1265
Postulat Stappung
soll vielmehr auf längere Frist die humanitäre, wirtschaftliche und bildungspolitische Tragkraft des Landes und seiner Be- völkerung berücksichtigen.
Das in den letzten Jahren festgestellte Bevölkerungswachs- tum basiert zu einem grossen Teil auf dem sog. Wanderungs- überschuss (1989: ca. 33 000 Personen, ohne Asylbewerber). Zusammen mit dem Anwachsen der Einwohnerzahl schweize- rischer Nationalität - resultierend aus Geburtenüberschuss und Einbürgerungen - ergibt sich seit 1980 ein Gesamtzu- wachs von rund 280 000 Personen. Dies entspricht der Bevöl- kerung eines mittleren Schweizer Kantons.
Die Schweiz gehört damit zu den Staaten mit den grössten Be- völkerungsdichten (z. B. 1,5-fache von China). Allein aus Gründen der Einwanderung muss pro Jahr zurzeit eine Bau- substanz, die der Städte Aarau und Olten zusammen ver- gleichbar ist, bereitgestellt werden. Bei gleichbleibender Ent- wicklung dürfte in den ersten Jahrzehnten des nächsten Jahr- hunderts der Begriff «Grossagglomeration Schweiz> nicht mehr abwegig sein.
Die Lösung der anstehenden und sich verschärfenden funda- mentalen Probleme (z. B. infrastrukturelle Ver- und Entsor- gung, Boden, Energie, Verkehr) wird bei gleichbleibendem Wachstum erheblich erschwert oder verunmöglicht.
Namhafte Wissenschafter stellen mit Beklemmung fest, dass Besiedlungsdichten wie jene der Schweiz, verbunden mit dem Ressourcenverbrauch, die Tragfähigkeit des Planeten Erde bei weitem übersteigen.
Die bisher emotionelle Betrachtungsweise dieser Grundpro- blematik muss einer sachlichen, vorurteilslosen und langfristi- gen Beurteilung weichen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 9. Mai 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 9 mai 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
90.302
Postulat Loretan Ombudsmann in der Armee Médiateur pour l'armée
Wortlaut des Postulates vom 5. Februar 1990 Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob für die Armee die Institution des Ombudsmannes geschaffen werden soll. Der Bundesrat wird ersucht, den eidgenössischen Räten seine Ueberlegungen und Absichten umgehend in einem Bericht darzulegen.
Texte du postulat du 5 février 1990
Le Conseil fédéral est invité à examiner s'il ne serait pas oppor- tun d'instituer un médiateur pour l'armée. Il est prié de présen- ter sans tarder un rapport aux Chambres fédérales pour leur faire connaître son avis et ses intentions à cet égard.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Allenspach, Aubry, Auer, Bonny, Büttiker, Cevey, Cincera, Couchepin, Eppenber- ger Susi, Fäh, Fischer-Seengen, Giger, Kohler, Loeb, Martin, Mühlemann, Nabholz, Reich, Salvioni, Schüle, Spoerry, Stein- egger, Wanner, Weber-Schwyz, Wyss Paul, Zwingli (27)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Nicht erst seit der Volksabstimmung vom 26. November 1989 machen sich für Führung und Ausbildung der Armee in bezug auf Methoden und Stil neue Bedürfnisse geltend. Die durch
unsere Konsum- und Wohlstandsgesellschaft bewirkten Ver- haltensänderungen machen gerade vor einer Milizarmee nicht halt.
Am Ziel der kriegsgenügenden Ausbildung ist selbstverständ- lich festzuhalten. Indessen sind Fortschritte nötig, was die Mo- tivation der Angehörigen der Armee und ihr Interesse für einen attraktiv zu gestaltenden Ausbildungsbetrieb anbelangt. Eines der Mittel für die Verbesserung der Motivation und des Enga- gements des einzelnen Armeeangehörigen könnte die Schaf- fung eines Armee-Ombudsmannes sein, wie er jüngst vom «Forum Jugend und Armee» gefordert worden ist.
