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Motion Schmid
férence des chefs de départements de justice et police qui elle, est compétente et qui s'occupe depuis quarante ans des taxes automobiles, est absolument opposée à ce procédé. J'ajoute au surplus qu'il me semble que, même dans l'administration fédérale, les violons ne sont pas tout à fait accordés entre l'Of- fice de l'environnement, des forêts et du paysage et celui de la police.
Bundesrat Cotti: Ich werde heute sicher nicht dazu beitragen, angesichts eines Postulates eine neue Diskussion über die Luftreinhaltung zu entfachen. Ich möchte einfach bestätigen, was Frau Spoerry sagte: Die Verpflichtung für die Prüfung sol- cher Massnahmen hat das Parlament bereits beschlossen. Sie erinnern sich an die berühmte Motion, welche von beiden Räten vor etwa drei Jahren beschlossen worden ist - diese Prüfung haben wir wahrgenommen und vorgenommen. Ich kann Ihnen mitteilen, dass wir vor deren Abschluss stehen, un- abhängig von den Entscheiden, die Sie heute treffen. Sie ha- ben das zutreffend festgestellt, Frau Spoerry. Dass diese Prü- fung notwendig war, scheint mir absolut klar angesichts der noch relativ grossen Entfernung, die uns von der Erreichung der bekannten Ziele des Luftreinhalte-Konzeptes in diesem Lande trennt.
Ich darf aber noch hinzufügen, damit wir im klaren sind: Es geht nur um eine Prüfung. Herr Hari hat nicht unrecht, wenn er auf eine Reihe von Schwierigkeiten hinweist, die mit der prakti- schen Anwendung gewisser Massnahmen - ich denke ins- besondere an den Oekobonus - verbunden sind. Von seiten des Buwal wird mir beispielsweise sehr objektiv über diese Schwierigkeiten berichtet. Wir werden uns deshalb sehr kon- kret mit diesen Schwierigkeiten auseinandersetzen müssen. Ich möchte, dass Sie meine Worte dahingehend interpretie- ren, dass wir die Prüfung in den nächsten Monaten abschlies- sen werden, dass wir berichten werden, ohne dass damit ir- gendein Versprechen verbunden wäre, man werde eine dieser vorläufigen, «streckenbedingten» Massnahmen treffen.
Je dois dire à M. Leuba que même si des mesures de ce genre ne devaient pas être prises eu égard aux complications qui leur sont liées et qu'il vient de signaler, le problème de fond du postulat de la commission reste entier. Néanmoins, M. Leuba a probablement raison d'affirmer que le peuple suisse aura de la peine à trouver des voies aussi complexes. Or, le peuple suisse est bien conscient de la gravité du problème de la pollu- tion de l'air.
Sur la base des résultats obtenus à l'échelon international, je peux vous affirmer que de nouveaux phénomènes se présen- tent, plus graves que ceux que nous connaissons déjà. Des discussions nourries auront lieu lors des prochaines conféren- ces internationales, concernant les changements climatiques, les émissions de CO2. Pour ces dernières, il n'existe aucun moyen technique d'empêcher leur formation. Nous savons en effet que toute combustion d'énergie fossile produit du CO2 qui peut engendrer, dans quelques décennies, des catastro- phes sur le plan international. Les actuelles décisions interve- nues au plus haut niveau témoignent de l'importance de ce problème.
Par conséquent, même si l'on ne veut pas prendre position quant au contenu de ces mesures particulières, le problème demeure. Il est même plus grave aujourd'hui qu'il ne l'était il y a quelques années, et le peuple suisse en est bien conscient. Le Conseil fédéral devra donc présenter au Parlement des pro- positions en la matière, car il en va de la responsabilité des ins- tances politiques.
Abstimmung - Vote
Für Ueberweisung des Postulates Dagegen
50 Stimmen 34 Stimmen
88.540
Motion Schmid Verbot von künstlichen Schneeanlagen Production de neige artificielle. Interdiction
Wortlaut der Motion vom 23. Juni 1988 Der Bundesrat wird beauftragt,
aus Gründen des Respekts vor dem Eigenwert der natürli- chen Landschaft und ihres Schutzes,
in Anbetracht der nicht absehbaren sekundären Auswirkun- gen von Bewilligungen (vermehrte Planierungen, zusätzliche Geländeerschliessungen in tieferen Regionen, zeitlich aus- gedehnte Bodenstrapazierung usw.),
in Berücksichtigung des Energiesparens und der Vermei- dung zusätzlicher Lärmimmissionen,
im Interesse einer Gleichbehandlung aller Wintersportorte, frei von belastenden Präzedenzfällen,
ein Verbot von künstlichen Schneeanlagen zur maschinellen Schneeproduktion grossen Stils gesetzlich zu verankern.
