N
18 septembre 1989
1256
Bois tropicaux. Interventions personnelles
Ad 89.052 Postulat der Wirtschaftskommission Tropenholzimporte und Schutz der Regenwälder
Postulat de la Commission des affaires économiques Importation de bois tropicaux et protection des forêts tropicales humides
Wortlaut des Postulates vom 24. August 1989
Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen auf nationaler und internationaler Ebene zu prüfen und in die Wege zu leiten, die einen besseren Schutz der tropischen Regenwälder er- möglichen. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob die Be- schränkung des Importes tropischer Edelhölzer möglich ist und zu diesem Ziel beiträgt.
Texte du postulat du 24 août 1989
Le Conseil fédéral est invité à étudier et à prendre, sur les plans national et international, des mesures assurant une meilleure protection des forêts tropicales humides. Il examinera en parti- culier si la limitation des importations de bois tropicaux précieux est possible et peut contribuer à cet objectif.
Präsident: Der Bundesrat ist bereit, das Postulat anzuneh- men.
Ueberwiesen - Transmis
88.360
Interpellation der grünen Fraktion Tropenholzimport und einheimische Waldwirtschaft Interpellation du groupe écologiste Importation de bois tropicaux et protection de l'économie forestière
Wortlaut der Interpellation vom 9. März 1988
1986 importierte die Schweiz 35 000 Tonnen tropische Hölzer für 28,5 Millionen Franken. 1987 führten nun auch die SBB für Hochgeschwindigkeitsweichen 1300 m3 Yellow-Balau-Holz aus Malaysia ein. Nun unterstützen gerade schweizerische Entwicklungshilfeorganisationen Gruppierungen in Malaysia, welche mit legalen Mitteln gegen den Raubbau an den Tro- penwäldern kämpfen, auf der andern Seite aber beziehen die SBB als Kunde Harthölzer aus Malaysia. Dies ist ein unerträgli cher Widerspruch.
Wir fragen deshalb den Bundesrat an:
Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass auf den Gebrauch von tropischen Harthölzern in der Schweiz möglichst weitgehend verzichtet werden sollte, bis Gewähr für eine ökologisch ver- tretbare, nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder in den Lie- ferländern gegeben ist?
In welchem Umfange und welche Holzarten wurden 1987 für Zwecke des Bundes (Bauten, SBB usw.) aus Ländern der Dritten Welt eingeführt?
Welche verbindlichen Richtlinien bestehen für Bund und Bundesbetriebe zur Förderung von einheimischem Holz im Hinblick auf den Verzicht von Tropenhölzern?
Welche Möglichkeiten stehen der Schweiz als Gatt-Mitglied offen, um Importe einzuschränken, so die einheimische Holz-
wirtschaft zu berücksichtigen und dem ökologischen Raub- bau in der Dritten Welt nicht Vorschub zu leisten? Inwieweit be- günstigt die Schweiz über Zollpräferenzen sogar Tropenholz- importe?
Sieht der Bundesrat Möglichkeiten, auf einen weitgehen- den Verzicht zum Einsatz von Tropenholz hinzuwirken, z. B. über die einschlägigen Berufsverbände?
Welche Erfahrungen hat die Schweiz im Rahmen der Mitar- beit beim Internationalen Tropenholzabkommen gemacht, das zum Ziel hat, mit der Förderung einer nachhaltigen, die ökologischen Gegebenheiten respektierenden Bewirtschaf- tung der Zerstörung tropischer Regenwälder Einhalt zu gebie- ten?
Texte de l'interpellation du 9 mars 1988
En 1986, la Suisse a importé 35 000 tonnes de bois tropicaux d'une valeur de 28,5 millions de francs. En 1987, les CFF figu- raient eux aussi parmi les importateurs. Ils ont en effet acheté à la Malaisie 1300 m3 de Yellow Balau destiné à la fabrication de traverses de chemins de fer pour les lignes à grande vitesse. Or, des organisations suisses de coopération au développe- ment, qui travaillent en Malaisie précisément, s'efforcent par tous les moyens légaux de lutter contre l'exploitation éhontée des forêts tropicales. Nous nous trouvons donc face à une si- tuation à la fois paradoxale et inadmissible.
Nous demandons au Conseil fédéral de répondre aux ques- tions suivantes:
N'est-il pas lui aussi d'avis qu'il serait bon de renoncer dans toute la mesure du possible à l'importation de bois durs, pour le moins jusqu'à ce que les pays producteurs puissent garan- tir que leur forêts sont exploitées de façon respectueuse de leur équilibre écologique afin d'assurer leur existence à long terme?
Quelles sont les quantités et les sortes de bois qui ont été achetées aux pays du tiers monde en 1987 pour couvrir les be- soins de la Confédération (construction, CFF etc.)?
