Interpellation Hildbrand
1767
Schiffahrtsschule ausländische Ausbildungsmöglichkeiten als Alternative zur Verfügung stehen.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt.
88.750
Interpellation Hildbrand Varroatose-Bekämpfung Lutte contre la varroase
Wortlaut der Interpellation vom 5. Oktober 1988
In den letzten Monaten hat die starke Zunahme der Bienen- seuche (Varroatose) vor allem die Imker-, Landwirtschafts- und Forschungskreise aufgeschreckt. Die zirka 25 000 Imker und mit ihnen die gesamte Landwirtschaft haben gemäss Schätzungen der Fachleute in den letzten Jahren Schäden in der Höhe von über 24 000 000 Franken erlitten. Der Imker hat gemäss statistischen Angaben bei einem total ausfallenden Bienenvolk einen Verlust von zirka 250 Franken zu tragen. Bei den zirka 23 300 in der Schweiz an dieser Krankheit befallenen Bienenvölkern und der Annahme eines 25 prozentigen Total- ausfalls ergibt dies einen geschätzten Verlust von zirka 14 000 000 Franken.
Immer noch häufen sich bei den Kantonstierärzten die Mel- dungen von neu befallenen Gebieten und die Ausscheidun- gen von Varroato-Schutzzonen. Die Imker, zum grossen Teil Amateur-Imker, sind durch die vorgesehenen Massnahmen und die Tierseuchenverordnung des Bundes in ihrer Aktivität und in ihrem Aktionsradius eingeschränkt. Das Eidgenössi- sche Forschungsamt, Sektion Bienen, ist sich der ernsthaften Gefahr und deren Ausweitung bewusst. Derzeit werden zwar in verschiedenen Ländern chemische und biologische Be- kämpfungsmethoden propagiert. Von den Fachleuten werden diese kritisch beurteilt und in Frage gestellt, da vor allem bei den chemischen Präparaten mit Rückständen im Honig zu rechnen ist.
Die explosionsartige Ausweitung mit den bereits nachweis- baren Schäden zwingt zu raschem Handeln und zur Entwick- lung von wirkungsvollen Anti-Varroato-Strategien.
Ist der Bundesrat bereit:
die eingesetzten chemischen Präparate einer Tauglich- keitsprüfung zu unterziehen?
offenzulegen, inwieweit die Rückstände im Honig schädlich sind und ob dieser noch dem Lebensmittelgesetz und den ein- schlägigen Verordnungen entspricht?
die Forschung im Kampf gegen die Varroa-Milben zu inten- sivieren und die Informations-Kampagne auszuweiten?
für das Budget 1989 und die folgenden Jahre genügend Mittel zur Verfügung zu stellen, damit durch intensive For- schung eine rasche Gegenwirkung erzielt werden kann? 5. zu prüfen, ob stark geschädigte Imker für den massgebli- chen Ernteausfall und vor allem für den Wiederaufbau der Bie- nenvölker entschädigt werden können?
Texte de l'interpellation du 5 octobre 1988
La recrudescence prononcée de l'épizootie des abeilles (var- roase) enregistrée ces derniers mois a vivement inquiété les milieux de l'apiculture, de l'agriculture et de la recherche. Les quelque 25 000 apiculteurs, et avec eux l'ensemble de l'agri- culture, ont subi ces dernières années un préjudice d'un mon- tant total de plus de 24 000 000 de francs, selon les estima- tions des spécialistes. Les statistiques indiquent que pour cha- que ruche disparue, l'agriculteur enregistre une perte de 250 francs environ. Si l'on admet que des 23 300 ruches touchées par cette maladie en Suisse, 25 pour cent sont irrémédiable-
ment condamnées, le préjudice total peut être estimé à 14 000 000 de francs.
Les vétérinaires cantonaux sont avisés sans cesse de nou- velles régions touchées et de la contamination de zones jusqu'alors protégées du varroa. Les apiculteurs, amateurs pour la plupart, voient leur activité et leur champ d'action li- mités par les mesures prévues et l'ordonnance fédérale sur les épizooties. La section apicole de la station de recherches de Liebefeld est consciente de ce danger et de son aggravation. Différents pays préconisent actuellement des méthodes chi- miques et biologiques de lutte contre l'épizootie critiquées par les experts: on ne peut exclure en effet des résidus de ces pro- duits dans le miel, surtout pour ce qui est des préparations chi- miques.
