Arbeitsvermittlungsgesetz. Revision
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Arbeitsvermittlungsgesetz. Revision Loi sur le service de l'emploi. Révision
Siehe Jahrgang 1988, Seite 564 - Voir année 1988, page 564 ci-devant Beschluss des Nationalrates vom 6. März 1989 Décision du Conseil national du 6 mars 1989
Differenzen - Divergences
Art. 1 Bst. b Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Art. 1 let. b Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil national
Miville, Berichterstatter: Bei Artikel 1 Buchstabe b hat der Na- tionalrat das Wort «ergänzende» (eine ergänzende öffentliche Arbeitsvermittlung) gestrichen. Er schlägt «eine öffentliche Ar- beitsvermittlung», tel quel und umfassend, vor, und die Kom- mission empfiehlt Ihnen, sich dem Nationalrat anzuschlies- sen.
Angenommen - Adopté
Art. 4 Titel und Abs. 5 Antrag der Kommission Titel Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates Abs. 5 Mehrheit Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates Minderheit (Rüesch) Festhalten
Art. 4 titre et al. 5 Proposition de la commission Titre Adhérer à la décision du Conseil national AI. 5 Majorité Adhérer à la décision du Conseil national Minorité (Rüesch) Maintenir
Miville, Berichterstatter: In Artikel 4 geht es um die Worte «Um- fang und Dauer der Bewilligung». Nach der Auffassung des Nationalrats wird die Bewilligung «unbefristet» erteilt, so dass im Titel auch eine Angabe über die Dauer enthalten sein müsse, deshalb schlägt er «Umfang und Dauer der Bewilli- gung» vor. Auch hier stimmt Ihre Kommission dem Nationalrat zu und empfiehlt Ihnen dasselbe.
Rüesch, Sprecher der Minderheit: Nach Absatz 5 Artikel 4 soll der Bundesrat die Bewilligungsgebühren festlegen. Es ist mei- ner Ansicht nach wirklich nicht einzusehen, warum den Kanto- nen diese Kompetenz weggenommen werden soll. Gebühren dürfen bekanntlich - gemäss Praxis des Bundesgerichtes - nicht willkürlich festgelegt werden, sondern haben sich nach dem Verwaltungsaufwand zu richten. Dieser ist aber nicht in al- len Kantonen gleich gross. Die Verwaltungskosten für gleiche Arbeiten sind in den verschiedenen Kantonen je nach Lohnge- füge und Raumkosten unterschiedlich.
Man mag dieses Problem als nebensächlich erachten. Dieser Meinung war offensichtlich auch der Nationalrat, der ohne Dis-
kussion an der bundesrätlichen Lösung festhielt. Ich meine aber, es geht hier um ein Prinzip, nämlich um das Prinzip, dass der Bund den Kantonen nicht in ihre Verwaltungsangelegen- heiten reden soll, wenn dies nicht notwendig ist.
Deshalb wiederhole ich in Sachen Föderalismus mein cete- rum censeo Carthaginem esse delendam und bitte Sie, an der Streichung festzuhalten.
Miville, Berichterstatter: Ich freue mich ausserordentlich über die Schnelligkeit, mit der Herr Rüesch in dieser Gesetzesbera- tung vorgeht. Er ist mit seinem Minderheitsantrag dem, was der Kommissionspräsident sagen wollte, zuvorgekommen. Das macht aber gar nichts.
Der Nationalrat ist dafür, dass der Bundesrat die Bewilligungs- gebühren regle. Die Minderheit - das Abstimmungsergebnis in der Kommission war 5 zu 5-, sieht darin eine Bedrohung fö- deralistischer Positionen. Der Kommissionsmehrheit - in die- sem Falle also der hauchdünnen Kommissionsmehrheit, das sei zugegeben - ist das nicht wichtig genug, um eine Differenz zum Nationalrat offenzulassen. Wir halten dafür, dass es rich- tig ist, den Bundesrat für die ganze Schweiz einheitliche Ge- bühren festsetzen zu lassen.