Texte de la motion du 23 juin 1988
Le Conseil fédéral est chargé d'édicter des dispositions léga- les interdisant l'utilisation à grande échelle d'installations des- tinées à la production de neige artificielle. Cette interdiction doit être prononcée parce que:
nous devons respecter l'aspect naturel des paysages;
les autorisations d'utiliser des canons à neige peuvent avoir des conséquences inattendues (travaux de nivellement, amé- nagements dans des régions situées à basse altitude, prolon- gation de la période de mise à contribution du sol, etc.);
nous devons économiser l'énergie et éviter de nouvelles sources de bruit;
il faut se garder de créer des précédents fâcheux si l'on veut garantir l'égalité de traitement entre les différentes stations de sports d'hiver.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bär, Basler, Bäumlin Ursula, Béguelin, Bircher, Bodenmann, Borel, Braun- schweig, Brélaz, Bundi, Caccia, Carobbio, Daepp, Danuser, David, Diener, Dünki, Engler, Euler, Fankhauser, Fetz, Fierz, Grendelmeier, Günter, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Haller, Herczog, Jeanprêtre, Lanz, Ledergerber, Leuenberger Moritz, Leutenegger Oberholzer, Longet, Loretan, Luder, Maeder, Matthey, Mauch Ursula, Meier Fritz, Meier-Glattfelden, Morf, Müller-Aargau, Nabholz, Nebiker, Neukomm, Nussbaumer, Ott, Petitpierre, Pitteloud, Rebeaud, Rechsteiner, Ruf, Ruffy, Salvioni, Seiler Rolf, Spielmann, Stamm, Stappung, Steffen, Stocker, Thür, Uchtenhagen, Ulrich, Weder-Basel, Wellauer, Wiederkehr, Wyss William, Zbinden Hans, Ziegler, Zwygart (72)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
In seiner Beantwortung der Interpellation Bircher (87.895) und der Einfachen Anfrage Ruffy (87.731) bestreitet der Bundesrat die fragwürdigen Tendenzen und negativen Auswirkungen der Erzeugung von künstlichem Schnee nicht. Dennoch ist er nicht bereit, ein Verbot von Schneekanonen ins Auge zu fas- sen. Er begründet dies kurz folgendermassen:
Schneeanlagen würden nur aufgrund einer umfassenden In- teressenabwägung bewilligt.
Zur Beurteilung einzelner Projekte würden zurzeit umfas- sende Grundlagen zur Landschafts- und Umweltverträglich- keit ausgearbeitet.
Der neue Entwurf der Umweltverträglichkeitsprüfungs-Ver- ordnung sehe die Aufnahme solcher Anlagen ins entspre- chende Verzeichnis vor.
Der Bundesrat vertritt daher die Auffassung, die vorgesehenen Regelungen reichten aus, in der Praxis solche künstlichen
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Schneeanlagen nur in Ausnahmefällen zulassen zu müssen. Nachdem nun aber bereits der bekannte Wintersportort St. Moritz über eine Volksabstimmung eine künstliche Be- schneiungszone beschlossen hat und andere Wintersportorte bereits über zum Teil sehr leistungsfähige Anlagen verfügen (z. B. Zermatt, Thyon, Saas-Grund, Silvaplana), werden wohl andere mit solchen Planungen und Entscheiden gleichzie- hen. Wer die wachsenden Aktivitäten rund um die Bewilligung und Errichtung künstlicher Schneeanlagen verfolgt, kommt zum Schluss, dass man auch hier dem Massensport auf Skipi- sten einmal mehr auf kurzsichtige Weise nachgibt. Nach der Pistenkosmetik, dem Wegsprengen von Felspartien, den ge- schlagenen Schneisen in den Bergwäldern und dem Zusam- menschluss von Beförderungsanlagen zu sogenannten Ski- arenen machen es nicht zuletzt die Investitionen in die teuren Transportanlagen erforderlich, die Risiken unterschiedlicher Schneemengen und allzu spät einsetzenden Schneefalls durch die Technik zu vermindern und womöglich ganz zu be- seitigen.
Selbst wenn zurzeit nicht mit absoluter Klarheit die negativen Folgen solcher Anlagen auf die Umwelt und den Haushalt der Natur abgeschätzt werden können, so reichen meines Erach- tens die erwiesenen Nachteile aus, um diesen Tendenzen noch rechtzeitig einen Riegel zu schieben. Die Ausführungen im Forschungsbericht «Schneeanlagen in der Schweiz» von Dr. Thomas Mosimann und Mitarbeitern des Geographischen Instituts der Universität Basel geben dazu einen umfassenden Ueberblick.
Beunruhigend scheint mir aber vor allem die Mentalität, die hinter diesem Ansinnen steht: Unsere Umwelt wird zum Werk- zeug momentaner Bedürfnisse reduziert, sie wird zum Stein- bruch, aus dem man sich die gewünschten Brocken heraus- sucht. Aus Respekt vor dem Eigenwert der Landschaft und der Natur sollten wir hingegen dafür sorgen, dass unser Lebens- raum nicht wie eine Ware schamlos für kurzlebige touristische Vergnügungen ausgenützt wird. Dieser ideellen Seite des Pro- blems wird zwar politisch kaum der gebührende Stellenwert eingeräumt, doch der Haltung, die sich dahinter verbirgt, kann nicht früh genug begegnet werden: Heute ist es die Natur, morgen die Kreatur, übermorgen der Mensch, die um irgend- welcher Bequemlichkeiten und lukrativer Geschäfte wegen manipuliert werden. Wir Politiker tun gut daran, solchem Tun wenigstens in jenen Bereichen sofort Einhalt zu gebieten, wo es für den einzelnen Menschen, die Gemeinden und Regio- nen ohne Einbusse an Lebensqualität zumutbar ist. Sinnvolle Eingrenzung eines überbordenden Massensports erhält lang- fristig die Attraktivität der Ferienorte und bedeutet keine Ein- schränkung der Erlebnismöglichkeiten - ganz im Gegenteil!
