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Motion Bühler. Tiefbahnhof Luzern
gänzungen - vor allem der Süd-Plus-Linie - 0,4 Milliarden; we- gen Konzeptoptimierungen 100 Millionen Franken. Das ergibt die 2,1 Milliarden Franken.
Die «Bahn 2000» würde zum heutigen Zeitpunkt - ohne die ge- forderten Tunnels etwa zwischen Mattstetten und Rothrist - auf 7,5 Milliarden Franken zu stehen kommen; aber hier kann man noch nicht von einer endgültigen Zahl reden.
Zu den Bemerkungen von Herrn Hefti: Die SBB sind auch hier in einem gewissen Spagat - ich habe das gestern im National- rat so gesagt -; die SBB sollten sparen und gleichzeitig bauen, und es ist schwierig, diese Problematik zu lösen. Ich werde Ih- nen gerne einen Ueberblick über die Verspätungen in diesem Monat zukommen lassen. Einmal sollten die SBB auch bauen können, sie können es nicht gut im Winter, sie können es nicht im Hochsommer tun, sie müssen sich auf die Monate Septem- ber/Oktober/November konzentrieren. Ich habe den SBB ge- sagt, dass es auch für den Bundesrat viel einfacher wäre, wenn alle Züge rechtzeitig in Bern ankommen könnten; die Sit- zungen in den Kommissionen wären vielleicht einfacher zu be- stehen.
In bezug auf die Verbilligung und die Tarifgestaltung kann ich Ihnen sagen, dass die Verbilligung auch für das 100-Fran- ken-Abonnement Ende 1992 ausläuft; wir werden genau prü- fen müssen, ob wir diese Aktionen weiterführen oder ob wir nicht gewisse Anpassungen in der Richtung, wie Sie das ge- sagt haben, vorsehen wollen.
Schliesslich noch zu den Schwierigkeiten der SBB in bezug auf die Kosten. Herr Danioth hat die zwei Faktoren, die den SBB vor allem Sorge bereiten, genannt: die Personalaufwen- dungen und das Zinsniveau.
Die Personalaufwendungen liegen mit knapp 3 Milliarden Franken nur wenig unter dem gesamten Verkehrsertrag. In der Personalpolitik sind die SBB nicht frei. Die Politik prägt hier vie- les, ich würde sogar sagen: alles. Die Hochkonjunktur in der Privatwirtschaft erhöht den Druck auf weitere Reallohnerhö- hungen. Ein Teuerungsausgleich von 5 Prozent macht drei- stellige Millionenbeträge aus. Der Bundesrat wird am näch- sten Mittwoch diesbezügliche Beschlüsse fassen müssen.
Der andere Kostentreiber ist das steigende Zinsniveau. Gegen diese Kostensteigerung sind die SBB weitgehend machtlos. So müssen wir die Investitionen ins Visier nehmen. Das ist die einzige Möglichkeit, wenigstens diese Zinsfolgekosten zu dämpfen. Die SBB müssen also aufs Bremspedal treten, einer- seits mit Rationalisierungen, andererseits mit Investitions- steuerung. Das ist der zweite Spagat, der in unserem Alter nicht leicht auszuführen ist.
Ganz zum Schluss gestatten Sie mir noch zu danken. Ich möchte Herrn Präsident Latscha danken, der bis Ende März 1990 der Generaldirektion der SBB vorsteht. Er hat das letzte Mal einen Voranschlag der SBB mitgestaltet und auch vorge- legt. Sein profundes Wissen, seine Kompetenz, aber auch sein Weitblick und sein Sinn für die europäische Zukunft der Bahn haben die SBB in den letzten Jahren massgeblich geprägt. Er wird also mit berechtigtem Stolz das weitere, hoffentlich gute Gedeihen seiner SBB mitverfolgen können, denn er war mass- geblicher Baumeister der vielversprechenden Zukunft unserer Bahn.
Danken möchte ich auch Ihrem abtretenden Präsidenten Lau- ber, der in den zwei Jahren seines Präsidiums mit Umsicht und grosser Sachkenntnis die Geschicke Ihrer Kommission gelei- tet hat.
Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1 - 4 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Titre et préambule, art. 1 - 4 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes 37 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
Ad 88.056
PTT. Voranschlag 1989. Nachtrag II PTT. Budget 1989. Supplément II
Botschaft und Beschlussentwurf vom 25. Oktober 1989 Message et projet d'arrêté du 25 octobre 1989
Beschluss des Nationalrates vom 4. Dezember 1989 Décision du Conseil national du 4 décembre 1989 Bezug bei der Generaldirektion PTT, Viktoriastrasse 21, Bern S'obtiennent auprès de la Direction générale des PTT, Viktoriastrasse 21, Berne
Hefti, Berichterstatter: Wir haben den Nachtrag Il bereits mit dem Voranschlag für das kommende Jahr verabschiedet. Wenn es nötig ist, kann das heute nochmals formell bestätigt werden.
Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1 - 4 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Titre et préambule, art. 1 - 4 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes 35 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
89.653 Motion Bühler Tiefbahnhof Luzern Gare souterraine à Lucerne
Wortlaut der Motion vom 4. Oktober 1989 Die Kapazität der Luzerner Bahnanlagen, insbesondere die nur zweigleisige Ein- und Ausfahrt, ist heute schon total aus- geschöpft, und der Regionalverkehr kann nicht befriedigend gelöst werden. Der Bundesrat wird eingeladen, die Planung eines durchge- henden Tiefbahnhofes unverzüglich in die Wege zu leiten.
Motion Bühler. Gare souterraine à Lucerne
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E
12 décembre 1989
Texte de la motion du 4 octobre 1989
La capacité des installations de la gare de Lucerne est entière- ment épuisée; c'est notamment le cas des voies doubles assu- rant l'accès et la sortie. Il s'ensuit que les communications régionales ne peuvent se faire de façon satisfaisante. Le Conseil fédéral est invité à entreprendre sans retard l'élabo- ration d'un projet de gare souterraine de passage.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Danioth, Hunziker, Iten, Kündig, Masoni, Meier Josi, Rhinow, Zumbühl (8)
Bühler: Luzern ist eine Reise wert. Bei dieser Feststellung wer- den Sie wohl mit mir einiggehen. Millionen von Gästen aus dem In- und Ausland bestätigen diese Aussage. Nicht nur Lu- zern, die ganze Zentralschweiz gehört zu den wichtigsten Tou- rismuszentren in der Schweiz. Rund drei Viertel aller Gäste kommen aus dem Ausland. Gute Verbindungen sind daher auch auf der Schiene unerlässlich. So ist Luzern an der Gott- hardtransversale - nebst Basel und Zürich - der wichtigste Bahnknotenpunkt. Es gibt aber kaum einen Bahnknotenpunkt in der Schweiz, der so viele Züge über so wenig Geleise ab- zuwickeln hat, wie dies in Luzern der Fall ist. Ueber das Nadel- öhr Gütsch - und sicher haben jede Frau und jeder Mann hier im Saal schon einmal bei der Einfahrt in Luzern gewartet - mit seinen zwei Geleisen verkehren täglich rund 450 Züge. Ohne die ausgezeichnete Leistung der SBB wäre das Chaos schon längst ausgebrochen.
Die Kapazitäten der Luzerner Bahnanlagen reichen nicht aus, um die Abfertigungen - weder international, noch national, noch regional - in der notwendigen Qualität abwickeln zu kön- nen. Eine Studie, die der Regierungsrat des Kantons Luzern in Auftrag gegeben hat, bestätigt die Notwendigkeit eines Aus- baus der Luzerner Bahnanlagen. Mit einem Durchgangsbahn- hof in Tieflage können die Kapazitätsprobleme auf den Zufahr- ten zum Gotthard-Basistunnel und für den Regionalverkehr am wirkungsvollsten gelöst werden.
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Ein solches Projekt bringt nicht nur zusätzliche Kosten, son- dern auch Kosteneinsparungen. Vor allem die Fahrzeitge- winne und das Wegfallen der Lok- und Personalwechsel brin- gen Rationalisierungseffekte. Auch im Rahmen der Umwelt- schutzmassnahmen und der Förderung des öffentlichen Ver- kehrs kommt einem Tiefbahnhof Luzern eine zentrale Bedeu- tung zu.
Eine definitive Aussage über die zeitliche Priorität des Luzer- ner Tiefbahnhofes - übrigens wurden beim Neubau des Bahn- hofgebäudes die entsprechenden Voraussetzungen geschaf- fen beziehungsweise nicht verbaut - ist unseres Erachtens erst zulässig, wenn alle angesprochenen Problemkreise auf konzeptioneller Basis ganzheitlich beantwortet sind. Deshalb verlangen wir mit unserem Vorstoss die unverzügliche Einlei- tung einer entsprechenden Planungsstudie. Eine solche hat aufzuzeigen, in welcher Phase der Neat-Realisierung ein Durchgangsbahnhof in Tieflage in Luzern verwirklicht werden muss, um Luzern und die Zentralschweiz bahnseits nicht zur Provinz werden zu lassen.
