Helmet requirement for mopeds not relaxed

20018763Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)22.06.1990Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

In an interpellation concerning the new compulsory helmet rule for moped riders, the question was whether exceptions should be introduced, especially for riders over 18 who forgo a car or motorcycle licence. The Federal Council answered that the helmet requirement had been introduced to improve road safety, that the helmet’s protective effect is undisputed, and that exceptions must remain narrowly limited. It therefore refused to relax the rule. The interpellator was only partially satisfied.

Omnilex-Regeste

Art. 3b Abs. 3 and 4 VRV; helmet obligation for moped riders; no entitlement to a broader exception regime. Where a safety measure is based on an undisputed protective effect, the exceptional grounds must be construed restrictively. A proposed exemption must be rejected if it would undermine the purpose of accident prevention or prove impractical and uncontrollable in application.

Gesamter Gesetzestext

Interpellation Leutenegger Oberholzer

1277

  1. Juni 1990 N

90.312 Interpellation Portmann Helmtragpflicht für Motorfahrradfahrer Cyclomotoristes. Port du casque

Wortlaut der Interpellation vom 6. Februar 1990

Der Bundesrat wird eingeladen zu erklären, ob er bereit ist, die Helmtragpflicht für Motorfahrradfahrer (Art. 3b Abs. 3 VRV), die seit dem 1. Januar 1990 dieses Jahres in Kraft steht, bei Aufrechterhaltung der Unfallprävention auf vertretbare Art zu lockern, um den berechtigten Einwänden der jungen und älte- ren Motorfahrradfahrer Rechnung zu tragen.

Texte de l'interpellation du 6 février 1990

Le Conseil fédéral est prié de faire savoir s'il est disposé à as- souplir la disposition sur le port obligatoire du casque (art. 3b, al. 3 OCR) en vigueur depuis le 1er janvier 1990, d'une ma- nière compatible avec la prévention des accidents, afin de te- nir compte des objections justifiées des jeunes cyclomotoris- tes ainsi que de leurs aînés.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Es bleibt unbestritten, dass 1988 3921 Motorfahrradfahrer in unserem Land verunfallt sind und dass mehr als tausend von ihnen schwere Kopfblessuren erlitten haben, womit sich die Helmtragpflicht für die Motorfahrradfahrer aus Gründen der Unfallverhütung grundsätzlich rechtfertigt.

Die kurze Erfahrung mit der ausnahmslosen Helmtragpflicht zeigt teilweise problematische Wirkungen, die es zu überden- ken gilt. So verlieren ältere Menschen unter der Helmmontur ihre bisherige Verkehrssicherheit, sie hören weniger und wäh- nen ihr Gesichtsfeld massiv eingeschränkt. Sie resignieren deshalb zu früh als motorisierte Verkehrsteilnehmer.

Und so wechseln jüngere Menschen, die das Helmobligato- rium ablehnen und nicht auf ein Motorrad umsteigen, früher aufs eigene Auto über.

Das Versorgen des Helms auf dem Motorfahrrad ist für jüngere und ältere Motorfahrradfahrer kaum möglich, dessen Mit- schleppen vor der Weiter- oder Rückfahrt hinderlich bis unzu- mutbar. Um der Unfallgefahr ungebrochen vorzubeugen, aber der Ablehnung der Helmtragpflicht entgegenzuwirken, ist eine Lockerung der grundsätzlichen Tragepflicht geboten. Erachtet es der Bundesrat für möglich, diejenigen Motorfahr- radfahrer, welche nach ihrem 18. Altersjahr freiwillig auf den Führerschein für Auto oder Motorrad verzichten, für die Dauer ihres Verzichtes von der Helmtragpflicht zu entbinden?

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 25. April 1990

Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 avril 1990

Am 25. Januar 1989 hat der Bundesrat die Helmtragpflicht für Motorfahrradfahrer auf den 1. Januar 1990 beschlossen VRV (Art. 3b Abs. 3 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11). Ausnahmen sind nur in fünf Fällen vorgesehen, beispielsweise, wenn der Führer durch ein ärztliches Zeugnis nachweist, dass ihm das Tragen eines Helms nicht zugemutet werden kann (Art. 3b Abs. 4 VRV). Um die unbestrittene Schutzwirkung des Helms (namhafte Reduktion der schweren Kopfverletzungen) nicht illusorisch zu machen, muss der Aus- nahmekatalog möglichst kleingehalten werden.

