National Council rules on two postulates

20018753Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)22.06.1990Partially Granted

Zusammenfassung

In the National Council session of 22 June 1990, the chamber dealt with two postulates by Leutenegger Oberholzer/Wiederkehr. The first asked for a clear report on the effects of an EC accession on political rights and was rejected after the Federal Council argued that the matter had already been covered and that a separate report was not useful. The second requested that all future messages and reports systematically assess gender-equality effects and be prepared with the equality office; the Federal Council agreed to take it over, and it was transmitted.

Regest

Postulates in the Federal Assembly; the Council may reject a request where the Federal Council shows the subject has already been covered and a further report is unnecessary. A postulate is transmitted when the Federal Council agrees to take it over; the chamber then orders no substantive measure beyond the transmission decision.

Gesamter Gesetzestext

Postulat Leutenegger Oberholzer

1269

  1. Juni 1990 N

90.365 Postulat Wiederkehr Europa und Volksrechte. Bericht Intégration européenne et droits politiques

Wortlaut des Postulates vom 8. Februar 1990

Der Bundesrat wird gebeten, Anfang 1991 (zu Beginn der 700-Jahr-Feiern) zuhanden der Bevölkerung einen allgemein- verständlichen Bericht vorzulegen, der darlegt, welche Auswir- kungen ein Beitritt zur EG im nämlichen Zeitpunkt (Anfang 1991) auf die Volksrechte in den einzelnen Bereichen hätte und welche Volksrechte der Bundesrat als unverzichtbar be- trachtet.

Texte du postulat du 8 février 1990

Le Conseil fédéral est invité à publier au début de 1991 (début des festivités du 700e anniversaire), à l'intention de la popula- tion, un rapport écrit dans une langue claire, exposant les ef- fets qu'une adhésion à la CE aurait dans les différents domai- nes des droits politiques au moment de la publication du rap- port et quels droits politiques· le Conseil fédéral considère comme inalienables.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Biel, Dünki, Grendelmeier, Günter, Jaeger, Oester, Vollmer, Zbinden Hans, Zwygart (9)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Die 700-Jahr-Feier wird die Diskussionen um Assoziation/Bei- tritt der Schweiz zur EG verstärken. Das Volk soll dabei, um der Entwicklung besser folgen zu können, nicht nur auf Spekula- tionen angewiesen sein, sondern sich auf Tatsachen abstüt- zen können. Nur dann kann die Entwicklung der Integrations- bemühungen Schweiz/EG richtig beurteilt werden.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. April 1990

Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 avril 1990

Die Konsequenzen eines EG-Beitrittes für die schweizerische direkte Demokratie sind schon im Bericht des Bundesrates über die Stellung der Schweiz im europäischen Integrations- prozess vom 24. August 1988 kurz dargestellt worden. Es ist vorgesehen, diese Frage im zweiten, für diesen Sommer ge- planten Integrationsbericht wieder aufzunehmen. Die Vorlage eines zusätzlichen Berichtes über die Auswirkungen eines EG-Beitritts auf die Volksrechte auf Anfang 1991 hin - wie dies im Postulat erwähnt wird - hat unter diesen Umständen wenig Sinn, zumal ein Beitritt zur EG zu diesem Zeitpunkt nicht reali- stisch ist.

Soweit es um den angestrebten Europäischen Wirtschafts- raum geht, erachtet sich der Bundesrat schon von Gesetzes wegen verpflichtet, die Oeffentlichkeit zu informieren, sobald Gang und Ergebnisse der Verhandlungen dies zulassen (vgl. Art. 8 des Verwaltungsorganisationsgesetzes); dies gilt erst recht für die Vorbereitung der Volksabstimmung über einen EWR-Vertrag (vgl. Art. 11 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die politischen Rechte). Diese Information wird selbstverständlich auch ein Kapitel über die Folgen eines schweizerischen Beitrit- tes zum EWR-Vertrag für die direkte Demokratie und damit für die Volksrechte in der Schweiz enthalten.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.

Abgelehnt - Rejeté

90.405

Postulat Leutenegger Oberholzer Gleichstellung von Frau und Mann Egalité entre femmes et hommes

Wortlaut des Postulates vom 12. März 1990

Der Bundesrat wird eingeladen, inskünftig in allen Botschaften und Berichten die Auswirkungen der Vorlage in bezug auf die Gleichstellung von Frau und Mann zu untersuchen und dem Parlament darüber in einem gesonderten Abschnitt zu berich- ten. Die gleichstellungsrelevante Beurteilung der Vorlage und die Erarbeitung des Berichts dazu sollen in engster Zusam- menarbeit mit dem Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann erfolgen.

Texte du postulat du 12 mars 1990

Le Conseil fédéral est invité à analyser dans tous les messages et rapports à venir les effets du projet traité sur l'égalité des sexes et à en faire part au Parlement dans une rubrique séparée. L'évaluation du projet du point de vue de l'égalité des droits ainsi que l'élaboration du rapport se feront avec le con- cours direct du Bureau de l'égalité entre femmes et hommes.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Antille, Aubry, Baerlocher, Bär, Bäumlin Ursula, Braunschweig, Daepp, Danuser, Déglise, Diener, Dormann, Fankhauser, Gardiol, Grendel- meier, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, Herczog, Jeanprêtre, Mauch Ursula, Nabholz, Paccolat, Pitteloud, Spoerry, Stamm, Stocker, Uchtenhagen, Ulrich, Vollmer, Zölch (30)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Seit 1981 haben wir mit Artikel 4 Absatz 2 der Bundesverfas- sung einen Gleichberechtigungsartikel in der Verfassung. Heute müssen wir feststellen, dass wir von seiner Umsetzung in der Realität immer noch weit entfernt sind. Die Beurteilung der Gleichstellung und deren Durchsetzung müssen deshalb in allen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bereichen zu einem Dauerauftrag für alle politischen Instan- zen werden. Dazu ist es notwendig, dass die Auswirkung jeder staatlichen Tätigkeit auf die Gleichstellung der Geschlechter jeweils gesondert überprüft wird, damit die Durchsetzung der gleichen Rechte für alle Bereiche gesichert wird. Sehr erleich- tert würde die Ueberprüfung der Gleichstellungswirkung einer Vorlage, wenn in den Botschaften bzw. Berichten des Bundes- rates die Wirkung der Vorlage auf die gleichen Rechte beson- ders geprüft und darüber berichtet würde. Dies wird heute be- reits in bezug auf andere Fragestellungen regelmässig ge- macht, so z. B. in bezug auf die personellen und finanziellen Auswirkungen einer Vorlage, deren Folgen für die Kantone und Gemeinden oder in bezug auf das Verhältnis zum europäi- schen Recht.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 30. Mai 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 30 mai 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

Ueberwiesen - Transmis

61-N

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Wiederkehr Europa und Volksrechte. Bericht Postulat Wiederkehr Intégration européenne et droits politiques

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

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1990

Année

Anno

Band

III

Volume

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Session

Sommersession

Session

Session d'été

Sessione

Sessione estiva

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 90.365

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 22.06.1990 - 08:00

Date

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1269-1269

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20 018 753

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parliamentary postulatepolitical rightsEuropean integrationgender equalityreporting dutyfederal councilnational council