica monetaria restrit- tiva. Vi è dunque da attendersi già nei primi mesi del 1990 un nuovo aumento dei tassi ipotecari e conseguentemente un ul- teriore incremento del rincaro segnatamente nei settori del-
l'abitazione e dell'agricoltura. Considerando che gli interventi di politica monetaria causano effetti a media e lunga sca- denza, si chiede al Consiglio federale:
Come giustifica la continuazione di una politica, che in parte ha originato un elevato tasso di inflazione nel 1989?
Se ritiene ragionevole provocare un ulteriore rincaro a breve termine allo scopo di alleviare un'aleatoria inflazione fra alcuni anni?
Quali altri istrumenti ritiene di applicare per ovviare alle evi- denti lacune della politica monetaria preconizzata?
Cosa intende fare per impedire che il nuovo probabile au- mento dei tassi ipotecari si ripercuota automaticamente sulle pigioni?
Texte de l'interpellation du 15 décembre 1989
Le Conseil fédéral et la direction de la Banque nationale ont manifesté l'intention de conférer la priorité à la lutte contre l'in- flation en maintenant une politique monétaire restrictive.
Il faut donc s'attendre à une nouvelle hausse des taux hypo- thécaires dès les premiers mois de 1990, et par suite à une nouvelle augmentation du renchérissement, notamment dans les secteurs du logement et de l'agriculture.
Vu que la politique monétaire a des effets à moyen et long terme, le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions suivantes:
Comment justifie-t-il le maintien d'une politique qui a cons- titué l'une des causes de la forte inflation accusée en 1989?
Juge-t-il raisonnable de provoquer une nouvelle poussée de renchérissement à court terme à seule fin d'atténuer une hypothétique inflation dans quelques années?
Quels autres instruments entend-il utiliser pour remédier aux évidents défauts de la politique monétaire suivie jusqu'ici? 4. Que compte-t-il faire pour empêcher que la prochaine hausse probable des taux hypothécaires se répercute auto- matiquement sur les loyers?
Jelmini: Diese Interpellation habe ich am 15. Dezember 1989 eingereicht. Sie hat etwas an Aktualität verloren, aber die Schwerpunkte bleiben weiter bestehen.
Ich möchte von vornherein anerkennen, dass sich die Noten- bank in einer sehr schwierigen Lage befindet, wenn sie gleich- zeitig die Stabilität der Preise, der Währung und der Wirt- schaftsentwicklung gewährleisten soll.
In einer Zeit so raschen Wandels ist das mit den Mitteln, die der Nationalbank zur Verfügung stehen, kaum und nur mit sehr hohen wirtschaftlichen und sozialen Kosten zu erreichen.
Die Notenbank versucht, die ihr vorgegebenen Ziele mit geld- politischen Mitteln zu erreichen. Damit sind jedoch zahlreiche negative Auswirkungen verbunden, so dass sich gebieterisch die Frage der Prioritäten stellt, die primär von Regierung und Parlament zu beantworten ist. So hat die restriktive Geldpolitik der Notenbank im vergangenen Jahr zu einer Teuerung ge- führt, die doppelt so hoch ausfiel, als sie es vor dem Eingreifen der Notenbank war. Sie dürfte auch in diesem Jahr wohl kaum viel geringer ausfallen. Allein schon im Hinblick auf dieses Er- gebnis muss die Geldmengenpolitik der Nationalbank als sehr fragwürdig bezeichnet werden.
Noch als sehr viel fragwürdiger erweist sich diese Politik, wenn sie unter sozialen Gesichtspunkten betrachtet wird. So hat sie bis jetzt zu drei Hypothekarzinserhöhungen geführt, die ange- sichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt kaum mehr rückgängig zu machen sind, auch wenn der Teue- rungsindex wieder einmal rückläufig sein sollte. Wohl sind ei- nige Korrekturen angebracht worden, aber zum Teil ziemlich spät.
Die soziale Problematik der Hochzinspolitik wird aber erst sichtbar, wenn berücksichtigt wird, dass die hohen Zinsen gleichzeitig zu einem Rückgang der Wohnungsproduktion führen, so dass die Mietzinse zusätzlich noch aufgrund des verknappten Wohnungsangebots in die Höhe getrieben wer- den.
Wohnungsmarkt und Mietzinse sind jedoch nicht die einzigen Leidtragenden. Auch die Produktionskosten der Landwirt- schaft werden durch die hohen Zinsen in die Höhe getrieben, was sich auch auf die Nahrungsmittelpreise auswirken wird.