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 7. September 1988
Rapport écrit du Conseil fédéral du 7 septembre 1988
Der Bundesrat ist sich der negativen Auswirkungen, die von künstlichen Schneeanlagen, namentlich solchen grossen Stils, ausgehen können, sehr wohl bewusst; entsprechende erste Untersuchungen liegen ja vor, und weitere sind im Gang. Er hat sich, in Kenntnis dieser Tatsachen, erst kürzlich bei der Beantwortung der Interpellation Bircher (87.985) und der Ein- fachen Anfrage Ruffy (87.731) auf den Standpunkt gestellt, ein Verbot dränge sich im heutigen Zeitpunkt nicht auf. Er sieht keinen Anlass, davon abzuweichen, und vertritt unverändert die Auffassung, dass genügend Gewähr besteht, dass Schneeanlagen nur in Ausnahmefällen und nach umfassen- der Interessenabwägung bewilligt werden.
Wünschbare Verbesserungen inhaltlicher wie verfahrensmäs- siger Art erwartet er von der Neuauflage der Richtlinien 1979 über skisportbedingte Landschaftseingriffe, welche gegen- wärtig unter Federführung des Eidgenössischen Departe- ments des Innern erarbeitet wird. Der Bundesrat erachtet in- dessen - zumindest im heutigen Zeitpunkt - eine Aenderung der bestehenden Zuständigkeitsordnung nicht als notwendig, wird jedoch die weitere Entwicklung im Bereich der künstli- chen Schneeanlagen aufmerksam verfolgen und ist daher bereit, den Vorstoss in Form eines Postulats entgegen- zunehmen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.
Schmid: Das kostbarste und zugleich auch das beste Kapital des Tourismus ist die Landschaft. Von dessen Zinsen lebt die Fremdenindustrie. Jetzt geht sie nach und nach daran, vom Kapital zu leben, indem sie die Landschaft nach und nach zer- stört und verschandelt. Woher rührt diese Mentalität? Der Mensch ist offenbar blind für das geworden, was ihm die Na- tur, die Schöpfung schenken wollen. Er denkt nur noch an seine vordergründigen Bedürfnisse und bewertet die Natur ausschliesslich danach, was sie ihm kurzfristig einbringt und wie er sie zu seinem Vorteil ausnützen und umgestalten kann. Die Installation von künstlichen Beschneiungsanlagen ist nur das besonders deutliche Zeichen einer Mentalität, die schon lange besteht und sich auf viele andere Lebensbereiche er- streckt: Wachstumsdenken, Gigantismus, Machbarkeits- wahn, übertriebene Begehrlichkeit. Ich möchte diese Haltung als Infantilismus bezeichnen. Ich verstehe unter Infantilismus das kindische - nicht das kindliche - Gebaren, sich alle Wün- sche erfüllen zu lassen, auch wenn sie den Naturgesetzen zu- widerlaufen. Im Sommer will man Ski fahren und Schlittschuh laufen, im Winter will man baden, womöglich geheizt und erst noch im Freien. Der Schnee muss spätestens zu Weihnachten da sein und Ende März wieder verschwinden. Und die Infra- struktur an Bahnen muss so beschaffen sein, dass man ja nicht warten muss.
Dem stark in Mode gekommenen Abfahrtsskitourismus wer- den alle anderen Werte geopfert oder doch untergeordnet. Die Pisten werden verbreitert und vervielfacht. Das Gelände wird kosmetisch dem Skifahren angepasst, der Schnee wird künst- lich hergestellt, der Sommertourismus wird dem Wintertouris- mus geopfert, Tier- und Pflanzenwelt verarmen; es entsteht ein Bauboom durch Ferienhäuser, die Transportanlagen sind Ur- sache und Folge von Ferienhaussiedlungen, und selbstver- ständlich müssen die Transportanlagen amortisiert werden - also wehe, wenn kein Schnee fällt!
Schneeanlagen bewirken einen weiteren Schub von neuen Transportliften, Skipisten und Skiarenen, die dann wiederum tourismusgerecht präpariert werden müssen. Ich finde Schneekanonen eine Geschmacklosigkeit - wie das Heliski- ing, das Ueberhandnehmen der Schwebe- und Gondelbah- nen auf höchste Gipfel und die rein aufs Geschäft ausgerichte- ten Skiweltmeisterschaften und ihre vorausgehenden Land- schaftszerstörungen. Geschmacklosigkeit, mangelnde Ehr- furcht, das sind natürlich Einwände, die in keinem Wörterbuch der Politik zu finden sind. Ich glaube aber, dass die Missach- tung des Eigenwerts der Natur nicht nur die Seele verarmen lässt, sondern auch unsere Lebensgrundlagen vernichtet. Daran sind gewiss nicht allein die Schneekanonen schuld. Aber auch ihre Auswirkungen dürfen nicht unterschätzt wer- den:
Sie sind Energieverschwender. Das wird nicht besser, wenn man noch grössere Energiefresser aufzählt. Der Verbrauch pro Hektare liegt zwischen 1000 und 22 000 kWh. Der Energie- bedarf erfordert wieder neue Kraftwerke und damit wieder er- neute Eingriffe.
