Interpellation der SVP-Fraktion
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sen Schwierigkeiten, die mit seiner Anwendung in der Praxis unweigerlich verbunden sind, in einzelnen Fällen nicht einge- halten worden ist.
Der Ausschuss gegen die Folter hat die Schweiz nicht um Er- gänzung ihres Berichts ersucht. Gemäss Artikel 19 des Ueber- einkommens gegen die Folter wird unser Land dem Aus- schuss seinen nächsten Bericht im Jahr 1993 vorlegen.
Bei der Ausarbeitung des nächsten Berichts werden die in- teressierten Kreise, und damit auch die Eidgenössische Kom- mission für Flüchtlingsfragen, über die Probleme, die sich im Zusammenhang mit der effektiven Anwendung des Non-Re- foulement-Grundsatzes in der Schweiz stellen, konsultiert wer- den.
Im Falle, dass eine in diesem Bereich zuständige internatio- nale Behörde oder ein Gericht unseres Landes den Bundesrat für eine Folterhandlung, die von einem Drittstaat gegenüber einer aus der Schweiz weggewiesenen Person begangen wor- den ist, indirekt verantwortlich machen sollte, werden die Schweizer Behörden das Opfer gemäss Artikel 14 des Ueber- einkommens von 1984 gegen die Folter entschädigen.
Von einer Diskrepanz zwischen dem EDA und dem EJPD mit Bezug auf die Achtung der internationalen Bestimmungen über den Schutz verfolgter Personen kann nicht die Rede sein. In Ziffer 1 ist auf einzelne Probleme bei der praktischen An- wendung des Non-refoulement-Prinzips hingewiesen wor- den.
Das EJPD (DFW) arbeitet mit dem EDA (Koordinator für inter- nationale Flüchtlingspolitik und Direktion Völkerrecht) in den Grundsatzfragen betreffend Asyl und das Problem des Non- refoulement zusammen.
Das EJPD ist jedoch für die Respektierung des Non-refoule- ment-Prinzips in den einzelnen Entscheiden verantwortlich. Es arbeitet mit den Schweizer Vertretungen im Ausland zu- sammen, welche auf seine Anfrage hin Untersuchungen im Herkunftsland oder am Ort des letzten Aufenthalts der Ge- suchsteller durchführen (vgl. Antwort auf Frage Müller-Aargau, Fragestunde vom 2.10.1989). Eine Konsultation des EDA in je- dem konkreten Fall ist nicht zuletzt aus organisatorischen und personellen Gründen nicht möglich.
Bevor er einen Asylbewerber wegweist, prüft der DFW sorgfäl- tig, ob es Gründe zur Annahme gibt, dass dieser eine Behand- lung riskiert, welche gegen die Menschenrechte verstösst. Diese Prüfung geschieht in Zusammenarbeit mit den Hilfswer- ken und den Organisationen zum Schutze der Menschen- rechte. Eines der verschiedenen Elemente zur Einschätzung der Situation ist die Meinung der erwähnten Organisationen, soweit sie sich auf konkrete Tatsachen bezieht. Im weiteren ar- beiten die Bundesbehörden in Fragen der internationalen Flüchtlingspolitik seit jeher eng mit dem Uno-Hochkommissa- riat für Flüchtlinge zusammen.
Es ist hervorzuheben, dass jede Person, die eine Verletzung des Non-refoulement-Prinzips vorbringt, Beschwerde bei der Europäischen Menschenrechtskommission führen kann, in- dem sie Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonven- tion anruft. Wie die Schweiz in ihrem Bericht an den Ausschuss gegen die Folter erwähnt hat, ist dies bereits mehrmals ge- schehen. Bis heute sind alle diese Beschwerden als unzuläs- sig erklärt worden.
