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Motion Longet
wäre. Denn dadurch würde der Arbeit des Mannes in Haushalt und Erziehung ein wirtschaftlicher Wert zugestanden, was für die gleiche Tätigkeit der Frau nicht zutrifft. Damit diese Lösung vom Standpunkt der Geschlechtergleichheit aus neutral bliebe, müsste sie also auch für die «traditionellen» Ehepaare gelten (also: bezahlter Urlaub für den Ehemann, dessen Frau, die sich sonst dem Haushalt und den Kindern widmet, Militär- dienst oder Zivilschutzdienst leistet).
Die in der Petition geäusserte Behauptung, diese Lösung führe zu keinen grundsätzlichen Belastungen für die Erwerbs- ersatzregelung und die Arbeitgeber, trifft somit nicht ganz zu. Immer dann, wenn eine verheiratete Person (Mann oder Frau), die keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, sich jedoch den Kindern widmet, Militär- oder Zivilschutzdienst leistet, müssten die Ar- beitgeber nämlich Leistungen erbringen, die nach den Vor- schriften zu berechnen wären, die für Personen mit Erwerbstä- tigkeit gelten.
Die vorgeschlagene Lösung enthält insofern noch einen zu- sätzlichen Nachteil, als sie negative Nebenauswirkungen hätte, die insbesondere die Frauen auf dem Arbeitsmarkt be- nachteiligen würden. Hätte die Frau nämlich Anspruch auf be- zahlten Urlaub immer dann, wenn ihr Gatte, der (ganz oder teil- weise) auf Erwerbstätigkeit verzichtet, Militär- oder Zivilschutz- dienst leistet, so würde das ihre Attraktivität auf dem Arbeits- markt beeinträchtigen.
Will man dem Problem gerecht werden, so muss man also nach anderen Lösungen Ausschau halten. Eine Möglichkeit bestünde beispielsweise darin, in die Regelung des EOG eine neue Zulage aufzunehmen, eine Zulage für «Erziehungsauf- gaben». Damit könnte man die bestehenden Zulagen (Haus- haltungszulage und Kinderzulagen) für Personen, die keine Erwerbstätigkeit ausüben, aber erzieherische Aufgaben inner- halb der Familie erfüllen, ergänzen, wenn diese Personen Mili- tär- oder Zivilschutzdienst leisten. Mit dieser Zulage könnte man auch die Kosten, die einem Ehepaar durch eine notwen- dige Ersatzlösung für die Kinderbetreuung entstehen, besser kompensieren als mit der geltenden Regelung. Diese Rege- lung würde sich jener für die Betriebszulagen annähern, die das EOG für Selbständigerwerbende vorsieht, die zum Militär- oder Zivilschutzdienst aufgeboten werden und deshalb eine Ersatzlösung suchen müssen (vgl. Art. 8 EOG). Die Zulage für «Erziehungsaufgaben» könnte proportional vermindert wer- den, wenn der Anspruchsberechtigte (d. h. die Person, die den Militärdienst leistet) sich nur teilweise mit der Erziehung der Kinder beschäftigt.
Antrag der Kommission Aus diesen Gründen beantragt die Kommission,
der Petition keine Folge zu geben;
ihr Postulat zu überweisen.
Proposition de la commission
C'est la raison pour laquelle la commission propose
de ne pas donner suite à la pétition;
de transmettre son postulat.
Angenommen - Adopté
Ad 90.2005
Postulat der Petitions- und Gewährleistungskommission. Zulage für Erziehungsaufgaben
Postulat de la Commission des pétitions et de l'examen des constitutions cantonales. Allocation pour tâches éducatives
Wortlaut des Postulates vom 25. April 1990
Der Bundesrat wird eingeladen, eine Neuregelung des EOG, wonach Personen, die keine Erwerbstätigkeit ausüben, aber erzieherische Aufgaben innerhalb der Familie erfüllen, bei
Leistung von Militär- oder Zivilschutzdienst eine Zulage für «Er- ziehungsaufgaben» ausgerichtet würde, zu prüfen und dar- über Bericht zu erstatten.
Texte du postulat du 25 avril 1990
Le Conseil federal est invite à examiner un nouveau regime des APG allouant aux personnes sans activité lucrative mais qui assument des tâches éducatives au sein de la famille, une allocation pour tâches éducatives, en cas d'accomplissement d'un service militaire ou de protection civile et à présenter un rapport y relatif.