Schneeanlagen sind Trinkwasserverschwender und brin- gen auch den Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht. Sie führen also zu sekundären negativen Auswirkungen auf den Boden.
Künstliche Beschneiungsanlagen beanspruchen den Bo- den auch während an sich schneearmen oder schneefreien Zeiten. Das hat Auswirkungen auf die Grasnarben und auf die Flora.
Künstliche Schneeanlagen führen zu einer vermehrten Kon- zentration von Skifahrern aus Gegenden ohne Schneekano- nen.
Sie vergrössern die nur kurze Zeit bewohnten Ferienhaus- siedlungen, deren Infrastrukturkosten die Gemeinden ver- schulden, und sie zwingt dazu, neue Touristenattraktivitäten zu erschliessen.
Wir muten der Natur mehr zu, als sie verkraften kann. Wir sä-
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gen, langfristig gesehen, am Ast, auf dem wir selber sitzen. Jede Gegend hat das Gefühl, sie dürfe wegen der Konkurrenz nicht hintanstehen und müsse jede Fragwürdigkeit auch mit- machen. Am Schluss ist die Alpenlandschaft uniformiert und jegliche Einmaligkeit überall auf dieselben Bedürfnisse hin kommerzialisiert.
Ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob die Feriengäste nur aus Pistenrasern bestehen, wie das den Anschein macht. Man sieht vielleicht auf gewissen Wintersportplätzen fast nichts an- deres mehr, weil man vielleicht die übrigen Gäste vertrieben hat. Ich glaube auch nicht, dass die Skifahrer allesamt ab- wandern, wenn sie nur noch zehnmal statt zwanzigmal, dafür auf weniger überfüllten Pisten fahren können. Es wäre durch- aus verlockend, den Gästen - auch über den Sommer natür- lich - neue, weniger umweltbelastende Ferienattraktivitäten zu erschliessen. Dass dies eher möglich ist, setzt aber voraus, dass alle Wintersportorte gleich lange Spiesse haben und ge- samtschweizerisch auf solche Anlagen grossen Stils verzich- ten. Exponierte, stark besonnte Stellen können durchaus durch künstliche Beschneiung ausgebessert werden; das soll durch die Motion nicht verhindert werden.
Es wird immer wieder vorgebracht: Wenn wir es nicht tun, dann tun es die anderen. Ich glaube, wir sollten wieder mehr sagen: Wenn wir verzichten, dann ziehen andere auch nach. Wir sollten die ursprüngliche Schönheit der Bergwelt wieder mehr schätzen und sehen lernen. Dann fällt uns auch wieder ein, wie wir unsere Berglandschaft durch manch Besseres als durch Schneekanonen attraktiv machen können, und dies langfristig.
Ich möchte Sie darum ersuchen, meinen Vorstoss in der Form der Motion zu überweisen.
Schmidhalter: Die Motion verlangt vom Bundesrat, dass er ein Verbot von künstlichen Schneeanlagen zur maschinellen Schneeproduktion grossen Stils gesetzlich verankert. Was heisst «grossen Stils»?
Auf jeden Fall muss ich diese Motion als Motion bekämpfen. Ich bin aber einverstanden, dass wir diesen Vorstoss - wie der Bundesrat es beantragt - als Postulat überweisen. Der Bun- desrat hat nämlich eine sehr ausgewogene und vernünftige Stellungnahme abgegeben und sagt selber, dass Schneean- lagen nur in Ausnahmefällen und nach umfassender Interes- senabwägung bewilligt werden.
Wir haben jetzt drei aufeinanderfolgende schneearme Winter gehabt. Diese gefährden die Existenz zahlreicher Seilbahn- und Skiliftunternehmungen im Berggebiet und damit die ganze Tourismusbranche.
Ich bin nicht dafür, dass man Anlagen, die seinerzeit in Regio- nen gebaut wurden, wo man normalerweise nicht mit genü- gend Schnee rechnen kann, saniert, indem man nachträglich künstliche Schneeanlagen baut. Aber Sie müssen auch be- denken, Herr Schmid, dass diese Investitionen in Infrastruktur- anlagen des Tourismus nach Richtplänen und guten touristi- schen Planungen gemacht wurden. In diesen Regionen versu- chen wir immer wieder, die Abwanderung der Bevölkerung durch die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Tourismusbran- che zu stoppen. Mehrheitlich haben sich auch die Gemeinden finanziell an diesen Anlagen beteiligt, auch wenn Frau Bär den Kopf schüttelt.
In Ihrer Begründung finden sich wirklich wunderschöne Zitate an die Adresse der Bergbevölkerung, die sich Mühe gibt, hier noch weiterzuleben. Wenn Sie von einer Mentalität schreiben, die die Umwelt nur zum Werkzeug momentaner Bedürfnisse reduziere, sie benutze wie einen Steinbruch, und sagen, dass wir schamlos für kurzlebige touristische Vergnügungen ein- stehen und manipulieren, ist das sicher nicht die Sprache, die Sie mit uns sprechen müssen, wenn Sie von uns eine Gegen- leistung erwarten.