Die Angehörigen der Armee sollen sich in Belangen der Orga- nisation, Führung und Ausbildung auf unbürokratischem Wege an den Ombudsmann wenden können. Dieser soll so- wohl von den Kommandostrukturen als auch von den Militär- verwaltungen in Bund und Kantonen unabhängig sein.
Struktur und Organisation der Institution des Ombudsmannes in der Armee vorzuschlagen, ist Sache des Bundesrates. Um keinerlei Zweifel aufkommen zu lassen: Ziel des vorliegen- den Vorstosses ist es, einerseits dem Parlament rechtzeitig die Möglichkeit zu verschaffen, bei der Vorbereitung eines Ar- mee-Ombudsmannes mitzuwirken, anderseits eine von ver- schiedenen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das Vertrauen in die Führungs- und Ausbildungsstrukturen der Armee erhalten und gefördert werden kann.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 4. April 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 4 avril 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
90.412
Postulat Stappung Bundespersonal. Sonderzuschlag zum Ortszuschlag in Dietikon Indemnité de résidence du personnel fédéral. Allocation supplémentaire pour Dietikon
Wortlaut des Postulates vom 14. März 1990 Der Bundesrat wird ersucht, dem Bundespersonal in 8953 Die- tikon sowie in weiteren Zürcher Agglomerationsgemeinden den Sonderzuschlag von 1093 Franken zum Ortszuschlag auszurichten.
Texte du postulat du 14 mars 1990 Le Conseil fédéral est invité à verser une allocation de 1093 francs en complément de l'indemnité de résidence au person- nel de la Confédération dont le lieu de service est 8953 Dieti- kon ou une autre commune de l'agglomération zurichoise.
Mitunterzeicher - Cosignataires: Ammann, Bäumlin Ursula, Béguelin, Bircher, Bodenmann, Borel, Braunschweig, Bundi, Danuser, Dünki, Euler, Fankhauser, Fehr, Haering Binder, Haf- ner Ursula, Herczog, Jeanprêtre, Kuhn, Lanz, Ledergerber, Leuenberger-Solothurn, Neuenschwander, Neukomm, Ott, Rechsteiner, Reimann Fritz, Seiler Rolf, Uchtenhagen, Ulrich, Vollmer, Züger (31)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Dietikon ist die drittgrösste Stadt im Kanton Zürich. Die Lage auf dem total ausgetrockneten Arbeitsmarkt ist mit der Situa- tion in der Stadt Zürich vergleichbar und identisch mit der Nachbarstadt Schlieren. Dazu kommt, dass Beamte mit
N 22 juin 1990
1266
Postulat Leutenegger Oberholzer
Dienstort Zürich oder Rangierbahnhof Limmattal (Spreiten- bach) den Sonderzuschlag von Fr. 2185 .- beziehen. Dietikon und allenfalls weitere Gemeinden sollten bezüglich dem Son- derzuschlag zum Ortszuschlag mit Gemeinden wie z. B. Schlieren gleichgestellt werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 23. Mai 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 23 mai 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis
90.419 Postulat Hafner Rudolf Szenarium für den Nichtbeitritt zur EG bzw. zum EWR Scénario de non-adhésion à la CE et à l'EEE
Wortlaut des Postulates vom 14. März 1990 Der Bundesrat wird aufgefordert, als Ergänzung zum heute überwiesenen Postulat Cotti betreffend Szenarium EG-Beitritt ein weiteres Szenarium für den allfälligen Nicht-Beitritt zur EG bzw. zum EWR auszuarbeiten und dieses stets auf dem neue- sten Stand zu halten.