Quelles sont les directives contraignantes que la Confé- dération et ses régies doivent respecter en ce qui concerne la promotion du bois indigène et dans quelle mesure ces directi- ves permettent-elles d'importer des bois tropicaux?
Quels moyens la Suisse a-t-elle en tant que membre du GATT de limiter les importations, ce qui permettrait à la fois de relancer l'économie forestière indigène et de ne pas encoura- ger les abus constatés dans l'exploitation des richesses natu- relles du tiers monde? Dans quelle mesure la Suisse favorise- t-elle même les importations de bois tropicaux en accordant des préférences tarifaires?
Le Conseil fédéral estime-t-il qu'il serait possible d'obtenir, par exemple en intervenant auprès des associations profes- sionnelles, que l'on renonce peu à peu à utiliser des bois tropi- caux?
Quelles expériences la Suisse a-t-elle faites dans le cadre de sa participation aux travaux de la Convention internationale concernant les bois tropicaux, qui a pour but de mettre un frein à la destruction des forêts tropicales en encourageant une ex- ploitation qui soit respectueuse de leur équilibre écologique et qui garantisse leur conservation à long terme?
Sprecher - Porte-parole: Meier-Glattfelden
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. Juni 1988
Rapport écrit du Conseil fédéral du 1er juin 1988
Tropenhölzer. Persönliche Vorstösse
1257
Gemeinwohls. Die Verantwortung für die Erreichung und Ein- haltung dieses Prinzips liegt jedoch in erster Linie bei den be- troffenen Ländern. Der Entscheid zum Gebrauch oder Nicht- gebrauch von tropischen Hölzern ist Sache des Konsumen- ten. Eine diesbezügliche Einflussnahme durch den Staat ist entschieden abzulehnen. Ebenso wären aus souveränitätspo- litischen Gründen Massnahmen abzulehnen, die direkt oder indirekt die Rechtsetzungshoheit dieser Länder tangieren wür- den. Hingegen unterstützt der Bund die Entwicklungsländer in ihren Bestrebungen zu einer ökologisch vertretbaren Bewirt- schaftung durch aktive Zusammenarbeitsmassnahmen. Zahl- reiche bilaterale Massnahmen sowie die Teilnahme an der Er- arbeitung und Durchführung des «Aktionsplans für tropische Wälder» in der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), am Umweltprogramm (Unep) und an der Internationa- len Tropenholzorganisation (Itto) sind nur einige Beispiele für den Beitrag der Schweiz zur Walderhaltung wie auch zur Auf- forstung von für die Holzproduktion geeigneten Flächen. Der Bundesrat ist auch bereit, die Teilnahme an zukünftigen multi- lateralen Vereinbarungen mit ökologischen Auflagen zu prü- fen. Abgesehen von den obenerwähnten Organisationen ist die Schweiz auch Mitglied zahlreicher internationaler Konven- tionen auf dem Gebiet des Naturschutzes.
Die Bundesverwaltung verfügt nicht über die notwendigen Mittel, um über die Art und die Herkunft der für ihre Bauten und sonstigen Materialien benötigten Hölzer Buch zu führen. Ge- nerell kann jedoch gesagt werden, dass Hölzer tropischen Ur- sprungs nur in Ausnahmefällen und in beschränkten Quantitä- ten verwendet werden. Dies trifft namentlich für die in der Inter- pellation erwähnten Schwellen für Hochgeschwindigkeitswei- chen der SBB sowie für einige nicht standardisierte Möbel zu. 3. Grundsätzlich ist der Bund als Verbraucher von Holzpro- dukten bereit, auf deren Herkunft zu achten und einheimi- schen Provenienzen den Vorzug zu geben, soweit dies die in- ternationalen und nationalen Beschaffungs- und Ausschrei- bungsvorschriften erlauben. Allerdings ist dies nur in Fällen möglich, in denen das Gatt-Uebereinkommen über das öffent- liche Beschaffungswesen oder ähnliche Bestimmungen nicht zur Anwendung gelangen. Artikel IV Absatz 3 dieses Ueberein- kommens verbietet Hinweise auf einen bestimmten Ursprung der zu beschaffenden Waren.
Die Zollposition für Holz (inkl. Tropenholz) sind allesamt im Rahmen des Gatt konsolidiert. Es besteht deshalb keine Mög- lichkeit zur autonomen Heraufsetzung der entsprechenden Zollansätze. Eine allfällige Abschaffung der Zollpräferenzen für Entwicklungsländer ist aus entwicklungspolitischen Grün- den abzulehnen (Verminderung nicht der Gesamteinfuhren von Tropenholz, sondern derjenigen direkt aus Entwicklungs- ländern und damit Verminderung des durch die lokale Verar- beitung für sie anfallenden Mehrwerts). Schliesslich kommen auch mengenmässige Einfuhrbeschränkungen oder -verbote nicht in Frage, da sie gegen Artikel XI des Gatt verstossen wür- den. Artikel XX enthält wohl Bestimmungen zum Schutz von Pflanzen. Ohne internationale Vereinbarungen könnten je- doch solche Handelsbeschränkungen als unzulässige protek- tionistische Massnahme beanstandet werden.