M. Delamuraz, président de la Confédération: La Suisse est un petit marché et dans quelques instants nous allons parler d'un plus grand marché et déplorer que ce plus grand marché lui-même soit encore cloisonné. Imaginez que dans notre petit pays il y ait autant de règles pour la détermination d'un émolu- ment qu'il y a de cantons, imaginez que ces émoluments, comme c'est le cas actuellement, aillent de un à dix. Imaginez cela alors qu'il y a une totale liberté de circulation des travail- leurs à l'intérieur du pays, qu'il doit y avoir par conséquent des possibilités de placer des demandeurs de travail par une agence déterminée, aussi bien dans un canton que dans un autre, que tout cela se fasse selon une disparité totale, ce n'est pas très heureux et ce n'est véritablement pas là que je verrais, Monsieur Ruesch, le dernier refuge du fédéralisme. Je le vois, le fédéralisme fort et vigoureux, pour d'autres questions que pour celle-ci.
C'est la raison pour laquelle je vous demande d'octroyer au Conseil fédéral la possibilité de déterminer ces émoluments. C'est un travail purement administratif, qui n'a aucune signifi- cation politique. Par conséquent, il ne contredit en rien le fédéralisme. D'ailleurs, lors de la consultation, les gouverne- ments cantonaux consultés sur ce projet ont été unanimes à déclarer qu'ils suivraient l'idée du Conseil fédéral pour la détermination des émoluments. Je vous prie donc de suivre la recommandation de votre commission.
· Abstimmung - Vote
19 Stimmen Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit 11 Stimmen
Art. 14 Abs. 1 und 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Art. 14 al. 1 et 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil national
Miville, Berichterstatter: Während wir bis jetzt Streitpunkte von eher untergeordneter Bedeutung behandelt haben - Ent- schuldigung, Herr Rüesch, aber ich glaube, man darf das so sagen -, kommen wir jetzt zu einer pièce de résistance, zur Kautionspflicht. Hier ist die Meinung in der Kommission klar zum Ausdruck gekommen. Mit 8 zu 3 Stimmen empfiehlt Ih- nen die Kommission, dem Nationalrat zuzustimmen, d. h. die Kautionspflicht nach Artikel 14 im Gesetz zu belassen.
Es sind die Besonderheiten dieser Branche betont worden, die u. a. dadurch gekennzeichnet ist, dass irgend jemand mit geringster Infrastruktur ein Unternehmen gründen kann und schon nach ganz kurzer Zeit mit sehr vielen Arbeitnehmern żu tun hat, sehr viele Arbeitnehmer zu vermitteln hat. Er sollte also
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in der Lage sein, für viele Arbeitnehmer von Anbeginn an eine Sicherheit zu bieten. Es war für mich interessant, dass die Svuta, der Verband der temporären Arbeitsvermittlung, gegen diese Kautionspflicht im Grunde nichts einzuwenden hatte. Sie sagte mir, die Bestimmung passe ihr nicht besonders, aber sie würde sich auch nicht dagegen wehren. Sie dient einer gewis- sen Selbstreinigung der Branche; es ist gar nicht nötig, dass alle möglichen Leute beginnen, Temporärarbeit zu vermitteln, ohne über die nötigen Grundlagen zu verfügen.
Nun gibt es aber - und das hat die Kommissionsminderheit zu ihrer Stellungnahme bewogen - gewisse grundsätzliche Be- denken ordnungspolitischer Art gegen die Kautionspflicht. So wird eingewandt, man erschwere Newcomers den Einstieg in die Branche. Dagegen wurde wieder argumentiert, es sei je- dermann möglich, sich durch eine Bank oder Versicherungs- garantie die nötigen Mittel zu beschaffen, um eine solche Kau- tion zu leisten.
Mit 8 zu 3 Stimmen empfehlen wir Ihnen, die Kautionspflicht beizubehalten und in diesem Sinne dem Nationalrat bei Arti- kel 14 zuzustimmen.
Hefti: Ich beantrage Ihnen Festhalten.