Frau Hafner Ursula: Im September 1988 habe ich eine Motion eingereicht, die dasselbe Ziel verfolgt wie die Petition von Herrn Hansjörg Seiler, mit dem Unterschied, dass die ange- strebte Regelung meiner Meinung nach auch gelten sollte, wenn der Ehemann einer dienstpflichtigen Frau während der Dauer ihres Dienstes seinem Arbeitsplatz fernbleibt, um die Kinder zu betreuen. Dadurch wird der Vorwurf der Petitions- kommission hinfällig, die Entschädigung des Erwerbsausfal- les des Ehepartners, der zu Hause bleibt, sei mit Artikel 4 Ab- satz 2 der Bundesverfassung nicht vereinbar, weil dadurch die Arbeit des Mannes in Haushalt und Erziehung einen wirt- schaftlichen Wert erhalte, während das für die Tätigkeit der Frau nicht zutreffe.
Eine Familie, in welcher die Rollenverteilung dem altherge- brachten Bild entspricht, wird durch den Militärdienst des Va- ters nicht in finanzielle Nöte gestürzt. Anders eine Familie, in welcher die Rollenverteilung nicht diesem Bild entspricht. Ich finde deshalb, der Bundesrat müsse das Problem dringend an die Hand nehmen. Meiner Meinung nach sollte es eher in Rich- tung Entschädigung des Erwerbsausfalles desjenigen Ehe- partners gehen, welcher zu Hause bleibt, um die Kinder zu be- treuen.
Trotzdem bin ich für Ueberweisung des Postulates - auch wenn es eine andere Lösung vorschlägt -, damit die Sache jetzt wirklich geprüft und an die Hand genommen wird.
Der Bundesrat antwortete auf meine Motion, die Sache sei nicht dringend. Ich habe seither viele Zuschriften erhalten, es erschienen Leserbriefe in den Zeitungen, es wurden Be- schwerden eingereicht. Das Gericht sah sich immer gezwun- gen, die Beschwerde mit der Begründung abzulehnen, es habe auch eine Regel anzuwenden, welche dem klaren Wort und Sinn nach verfassungswidrig sei, weil es nicht Sache der Richter, sondern Aufgabe des Parlamentes sei, veraltete Ge- setze zu ändern.
Ich bitte Sie in diesem Sinne, das Postulat zu überweisen.
Ueberwiesen - Transmis
1
90.469
Motion Longet PTT-Dienstleistungen in Genf Prestations postales à Genève
Wortlaut der Motion vom 22. März 1990 Der Bundesrat wird damit beauftragt:
die Daten und die Schlussfolgerungen des sogenannten Hartmann-Berichtes, der 1986 im Auftrag der Finanz- und der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates erstellt wurde, auf den neuesten Stand bringen zu lassen; 2. die Umsetzung der Empfehlungen des genannten Berich- tes zu bewerten;
ergänzende Massnahmen zu ergreifen oder dem Parlament zu beantragen, um der Kundschaft sämtliche Dienstleistun gen der Post zu sichern und dem Personal der PTT und dem
Motion Longet
1248
N
22 juin 1990
übrigen Bundespersonal im Raum Genf gute Arbeitsbedin- gungen zu gewährleisten.
Texte de la motion du 22 mars 1990
Le Conseil fédéral est chargé:
De faire mettre à jour les données et conclusions du rapport dit Hartmann établi en 1986 sur demande des commissions des finances et de gestion du Conseil national;
De présenter une évaluation de l'application des recom- mandations dudit rapport;
De décider, ou de proposer aux Chambres, des mesures complémentaires nécessaires afin de garantir à la clientèle l'ensemble des prestations postales et au personnel des PTT, ainsi qu'à l'ensemble du personnel fédéral de la place de Genève, des conditions de travail de qualité.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Coutau, Ducret, Eggly, Gros, Maitre, Petitpierre, Rebeaud, Segond, Spielmann, Zieg- ler
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Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Les conditions de vie dans les grandes agglomérations, et tout spécialement à Genève, font que les régies fédérales, et parti- culièrement les PTT, ont de plus en plus de peine à recruter du personnel qualifié en suffisance. Salaires et conditions de tra- vail des PTT ne sont pas compétitifs sur le marché de l'emploi: l'écart entre le salaire et le coût de la vie ne cesse de croître, et les difficultés inhérentes aux conditions de travail d'un service public (horaires, etc.) ne sont nullement compensées sur le plan salarial.
Il résulte de cette situation une pression très forte sur l'ensem- ble du personnel, et bien des services fonctionnent en état de surcharge permanente. Tant les conditions de travail que les prestations des PTT sont menacées de dégradation.
La réalité de cette situation a été reconnue et en 1986 sur de- mande de deux commissions parlementaires un rapport était établi par la direction d'arrondissement de Genève (dit rapport Hartmann du nom du président du groupe de travail), rapport qui a conduit le Conseil fédéral à introduire dès 1987 une in- demnité annuelle de Fr. 2000 .- et une allocation de loyer. Néanmoins, en 1988 déjà, les directions de l'arrondissement postal et de celui des télécommunications faisaient savoir que «si ces améliorations ont à coup sûr empêché une plus forte. érosion de l'effectif de notre personnel, elles n'ont hélas pas permis d'améliorer la situation dans nos arrondissements en 1987 par rapport à ce qu'elle était en 1986. Elle s'est au con- traire encore détériorée».
