Interpellation Leutenegger Oberholzer
1277
90.312 Interpellation Portmann Helmtragpflicht für Motorfahrradfahrer Cyclomotoristes. Port du casque
Wortlaut der Interpellation vom 6. Februar 1990
Der Bundesrat wird eingeladen zu erklären, ob er bereit ist, die Helmtragpflicht für Motorfahrradfahrer (Art. 3b Abs. 3 VRV), die seit dem 1. Januar 1990 dieses Jahres in Kraft steht, bei Aufrechterhaltung der Unfallprävention auf vertretbare Art zu lockern, um den berechtigten Einwänden der jungen und älte- ren Motorfahrradfahrer Rechnung zu tragen.
Texte de l'interpellation du 6 février 1990
Le Conseil fédéral est prié de faire savoir s'il est disposé à as- souplir la disposition sur le port obligatoire du casque (art. 3b, al. 3 OCR) en vigueur depuis le 1er janvier 1990, d'une ma- nière compatible avec la prévention des accidents, afin de te- nir compte des objections justifiées des jeunes cyclomotoris- tes ainsi que de leurs aînés.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Es bleibt unbestritten, dass 1988 3921 Motorfahrradfahrer in unserem Land verunfallt sind und dass mehr als tausend von ihnen schwere Kopfblessuren erlitten haben, womit sich die Helmtragpflicht für die Motorfahrradfahrer aus Gründen der Unfallverhütung grundsätzlich rechtfertigt.
Die kurze Erfahrung mit der ausnahmslosen Helmtragpflicht zeigt teilweise problematische Wirkungen, die es zu überden- ken gilt. So verlieren ältere Menschen unter der Helmmontur ihre bisherige Verkehrssicherheit, sie hören weniger und wäh- nen ihr Gesichtsfeld massiv eingeschränkt. Sie resignieren deshalb zu früh als motorisierte Verkehrsteilnehmer.
Und so wechseln jüngere Menschen, die das Helmobligato- rium ablehnen und nicht auf ein Motorrad umsteigen, früher aufs eigene Auto über.
Das Versorgen des Helms auf dem Motorfahrrad ist für jüngere und ältere Motorfahrradfahrer kaum möglich, dessen Mit- schleppen vor der Weiter- oder Rückfahrt hinderlich bis unzu- mutbar. Um der Unfallgefahr ungebrochen vorzubeugen, aber der Ablehnung der Helmtragpflicht entgegenzuwirken, ist eine Lockerung der grundsätzlichen Tragepflicht geboten. Erachtet es der Bundesrat für möglich, diejenigen Motorfahr- radfahrer, welche nach ihrem 18. Altersjahr freiwillig auf den Führerschein für Auto oder Motorrad verzichten, für die Dauer ihres Verzichtes von der Helmtragpflicht zu entbinden?
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 25. April 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 avril 1990
Am 25. Januar 1989 hat der Bundesrat die Helmtragpflicht für Motorfahrradfahrer auf den 1. Januar 1990 beschlossen VRV (Art. 3b Abs. 3 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11). Ausnahmen sind nur in fünf Fällen vorgesehen, beispielsweise, wenn der Führer durch ein ärztliches Zeugnis nachweist, dass ihm das Tragen eines Helms nicht zugemutet werden kann (Art. 3b Abs. 4 VRV). Um die unbestrittene Schutzwirkung des Helms (namhafte Reduktion der schweren Kopfverletzungen) nicht illusorisch zu machen, muss der Aus- nahmekatalog möglichst kleingehalten werden.
Gerade jüngere und ältere Motorfahrradfahrer sind besonders gefährdet. Der Vorschlag, über 18jährige Motorfahrradfahrer von der Helmtragpflicht auszunehmen, solange sie kein Auto führen, würde dem Ziel der Verkehrssicherheit widersprechen und wäre zudem völlig unpraktikabel und unkontrollierbar; der Verzicht auf das Autofahren darf nicht mit einer Massnahme
unterstützt werden, die die Motorfahrradfahrer erhöhten Risi- ken für ihre Gesundheit aussetzt.