Die Begründung des Herrn Kommissionspräsidenten müsste schliesslich dazu führen, dass jeder Betrieb, der in grösserer Zahl Leute beschäftigt, mit den gleichen Ueberlegungen einer Kaution unterworfen werden könnte, und das geht ganz be- stimmt zu weit.
Ferner hat der Herr Kommissionspräsident gesagt, es gebe Betriebe, die mit sehr geringem Anfangskapital arbeiten und sich dann stark entwickeln. Wenn wir solches als Nachteil be- trachten, bestünden heute in unserem Land verschiedene Un- ternehmen nicht, auf die wir stolz sind.
M. Delamuraz, président de la Confédération: Lors des tra- vaux de votre commission, l'un des membres m'a expressé- ment demandé de me prononcer devant le plénum à propos de cette exigence de sûreté, et cela dans le sens d'un engage- ment. Il a ajouté que cela ne devrait pas constituer un précédent dont le Conseil fédéral ferait ensuite usage pour étendre la pratique de l'exigence de sûreté à d'autres types d'entreprises et d'activités.
Je fais donc cette déclaration ici de la manière la plus ex- presse: il est exigé en ce domaine une garantie, afin de couvrir d'une manière correcte le risque d'une déconfiture de telle ou telle de ces sociétés de placement, déconfiture qui ne serait pas couverte par leur capital, tant ce dernier est mince jusqu'au ridicule. Je rappelle qu'un crayon, une gomme, un téléphone, si possible une table et une chaise peuvent consti- tuer le capital d'une telle entreprise. Il est indispensable qu'au moins les salaires de ceux qui se sont adressés à cette entre- prise de placement soient couverts, ce qui peut l'être par le système des garanties.
L'idée que nous étendrions une telle disposition à d'autres secteurs n'a évidemment aucun sens, car où il existe un capi- tal à proprement parler nous n'exigerons ni ne proposerons d'exiger des garanties.
La deuxième preuve de la bonne foi du Conseil fédéral se trouve dans l'état actuel des choses. Dans la législation en vi- gueur, les agences de placement et d'émigration ont l'obliga- tion de fournir des sûretés. Parce que la situation a évolué dans ce domaine et que le Conseil fédéral a apprécié cette évolution, il propose de lever cette obligation. La nouvelle loi ne contient plus aucune trace du droit actuel à l'égard de ces agences de placement et d'émigration.
C'est la deuxième démonstration par l'acte que le Conseil fédéral n'est pas immobile, n'est pas «stur» comme on aime à dire, et qu'il entend bien adapter aux circonstances particuli- ères de chaque secteur cette éventuelle exigence de sûreté.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Kommission Für den Antrag Hefti
23 Stimmen 10 Stimmen
Art. 15 Titel und Abs. 5 Antrag der Kommission Titel
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Abs. 5 Mehrheit
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates Minderheit (Rüesch) Festhalten
Art. 15 titre et al. 5 Proposition de la commission Titre
Adhérer à la décision du Conseil national
Al. 5 Majorité Adhérer à la décision du Conseil national
Minorité (Rüesch)
Maintenir
Le président: L'article 15 est liquidé par le vote précédent.
Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit Adopté selon la proposition de la majorité
Art. 19 Abs. 11, 1, 2 und 2bis Antrag der Kommission
Abs. 11
Der Verleiher muss den Vertrag mit dem Arbeitnehmer in der Regel schriftlich abschliessen. Der Bundesrat regelt die Aus- nahmen.
Abs. 1
Im Vertrag sind die folgenden Punkte zu regeln:
a. .... Abs. 2
Werden die Erfordernisse bezüglich Form oder Inhalt nicht er- füllt, so gelten die orts- und berufsüblichen Arbeitsbedingun gen oder die gesetzlichen Vorschriften, ausser es seien für den Arbeitnehmer günstigere Arbeitsbedingungen mündlich vereinbart worden.