La grande précarité de la situation reconnue en 1986 se pour- suit ainsi et force est de constater que les mesures prises par le Conseil fédéral n'ont pas été suffisantes. Il est urgent de sortir de l'impasse et de s'en donner les moyens, vu aussi les résul- tats financiers obtenus dans les arrondissements de Genève. C'est pourquoi la présente motion demande d'une part un bi- lan de l'application des conclusions du rapport de 1986 et une actualisation de ses données, et la prise des mesures com- plémentaires qui s'imposent pour garantir la qualité, sur la place de Genève, tant des prestations postales que des condi- tions de travail du personnel.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. Juni 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 juin 1990
Le Conseil fédéral s'est penché en 1989 déjà sur le problème soulevé par l'auteur de la présente intervention. Dans sa réponse à la motion du conseiller national Ziegler, il faisait alors état de la possibilité que lui donnait, depuis le 1er janvier 1989, l'article 37, 3e alinéa, de la loi fédérale sur le statut des fonctionnaires de prescrire que, dans les localités où il est ex- trêmement difficile de recruter du personnel ou de le garder, une allocation complémentaire de 2000 francs au maximum par an soit versée à tous les fonctionnaires ou à certaines caté- gories d'entre eux.
L'application de cette disposition a été réglée par le Conseil fédéral dans l'ordonnance du 19 décembre 1988 sur l'alloca- tion complémentaire, qui prévoit que le Département fédéral
des finances réexamine périodiquement le bien-fondé de cette allocation.
Comme le Conseil fédéral l'avait laissé entrevoir dans sa réponse à la motion Ziegler, un tel réexamen a eu lieu le 1er janvier 1990. Depuis cette date, les agents qui sont em- ployés par la Confédération et ses régies dans les villes de Bâle, Berne et Lausanne, y compris certaines communes de leurs agglomérations, ainsi que ceux de Winterthour, de deux autres communes de la région genevoise et de quelques com- munes de l'agglomération zurichoise ont eux aussi droit à l'al- location complémentaire.
Aujourd'hui, les dispositions de l'ordonnance précitée s'appli- quent également à Genève. La situation du personnel qui tra- vaille dans cette ville pour la Confédération et ses régies, y compris les PTT, est examinée périodiquement dans le cadre d'études de portée nationale et selon des critères uniques, en partie identiques à ceux qui sont mentionnés dans le rapport Hartmann. Aussi l'allocation complémentaire telle qu'elle est prévue dans l'ordonnance du Conseil fédéral du 24 juin 1987 concernant les mesures spéciales prises en faveur du person- nel fédéral de genève a-t-elle été supprimée. Les dispositions relatives à la contribution au loyer ont néanmoins été mainte- nues, cette allocation n'étant accordée qu'aux agents de la Confédération employés à Genève.
Lors du réexamen du 1er janvier 1990, on s'est également préoccupé de la situation du personnel à Genève. Il est apparu à cette occasion que le coût de la vie dans cette ville se situe désormais au-dessous de la moyenne suisse. Même si les particularités locales et régionales relevées dans le rapport Hartmann subsistent, la situation, aussi du point de vue du maintien de l'offre de prestations, ne saurait actuellement justi- fier une amélioration du régime particulier dont le personnel de Genève bénéficie déjà. Depuis quelque temps, la situation dans la région de Zurich est, surtout en ce qui concerne les PTT, plus tendue qu'à Genève, cependant que, dans les autres grandes villes, elle ne cesse de se détériorer.
Lors du reclassement des lieux de service intervenu le 1er juil- let 1989, un nombre non négligeable de communes genevoi- ses ont accédé à une zone donnant droit à une indemnité de résidence plus élevée, ce qui se justifiait surtout par la hausse massive des impôts et des loyers.
Dans le cadre des mesures salariales proposées au Parlement pour le 1er juillet 1991, il est par ailleurs prévu de faire un effort supplémentaire en faveur du personne! fédéral des grandes villes, en augmentant le nombre des zones d'indemnité de résidence. Cette mesure profitera également aux agents de la Confédération travaillant à Genève.
Le Conseil fédéral continuera de suivre attentivement l'évolu- tion de la situation à Genève. Dans le même ordre d'idées, il est prêt à accepter, sous la forme d'un postulat, les requêtes formulées dans la présente motion.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postu- lat.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
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Motion Longet PTT-Dienstleistungen in Genf Motion Longet Prestations postales à Genève
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1990
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.469
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 22.06.1990 - 08:00
Date
Data
Seite
1247-1248
Page
Pagina
Ref. No
20 018 718
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