Texte du postulat du 14 mars 1990 Le Conseil fédéral est invité à compléter le postulat Cotti de ce jour - relatif au scénario de l'adhésion à la CE - d'un autre scénario prenant en compte une éventuelle non-adhésion de la Suisse à la CE ou à l'EEE; il veillera à la réactualisation per- manente de ce second scénario.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Bär, Basler, Bühler, Daepp, Diener, Dormann, Eisenring, Fierz, Fischer- Hägglingen, Frey Walter, Graf, Günter, Hari, Hess Otto, Mae- der, Meier-Glattfelden, Neuenschwander, Rebeaud, Reich- ling, Reimann Maximilian, Rutishauser, Schmid, Seiler Hans- peter, Stocker, Stucky, Tschuppert, Weder-Basel, Wyss Paul, Wyss William, Zölch (31)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit In der Parlamentsdiskussion zum Postulat Cotti wurde von ver- schiedener Seite gefordert, möglichst genaue Entscheidungs- grundlagen zu den äusserst wichtigen Entscheiden hinsicht- lich der Zukunft der Schweiz in Europa zu erarbeiten. Es würde vom Souverän mit Misstrauen aufgenommen, wenn nur eine Option ausgearbeitet würde und die Option Nichtbeitritt zur EG bzw. zum EWR nicht mit der gleichen Gründlichkeit darge- stellt würde.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 16. Mai 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 16 mai 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis
90.466
Postulat der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei Sonderstatus für junge Berufsleute aus dem Ausland Postulat du groupe de l'Union démocratique du Centre Jeunes travailleurs étrangers. Statut spécial
Wortlaut des Postulates vom 22. März 1990 Der Bundesrat wird gebeten, den Artikel 13 der Verordnung über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (SR 823.21) zu ergänzen, um folgenden Sonderstatus zu ermöglichen: Junge Berufsleute aus Ländern des europäischen Kulturbe- reichs erhalten nach Abschluss einer staatlich anerkannten Berufslehre oder einer vergleichbaren beruflichen Ausbildung eine Sonderaufenthaltsbewilligung für maximal 12 Monate. Diese Aufenthaltsbewilligung versteht sich ohne Anrechnung an irgendwelche Kontingente anderer Bewilligungsarten.
Texte du postulat du 22 mars 1990
Le Conseil fédéral est invité à compléter l'article 13 de l'ordon- nance limitant le nombre des étrangers (RS 823.21) afin que les jeunes étrangers européens qui ont obtenu un certificat d'apprentissage reconnu par l'Etat ou un titre équivalent puis- sent bénéficier d'une autorisation de séjour spéciale limitée à douze mois. Ces autorisations spéciales ne devraient être im- putées sur aucun autre contingent d'autorisations.
Sprecher - Porte-parole: Blocher
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 9. Mai 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 9 mai 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Le président: MM. Ruf et Leuenberger-Soleure combattent le postulat du groupe de l'Union démocratique du Centre. La dis- cussion est renvoyée à une date ultérieure.
Verschoben - Renvoyé
90.351
Postulat Leutenegger Oberholzer Unabhängige Kontrollstelle für den Flughafen Basel-Mülhausen Aéroport de Bâle-Mulhouse. Organe de contrôle autonome
Wortlaut des Postulates vom 8. Februar 1990 Der Bundesrat wird eingeladen, sich dafür einzusetzen, dass für den Flughafen Basel-Mülhausen eine vom Flughafen un- abhängige Kontrollstelle eingesetzt wird, welche insbeson- dere die Lärm- und Luftbelastung in den angrenzenden Regio- nen kontrolliert, die Fluglärmreklamationen bearbeitet und
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Stappung Bundespersonal. Sonderzuschlag zum Ortszuschlag in Dietikon Postulat Stappung Indemnité de résidence du personnel fédéral. Allocation supplémentaire pour Dietikon
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Consiglio
Consiglio nazionale
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16
Séance
Seduta
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90.412
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Numero dell'oggetto
Datum 22.06.1990 - 08:00
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1265-1266
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