Abs. 2bis
Während den ersten sechs Dienstmonaten kann . ...
a. (Betrifft nur den französischen Text)
b. .... Frist von mindestens sieben Tagen gekündigt werden. Für den Rest : Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Art. 19 al. 11, 1, 2 et 2bis Proposition de la commission
Abs. 11
En règle générale, le bailleur de services doit conclure un contrat écrit avec le travailleur. Le Conseil fédéral règle les ex- ceptions.
Al. 1
Le contrat stipulera les points suivants:
a. .... Al. 2
Si les exigences relatives à la forme ou au contenu ne sont pas remplies, les conditions de travail usuelles du lieu et de la pro- fession ou les dispositions légales en la matière sont applica- bles, à moins que des conditions plus favorables aient été con- clues verbalement.
Al. 2bis
.... , être résilié par les deux parties moyennant un délai de congé de
a. Deux jours au moins
b. Sept jours au moins entre le quatrième ...
Pour le reste : Adhérer à la décision du Conseil national
Abs. 11- Al. 11
Miville, Berichterstatter: Herr Delalay hat den Artikel umge- stellt und sozusagen keinen Stein auf dem anderen gelassen. Damit hat er die Kommission derart verunsichert, dass ihm ein-
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stimmig zugestimmt wurde. (Heiterkeit) Im Beschluss des Na- tionalrats müssen Sie fleissig suchen, um jeweils das Entspre- chende zu dem zu finden, was wir Ihnen nun vorschlagen. In Artikel 19 Absatz 1 fand von Anfang an ein zähes Ringen um die Frage der Schriftlichkeit statt: Müssen solche Arbeitsver- träge in allen Fällen schriftlich ausgefertigt werden oder nur in der Regel? Das ist die eine Divergenz.
Die andere Divergenz waren die Kündigungsfristen, wobei be- tont wurde, dass solche Kündigungsfristen in gewissen Fäl- len, bei kurzen Arbeitsverhältnissen, nicht nur einen Schutz, sondern auch eine Fessel für den Arbeitnehmer bedeuten könnten.
Schliesslich hat sich dann - mit Ausnahme des Buchstabens c - eine weitgehende Einigung auf den Vorschlag Delalay erge- ben.
Da sind wir nun bei der Frage der Schriftlichkeit der Verträge. Der Nationalrat hat die Worte «in der Regel» gestrichen. Ihm schien dieser Begriff überflüssig zu sein.
Für die Ständeratskommission ist diese Formulierung gleich- bedeutend mit einer klaren Kompetenzzuweisung an den Bundesrat hinsichtlich der Regelung der Ausnahmen. In die- sem Punkt hält die Ständeratskommission am Beschluss des Ständerats fest, und ich empfehle Ihnen in diesem Sinne Be- schlussfassung.
Angenommen - Adopté
Abs. 1 - Al. 1
Miville, Berichterstatter: Wenn wir nun den Artikel betrachten, . kommen wir zuerst zu Artikel 19 Absatz 1 Buchstabe c. Der Ständerat hat hier verlangt, dass die Kündigungsfristen erst ab dem zweiten Dienstjahr zwingend im Arbeitsvertrag festzuhal- ten seien.
Der Nationalrat will, dass in jedem unbefristeten Arbeitsvertrag stets die Kündigungsfrist festzuhalten sei; die Kommission schliesst sich in diesem Punkt dem Nationalrat an.
Angenommen - Adopté
Abs. 2 -Al. 2 Angenommen - Adopté
Abs. 2bis Bst. a - Al. 2bis let. a
Miville, Berichterstatter: Hier hat der Nationalrat das Wort «mindestens» eingefügt. Damit wollte er klar machen, dass es sich bei Kündigungsfristen um Mindestfristen handle, welche keine kürzeren Kündigungsfristen erlauben.
Hier empfehlen wir Ihnen, dem Nationalrat zuzustimmen.
