15 décembre 1989
N
2252
Interpellation Rohrbasser
89.688
Postulat Nabholz Gepäcktransportservice der Bahnen Bagages transportés par chemin de fer
Wortlaut des Postulates vom 6. Oktober 1989
Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament Bericht und Antrag zu erstatten, wie der Gepäcktransport bei den öffent- lichen Verkehrsmitteln (Bahnen, Postautodienst u. a.) in Zu- sammenarbeit mit der PTT kundengerechter und preisgünstig gestaltet werden kann.
Texte du postulat du 6 octobre 1989
Le Conseil fédéral est invité à présenter au Parlement un rap- port accompagné d'une proposition, sur les possibilités d'or- ganiser, de concert avec les PTT, le transport des bagages par les entreprises publiques (trains, services de cars postaux) de façon satisfaisante pour les clients et à un prix modéré.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Antille, Aubry, Bär, Bircher, Büttiker, Cavadini, Columberg, Couchepin, Da- vid, Déglise, Diener, Dormann, Eggenberg-Thun, Eppenber- ger Susi, Fäh, Frey Claude, Früh, Gysin, Kühne, Leuenberger- Solothurn, Loeb, Loretan, Mauch Rolf, Müller-Meilen, Nuss- baumer, Oester, Paccolat, Salvioni, Scheidegger, Schüle, Stamm, Stocker, Tschuppert, Wanner, Zölch, Zwygart (37)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Der Bundesrat spricht von der nächsten Zukunft bezüglich des Eisenbahnzeitalters.
Mit dem Konzept «Bahn/Bus 2000» wollen die SBB ein moder- nes und kundengerechtes Angebot realisieren, das nicht nur mehr Komfort verspricht, sondern auch dazu dient, eine Grosszahl von Reisenden zum Umsteigen vom Auto auf die Bahn zu bewegen. Der sprichwörtliche Dienst am Kunden wird dabei ein wesentliches Werbeargument bilden müssen. Lei- der ist bei den SBB aus personellen wie finanziellen Gründen zurzeit eher eine Entwicklung in gegenteiliger Richtung, d. h. Richtung Dienstleistungsabbau, zu beobachten (Pläne für un- begleitete Züge, Verzicht auf Bedienung kleinerer Stationen usw.). Das bereits bestehende Problem vor allem älterer Leute, Behinderter oder Familien, die mit Gepäck reisen, wird dadurch noch akzentuiert. Wenn die Alternative zum Auto heisst, Koffer und anderes Reisegepäck entweder selbst zu schleppen oder zu wenig attraktiven Tarifen durch die SBB transportieren zu lassen, erscheint die Bahn verglichen mit dem Auto als wenig konkurrenzfähig. Der Umsteigeeffekt und damit der Erfolg von «Bahn/Bus 2000» werden deshalb auch von einem attraktiven und vor allem kostengünstigen Gepäck- transportservice für die Passagiere beeinflusst werden.
Ein kundengerechterer Gepäcktransportservice der öffentli- chen Verkehrsmittel könnte für die Reisenden wesentlich mehr Komfort bieten. Dazu bieten sich die bestehenden und bestens funktionierenden Postpaketdienste der PTT an, wel- che zusätzlich auch als Zustelldienst für Koffer von Bahn- und Busreisenden dienen könnten. Ein Telefonanruf an die nächst- gelegene Poststelle könnte beispielsweise genügen und ein PTT-Beamter würde das Gepäckstück abholen. Am Bestim- mungsort wäre der gleiche Service zu gewährleisten, d. h. die PTT würden den Koffer wie ein grosses Paket zustellen.