La propagation explosive de la maladie et l'ampleur des dégats constatés obligent à prendre rapidement des mesures et à développer une stratégie efficace de lutte contre le varroa. Le Conseil fédéral est-il prêt:
à soumettre les préparations chimiques employées à un test d'aptitude?
à informer sur le danger présenté par les résidus de ces pro- duits dans le miel et sur la conformité de ce dernier aux dispo- sitions des lois et ordonnances sur les denrées alimentaires? 3. à développer la recherche en matière de lutte contre le var- roa et à intensifier la campagne d'information?
à débloquer, sur les budgets de 1989 et des années suivan- tes, des crédits suffisants au lancement d'une contre-offensive rapide par intensification de la recherche?
à examiner la possibilité de dédommager les apiculteurs de leurs importantes pertes sur récoltes, et surtout de les aider à reconstituer leurs ruches?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 23. November 1988
Rapport écrit du Conseil fédéral du 23 novembre 1988
Die einzelnen Fragen der Interpellation können wie folgt be- antwortet werden:
Präparate zur Bekämpfung von Bienenkrankheiten dürfen - wie alle anderen Tierheilmittel - erst in den Verkehr gebracht werden, wenn sie von der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel registriert wurden. Mittel, die gegen staatlich be- kämpfte Tierseuchen - dazu zählt auch die Varroatose - einge- setzt werden, müssen nach Artikel 24 der Tierseuchenverord- nung vom 15. Dezember 1967 zusätzlich vom Bundesamt für Veterinärwesen bewilligt werden. Die Zulassung wird nur sol- chen Mitteln erteilt, deren Wirkung wissenschaftlich begründet ist. Zurzeit sind vier Präparate zur Bekämpfung der Varroatose zugelassen.
Das Bundesamt für Gesundheitswesen hat für drei dieser vier Präparate Grenzwerte für Rückstände im Honig festge- legt:
Apitol - 0,5 mg pro kg Honig; Perizin - 0,05 mg pro kg Honig; Folbex VA - 0,2 mg pro kg Honig.
Für Ameisensäure, das vierte zugelassene Präparat gegen Varroatose, wurde kein Grenzwert festgelegt, da dieser Stoff natürlicherweise und in Mengen bis zu 700 mg pro kg im Ho- nig vorkommen kann. Die Erhöhung der Rückstände nach sachgemässer Behandlung mit Ameisensäure macht einen geringen, für die menschliche Gesundheit nicht relevanten An- teil des natürlichen Vorkommens dieses Stoffes im Honig aus. Bei vorschriftsgemässer Anwendung ist gewährleistet, dass die Grenzwerte nicht überschritten werden. Untersuchungen, z. B. im kantonalen Laboratorium von Bern (1987) haben ge- zeigt, dass die Wirkstoffe der zugelassenen Akarizide (d. h. Milbenbekämpfungsmittel) im Honig nur in äusserst geringen Spuren vorkommen.
N
6 octobre 1989
1768
Interpellation Zwygart
Versammlungen und in Fachzeitschriften die Imkerschaft über Wesen und Bekämpfung der Varroatose. Eine Informations- lücke besteht nicht.
Die Sektion Bienen setzt sich für eine integrierte biologische Bekämpfung der Varroatose ein. Die Forschungsarbeiten in diesem Bereich sollen in den kommenden zwei Jahren zu ei- ner Optimierung der Bekämpfung führen. Zwei Wissenschaf- ter werden ausschliesslich mit dieser Aufgabe beschäftigt.
Die Mittel für eine intensive Forschung im Bereich der Var- roatose-Bekämpfung sind im Budget 1989 enthalten. Zudem haben die schweizerischen Bienenzüchtervereine der For- schungsanstalt für Milchwirtschaft einen Forschungsbeitrag in Aussicht gestellt.