Angenommen - Adopté
Abs. 2bis Bst. b -Al. 2bis let. b
Miville, Berichterstatter: Hier ist die Ständeratskommission der Meinung, es sei am Beschluss unseres Rates festzuhalten. Wie bei Buchstabe a hat der Nationalrat auch hier das Wort «mindestens» eingefügt: « .... Frist von mindestens sieben Ta- gen auf das Ende einer Arbeitswoche». Das wäre noch ange- gangen, aber er will nun eine Kündigung auch bloss auf das Ende einer Arbeitswoche zulassen, was natürlich faktisch zu einer längeren Kündigungsfrist führt.
Die Ständeratskommission streicht die Formulierung «auf das Ende einer Arbeitswoche». Wir haben das eigentlich ohne Dis- kussion beschlossen und damit am Beschluss des Ständera- tes festgehalten, während wir uns mit dem Wort «mindestens» abfinden können. Es geht also nur noch um den Begriff «auf das Ende einer Arbeitswoche». Hier möchten wir festhalten.
Abs. 2bis Bst. c -Al. 2bis let. c
Miville, Berichterstatter: Hier empfehlen wir Ihnen mit 7 gegen 2 Stimmen Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates, wonach dieser Buchstabe c zu streichen sei. Der Ständerat wollte vom siebten bis zwölften Monat der Anstellung eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. Indem der Nationalrat Buchstabe c streicht - u. a. im Hinblick auf die Tatsache, dass solche Temporär-Arbeitsverhältnisse sich sehr selten über ein halbes Jahr hinaus erstrecken -, will er bereits ab dem siebten Monat die Regelung des Obligationenrechts einführen, d. h. einen Monat Kündigungsfrist auf das Ende eines Monats. Mit 7 gegen 2 Stimmen haben wir uns dieser Auffassung ange- schlossen und empfehlen sie Ihnen zur Annahme.
Angenommen - Adopté
Art. 20 Antrag der Kommission Festhalten Proposition de la commission Maintenir
Miville, Berichterstatter: Artikel 20 hat in der ganzen bisherigen Beratung zu sehr vielen Meinungsverschiedenheiten Anlass gegeben. Das begann schon damit, dass die Gewerkschaften sich mit der Einschränkung auf allgemeinverbindliche Gesamt- arbeitsverträge schlecht abfinden konnten; denn Sie alle wis- sen, dass nur sehr wenige Gesamtarbeitsverträge in unserem Lande als allgemeinverbindlich erklärt worden sind. Dann ging es weiterhin und vor allem um die Frage, ob es sich hier um Lohn- und Arbeitsbedingungen des Gesamtarbeitsvertrages handeln solle, oder, wie insbesondere der Ständerat das wollte, nur um Lohn- und Arbeitszeitbestimmungen. Der Nationalrat hat sich nun der Auffassung angeschlossen, dass nicht nur die Lohn- und Arbeitszeitbestimmungen, sondern die Lohn- und Arbeitsbedingungen eines allgemeinverbindlichen Gesamtar- beitsvertrags generell eingehalten werden müssten. Die Stän- deratskommission konnte dem nicht folgen. Sie hält am Ent- scheid unseres Rates fest, wonach eine Anwendung sämtlicher GAV-Bestimmungen bezüglich Arbeitsbedingungen auf ein temporäres Arbeitsverhältnis nicht besonders sinnvoll und praktikabel wäre. Es gibt in den Gesamtarbeitsverträgen - so meint Ihre Kommission - sehr viele Bestimmungen, zum Bei- spiel sozialversicherungsrechtlicher Art, die sich für diese Tem- porär-Arbeitsverhältnisse einfach nicht eignen. Wirhalten somit am Beschluss des Ständerates in dieser Frage fest. Es hat sich in der Kommission hiegegen keine Opposition mehr ergeben.
M. Jelmini : C'est parce que je n'aime pas la solitude que je n'ai pas proposé d'autre amendement à cet article 20. Je dirai simplement que la solution choisie n'est pas la bonne et qu'elle causera bien des ennuis aux tribunaux. Elle crée - le président vient de le dire - des différences de traitement dans une même entreprise entre les travailleurs soumis à un contrat collectif et les travailleurs temporaires. Je ne peux qu'espérer que le Conseil national trouve une solution convenable.