In der letzten Woche hat z. B. die Seilbahn AG Blatten-Belalp publiziert, dass sie - aus den Erfahrungen der drei letzten Win- ter belehrt - unbedingt künstliche Schneeanlagen projektie- ren lassen müsse. Dieses Skigebiet liegt total oberhalb 2000 m. Ich gebe zu, es ist auf der Sonnenseite, und es gibt halt natürlich auf diesen Pisten Stellen und einzelne Ab-
schnitte, auf denen man in einem Winter, wie es der letzte oder die letzten drei waren, eben nicht mehr skifahren kann.
Ich selber bin Präsident einer Skilift- und Seilbahngesellschaft in Bellwald, und damit hätte ich hier auch meine Interessen dargelegt. Wir haben im letzten Winter das Problem für die Ge- meinde Bellwald wirklich umfassend studiert, und wir haben am Schluss zwischen zwei Varianten zu wählen gehabt: Eine Variante bestand darin, dass wir die bestehende Sesselbahn demontieren und durch eine leistungsfähige, auskuppelbare Sesselbahn ersetzen, damit wir die Leute nach drei Uhr wieder zurück ins Dorf bringen, weil eben das unterste Teilstück die- ser Piste in diesem Winter nicht befahren werden konnte und sich praktisch alle vier oder fünf Winter eine ähnliche Situation ergibt - und immer genau auf Weihnachten oder auch auf Ostern. Diese zusätzliche Investition ergab 7 Millionen Fran- ken. Wir haben dann ein Schneekanonenprojekt studiert und dafür eine eigene Wasserversorgung mit einem kleinen Stau- see vorgesehen, wir nehmen also das Wasser nicht aus der Trinkwasserversorgung; und obwohl wir auch die Elektrizitäts- leitungen zusätzlich auf Platz bringen mussten, kostet diese Schneeanlage lediglich 1 Million Franken. Sollen wir jetzt in Bellwald 7 Millionen Franken investieren, oder sollen wir 1 Mil- lion investieren? Daher ist es einfach unsinnig, wenn Sie mit ei- nem Verbot dieser Schneeanlagen kommen. Wenn Sie hier schon Zahlen, technische Werte bekanntgeben, dann bleiben Sie bitte bei der Realität. Ich kenne keine einzige Schneean- lage, wo man 22 000 Kilowattstunden pro Quadratmeter ver- braucht.
Seiler Hanspeter: Ich danke Herrn Schmid, dass er unsere touristische Landschaft so erhalten will, das ist an sich lobens- wert. Ich muss ihm aber doch ein paar Sachen entgegenhal- ten. Ich nehme an, man weiss hier im Saal, dass ein grosser Teil, vielerorts der weitaus grösste Teil der Bevölkerung im Berggebiet direkt oder indirekt vom Tourismus lebt. Es wurden in einigen Orten wissenschaftliche Untersuchungen durch- geführt, und man hat festgestellt, dass die Tourismusabhän- gigkeit bis zu 95 Prozent beträgt. Vergleicht man nun die Lo- giernächtezahlen als Massstab der touristischen Grösse und Bedeutung zwischen Sommer- und Wintersaison, so stellt man fest, dass für die weitaus meisten Orte im Berggebiet die Wintersaison Hauptsaison bedeutet.
Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass die drei vergan- genen Winter nicht zum Normalfall werden. Sollte dem so sein, so müsste man selbstverständlich eine Neuüberprüfung vor- nehmen. Es geht selbstverständlich auch nicht darum, dass in jedem Ort in eine grüne Landschaft mittels Kanone ein weisser Strich gezaubert werden soll. Es geht höchstens darum, Pi- sten auszubessern, Teilstücke, denen Schnee fehlt, zu ergän- zen, zu vervollständigen. Man muss also quasi das Umge- kehrte tun: in einer weissen Landschaft die grünen Flecken ausbessern, so wie man etwa in einern Kleid ein fehlendes Stück ersetzt. In Frage kommen sowieso nur Gebiete in einer noch zu bestimmenden Höhenlage, Gebiete auch, in denen genügend Wasser vorhanden ist, ohne dass die Trinkwasser- menge in den Ortschaften davon berührt wird. Selbstverständ- lich kann man nur sogenannte Niederdruckanlagen einset- zen, die verhältnismässig wenig Energie brauchen.
Vieles muss in diesem Bereich eben noch gründlich abgeklärt werden. Ich kann Ihnen sagen, dass im Kanton Bern eben ge- rade eine paritätische Kommission eingesetzt wird, in der alle wichtigen Tourismusregionen vertreten sind, in der auch Ver- treter der Verwaltung mitmachen und in welcher man umfas- send Abklärungen vornehmen will, wo überhaupt und unter welchen Bedingungen es machbar wäre, sogenannte Schneekanonen einzusetzen. Es wäre unverständlich, wenn man hier mit der Ueberweisung als Motion all diese Untersu- chungen und Abklärungen, die eben jetzt zumindest im Kan- ton Bern gerade anlaufen, verunmöglichen würde. Das sind Abklärungen und Untersuchungen, die zu einer sinnvollen Entscheidfindung beitragen könnten. Ich meine auch, in «Schneesachen» sollte der Bund nicht noch den Titel des Schneevogtes bekommen. Die Zahlen, wie sie Herr Schmid genannt hat, tönen zum Teil generell sehr gut. Ich möchte aber Herrn Schmid im nächsten Winter einmal einladen - ich werde
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ihm morgen eine solche Einladung bringen -, ins Berner Ober- land zu kommen, egal ob Schnee liegt oder nicht, um zu schauen, wie das wirklich funktioniert und ob die Umwelt dann wirklich so beeinträchtigt wird, wie das Herr Schmid hier schwarzgemalt hat.