Le président: L'interpellatrice n'est pas satisfaite de la réponse du Conseil fédéral.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
offensichtliche Mehrheit Minderheit
89.654
Interpellation der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei Drogenpolitik Interpellation du groupe de l'Union démocratique du Centre Politique de lutte contre la drogue
Wortlaut der Interpellation vom 4. Oktober 1989
In der schweizerischen Drogenpolitik sind alarmierende Auf- weichungstendenzen der geltenden, im Betäubungsmittelge- setz verankerten Grundsätze zur Bekämpfung des Drogen- missbrauchs im Gang. Das Gesetz wird heute nicht mehr voll- zogen. Verschiedene Kreise bis hin zu Exekutivmitgliedern for- dern eine «liberalere» Drogengesetzgebung. Die liberale Dro- genpolitik hat aber versagt. Anerkannte Fachleute warnen vor der Liberalisierung der Drogenpolitik. Die Tendenzen im Aus- land weisen in dieselbe Richtung; Staaten wie England, Israel und Holland beispielsweise verschärfen die Drogenbekämp- fung. Beispielhaft für die Tendenzen in der Schweiz ist die De- marche der Berner Regierung in Sachen Straffreiheit des Dro- genkonsums und Legalisierung von leichten Drogen sowie die Einrichtung von «Fixerstüblis». Gleiches steht im Kanton Zürich zur Diskussion, wo im Kantonsrat ein Postulat über- wiesen wurde, das die Regierung verpflichtet, auf eidgenössi- scher Ebene eine Standesinitiative einzureichen, wonach das Betäubungsmittelgesetz so zu lockern wäre, dass leichte Dro- gen straffrei ausgingen. Die Empfehlungen im Drogenbericht der Subkommission «Drogenfragen» der Eidgenössischen Betäubungsmittelkommission gehen teilweise in ähnliche Richtung. Demselben Bericht kann entnommen werden, dass aber alle Drogen «ein nicht zu vernachlässigendes Abhängig- keits- und Gefährdungspotential besitzen». Wir fragen des- halb den Bundesrat an:
Hinter welche Zielsetzungen einer eidgenössischen Dro- genpolitik stellt sich der Bundesrat, und wie gewichtet er die einzelnen Aspekte (gesellschaftliche Aspekte, Volksgesund- heit, individuelle Gesundheit, Drogenabstinenz u. a.)?
Teilt er die Auffassung, dass das geltende Betäubungsmit- telgesetz heute nicht mehr konsequent angewendet wird?
Wie beurteilt er die Entwicklung der schweizerischen Dro- genpolitik im Hinblick auf die Entwicklung im Ausland?
Wie stellt sich der Bundesrat zu den Forderungen des er- wähnten, im Kanton Zürich überwiesenen Postulats? Wie stellt er sich zur Erteilung einer Sonderbewilligung durch das eid- genössische Gesundheitsamt für eine medizinisch kontrol- lierte, staatliche Opiatabgabe, wie sie im Kanton Zürich disku- tiert wird?
Ist der Bundesrat auch der Meinung, die Anstrengungen zur Eindämmung des Drogenmissbrauchs sollten im therapeuti- schen und prophylaktischen Bereich massgeblich verstärkt werden? Welche Massnahmen gedenkt er zu ergreifen?