13-S
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E 12 juin 1990
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Interpellation Jelmini
Für unsere Bevölkerung werden also vorab die wichtigsten Güter, Nahrung und Wohnung, verteuert. Diese Teuerung wird bleiben, auch wenn der Konsumentenpreisindex längerfristig wieder zurückgehen sollte.
Vor allem für die unteren Einkommensschichten kommt er- schwerend hinzu, dass diese Teuerung durch die Lohnpolitik nur sehr schwer und unvollständig ausgeglichen werden kann, denn die von der Notenbank verfolgte Hochzinspolitik führt gleichzeitig zu einem Anstieg des Frankenkurses gegen- über den anderen Währungen und damit zu einer entspre- chenden Erhöhung der Lohn- und Produktionskosten im inter- nationalen Vergleich, wodurch die Exportchancen erheblich erschwert und der Widerstand gegen lohnpolitische Begeh- ren verschärft werden.
Es bestehen aber auch ernsthafte Zweifel darüber, ob denn auch die Inflationsbekämpfung wirklich das primäre Ziel der Hochzinspolitik der Notenbank ist. Diese Zweifel werden nicht nur durch den Umstand genährt, dass die Hochzinspolitik der Nationalbank bei einem Stand der Konsumentenpreise ein- setzte, wo man kaum von Inflationsgefahr sprechen konnte. Sie kommen auch auf bei der Lektüre der Finanz- und Wirt- schaftspresse. Dabei taucht vor allem die Vermutung auf, das Ziel der Hochzinspolitik sei eher, das Zinsniveau unseres Lan- des demjenigen der anderen Länder anzupassen und den Schweizerfranken wieder zur härtesten Währung, zum Super- star unter den Währungen zu machen, wie kürzlich eine Wirt- schaftszeitung schrieb.
Falls solche Zielsetzungen bestimmend sein sollten für die Po- litik der Notenbank, würden sich weitere Fragen aufdrängen. So einmal die Frage, ob es im gegenwärtigen Zeitpunkt ver- antwortbar ist, die Geld- und Kapitalversorgung zu verknap- pen und zu verteuern, während unsere Wirtschaft im Hinblick auf das Integrationsgeschehen und die rasche technologi- sche Entwicklung auf eine reichliche und günstige Kapitalver- sorgung angewiesen ist. Damit würde ein wichtiger Standort- vorteil in einem kritischen Moment ohne Not aufgegeben.
Eine weitere grundsätzliche Frage stellt sich bezüglich des Entwicklungstempos unserer Wirtschaft. Dieses war bis in die fünfziger und sechziger Jahre, als die Einflussmöglichkeiten der Nationalbank auf unsere Wirtschaft sehr viel geringer wa- ren als heute, annähernd doppelt so schnell. Die merkliche Verlangsamung des wirtschaftlichen Wachstums trat in der er- sten Hälfte der siebziger Jahre ein, als nach der Einführung der flexiblen Wechselkurse die Einflussnahme der National- bank auf unsere Wirtschaft mittels der Geldmengenpolitik grösser wurde, und zwar mittels ihrer Geldmengenziele von durchschnittlich 2 Prozent: Von da an fixierte die Notenbank den Entfaltungsspielraum unserer Wirtschaft auf rund 2 Pro- zent. Grösser würde dieser Spielraum nur, wenn durch irgend- welche Umstände das Geldmengenwachstum grösser aus- fiele als die Zielgrösse von 2 Prozent, wie das der Fall war im Zusammenhang mit dem Börsen-Crash von 1987. Das gab unserer Wirtschaft in den Jahren 1988 und 1989 einen grösse- ren Entfaltungsspielraum (um die 3 Prozent), und das, ohne dass die Preise deswegen stärker angezogen hätten.
Damit stellt sich die grundsätzliche Frage, woher die National- bank die Kompetenz nimmt, den Wachstumsspielraum unse- rer Wirtschaft auf 2 Prozent jährlich zu beschränken. Diese Frage stellt sich um so dringlicher, als der Wachstumsspiel- raum der anderen Volkswirtschaften erheblich grösser ist und auf diese Weise unsere schweizerische Wirtschaft in Europa und weltweit Gefahr läuft, dauernd an Gewicht zu verlieren.
So stellt sich denn die zentrale Frage, wie der wirtschaftspoliti- sche Auftrag des Bundes, wie er insbesondere im Konjunktur- artikel umschrieben ist, erfüllt werden kann, ohne dass solch schwere Schäden für Volk und Wirtschaft entstehen, wie das jetzt durch die Hochzinspolitik der Nationalbank der Fall ist Insbesondere stellt sich die Frage, wie der Bund zur Entla- stung der Notenbank seine Finanz- und Steuerpolitik in den Dienst der Stabilisierungspolitik stellen kann, wie das der Kon- junkturartikel vorsieht.