Angenommen - Adopté
Art. 26 Titel und Abs. 3 Antrag der Kommission Mehrheit Festhalten Minderheit (Jelmini, Delalay, Ducret, Jagmetti, Miville) Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Art. 26 Titre et al. 3 Proposition de la commission Majorité Maintenir Minorité (Jelmini, Delalay, Ducret, Jagmetti, Miville) Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
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Abs. 3 - Al. 3
Miville, Berichterstatter: Ich schlage Ihnen vor, über den Titel erst zu befinden, wenn wir uns über Absatz 3 klar geworden sind. Sie sind damit einverstanden.
Hier haben wir die Divergenz, die uns immer wieder beschäf- tigt hat: Dürfen die Arbeitsämter an der Arbeitsvermittlung gar nicht mitwirken, wenn der Arbeitgeber in verschiedener Hin- sicht gegen Bestimmungen verstossen hat? Oder ist dem Ar- beitsamt bloss die Ermächtigung zu geben, die Vermittlung in eigenem Ermessen in solchen Fällen abzulehnen? Also: Der Ständerat und unsere Kommission möchten festhalten. Der Ständerat gibt dem Arbeitsamt im Sinne einer Kann-Formel die Ermächtigung, die Vermittlung abzulehnen, wenn der Ar- beitgeber mehrfach oder schwer gegen Arbeitnehmerschutz- bestimmungen verstossen hat. Der Nationalrat will eine Ver- mittlung in solchen Fällen zwingend verbieten. Zudem will der Nationalrat die Vermittlung zwingend verbieten, wenn der Ar- beitgeber die orts- und berufsüblichen Lohn- und Arbeitsbe- dingungen nicht einhält. Der Ständerat und auch eine Mehr- heit unserer Kommission halten diese Bestimmung Absatz 3 Buchstabe a für überflüssig. Eine Kommissionsminderheit stimmt dem Beschluss des Nationalrates in dieser Frage zu.
M. Jelmini, porte-parole de la minorité: Je ne repéterai pas le discours que j'ai tenu en première lecture, mais j'aimerais sim- plement vous engager à éviter une divergence sur un point qui, au Conseil national - comme M. Miville vient de le dire - n'a donné lieu à aucune discussion et a été adopté sans opposition. Pourquoi la version du Conseil fédéral? Il ne faut pas obliger les offices du travail, c'est-à-dire des fonctionnaires publics, à collaborer avec des employeurs qui ne respectent pas la loi et qui appliquent des conditions de travail sensiblement inférieu- res aux normes usuelles de la profession. L'office du travail connaît ces employeurs qui ne versent pas le salaire de ma- nière régulière et un salaire au-dessous du minimum prévu par le contrat collectif, qui viennent de licencier pour des motifs soi-disant d'ordre économique, mettant ainsi les employés dans une situation économique désespérée. Ils commettent donc différentes formes d'abus.
En suivant la faible majorité de la commission, qui n'a peut- être pas saisi la complexité du problème, non seulement on admet que des abus peuvent être accomplis, mais on oblige les fonctionnaires publics à continuer à les admettre. Il n'est pas exact que l'on donne à l'autorité administrative le pouvoir de juger, elle doit seulement constater.
Il n'est pas dans notre volonté de citer devant le juge l'em- ployeur qui, avec l'aide de l'office du travail - qui risque égale- ment d'être condamné pour complicité - fixe des conditions sensiblement inférieures aux normes usuelles. C'est la raison pour laquelle, en respectant le droit et l'équité, je vous de- mande de bien vouloir suivre la minorité de la commission, en votant le solution proposée par le Conseil fédéral.
M. Delamuraz, président de la Confédération: J'aimerais tout d'abord rappeler que les offices du travail visés par les disposi- tions de l'article 26, alinéa 3, sont des offices publics. Ils sont donc astreints par la loi à une certaine activité et ils ne peuvent se soustraire à celle-ci que si la loi les y autorise. Ils n'ont pas du tout la latitude de mouvement d'un office de placement privé.