Texte de l'interpellation du 4 octobre 1989
La politique de lutte contre la drogue en Suisse semble s'écar- ter aujourd'hui de manière alarmante des principes énoncés dans la loi fédérale sur les stupéfiants pour lutter contre l'abus de ceux-ci. A l'heure actuelle, cette loi n'est plus appliquée aussi scrupuleusement qu'auparavant. Certains milieux, y compris quelques membres de l'exécutif, vont même jusqu'à plaider en faveur d'une libéralisation de la législation en ma- tière de stupéfiants. Mais l'assouplissement de cette politique de lutte contre la drogue est vouée à l'échec. Les spécialistes reconnus ne nous mettent-ils pas en garde contre la libéralisa- tion de la politique de lutte contre la drogue? D'autres pays, comme par exemple la Grande-Bretagne, Israël et les Pays- Bas intensifient aujourd'hui la lutte contre la drogue. La Suisse, par contre, se distingue par une attitude opposée: le gouvernement du canton de Berne envisage de dépénaliser la
Interpellation Hafner Rudolf
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N
23 mars 1990
consommation de la drogue, de légaliser certaines drogues douces, ainsi que d'ouvrir des locaux réservés aux drogués. Le canton de Zurich pense adopter à son tour de telles mesu- res: un postulat déposé auprès du Grand Conseil exhorte le gouvernement du canton de Zurich à déposer, au niveau fédéral, une initiative du canton en faveur d'un assouplisse- ment de la loi fédérale sur les stupéfiants, de façon à légaliser toutes les drogues douces et à dépénaliser l'acquisition à des fins de consommation personnelle de toutes les drogues. La sous-commission «Drogue» de la Commission fédérale des stupéfiants recommande dans son rapport l'adoption de me- sures similaires. On peut pourtant lire dans ce même rapport que toutes les drogues recèlent un danger potentiel non négli- geable de dépendance physique.
Aussi, nous demandons au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Quels objectifs le Conseil fédéral vise-t-il dans sa politique de lutte contre la drogue et quel poids accorde-t-il aux dif- férents domaines sociaux (notamment la santé publique, la santé des individus et l'abstinence)?
Le Conseil fédéral reconnaît-il que la loi en vigueur sur les stupéfiants n'est plus appliquée de façon stricte?
Au vu des tendances actuelles qui se dessinent à l'étranger, quelle est l'opinion du Conseil fédéral sur la politique suisse en matière de stupéfiants?
Quelle est la position du Conseil fédéral face au postulat susmentionné déposé dans le canton de Zurich? Le Conseil fédéral envisage-t-il de faire délivrer par l'Office fédéral de la santé publique une autorisation spéciale permettant la distri- bution gratuite par l'Etat, et sous contrôle médical, des opiacés, comme il en est question dans le canton de Zurich? 5. Le Conseil fédéral ne partage-t-il pas l'avis selon lequel il faudrait redoubler d'efforts pour éliminer l'abus de stupéfiants dans les domaines thérapeutique et prophylactique? Quelles mesures le Conseil fédéral envisage-t-il de prendre?
Sprecher - Porte-parole: Frey Walter
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 14. Februar 1990
Rapport écrit du Conseil fédéral du 14 février 1990
Der Bundesrat ist sich der Drogensucht sowie der damit zu- sammenhängenden Probleme vollauf bewusst und hat die da- von ausgehende Bedrohung für die Gesellschaft, welche durch die Aids-Epidemie eine erhebliche Verschärfung erfah- ren hat, erkannt.
Zusätzliche Mittel zur Bekämpfung der illegalen Drogenein- fuhr wurden deshalb bereits freigesetzt. So wurde auf nationa- ler Ebene die Zentralstelle des Bundes zur Bekämpfung des il- legalen Drogenhandels um 15 Stellen verstärkt und auf inter- nationaler Ebene der Beitrag der Schweiz zum Uno-Drogen- bekämpfungsfonds erheblich erhöht. Die Einführung des strafrechtlichen Tatbestands der Geldwäscherei befindet sich zurzeit in parlamentarischer Beratung.
Ferner hat der Bundesrat den Bericht der Subkommission «Drogenfragen» der Eidgenössischen Betäubungsmittelkom- mission über die Aspekte der Drogensituation und Drogen- politik in der Schweiz, welcher im Juni 1989 veröffentlicht wurde, den Kantonen und interessierten Kreisen zur Vernehm- lassung unterbreitet. Die Auswertung dieser Vernehmlassung zu den Analysen und Vorschlägen der Kommission wird im Frühjahr 1990 dem Bundesrat unterbreitet werden und als Grundlage für die zu definierende Drogenpolitik des Bundes dienen.