Der Bundesrat ist daher nicht bereit, in den vom Interpellanten angeführten Fällen die Helmtragpflicht zu lockern.
Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
90.337
Interpellation Leutenegger Oberholzer Weiterführung der Arbeitserziehungsanstalt Arxhof/BL Etablissement de rééducation d'Arxhof/BL
Wortlaut der Interpellation vom 7. Februar 1990
Zur Weiterführung der Arbeitserziehungsanstalt (AEA) Arxhof im Kanton Basel-Landschaft bitte ich den Bundesrat aufgrund der jüngsten Entwicklung im AEA, der Subventionszusage für den Arxhof II und in Anbetracht der Oberaufsicht des Bundes über den Straf- und Massnahmenvollzug, um Beantwortung der folgenden Fragen:
Der AEA Arxhof, wie sie bis 1988 geführt wurde, wurde von in- und ausländischen Fachkreisen aufgrund ihrer hohen Er- folgsquoten (vergleichsweise wenig Rückfällige) grosse Aner- kennung ausgesprochen. Wie beurteilt der Bundesrat die bis 1988 in der AEA Arxhof geleistete Arbeit?
Artikel 1 Buchstabe b des Bundesgesetzes über die Lei- stungen des Bundes für den Straf- und Massnahmenvollzug legt fest, dass die in diesem Gesetz vorgesehenen Leistungen dazu beitragen sollen, die «Grundlagen für Neuerungen auf diesem Gebiet bereitzustellen».
Bestünde nun aufgrund dieser gesetzlichen Bestimmung nicht die Möglichkeit oder sogar Verpflichtung des Bundes, beim Konkordat daraufhin zu wirken, dass die AEA Arxhof als wirkliche Alternative zu den schon bestehenden Arbeitserzie- hungsanstalten Uitikon und Kalchrain wiederaufgebaut und geführt wird?
Aufgrund welcher Kriterien hat das Bundesamt für Justiz dem sogenannten Arxhof II gemäss Projekt Eck die Subventi- onsberechtigung zuerkannt?
Was unternimmt der Bundesrat, um im Bereich des Straf- und Massnahmenvollzugs auf Neuerungen hinzuwirken, wie sie in Artikel 1 Buchstabe b des erwähnten Bundesgesetzes vorgesehen sind?
Wie viele Modellversuche werden zurzeit gemäss den Arti- keln 8, 9 und 10 des Bundesgesetzes über die Leistungen des Bundes für den Straf- und Massnahmenvollzug subventio- niert, welches sind die besonderen Zielsetzungen dieser Mo- dellversuche, und wo werden sie durchgeführt?
Texte de l'interpellation du 7 février 1990
Concernant l'avenir de l'établissement de rééducation par le travail d'Arxhof/BL, et compte tenu de l'évolution récente de cet établissement ainsi que de l'approbation de subventions en faveur d'un établissement Arxhof II, j'invoque le droit de haute surveillance de la Confédération sur l'exécution de pei- nes et mesures pour prier le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
L'établissement, tel qu'il a été géré jusqu'en 1988, a joui d'une haute réputation auprès des experts suisses et étran- gers en raison de ses excellents résultats et du taux relative- ment faible de récidivistes. Quelle appréciation le Gouverne- ment porte-t-il sur la qualité du travail fourni par l'établisse ment jusqu'en 1988?
L'article 1, lettre b de la loi sur les prestations de la Confé- dération dans l'exécution des peines et mesures précise que
62-N
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Interpellation Portmann Helmtragpflicht für Motorfahrradfahrer Interpellation Portmann Cyclomotoristes. Port du casque
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1990
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Band
III
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Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.312
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Datum 22.06.1990 - 08:00
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