N 22 juin 1990
1288
Interpellation Aregger
89.559
Interpellation Aregger Ausbau der Seetalbahn Aménagement de la ligne du Seetal
Wortlaut der Interpellation vom 23. Juni 1989
Für den Ausbau der SBB-Linie Emmenbrücke-Lenzburg (Seetalbahn) existieren Projekte, deren Investitionskosten mindestens 500 Millionen Franken betragen werden. Neben der Kostenfrage werden in einigen Anliegergemeinden vor al- lem auch Lösungsvarianten diskutiert. So hat beispielsweise eine neu gegründete «Arbeitsgruppe öffentlicher Verkehr Hitz- kirchertal» ernste Bedenken gegen das Tunnelprojekt Ermen- see-Reinach geäussert und interessante Alternativen vorge- schlagen.
Der Bundesrat wird zur Beantwortung folgender Fragen einge- laden:
Ist der Bundesrat bereit, das Ausbauprojekt Seetalbahn und allfällige Varianten zu überprüfen?
Verfügt der Bundesrat beim Seetalbahnprojekt über Ko- sten-Nutzen-Vergleiche und Verkehrsanalysen?
Sprechen die zur Verfügung stehenden Zahlen für den ge- planten Ausbau?
Welches ist der definitive Finanzierungsschlüssel zwischen Bund, SBB und Kantonen?
Welche Instanz ist für den Grundsatzentscheid und die etappenweisen Baubeschlüsse zuständig?
Texte de l'interpellation du 23 juin 1989
Des projets ont été conçus afin de développer la ligne CFF Emmenbrücke-Lenzbourg (ligne du Seetal), qui exigent des investissements d'un montant de 500 millions de francs au mi- nimum. En sus de l'ampleur de la somme, plusieurs des com- munes desservies discutent de certaines variantes. Par exem- ple, un groupe de travail sur les transports publics dans l'Hitz- kirchertal (Arbeitsgruppe öffentlicher Verkehr Hitzkirchertal), nouvellement constitué, a émis de sérieuses réserves quant au projet de tunnel Ermensee-Reinach et proposé des solu- tions de rechange intéressantes.
Ainsi, le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions sui- vantes:
Le Conseil fédéral est-il disposé à examiner le projet de développement de la ligne du Seetal et ses éventuelles varian- tes?
Le Conseil fédéral dispose-t-il, au sujet de ladite ligne, d'analyses de rendement et de trafic?
Les chiffres en question plaident-ils en faveur d'un dévelop- pement de la ligne?
Comment s'établissent les parts de financement définitives entre la Confédération, les CFF et les cantons?
Quel organe prendra-t-il la décision de principe, et qui sera compétent pour prendre les décisions au fil des travaux?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Büttiker, Dormann, Fäh, Fi- scher-Hägglingen, Fischer-Sursee, Fischer-Seengen, Jung, Keller, Mauch Rolf, Müller-Wiliberg, Schnider, Stamm, Stucky, Tschuppert, Weber-Schwyz (15)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 14. Februar 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 14 février 1990
Bauherren des Seetalbahnprojektes sind die Kantone Aargau und Luzern. Bund und SBB begleiten das Vorhaben materiell nur insoweit, als die Bundesgesetzgebung bzw. die Mitfinan- zierung dies verlangen. Die SBB als Betreiberinnen der An-
lagen projektieren zudem im Auftrag der Kantone die bahn- technischen Anlagen.
Sollten auf dieser Basis neue Ausführungsvarianten des Pro- jektes Mehrkosten verursachen, wären diese allein vom Be- steller zu tragen. Der Kanton Luzern hat indessen zugesichert, auf eine Reduktion der Kosten hinzuwirken, soweit die Frage der Sicherheit nicht tangiert wird.
Die vom Interpellant erwähnte Studie der «Arbeitsgruppe öf- fentlicher Verkehr Hitzkirchertal» ist weder den SBB noch dem Bundesrat offiziell bekannt.
Grundlage für die Seetalbahnsanierung ist der Bericht der Behördendelegation vom 20. Juni 1977. Er stützt sich auf ver- schiedene umfassende Studien. Diese wurden in der Zwi- schenzeit teilweise aktualisiert. Darüber hinaus verfügen die SBB im Rahmen ihrer normalen Verkehrszählungen über de- taillierte Angaben zum bestehenden Verkehr. Für den Sanie- rungsbeschluss waren Sicherheitsüberlegungen entschei- dend. Deshalb wurde die Erarbeitung einer eigentlichen Ko- sten-Nutzen-Analyse nie als notwendig erachtet.
Der Sanierungsentscheid des Bundesrates zugunsten der Seetalbahn beruht auf den positiven Ergebnissen des Berich- tes vom 20. Juni 1977 und bezweckt die Erhöhung der Sicher- heit. Während der Kanton Aargau das Projekt politisch bereits abgesichert hat, fehlt der bezügliche Grundsatzbeschluss des Kantons Luzern noch. Beide Kantone machen aber geltend, dass unter den bestehenden Umständen ein Rückkommen auf den Grundsatzbeschluss politisch nicht verstanden würde.