Or, si nous ne prévoyons pas dans la loi, à l'intention de ces of- fices publics du travail, des exemptions à leur obligation de placer, ils devront exercer une tâche inacceptable, et même ri- dicule, puisqu'elle les obligerait à placer des forces de travail auprès d'entreprises dont on sait notoirement qu'elles ne rem- plissent pas leurs obligations. Pourquoi le sait-on notoire- ment? Parce qu'un office du travail public est parfaitement au courant de ce qui se passe et pour lui éviter des actions scélérates, il est indispensable que nous prévoyions dans la loi le moyen de se soustraire à l'obligation de placer lorsque les conditions ne sont pas réunies dans l'entreprise dans la- quelle on veut placer.
Que tous ceux qui craignent une ingérence intempestive de l'Etat en cette matière se rassurent. L'office du travail ne fera
usage de cette exception que lorsque réellement elle se justi- fie; l'office du travail n'a pas le pouvoir de juger - permettez- moi l'expresssion - «à la tête du client», ni d'agir en arbitraire. Il est précisé dans la loi - si vous l'adoptez telle quelle - à quelles conditions claires et nettes l'office public du travail peut et doit se soustraire à l'obligation de placement.
En résumé, je vous dirai que les mesures proposées par la mi- norité de la commission, allant dans le sens de la décision du Conseil national, sont doublement bonnes d'abord parce qu'il faut prévoir dans la loi la possibilité d'exception et, ensuite, parce que l'exception doit être prescrite dans la loi de manière très limitative afin que les offices publics du travail puissent continuer leur labeur de manière correcte, aussi bien dans l'intérêt des demandeurs d'emploi que dans celui des em- ployeurs. C'est d'ailleurs aujourd'hui l'attitude générale des offices publics du travail.
Nous voudrions simplement, par cette disposition, ancrer légalement cette pratique et c'est la raison pour laquelle nous vous demandons de suivre la minorité de la commission.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit 11 Stimmen Für den Antrag der Minderheit 24 Stimmen
Art. 26 Titel - Art. 26 titre
Miville, Berichterstatter: Jetzt können wir auch diesen Titel be- schliessen. Nachdem der Ständerat soeben so beschlossen hat, ist es richtig, von «Vermittlungspflicht und Unparteilich- keit» zu sprechen.
Angenommen gemäss Antrag der Minderheit Adopté selon la proposition de la minorité
Art. 29 Abs. 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Art. 29 al. 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil national
Miville, Berichterstatter: Bei Artikel 29 geht es darum, dass der Bundesrat die Ausnahmen von der Meldepflicht beschlies- sen soll. Der Ständerat wollte die Ausnahmeregelung im Ge- setz. Der Nationalrat will sie auf Verordnungsstufe dem Bun- desrat überlassen. Diese Frage scheint Ihrer Kommission keine Differenz wert.
Wir beantragen Zustimmung zum Nationalrat.
Angenommen - Adopté
Art. 32 Abs. 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Art. 32 al. 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil national
Miville, Berichterstatter: Dasselbe gilt für Artikel 32 Absatz 2. Der Nationalrat sagt, «sie (die Kantone) unterhalten mindestens ein kantonales Arbeitsamt .... >> Auch hier haben sich in unserer Kommission sozusagen föderalistische Bedenken ergeben. Der Ständerat hat diese Aussage zur Organisation als Einmi- schung in die Autonomie der Kantone verstanden. Der Natio- nalrat will aber im Gesetz erwähnen, dass die Kantone minde- stens ein kantonales Arbeitsamt unterhalten sollen. Auch hier findet Ihre Kommission diese Frage keiner Differenz wert. Wir möchten uns dem Nationalrat anschliessen.
Angenommen - Adopté
An den Nationalrat - Au Conseil national
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1989
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Ständerat
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Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
11
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Seduta
Geschäftsnummer
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Numero dell'oggetto
Datum
21.06.1989 - 08:45
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353-356
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