Herr Bundesrat, heute bin ich optimistischer als zur Zeit der Einreichung der Motion, dass Sie und Ihre Leute von der Not- wendigkeit einer sofort anzugehenden Planstudie überzeugt sind. Ihr Brief vom 29. November 1989 an den Regierungsrat des Kantons Luzern ist vielversprechend. Ich danke Ihnen.
Bundesrat Ogi: Herr Ständerat Bühler weiss, dass die SBB Ka- pazitätssteigerungen im Bahnhof Luzern seit einiger Zeit prü- fen. Der Tiefbahnhof war als Idee auch im Rennen. Zwei Gründe haben zu einer etwas veränderten Situation geführt: 1. der geplante Taktfahrplan des Konzeptes «Bahn 2000»;
Die Zukunft wird also nach unserer Beurteilung so aussehen: Um die volle und die halbe Stunde werden die Ankünfte und Abfahrten der Züge stark gebündelt sein. Damit wird das Schluckvermögen des Kopfbahnhofs Luzern grösser. Weiter kann die Zugfolgezeit auf weniger als 2 Minuten herunterge- drückt werden, dies dank verkürzten Blockabschnitten. Wir werden also eine gute «Fahrplanspinne» erhalten, wie es die
Bahnfachleute bildlich ausdrücken. Die Anschlussbedingun- gen zwischen Intercity-, Schnell- und Regionalzügen werden nahezu ideal sein. Auch die Regionalbusse sollen in dieses System eingebunden werden.
Die vom Bundesrat geplante Neat auf der Gotthardachse be- einträchtigt dieses attraktive System nicht. Die Priorität muss bei der Neat im Bau des Basistunnels und der ungenügenden Zufahrtsstrecken liegen. Die Bahnhofanlagen Luzern werden nach heutiger Meinung des Bundesrates im Jahre 2000 oder später den Neat-Anforderungen noch genügen. Was die ge- planten Anlagen im und um den Kopfbahnhof allerdings kaum verkraften könnten, wären wesentliche Kapazitätsausbauten beim Regionalverkehr. Ich denke hier etwa an Wünsche wie Viertelstundentakt für Regionalzüge, neue Haltestationen oder neue Durchmesserlinien mit nur kurzer Wendezeit im Kopfbahnhof.
Solche Ideen gehen allerdings klar über das Angebot von «Bahn 2000» hinaus. Wie in anderen Bereichen auch wären solche Pläne vorab Sache des Kantons. Sie wissen, es ist eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Kantons zusammen mit den SBB daran, alle diese Möglichkeiten zu studieren. Die Kantonszuständigkeit gilt auch für die Finanzierung des Re- gionalverkehrsangebotes. Eine Beteiligung des Bundes käme für Studien in Frage, etwa unter der Bedingung, dass diese Einfluss auf das Gesamtkonzept der «Bahn 2000» oder auf die nationale oder internationale Funktion der neuen Eisenbahn- transversale hätten. Schliesslich ist an den Einfluss der Ost- schweizer Neat-Anbindung zu denken.
Je nach den vom Bundesrat vorgeschlagenen und vom Parla- ment beschlossenen Projekten kann die zukünftige Aufgabe des Bahnhofes Luzern beeinflusst werden.
Als Fazit stelle ich fest:
Luzern kann mit den bestehenden, angepassten und mo- dernisierten Anlagen gut ins Konzept «Bahn 2000» integriert werden.
Ein Tiefbahnhof scheint auch aus Sicht der Neat-Bedürf- nisse auf absehbare Zeit nicht nötig zu sein.
Die erweiterten Gleisanlagen könnten allenfalls durch ein erheblich ausgebautes Regionalverkehrsangebot nötig wer- den.
Planung und Projektierung eines Tiefbahnhofes Luzern sind darum jetzt nicht vordringlich. Um aber die Offenheit des Bun- desrates für neue Entwicklungen und Erkenntnisse zu zeigen, beantragt Ihnen der Bundesrat, die Motion in ein Postulat um- zuwandeln.
Bühler: Mit der Umwandlung der Motion in ein Postulat bin ich einverstanden. Entscheidend ist, dass die Arbeitsgruppe so- fort an die Arbeit geht und eine Planungsstudie erstellt. In der Beurteilung sind wir Luzerner nicht ganz einig mit Ihren Aus- führungen. Wir hoffen, dass auch auf Bundesratsseite viel- leicht ein zusätzlicher Wandel stattfinden wird, sobald die Tat- sachen auf dem Tisch liegen. Luzern ist bereit, seinen Beitrag zu leisten.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
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Motion Bühler Tiefbahnhof Luzern Motion Bühler Gare souterraine à Lucerne
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Dans
In
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Jahr
1989
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
09
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.653
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
12.12.1989 - 17:00
Date
Data
Seite
781-782
Page
Pagina
Ref. No
20 018 245
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