Gerade jüngere und ältere Motorfahrradfahrer sind besonders gefährdet. Der Vorschlag, über 18jährige Motorfahrradfahrer von der Helmtragpflicht auszunehmen, solange sie kein Auto führen, würde dem Ziel der Verkehrssicherheit widersprechen und wäre zudem völlig unpraktikabel und unkontrollierbar; der Verzicht auf das Autofahren darf nicht mit einer Massnahme

unterstützt werden, die die Motorfahrradfahrer erhöhten Risi- ken für ihre Gesundheit aussetzt.

Der Bundesrat ist daher nicht bereit, in den vom Interpellanten angeführten Fällen die Helmtragpflicht zu lockern.

Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satisfait de la réponse du Conseil fédéral.

90.337

Interpellation Leutenegger Oberholzer Weiterführung der Arbeitserziehungsanstalt Arxhof/BL Etablissement de rééducation d'Arxhof/BL

Wortlaut der Interpellation vom 7. Februar 1990

Zur Weiterführung der Arbeitserziehungsanstalt (AEA) Arxhof im Kanton Basel-Landschaft bitte ich den Bundesrat aufgrund der jüngsten Entwicklung im AEA, der Subventionszusage für den Arxhof II und in Anbetracht der Oberaufsicht des Bundes über den Straf- und Massnahmenvollzug, um Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Der AEA Arxhof, wie sie bis 1988 geführt wurde, wurde von in- und ausländischen Fachkreisen aufgrund ihrer hohen Er- folgsquoten (vergleichsweise wenig Rückfällige) grosse Aner- kennung ausgesprochen. Wie beurteilt der Bundesrat die bis 1988 in der AEA Arxhof geleistete Arbeit?

  2. Artikel 1 Buchstabe b des Bundesgesetzes über die Lei- stungen des Bundes für den Straf- und Massnahmenvollzug legt fest, dass die in diesem Gesetz vorgesehenen Leistungen dazu beitragen sollen, die «Grundlagen für Neuerungen auf diesem Gebiet bereitzustellen».

Bestünde nun aufgrund dieser gesetzlichen Bestimmung nicht die Möglichkeit oder sogar Verpflichtung des Bundes, beim Konkordat daraufhin zu wirken, dass die AEA Arxhof als wirkliche Alternative zu den schon bestehenden Arbeitserzie- hungsanstalten Uitikon und Kalchrain wiederaufgebaut und geführt wird?

  1. Aufgrund welcher Kriterien hat das Bundesamt für Justiz dem sogenannten Arxhof II gemäss Projekt Eck die Subventi- onsberechtigung zuerkannt?

  2. Was unternimmt der Bundesrat, um im Bereich des Straf- und Massnahmenvollzugs auf Neuerungen hinzuwirken, wie sie in Artikel 1 Buchstabe b des erwähnten Bundesgesetzes vorgesehen sind?

  3. Wie viele Modellversuche werden zurzeit gemäss den Arti- keln 8, 9 und 10 des Bundesgesetzes über die Leistungen des Bundes für den Straf- und Massnahmenvollzug subventio- niert, welches sind die besonderen Zielsetzungen dieser Mo- dellversuche, und wo werden sie durchgeführt?

Texte de l'interpellation du 7 février 1990

Concernant l'avenir de l'établissement de rééducation par le travail d'Arxhof/BL, et compte tenu de l'évolution récente de cet établissement ainsi que de l'approbation de subventions en faveur d'un établissement Arxhof II, j'invoque le droit de haute surveillance de la Confédération sur l'exécution de pei- nes et mesures pour prier le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:

  1. L'établissement, tel qu'il a été géré jusqu'en 1988, a joui d'une haute réputation auprès des experts suisses et étran- gers en raison de ses excellents résultats et du taux relative- ment faible de récidivistes. Quelle appréciation le Gouverne- ment porte-t-il sur la qualité du travail fourni par l'établisse ment jusqu'en 1988?

  2. L'article 1, lettre b de la loi sur les prestations de la Confé- dération dans l'exécution des peines et mesures précise que

62-N

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Portmann Helmtragpflicht für Motorfahrradfahrer Interpellation Portmann Cyclomotoristes. Port du casque

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1990

Année

Anno

Band

III

Volume

Volume

Session

Sommersession

Session

Session d'été

Sessione

Sessione estiva

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 90.312

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 22.06.1990 - 08:00

Date

Data

Seite

1277-1277

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Ref. No

20 018 763

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Schlagwörter

road safetyhelmet obligationmoped ridersexceptionsaccident prevention

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the helmet requirement for moped riders should be relaxed for certain riders over 18 who renounce car or motorcycle licenses.

Extrahierter Entscheid

The Federal Council was not prepared to relax the helmet requirement in the cases mentioned.

Extrahierte Begründung

The helmet has a proven protective effect and exceptions should remain limited. The proposed exemption would conflict with road safety and would be impractical and uncontrollable.

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