Darüber hinaus sprechen neben der Hebung der Sicherheit materielle Gründe für den nun vorgesehenen Ausbau der See- talbahn. Derzeit liegt sie im Vergleich zu andern Regionalbah- nen der SBB im Mittelfeld. Im Hinblick auf das Verkehrsauf- kommen bestehen durchaus Entwicklungschancen:
Die Bahn wird vermehrt zu einer Vorortsbahn; insbesondere wenn der Raum Reinach direkt mit Luzern verbunden wird. Al- lerdings vermag auch ein starker Pendlerverkehr die finanziel- len Betriebsergebnisse nicht entscheidend zu verbessern.
Das touristische Aufkommen der Bahn wächst.
In Luzern sind die Zulaufkapazitäten auf der Strasse er- schöpft.
Im Gegensatz zu vergleichbaren Regionalbahnen fährt die Seetalbahn den Siedlungen nach, wodurch die Anmarsch- wege gering bleiben.
Die Finanzierung richtet sich nach den Bestimmungen der Verkehrstrennungsverordnung. Im Kanton Aargau bot die Fi- nanzierung keine Probleme. Für das Hoheitsgebiet des Kan- tons Luzern haben sich die verantwortlichen Bundesämter auf einen Finanzierungsschlüssel geeinigt. Der Regierungsrat des Kantons Luzern hat nun abweichend von seinem früheren Standpunkt von diesem zustimmend Kenntnis genommen. Er belastet Bund und Kantone prozentual wie folgt: SBB 7,2 Pro- zent, Bundesamt für Strassenbau 67,0 Prozent und Kanton Luzern 25,8 Prozent. Der Bundesrat wird definitiv entscheiden, wenn die vom Kanton Luzern in Aussicht gestellten Redimen- sionierungsüberlegungen vorliegen.
Bei der Finanzierung sind die Betroffenen für die Grundsatz- beschlüsse ihres Anteils zuständig. Bundesseits verlangt das
Interpellation Carobbio
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Finanzierungsmodell bezüglich der Beteiligung über die Ver- kehrstrennungsverordnung einen Bundesratsbeschluss. Ueber eine Etappierung des Projektes beschliesst der betrof- fene Kanton im Einvernehmen mit den SBB.
Für die Einzelprojekte gelten die eisenbahnrechtlichen Be- stimmungen (Plangenehmigung). Die Plangenehmigung (Baubewilligung) wird von der Eisenbahnaufsichtsbehörde er- teilt (Bundesamt für Verkehr, gegebenenfalls SBB).
Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
90.452
Interpellation Carobbio Videotex. Tarife für Auslandverbindungen
Interpellanza Carobbio Videotex. Tariffe per i collegamenti con l'estero Interpellation Carobbio Vidéotex. Liaisons avec l'étranger. Tarifs
Wortlaut der Interpellation vom 21. März 1990
Die Dienstleistung Videotex stösst auf zunehmendes Inter- esse und hat somit auch wachsenden Erfolg. Dies beweist die wachsende Zahl der Abonnenten: bis heute ungefähr 40 000. Die Nützlichkeit von Videotex wird dadurch unterstrichen, dass das System die Möglichkeit bietet, die Datenbanken un- serer Nachbarländer zu konsultieren: Deutschland, Luxem- burg, Frankreich (in diesem Fall nach andern Normen). Er- möglicht wird dies dadurch, dass Verbindung mit den entspre- chenden Diensten dieser Länder hergestellt werden kann.
Allerdings scheinen die Bedingungen für die Verbindung und den Zugang zu diesen Datenbanken unterschiedlich zu sein, namentlich in bezug auf die Tarife. So gelten für die Verbindun- gen mit Deutschland die schweizerischen, für jene mit Frank- reich jedoch die wesentlich höheren internationalen Tarife. Dies benachteiligt die Benutzer, welche französische Daten- banken des entsprechenden französischen Fernmeldedien- stes konsultieren wollen.
Wir fragen deshalb den Bundesrat:
Kann er bestätigen, dass die Tarife für die Verbindungen mit Deutschland und diejenigen mit Frankreich unterschiedlich sind? Wenn ja, welche Gründe rechtfertigen dies?
Hält er es nicht für notwendig, die zuständigen Dienste auf- zufordern, die Verbindungsmöglichkeiten mit Frankreich möglichst bald zu verbessern, namentlich durch eine Anglei- chung der Tarife für Frankreich an jene für Deutschland?
Wie steht es in dieser Hinsicht mit den Verbindungen zu den entsprechenden italienischen und österreichischen Dien- sten?