Bundesrat Stich: Der gegenwärtige Teuerungsschub wurde durch eine in der Vergangenheit zu expansive Geldpolitik aus- gelöst. Begonnen hat es im Jahre 1987, das durch den Bör-
senkrach im Oktober gekennzeichnet war. Um der Gefahr ei- nes Konjunktureinbruchs entgegenzutreten, versorgten die Notenbanken die Märkte mit zusätzlicher Liquidität, und zwar in bedeutendem Umfang. Als sich die konjunkturellen Be- fürchtungen abschwächten, wurde die Liquidität sukzessive wieder abgebaut.
Rückblickend muss festgestellt werden, dass dieser Abschöp- fungsprozess in der Schweiz mit einer gewissen Verzögerung erfolgte. Dies hing mit der Einführung des neuen Zahlungssy- stems für den Interbankverkehr und den neuen Liquiditätsvor- schriften für die Banken auf Anfang 1988 zusammen. Dadurch verringerte sich die Geldnachfrage stark, und die Notenbank- geldmenge fiel als Indikator für die Geldpolitik weitgehend aus. Bei ihrer geldpolitischen Steuerung war die Nationalbank vermehrt auf andere Indikatoren (Zins, Wechselkurs) angewie- sen, die schwieriger zu interpretieren sind. Ich weise darauf hin, dass wir im ersten Halbjahr 1988 Tageszinssätze von 1 und 1,5 Prozent gehabt haben. Das war ein deutlicher Hin- weis, nicht darauf, dass wir keine Inflation hatten, sondern dar- auf, dass die Geldmenge ganz eindeutig zu gross war. Des- halb haben wir 1987 und 1988 im Prinzip den Teuerungsschub ausgelöst.
1989 stand die Geldbehörde vor einer sich aufbauenden infla- tionären Situation, die, wenn die Teuerung nicht institutionali- siert werden sollte, nur durch eine restriktive Geldmengenpoli- tik bekämpft werden konnte. Dies ist bis in die jüngste Vergan- genheit mit einem Anstieg der Zinsen verbunden gewesen, der unter anderem aufgrund ungünstig wirkender, institutiona- lisierter Ueberwälzungsregelungen die Inflationsrate zusätz- lich erhöhte. Die gestiegenen Zinsen werden aber auch die starke Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen und da- mit das Wachstum dämpfen, was die Inflationsrate allmählich bremsen wird. Mit der Abschwächung der Teuerung sollte sich dann auch wieder ein gewisser Abbau der Zinsen einstel- len.
Bei der Teuerungsbekämpfung gibt es keine Alternative zu ei- ner restriktiven Geldmengenpolitik. Wenn der schweizeri- schen Volkswirtschaft zuviel Liquidität belassen wird, so wird die überhitzte Konjunktur noch stärker angekurbelt. Die kon- junkturelle Ueberhitzung und die mit einem schwachen Schweizerfranken verbundene Erhöhung der Importpreise würden die Teuerungsspirale in der Schweiz nochmals in eine Drehung versetzen. Damit würden auch die Zinsen wieder an- steigen. Im Unterschied zu einer restriktiven Geldmengenpoli- tik werden bei einer expansiven Politik hohe Zinsen unsere ständigen Begleiter sein.
Man muss sich in der Geldmengenpolitik bewusst sein, dass zwischen einer Entscheidung und der Auswirkung in der Re- gel zwei Jahre liegen. Die Nationalbank hat von 1987 bis in den Sommer 1988 eine zu expansive Geldmengenpolitik betrie- ben. Diese zwei Jahre sind jetzt vorbei. Die Auswirkungen ha- ben wir - glaube und hoffe ich - «bezahlt», so dass damit zu rechnen ist, dass jetzt die Teuerung zurückgehen wird.
Man muss sich auch bewusst sein, dass nicht allein hier die Probleme liegen, sondern auch bei dem völlig ausgelasteten Arbeitsmarkt. Wenn Sie sehen, wie stark die Begehren nach zusätzlichen Arbeitskräften sind, muss man ganz klar sagen, dass diese Wirtschaft überbelastet ist, dass man also Mass- nahmen dagegen treffen muss, damit die Teuerung nicht wei- tergeht.