Die PTT verfügen über modernste Sortier- und Verteilmittel, wobei die Entwicklung hier nicht abgeschlossen ist. Gemäss Postverkehrsgesetz transportieren sie auch Koffer bis zu ei- nem Höchstgewicht von 20 kg. Die SBB haben 1988 gemäss ihrer Rechnung Einnahmen von lediglich 23,1 Millionen Fran- ken aus dem Gepäckverkehr erzielt. Daraus folgt, dass 1988 schätzungsweise 2 Millionen Koffer transportiert wurden. Die PTT-Betriebe verteilen demgegenüber durchschnittlich pro Tag rund 800 000 Pakete. Die Kosten für den Gepäckverkehr
der SBB sollen 1988 dem Vernehmen nach rund 230 Millionen Franken betragen haben. Aufgrund dieser Gegebenheiten ist anzunehmen, dass der Gepäcktransportservice wesentlich günstiger gestaltet werden könnte, wenn die Bahnen diesen mit den PTT zusammen organisieren. Dies könnte für die SBB personelle und finanzielle Einsparungen bringen und gleich- zeitig auch die Leistungsqualität verbessern.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 27. November 1989 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 27 novembre 1989 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
89.587
Interpellation Rohrbasser Schweizerische Hilfe für Polen Aide suisse à la Pologne
Wortlaut der Interpellation vom 18. September 1989
Gegenwärtig sind in fast allen osteuropäischen Staaten Re- formbestrebungen im Gang. Neben Ungarn nimmt Polen in dieser Hinsicht eine führende Position ein. Angesichts seiner dramatischen Wirtschafts- und Versorgungskrise und seiner starken internationalen Verschuldung sieht sich dieses Land gezwungen, die Flucht nach vorn anzutreten. Verbessert sich jedoch seine Wirtschaftslage nicht innert kürzester Frist in ent- scheidendem Mass, so besteht die Gefahr, dass die treiben- den Kräfte des Wechsels in Misskredit geraten und die Reform als Ganzes zum Scheitern verurteilt ist.
Polen und Ungarn sind kaum in der Lage, ihre Ziele aus eige- ner Kraft zu erreichen. Im Gegensatz zur UdSSR verfügen sie nicht über genügend eigene Ressourcen. Die Loslösung von der UdSSR und die Annäherung an den Westen sind nicht Selbstzweck, sondern Ausdruck des festen Willens, die Wirt- schafts- und Finanzkrise zu überwinden und innenpolitische Stabilität zu gewinnen. Polen und Ungarn benötigen westliche Hilfe: ihr Anschluss an die westeuropäische Wirtschaft muss rasch gelingen - allein unter dieser Voraussetzung haben sie eine Chance, die Demokratie zu erproben. In diesem Zusam- menhang möchte ich folgende Fragen stellen:
Teilt der Bundesrat diese Sicht der Entwicklung und der Re- formaussichten in den Oststaaten, insbesondere in Polen und Ungarn?
Schliesst er sich der Ansicht an, dass es Aufgabe aller west- lichen Nationen, vor allem jedoch der westeuropäischen Län- der, ist, die Reformbemühungen, die gegenwärtig in den ost- europäischen Staaten im Gange sind, zu unterstützen?
Ist er bereit, zugunsten der wirtschaftlichen Ziele Polens aktiv zu werden?
Hat er bereits entsprechende Massnahmen getroffen? Wenn ja, in welchem Rahmen (EG, Efta, Europarat oder bilaterale Abkommen)?
Beabsichtigt der Bundesrat, gegebenenfalls Wirtschafts- und Finanzhilfe zu fördern und ein Engagement der Schweizer Wirtschaft zu begünstigen?
Texte de l'interpellation du 18 septembre 1989
Un vent de réforme souffle actuellement dans l'ensemble des pays de l'Europe de l'Est. A côté de la Hongrie, la Pologne fait figure de pays d'avant-garde à cet égard. En proie à une crise économique et d'approvisionnement dramatique et à un en- dettement international important, ce pays se voit contraint de choisir la fuite en avant. Mais si une amélioration sensible de la situation économique n'intervient pas dans les plus brefs
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Nabholz Gepäcktransportservice der Bahnen Postulat Nabholz Bagages transportés par chemin de fer
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1989
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Session d'hiver
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Sessione invernale
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Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance Seduta
Geschäftsnummer 89.688
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Datum 15.12.1989 - 08:00
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2252-2252
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