Ich bitte Sie, den Vorstoss keinesfalls als Motion zu überwei- sen.
Columberg: Ich möchte die Diskussion nicht verlängern. Ich bitte Sie aber, diesen Vorstoss sowohl als Motion wie als Po- stulat abzulehnen. Ich verstehe nicht, wieso der Bundesrat im- mer bereit ist, alle Interventionen zur Beruhigung der Geister als Postulat entgegenzunehmen. Wenn das Anliegen nicht be- gründet ist, sollte er den Mut haben und nein sagen.
Mein Ablehnungsantrag erfolgt vor allem aus formellen Grün- den: Die Regelung der Beschneiungsanlagen gehört in die kantonalen Baugesetze oder in die kantonalen Richtpläne, wenn Sie wollen, sicher aber nicht in ein Bundesgesetz. Ueberlassen Sie die Regelung der Beschneiungsanlagen den Kantonen, die dafür zuständig sind. Der Bund soll diese be- währte Zuständigkeitsordnung respektieren. Im Kanton Grau- bünden ist beispielsweise eine Volksinitiative betreffend Be- schneiungsanlagen hängig. Der Grosse Rat hat sie letzte Wo- che behandelt und empfiehlt dem Volk deren Ablehnung. In diesem Fall kann das Bündner Volk darüber entscheiden. Das ist ein deutlicher Beweis, dass das eine kantonale Angelegen- heit ist. Bleiben wir bei dieser Zuständigkeitsordnung!
Materiell kann man selbstverständlich darüber diskutieren. Ich wäre auch nicht dafür, dass man ganze Hänge künstlich be- schneien würde. Gewisse Einschränkungen sind sicher not- wendig. Aber Herr Schmid hat ja selber gesagt, es gäbe Situa- tionen, wo eine Beschneiungsanlage sinnvoll sei, weil sie die Saison verlängern, weil sie besonders gefährdete Engpässe zu überbrücken helfen kann.
Der entscheidende Einwand aber ist: Wir haben genügend Bundesgesetze. Ueberlassen wir das den Kantonen. Die Kan- tone sind zuständig, und sie sind auch in der Lage, diese Frage selbständig zu regeln.
Hari: Herr Schmid hat in der Begründung seiner Motion derart übertrieben und ist in seinem Votum so nahe an die Gürtellinie gegangen, dass ich auf eine Erwiderung im einzelnen ver- zichte und Sie dringend ersuche, im Sinne des Bundesrates die Motion abzulehnen und den Vorstoss als Postulat zu über- weisen.
Günter: Zu zwei Problemen:
Diese Entscheidung führt dazu, dass die grossen Kurorte grösser werden und die kleinen kaputtgehen - also genau zum Gegenteil dessen, was wir mit unserer Regionalpolitik, die wir hier beschlossen haben, eigentlich erreichen möchten. Das ist aber nur die eine Seite des Problems. Glauben Sie im Ernst, dass es mehr Touristen gibt, wenn es mehr Beschnei- ungsanlagen gibt, oder dass die Leute im Bereich des alpinen Sportes insgesamt mehr Geld ausgeben? Der Verdienst wird sich allenfalls regional verlagern. Und was heisst das im End- effekt? Mit den Beschneiungsanlagen treiben Sie die Sockel- kosten hinauf, und der Verdienst nimmt ab, weil insgesamt
nicht mehr Geld in den Sektor «alpiner Tourismus» fliesst. Es ist doch eine Illusion, anzunehmen, es würden mehr Leute Ski laufen! Sie werden einfach zu einem anderen Zeitpunkt und an einem anderen Ort Ski laufen, wenn die Schneekanonen den Schnee früher verfügbar machen. Ich möchte darauf auf- merksam machen, dass Herr Schmid gesagt hat, Beschneien im grossen Ausmass solle verboten sein. Das soll verboten werden und nicht etwa das Beschneien der berühmten kurzen Waldschneise, die einen unteren und einen oberen Teil einer grossen Abfahrt miteinander verbindet; gegen eine solche Be- schneiung hat wohl kaum jemand im Ernst etwas. Aber es gibt doch ganz klare ökonomische, nicht nur ökologische Gründe, die gegen eine breite Anwendung von Schneekanonen spre- chen. Hier kann man nur eine Lösung finden, wenn die Alpen- länder, die in diesem Bereich ihren Verdienst haben, zusam- menarbeiten. Eine Delegation an den Kanton, dann an die Ge- meinde und dann an jeden Skilift, eine solche Regelung ist die absolute Katastrophe! Das führt über kurz oder lang in das technische Wettrüsten hinein, wo die Kleinen kaputtgehen und allenfalls die Grossen vielleicht ihren Verdienst haben; ge- fragt ist aber eher die Abrüstung - auch im Interesse des Ge- winns.