Zinssätze sind ja auch eine Frage der Inflationsrate. Wenn Sie eine tiefe Inflationsrate haben, können Sie auch mit tiefen Zins- sätzen noch einen realen Zinsgewinn erwirtschaften. Wenn Sie aber hohe Inflationsraten haben, ist die Ersparnis nicht mehr interessant, auch wenn die Zinssätze noch etwas höher sind, weil es keine oder kaum eine reale Verzinsung gibt. Auch diese Zusammenhänge muss man sehen.
Dazu kommt, dass sich mit der Globalisierung der Märkte die Schweizer auch überlegen, wo sie allenfalls mehr Zinsen be- kommen können. Ich habe Ihnen gesagt: 1988 hatten wir in der Schweiz Tageszinssätze von 1,5 Prozent. Dass da nie- mand mehr Geld in der Schweiz anlegt, ist eigentlich selbst- verständlich, nicht einmal kurzfristig. Wir haben damals zwi- schen dem Schweizerfranken und dem Dollar Differenzen von 7 bis 8 Prozent gehabt. Heute ist das anders. Aber heute müs-
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Interpellation Reymond
sen auch die Schweizer ihr Geld nicht mehr im Ausland an- legen, sondern heute würden sie es besser in Schweizerfran- ken investieren, weil die Verzinsung wieder in Ordnung ist. Nur dadurch, dass wir in der Nationalbank eine restriktive Geld- mengenpolitik geführt haben, haben wir eine Chance gehabt, die Teuerung wirksam zu bekämpfen.
Herr Ständerat Jelmini hat recht, wenn er sagt, es gebe auch andere Mittel als nur die Hochzinspolitik. Das ist richtig.
Andere Mittel haben wir in der Verfassung. Wir haben einen Konjunkturartikel. Wir könnten also Zuschläge zu Bundessteu- ern erheben. Aber, Herr Jelmini, fragen Sie sich einmal, wel- che Chancen ich mit 900 Millionen Ueberschuss in der Kasse gehabt hätte, wenn ich vorgeschlagen hätte, einen Zuschlag von 10 Prozent Steuern zu erheben, Warenumsatzsteuer oder sonst etwas. Bei den direkten Steuern haben wir ein derart ver- altetes System, das Sie ja in Ihrer grossen Mehrheit unterstüt- zen, dass es keinen Sinn hat, konjunkturpolitische Zuschläge zu erheben, weil das noch einmal verkehrt herauskäme. Zu- sätzliche Fehler sollte man keine machen.
Wir haben keine Möglichkeit gehabt, in der Fiskalpolitik ein Mehreres zu tun, aber wir haben uns angestrengt und stren- gen uns heute noch an, kein Defizit entstehen zu lassen, um die Situation nicht weiter zu verschlechtern, auch wenn die Prognosen für das nächste Jahr in bezug auf die Finanzpla- nung nicht gut sind. Wir werden alles tun, um zur Unterstüt- zung der Finanz- und Währungspolitik der Nationalbank unse- ren Beitrag zu leisten.
Jelmini: Ich habe Verständnis für die Ueberlegungen und die Argumentation des Bundesrates, und ich bedanke mich dafür. Trotzdem kann ich mich von der Antwort nicht befriedigt erklä- ren.
90.427
Interpellation Reymond Steuerbefreiung der Sparhefte Défiscalisation de l'épargne
Wortlaut der Interpellation vom 14. März 1990
Die Marktlage und der Immobilienmarkt in der Schweiz zeigen seit Jahren, dass Wohnraum stark mit Hypotheken belastet ist, welche meist nicht oder nur zu einem geringen Teil amortisiert sind.
Der Hypothekarzins hängt unmittelbar vom traditionellen Spa- ren ab, das in dem Masse zurückgeht, wie sich die zweite Säule und vorteilhaftere Anlagemöglichkeiten für persönliche Ersparnisse entwickeln. Man muss sich fragen, ob die traditio- nellen Spargelder - nur sie gewährleisten Wohnraum zu Zin- sen, die für Eigentümer und Mieter erträglich sind - nicht weit- gehend von der Steuer befreit werden sollten.
Ist der Bundesrat bereit, Mittel und Wege zu prüfen, um die Einkommens-, die Verrechnungs- und die Vermögenssteuer auf den traditionellen Spargeldern zu senken oder sogar ab- zuschaffen, welche - über die Banken - zur Finanzierung von Hypotheken und folglich von Wohnraum dienen?
Texte de l'interpellation du 14 mars 1990
La connaissance du marché et de la propriété immobilière en Suisse révèle depuis de longues années que les logements sont grevés du lourdes hypothèques, lesquelles ne sont pas amorties ou peu amorties, la plupart du temps.