Der Bundesrat lehnt einseitige Handelsbeschränkungen in diesem Bereich ab (vergl. Antwort auf Frage 1). Eine indirekte Förderung der einheimischen Holzwirtschaft würde allerdings durch multilaterale Vereinbarungen erzielt, welche mit der schweizerischen Gesetzgebung vergleichbare ökologische Auflagen auch für Tropenhölzer einführen würden. Der Bun- desrat ist bereit, sich in diesem Sinne auf internationaler Ebene einzusetzen.
Nach mehrjährigen Startschwierigkeiten konnte die durch das Abkommen von 1983 gegründete Internationale Tropen- holzorganisation anfangs 1987 ihre Tätigkeit aufnehmen. Die Schweiz beteiligt sich aktiv an dieser Organisation und ist mit ihrer Ankündigung von freiwilligen Beiträgen in der Höhe von einer Million US-Dollar als bisher zweitgrösster Geldgeber be- reit und - auch aufgrund ihrer Erfahrungen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit - in der Lage, diesen Punkt der Interpellation mit Nachdruck zu vertreten. Die Verhandlungen in diesem und anderen Gremien zeigen jedoch, dass es nur in enger Zusammenarbeit mit den exportierenden und importie-
renden Ländern einerseits und mit dem Handel und den Um- weltschutzorganisationen anderseits gelingen wird, die anste- henden Probleme zu lösen. Obwohl der Anteil der Schweiz am internationalen Tropenholzhandel weniger als ein Prozent be- trägt und zudem ständig abnimmt, wird sich der Bundesrat ak- tiv für die nachhaltige Bewirtschaftung dieses besonders für Entwicklungsländer bedeutsamen und erneuerbaren Rohstof- fes verwenden.
Le président: Le groupe écologiste est satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
88.813 Motion Ziegler Importverbot für Tropenhölzer Interdiction d'importer des bois tropicaux
Wortlaut der Motion vom 30. November 1988
Der tropische Regenwald bedeckte noch vor 10 Jahren 12 Pro- zent der Erdoberfläche. Seit 1975 werden davon jedes Jahr 7,5 Millionen Hektaren zerstört. Wo Wald war, ist jetzt Wüste. Die Zerstörung des tropischen Regenwaldes in Afrika, Asien und Lateinamerika stellt eine sehr ernste Gefahr für das Erdklima dar. Durch diese Zerstörung sind 5 Millionen verschiedene Pflanzen- und Tierarten vom Untergang bedroht. Sie stellt auch das Ueberleben der Pygmäen und indianischer Volks- stämme in Frage.
Die SBB haben bereits beschlossen, keine tropischen Hölzer mehr zu kaufen. Einige Staaten der EG beabsichtigen, den Handel mit solchen Hölzern zu verbieten.
Ich bitte den Bundesrat, dafür zu sorgen, dass Bundesbe- triebe und Bundesverwaltung ab sofort auf den Kauf jeglicher Art von tropischen Hölzern verzichten.
Der Bundesrat wird aufgefordert, innerhalb einer vernünfti- gen Frist die Einfuhr von tropischen Hölzern in die Schweiz zu verbieten.
Texte de la motion du 30 novembre 1988
La forêt tropicale couvrait - il y a 10 ans encore - 12 pour cent de la surface de la terre. Or, tous les ans (depuis 1975) 7,5 mil- lions d'hectares sont détruits. Le désert prend la place de la forêt. Cette destruction de la forêt tropicale en Afrique, en Asie et en Amérique latine constitue un grave danger pour le système climatique de notre planète. Elle menace de mort 5 millions d'espèces de plantes et d'animaux différents. Elle met en question la survie des Pygmées et des indiens.
Les CFF ont déjà décidé de ne plus acheter de bois tropicaux. Certains Etats de la CEE envisagent d'interdire le commerce de bois tropicaux.
Je demande au Conseil fédéral de renoncer avec effet im- médiat pour les régies et administrations fédérales à l'achat de tout type de bois tropicaux.
Le Conseil fédéral est invité à interdire l'importation en Suisse de bois tropicaux dans un délai raisonnable.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin Ursula, Béguelin, Bircher, Bodenmann, Borel, Brügger, Carobbio, Danuser, Fankhauser, Hafner Ursula, Haller, Jeanprêtre, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch Ursula, Pitteloud, Rechsteiner, Ruffy, Zbinden Hans (19)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation der grünen Fraktion Tropenholzimport und einheimische Waldwirtschaft Interpellation du groupe écologiste Importation de bois tropicaux et protection de l'économie forestière
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1989
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IV
Volume
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Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
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01
Séance
Seduta
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88.360
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Datum 18.09.1989 - 14:30
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