Der Bundesrat wird erst nach der Festlegung der Drogenpoli- tik zu den in der Interpellation aufgeworfenen Fragen einzeln Stellung nehmen können. Namentlich die kontrovers disku- tierten Fragen der Strafbefreiung des Drogenkonsums und der staatlich kontrollierten Abgabe von Opiaten werden eine eingehende und sorgfältige Prüfung erfordern, da die Ab- schätzung der Folgen der vorgeschlagenen Möglichkeiten
äusserst schwierig ist. Es gilt, der Ausbreitung des Drogen- konsums entgegenzuwirken und auch dem Leid der bereits Drogenabhängigen und ihren Familien Rechnung zu tragen. Bei der Formulierung der schweizerischen Drogenpolitik wer- den auch die Entwicklungen im Ausland sowie die internatio- nalen Verpflichtungen der Schweiz zu berücksichtigen sein. Allerdings kann in teilweiser Beantwortung der Frage 1 bereits heute festgehalten werden, dass die Zielsetzung einer jeden Drogenpolitik die Verhinderung des Drogenmissbrauchs ist. Die Aufgabe wird sein, in erster Linie die Abhängigkeitspro- bleme zu verhindern und dort, wo die Vorbeugung versagt hat, den betroffenen Personen - unabhängig von ihrem Willen, von der Sucht loszukommen - die nötige Betreuung und therapeu- tische Hilfe zukommen zu lassen.
Daraus folgt die Beantwortung der Frage 5: Ohne Zweifel wird der therapeutischen Betreuung sowie der Prävention eine zen- trale Rolle zuzuordnen sein. In diesem Zusammenhang kann bemerkt werden, dass das Bundesamt für Gesundheitswe- sen, in Zusammenarbeit mit den Kantonen, beauftragt ist, eine Strategie der primären Prävention zur Verhinderung des Dro- genkonsums sowie zur Bekämpfung der durch den Drogen- gebrauch verursachten Ausbreitung von Aids zu entwickeln. Betreffend Frage 4 kann festgestellt werden, dass das gel- tende Betäubungsmittelgesetz (BetmG) eine kontrollierte Ab- gabe von Heroin oder anderer Drogen zu sozial-therapeuti- schen Zwecken nicht gestattet; Artikel 8 Absatz 5 BetmG lässt eine Ausnahmebewilligung durch das Bundesamt für Ge- sundheitswesen nur in ganz bestimmten Fällen zu, welche diesen Zweck aber nicht umfassen.
Le président: Les interpellateurs ne sont pas satisfaits de la réponse du Conseil fédéral.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
offensichtliche Mehrheit Minderheit
89.680
Interpellation Hafner Rudolf Zwangsmassnahmen bei MMR-Massenimpfungen Vaccinations collectives ROR. Mesures coercitives
Wortlaut der Interpellation vom 6. Oktober 1989
Der Bundesrat wird gebeten, folgende Frage zu beantworten: Gedenkt der Bundesrat, mittel- oder langfristig repressive Zwangsmassnahmen (z. B. Zwangsimpfungen, Aussperrung der Kinder von Schulen) anzuordnen, damit ein hoher Durch- impfungsgrad erreicht wird, obwohl heute die MMR-Massen- impfungen aus rechtlicher Sicht freiwillig sind und die Bevöl- kerung in der Schweiz generell sensibel auf Zwangsmassnah- men im Gesundheitsbereich reagiert?
Texte de l'interpellation du 6 octobre 1989
Le Conseil fédéral envisage-t-il de prendre des mesures coer- citives à long ou à moyen terme pour augmenter le pourcen- tage de personnes vaccinées en Suisse (par exemple, lancer une campagne de vaccinations obligatoires, exclure de l'école les enfants malades) et cela en dépit du fait que la vac- cination collective ROR n'est juridiquement pas contraignante et que la population en Suisse réagit dans l'ensemble plutôt mal aux mesures imposées dans le domaine de la santé publi- que?
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei Drogenpolitik Interpellation du groupe de l'Union démocratique du Centre Politique de lutte contre la drogue
In
Dans
In
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Jahr
1990
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
89.654
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 23.03.1990 - 08:00
Date
Data
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741-742
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Pagina
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