Gesetzliche Grundlagen für die Ausrichtung von Entschädi- gungen fehlen. Die Schäden, welche die Varroatose für Imker und Landwirtschaft anrichtet, dürfen nicht überbewertet wer- den. Ein Betrag von 24 Millionen Franken, wie er in der Presse genannt wurde, muss als überhöht bezeichnet werden. Imker, die im Rahmen des integrierten Bekämpfungsprogramms jährlich 30 bis 50 Prozent ihrer Völker durch eigene Aufzucht erneuern, erleiden kaum Völkerverluste. In der Landwirtschaft sind dank der sehr hohen Bienendichte in der Schweiz kaum Ertragseinbussen durch mangelnde Bestäubung zu befürch- ten. Es ist nicht zu erwarten, dass die Varroatose in nächster Zeit getilgt werden kann. Die Imker müssen sich damit abfin- den, dass die Bienen von einem Parasiten befallen werden. Die konsequente Durchführung biologischer Bekämpfungs- massnahmen, nötigenfalls ergänzt durch gezielten Einsatz chemischer Mittel, erlaubt aber eine Reduktion der Schäden auf ein wirtschaftlich tragbares Minimum.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.
88.768
Interpellation Zwygart Stickstoffbelastung von Luft, Boden und Wasser Pollutions dues à l'azote
Wortlaut der Interpellation vom 6. Oktober 1988
Deshalb bitte ich den Bundesrat um Stellungnahme zu den fol- genden Fragen:
Wie beurteilt der Bundesrat das Ausmass der von der Land- wirtschaft ausgehenden Luftbelastung durch Stickstoffverbin- dungen?
Genügen die vorhandenen Kenntnisse, um Massnahmen und Empfehlungen zur Begrenzung der Emissionen in der Landwirtschaft einzuleiten, oder bedürfte es noch weiterer Ab- klärungen?
Ist der Bundesrat bereit, die Beantwortung von offenen Fra- gen mit entsprechenden Untersuchungen an die Hand zu nehmen, und wer wird dafür vorgesehen?
Wie beurteilt der Bundesrat die praktischen Möglichkeiten im Blick auf den 6. Landwirtschaftsbericht, in welchem der Umweltschutz als eines der agrarpolitischen Oberziele formu- liert ist, die praktischen Möglichkeiten zur Verminderung der umweltbelastenden Verflüchtigung von Stickstoffgasen im Be- reich der Nutztierhaltung und der Düngung?
Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantwor- ten:
Wie beurteilt der Bundesrat die ökologischen Auswirkungen der Verflüchtigung von Stickstoffverbindungen?
Wie werden die sich daraus ergebenden volkswirtschaftli- chen Folgen beurteilt?
In welcher Art gedenkt er dem Verursacherprinzip Rechnung zu tragen?
Ist der Bundesrat bereit, bei auftretenden Kostenfolgen, die durch übermässige Stickstoffeinträge verursacht werden (z.B. für die Sanierung von Trinkwasseranlagen), Verursacherbei- träge von den bekannten Hauptschädigern ins Auge zu fas- sen?
Texte de l'interpellation du 6 octobre 1988
C'est la raison pour laquelle j'invite le Conseil fédéral à répon- dre aux questions suivantes:
Quelle est à son avis l'étendue de la pollution atmosphérique due aux composés azotés utilisés en agriculture?
Les connaissances acquises permettent-elles de prendre des mesures et d'émettre des recommandations afin de limiter les émissions imputables à l'agriculture, ou faudrait-il recueillir des informations supplémentaires?
Le Conseil fédéral est-il disposé à faire réaliser les études nécessaires pour répondre aux questions en suspens et qui s'en chargera?
De quelles possibilités dispose-t-on pratiquement, à son avis, au vu du 6e Rapport sur l'agriculture qui place la protec- tion de l'environnement dans ses priorités en matière de politi- que agricole, lorsqu'il s'agit de réduire la volatilisation de gaz azotés polluants provenant de l'engraissage des terres et de l'élevage du bétail?
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Hildbrand Varroatose-Bekämpfung Interpellation Hildbrand Lutte contre la varroase
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Jahr
1989
Année
Anno
Band
IV
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
88.750
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Numero dell'oggetto
Datum 06.10.1989 - 08:00
Date
Data
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1767-1768
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