Étant donné que le taux hypothécaire dépend très directement de l'épargne traditionnelle, et compte tenu que celle-ci dimi- nue au fur et à mesure que se développent aussi bien le deuxième pilier que les possibilités de placer plus avantageu- sement les économies personnelles, on doit se demander si l'épargne traditionnelle - seule à même d'assurer le logement
à des taux supportables pour les propriétaires et les locataires - ne devrait pas être largement défiscalisée.
Le Conseil fédéral est-il disposé à examiner les moyens et mo- dalités de diminuer, voire de supprimer, aussi bien l'impôt sur le revenu, l'impôt anticipé et l'impôt sur la fortune d'une épar- gne traditionnelle destinée - par l'intermédiaire des banques - au financement des hypothèques, donc du logement?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Cavadini, Gautier (2)
M. Reymond: Au moment de la troisième hausse du taux hy- pothécaire il y a quelques temps, un journal lausannois com- mentait la désagréable contrainte du marché de l'argent en l'assortissant de la conclusion suivante: «Bonnes nouvelles toutefois, les banquiers planchent sur de nouveaux systèmes de financement des hypothèques. Ils cherchent à dissocier le taux d'épargne du taux hypothécaire en trouvant d'autres structures de financement peut-être plus complexes mais moins coûteuses.» Une telle affirmation n'est hélas qu'une illu- sion. Crédit à long terme, l'hypothèque ne peut avoir pour contrepartie que des capitaux à long terme. Or, parmi ces der- niers, l'épargne est et restera toujours le meilleur marché.
Il convient donc, me semble-t-il, de veiller à maintenir en Suisse une épargne privée importante. Or, depuis 18 mois, l'épargne traditionnelle sur les comptes et livrets diminue de manière drastique dans notre pays. Le mouvement avait ce- pendant commencé bien avant, les placements sous cette forme s'étant très peu développés ces vingt dernières années si on les compare avec ceux consacrés aux autres manières de placer ses économies: bons de caisse, obligations suisses et étrangères, actions, etc.
Il y a deux raisons essentielles qui font que l'épargne ne cesse de diminuer dans l'échelle des normes de placement des helvètes: d'une part le développement des assurances socia- les qui rend moins indispensable, voire inutile pour ceux qui n'ont pas de descendants la propension à épargner; d'autre part la formation économique des citoyens, attisée sans cesse par les conseillers en placement des banques qui orientent la majorité des économies des ménages vers des placements plus rémunérat
A ces orientations vient s'ajouter de plus en plus souvent la question suivante: pourquoi épargner encore, alors que l'épargnant, qui accomplit une véritable activité sociale et poli- tique, voit son épargne qui sert essentiellement à financer des hypothèques, donc le logement, encore pénalisée par des impôts? Non seulement les revenus de l'intérêt de l'épargne traditionnelle s'ajoutent aux autres revenus et sont soumis à l'impôt cantonal et fédéral, mais le capital épargné lui-même fait l'objet de taxations cantonales et communales au titre de l'impôt sur la fortune. Or, l'épargne ne devrait plus être péna- lisée, mais au contraire encouragée si l'on veut vraiment aider à résoudre le problème national qui est celui du taux hypothé- caire et de son corollaire, le prix du logement.
Si l'épargne n'est pas encouragée, elle risque de perdre son rôle primordial de moyen financier le plus avantageux pour le marché hypothécaire suisse. Nous devrions dès lors avoir le courage de faire un pas décisif dans le sens d'un abandon définitif de tout impôt sur le capital et sur le revenu des comp- tes et carnets d'épargne traditionnels. Ainsi, on s'assurerait de manière durable les moyens financiers nécessaires à un finan- cement avantageux de l'immobilier en général et du logement en particulier.
Une épargne défiscalisée à 5 pour cent serait compétitive avec des placements de 7 pour cent soumis au fisc. De ce fait, elle serait très rapidement en développement, peut-être même ra- pidement suffisante pour assurer des prêts hypothécaires à 5,75 ou 6 pour cent en lieu et place des 7,5 ou 8 pour cent d'aujourd'hui.
Je demande donc au Conseil fédéral s'il est disposé à exami- ner les moyens et modalités de diminuer, voire de supprimer aussi bien l'impôt sur le revenu et l'impôt anticipé de l'épargne traditionnelle, comptes et livrets, et de celle-là seulement. Il est évident qu'il faudrait des mesures parallèles au niveau des cantons où se pose en plus la question de l'imposition du capi- tal épargné.
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1990
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Anno
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Sommersession
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Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.839
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Datum 12.06.1990 - 08:00
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375-377
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