Testo dell'interpellanza del 21 marzo 1990
Il servizio di telecomunicazioni Videotex comincia a incontrare interesse e successo. Lo prova il numero crescente di abbo- nati: circa 40 000 a tutt'oggi. La validità del servizio è rafforzata dalla possibilità di accedere alle banche dati dei paesi a noi vi- cini: Germania occidentale, Lussemburgo, Francia (con norme diverse in quest'ultimo caso). Ciò grazie alle possibilità di collegamenti con gli analoghi servizi di quei paesi.
Tuttavia, a quanto sembra, le condizioni di collegamento e di accesso alle rispettive banche dati sono diverse, in particolare per quanto riguarda le tariffe applicate. Così per i collegamenti con la Germania valgono le tariffe svizzere. Per quelli con la Francia quelle internazionali, notevolmente più alte. Tale situa- zione discrimina gli utenti che volessero far capo alle banche dati del servizio di telecomunicazioni analogo francese.
I sottoscritti chiedono perciò al Consiglio federale:
se conferma la differenza di tariffe per i collegamenti con la Germania e per quelli con la Francia e in caso affermativo quali sono le ragioni che le giustificano?
se non ritiene di sollecitare i servizi competenti affinchè acce- lerino le possibilità di collegamento con la Francia, in partico- lare uniformando le tariffe per la Francia a quelle per la Germa- nia?
quale è la situazione per quanto concerne i collegamenti con gli analoghi servizi italiani e austriaci?
Texte de l'interpellation du 21 mars 1990
Le service de télécommunication Vidéotex suscite un intérêt croissant comme le prouve le nombre grandissant d'abonnés, actuellement proche de 40 000. L'utilité de ce service est ac- crue par la possibilité d'accéder, grâce aux liaisons avec les services analogues des pays voisins, aux banques de don- nées de ces pays: Allemagne de l'Ouest, Luxembourg, France (dont les normes sont d'ailleurs différentes).
Pourtant, les conditions dans lesquelles se font ces liaisons et s'établit l'accès à ces banques varient fortement, notamment pour ce qui est des tarifs appliqués. Ainsi, si les tarifs suisses s'appliquent aux liaisons avec l'Allemagne, celles avec la France sont soumises aux taxes internationales, notablement plus élevées. Cette situation discrimine ceux qui veulent con- sulter les banques de données françaises.
Les soussignés demandent donc au Conseil fédéral:
s'il confirme la différence de tarif existant entre les liaisons avec l'Allemagne et la France et le cas échéant quels sont les motifs qui la justifient?
s'il ne juge pas indiqué de prier les services compétents d'améliorer les liaisons avec la France et d'harmoniser les ta- rifs français avec ceux d'Allemagne?
quelles sont les règles applicables aux liaisons avec les ser- vices analogues d'Autriche et d'Italie?
Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Aguet, Boden- mann, Borel, Brügger, Bundi, Danuser, Haering Binder, Haf- ner Ursula, Jeanprêtre, Longet, Pini, Pitteloud, Rechsteiner, Züger (14)
Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit L'autore rinunzia alla motivazione e desidera una risposta scritta.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. Juni 1990 Risposta scritta del Consiglio federale dell'11 giugno 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 juin 1990
Sull'interpellanza in generale si può precisare quanto segue: Il Consiglio federale, visto l'articolo 46 capoverso 2 della legge federale del 14 ottobre 1922 sulla corrispondenza telegrafica e telefonica, ha emanato, il 26 novembre 1986 l'ordinanza sul Vi- deotex. Questa ordinanza fissa, tra l'altro, le condizioni d'ab- bonamento e le tasse per le comunicazioni all'interno della Svizzera.
L'accesso a servizi analoghi in altri paesi è disciplinato formal- mente dalle disposizioni del «Contratto internazionale delle te- lecomunicazioni». Esso deve essere regolato con i gestori delle reti e dei servizi nei rispettivi paesi.
Per l'introduzione di un servizio videotex che superi i confini di stato, l'azienda delle PTT si attiene alle direttive seguenti:
Il Videotex si deve affermare dapprima sul piano nazionale. Il numero minimo di utenti necessario perchè il servizio possa diffondersi in modo autonomo e espandersi oltre i confini di stato è stimato a 50 000.
Allo scopo di esaminare le esigenze di mercato e gli aspetti gestionali sul piano internazionale l'azienda delle PTT ha de- ciso di realizzare, investendo il minimo necessario, accessi provvisori ai servizi videotex di alcuni paesi limitrofi, in primo luogo di paesi che operano con la norma videotex adottata an- che in Svizzera. Per questo motivo sono in corso da qualche tempo prove d'esercizio con la Repubblica Federale di Ger- mania, il Lussemburgo e da poco con l'Austria.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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1990
Anno
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III
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Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.559
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Numero dell'oggetto
Datum 22.06.1990 - 08:00
Date
Data
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1288-1289
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