Frau Stocker: Warum regt eine Schneekanone die Gemüter so stark auf? Vielleicht weil Kanonen immer ein bisschen aufre- gen. Ich wäre dafür, dass wir gar nicht erst aufrüsten.
Aber im Ernst: Es ist doch hier letztlich die Debatte, ob der Rohstoff Natur nicht betriebswirtschaftlich zu Ende genutzt ist. Wir haben zum Teil fehlinvestiert. Wir haben eine Tourismusin- dustrie herangezüchtet, der die Natur nicht gewachsen ist. Sie hat ihre Eigengesetzlichkeit. Uebrigens wäre noch fraglich, ob auch die Menschen dieser Tourismusindustrie gewachsen sind; die Erholung Suchenden und die in der Tourismusindu- strie tätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Was verlangt mein Kollege Peter Schmid denn Absurdes? Er erwartet, dass wir nicht neue Sachzwänge schaffen, die dann den Teufelskreis von Uebernutzung und Selbstwehr der Natur in Gang setzen. Ich meine, Schneemangel über Jahre hinweg ist eine Selbstwehr der Natur. Vielleicht, Herr Schmidhalter, werden Sie eines Tages im Wallis dafür Ananasplantagen ha- ben. Dann können wir wieder darüber diskutieren. Aber was Herr Schmid verlangt, ist, dass wir den Respekt vor der Eigen- gesetzlichkeit der Natur und des Lebendigen schützen, ernst nehmen - und beides nicht durch unseren Wahnsinn von
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Uebernutzung und deshalb auch Zerstörung weiter strapa- zieren.
Sie haben die Grünen, meine Herrn von der SVP, jederzeit auf Ihrer Seite, wenn es um die Strukturerhaltung in den Bergge- bieten geht. Dann aber kommt von Ihnen: Wir sind freie Bür- ger, wir entscheiden selbst, das würde gerade noch fehlen, dass die Grünen kommen und sagen, wie wir in den Bergen zu wirtschaften hätten. Ich respektiere das, aber irgendeinmal müssen Sie auch gewärtigen, dass nicht wir Grünen - dafür sind wir zuwenig stark -, aber dass die Natur selbst Ihnen die Quittung präsentiert. Es geht hier darum, zu entscheiden, ob Sie eine Motion oder ein Postulat überweisen wollen. Es geht aber letztlich auch darum, zu entscheiden, ob Sie bereit sind, ein Zeichen zu setzen und damit eine Antwort zu geben auf die doch tendenziell sich zeigende Klimaveränderung bei uns. Ich wünschte mir, Sie wählten richtig.
Fischer-Sursee: Zweifelsohne ist die künstliche Schnee- Erzeugung nicht ideal. Sie ist eine Notlösung, und zwar oft eine notwendige Notlösung. Wir haben leider bei unsern kli- matischen Verhältnissen immer wieder Winter - die letzten drei haben es gezeigt -, wo ganze Skigebiete überhaupt nicht be- fahrbar sind. Ich war in diesem Winter in Zermatt, und zwar im tiefsten Winter, nämlich zweite Hälfte Januar. Man hätte ausser auf dem Theodul in Zermatt nirgends Ski fahren können, wenn nicht die schmalen Abfahrtspisten künstlich beschneit worden wären. Wir müssen nun einmal davon ausgehen, dass der Ski- sport bei uns in der Schweiz ein Breitensport ist. Jedermann, vor allem auch die Jugendlichen, fährt heute Ski. Im letzten Winter ist ungefähr die Hälfte der Skiorte ausgefallen, weil die Pisten nicht befahrbar waren.
Das zweite, was wir sehen müssen: Unser Tourismus ist ein ausgesprochener Devisenbringer. Sie wissen, dass wir ein Handelsbilanzdefizit haben. Der Tourismus bringt uns unge- fähr 10 Prozent der Exporterträge. Auch das müssen wir im Auge behalten.
Bei der künstlichen Schnee-Erzeugung geht es nicht um eine grossflächige Beschneiung, sondern darum, dass wenigstens ein minimaler Skibetrieb in den Skiorten möglich ist. Es geht nicht um das Ziel, noch mehr Ski zu fahren, denn das kann man mit einer künstlichen Beschneiung überhaupt nicht errei- chen. Diese Pisten sind gerade so schmal, dass man wenig- stens fahren kann. Es geht also nicht um eine Uebernutzung, sondern um die Möglichkeit, eine minimale Nutzung zu errei- chen. Darum geht es bei der künstlichen Schnee-Erzeugung. Sehen Sie die Lage konkret in den Skiorten und in der Hotelle- rie. Es handelt sich darum, einen totalen Ausfall zu verhindern. Unsere Hotellerie, die sowieso schon Probleme hat mit der Er- tragsseite, können wir nicht noch mehr ins Abseits stellen, sonst haben wir dann das Problem, dass der Bund und die Kantone in die Hotellerie noch zusätzlich Millionen stecken müssen. Dann geht es auch um das Personal in der Hotelle- rie-Branche, darum, dass es nicht brotlos wird. Es geht aber auch vor allem um die Bergbevölkerung und die vielen Leute, deren Einkommen in diesen Kurorten gesichert werden muss. Herr Günter, es handelt sich nicht darum, das Unterland und den Gurten zu beschneien, da sind wir uns sicher einig. Daran denkt wahrscheinlich auch niemand, denn das wäre meines Erachtens wirklich verkehrt. Aber es geht doch darum, dass man dort, wo teure Installationen getätigt worden sind, um ei- nen Breitensport für unser Volk zu ermöglichen, diese im Win- ter bei Schneeausfall - das haben wir ja erfahren - wenigstens minimal benützen kann und dass das Kapital nicht total brach- liegt, sondern dass.minimale Erträge einfliessen, damit diese Unternehmen überhaupt überleben können.
Schmid: Ich möchte feststellen, dass ich nach Reglement das Recht habe, zweimal zum gleichen Geschäft zu sprechen, also nicht nur eine persönliche Erklärung abzugeben. Ich möchte kurz noch auf einige Voten eingehen.
Herr Schmidhalter, Sie fragen sich, was das heisst: Schneean- lagen grossen Stils. Ich glaube, mit etwas gesundem Men- schenverstand kann man das schon eruieren, wenn man will. Ich habe ausdrücklich gesagt: Wenn es um exponierte Stellen geht, die man ausbessern will, bin ich einverstanden, dagegen
habe ich nichts. Die Zahlen zum Energieverbrauch kann ich Ihnen noch schriftlich nachliefern. Ich habe sie nicht da, aber ich habe sie nicht aus der Luft gegriffen. Die Unterlagen über die Verhältnisse habe ich von Fachleuten schriftlich bekom- men.
Herr Hanspeter Seiler, ich habe nichts gegen die Ausbesse- rungen. Es geht aber darum, dass man riesige Pisten be- schneit, wenn es keinen natürlichen Schnee hat. Das finde ich Unsinn. Ihre Einladung verdanke ich. Ich hatte einmal das Ver- gnügen, nach Savognin eingeladen zu werden; insofern bin ich darüber orientiert. Gerade aus jenen Bereichen gibt es ei- nige Bilder und unrühmliche Beispiele, wie es herauskommt, wenn die Piste immer noch weiss ist, wenn der Frühling schon längst eingekehrt ist.
Herr Columberg, ich muss darauf nicht näher eingehen, Herr Günter hat sich dazu bereits geäussert. Es ist sicher nicht sinn- voll, wenn ein Kanton einseitig sagt, er verzichte darauf, und die anderen machen dann nachher das Geschäft. Ob das dann ein Vergnügen ist, den Touristenstrom über sich erge- hen zu lassen, ist allerdings eine andere Frage. Das können wir nicht so regeln; und wenn Sie sagen, man müsste das ins Baugesetz nehmen, müssen Sie zugeben, dass Sie auch da- gegen wären, dass man ein solches Verbot ins Baugesetz hin- einnimmt! Also da müssen wir schon mit offenen Karten spie- len. Dann haben Sie gesagt, das Bündnervolk könne darüber entscheiden. Das ist richtig, aber ich finde, dass es eben sinn- voll wäre, wenn wir das gesamtschweizerisch regeln, damit die Bündner nicht das Nachsehen haben. Ich sage nicht, dass die Initiative nicht sinnvoll ist. Ich weiss sogar, dass diese Initia- tive bereits etwas ausgelöst hat. Es gibt andere Kantone, es gibt sogar Länder, in Oesterreich das Bundesland Vorarlberg zum Beispiel, die sich sehr interessieren für die Initiative, auch für meinen Vorstoss, weil sie eben nachziehen möchten.
Auch Herr Fischer-Sursee geht offenbar davon aus, dass man immer mehr beschneien muss, weil es immer weniger Schnee gibt, und dass man sogar grosse Gebiete beschneien muss. Das ist jedoch nicht sinnvoll. Es kann vielleicht sein, dass sich das Problem von selber erledigt, weil wir immer schneeärmere Winter haben werden, aber dann ist es um so wichtiger, dass wir uns jetzt schon überlegen, wie wir den Tourismus anders und sinnvoller gestalten können. Dann sind wir gewappnet, wenn allenfalls die Klimaveränderungen dazu führen, dass wir ohne Schnee auskommen müssen. Skisport sei ein Breiten- sport, sagt Herr Fischer. Ja, das ist richtig; ich meine nur, wir müssen uns vielleicht einmal Gedanken machen, ob es nicht auch noch anderes gibt als nur Massen- und Breitensport.
Ich möchte Sie daher bitten, meinen Vorstoss als Motion zu überweisen. 72 Kolleginnen und Kollegen haben ihn seiner- zeit unterschrieben. Wenn wir mit dem guten Beispiel vorange- hen, werden andere nachfolgen, denn im Grunde haben wir die Grenzen des Wintertourismus schon längst erkannt.
Abstimmung - Vote
Eventuell - A titre préliminaire Für Ueberweisung als Postulat 55 Stimmen Für Ueberweisung als Motion 30 Stimmen
Definitiv - Définitivement Für Ueberweisung des Postulates 35 Stimmen 46 Stimmen
Dagegen
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Schmid Verbot von künstlichen Schneeanlagen Motion Schmid Production de neige artificielle. Interdiction
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
Année
1990
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
04
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
88.540
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 07.06.1990 - 15:00
Date
Data
Seite
902-906
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20 018 640
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