Interpellation Seiler
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89.420 Interpellation Seiler Integrierte Produktion in der Landwirtschaft Production agricole intégrée
Wortlaut der Interpellation vom 15. März 1989
Der Begriff der «Integrierten Produktion» (IP) ist sowohl in Landwirtschaftskreisen als auch in der breiten Oeffentlichkeit kontroverser Gesprächsstoff.
In der IP werden die aufgrund einer sorgfältigen Bedarfsabklä- rung notwendigen Hilfsstoffe sparsam und unter Berücksichti- gung des optimalen Wirkungszeitpunktes eingesetzt. Oft wird IP auch mit umweltgerechterer Landwirtschaft gleichgesetzt. Noch bestehen in der Forschung, Lehre, Beratung und bei der praktischen Umsetzung dieser neuen Methode viele Lücken, aber auch Unsicherheiten. Eine Gesamtkonzeption und im be- sonderen eine Koordination der Bestrebungen der verschie- densten Institutionen zur Realisierung der Integrierten Produk- tion fehlen noch. Die Gefahr besteht deshalb, dass ein unkoor- diniertes Vorgehen zu einer Verzettelung der Kräfte und Mittel führt; dies erschwert die Einführung von Massnahmen, die dieser neuen Produktionsmethode dienen sollen.
In diesem Zusammenhang frage ich den Bundesrat an:
Anerkennt der Bundesrat die Bedeutung der «Integrierten Produktion» (IP)?
Welche Wege zur Verwirklichung einer Gesamtkonzeption und im besonderen einer Koordination derverschiedenen Insti- tutionen im Bereich der Integrierten Produktion schlägt er vor? 3. Ist der Bundesrat bereit, eine Arbeitsgruppe zur Förderung der Integrierten Produktion einzusetzen, deren Aufgabe es ist, Vorschläge und Richtlinien zuhanden des Bundesamtes für Landwirtschaft auszuarbeiten; dies für die Bereiche For- schung, Beratung, Produzenten und Marktorganisation?
Texte de l'interpellation du 15 mars 1989
La notion de «production intégrée» (PI) fait l'objet de vives con- troverses tant dans les milieux agricoles que dans le public. Dans la production intégrée, les matières auxiliaires consi- dérées comme nécessaires à la suite d'une enquête rigou- reuse sur les besoins actuels, sont utilisées avec parcimonie et compte tenu du moment où leur degré d'efficacité est opti- mal. Souvent, la PI est assimilée à une agriculture soucieuse de l'environnement. Or, on constate non seulement des lacu- nes, mais aussi un certain flottement dans l'enseignement et l'application de cette nouvelle méthode, de même que sur le plan de la recherche et de la consultation. En outre, une con- ception globale et, notamment, une coordination des efforts des diverses institutions en vue de réaliser ce genre de pro- duction, font encore défaut. Le manque de coordination risque donc d'entraîner une dispersion des forces et un gaspillage des moyens disponibles, ce qui rend difficile l'introduction de mesures devant servir à faire progresser cette nouvelle méthode.
Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions suivan- tes:
Reconnaît-il l'importance de la «production intégrée» (PI)?
Quelle solution propose-t-il en vue d'établir une conception globale et, notamment, de coordonner les diverses institutions dans le cadre de la production intégrée?
Est-il prêt à instituer un groupe de travail visant à encoura- ger la production intégrée, dont la tâche consistera à élaborer des propositions et des directives à l'intention de l'Office fédéral de l'agriculture, et cela dans les domaines suivants: re- cherche, consultation, production et organisation du marché?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Cottier, Gadient, Iten, Lau- ber, Meier Hans, Piller, Simmen, Uhlmann, Zimmerli, Zumbühl (10)
Seiler: Nicht erst seit dem letzten Wochenende besteht ein Spannungsfeld zwischen Konsument, Handel und Pro- duzent. Waldsterben, die Frage «Sterben nach den Wäl- dern auch die Aecker?», die Unfälle in Chemieunterneh- men, die Artenverarmung und anderes mehr wirkten in letz- ter Zeit sehr sensibilisierend. In industrialisierten Ländern sind viele Menschen naturverbundener geworden. Sie ge- niessen ihre grössere Freizeit vermehrt in der Natur und achten deshalb sehr sorgsam darauf, dass ihr Freiraum un- versehrt bleibt.
Die Landwirtschaft, die zum Teil auf die Nutzung desselben Freiraumes zu Erwerbszwecken angewiesen ist, wurde unter dem wirtschaftlichen Druck und, um mit den Einkommensent- wicklungen in der Wirtschaft mithalten zu können, zur Intensi- vierung der Produktion gezwungen. Dies führte zu vermehrten Konfliktsituationen zwischen Produzenten und Konsumenten. Auch die stetig anhaltenden Verluste an landwirtschaftlich nutzbarem Land, entstanden durch Ueberbauungen, wirkten sich in diesem Spannungsfeld aus. Die Bevölkerung ist sensi- bilisiert. Sie erwartet, dass die Landwirtschaft jetzt selbst etwas unternimmt, um die Umwelt zu schonen. Dies ist übrigens im ureigensten Interesse der Landwirtschaft selbst, denn eine in- takte Umwelt ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Produk- tionsgrundlage.
Man hat schon sehr früh begonnen, in Forschung, Lehre und in der Praxis, namentlich den Vorwürfen entgegenzuwirken, in der pflanzlichen Produktion würden zuviele Hilfsstoffe einge- setzt. Diese Anstrengungen führten zum Begriff der Integrier- ten Produktion oder zur umweltschonenden Produktion. Wir müssen indessen heute die ganze Strategie, die eine umwelt- schonende Pflanzenproduktion zum Ziele hat, über den ei- gentlichen Pflanzenschutz hinaus erweitern.
Mit der Integrierten Produktion sollten drei Ziele anvisiert wer- den: die Erhaltung der Ertragsfähigkeit des Bodens, die Opti- mierung der Erträge nach Menge und Güte und ein umweltge- rechter oder integrierter Pflanzenschutz. Dabei werden ökolo- gische, ökonomische und soziale Gesichtspunkte in einer Art Verbundsystem integriert.
Die Integrierte Produktion ist nicht einfach ein Kompromiss zwischen verschiedenen Landbausystemen. Sie stellt ein Agrar-Oekosystem mit einer zielbewussten Weiterentwicklung von Erfahrungen im konventionellen Landbau und naturwis- senschaftlichen Erkenntnissen dar, und es werden auch Denkanstösse aus sogenannt biologischen Landbaurichtun- gen miteinbezogen. In der integrierten Pflanzenproduktion strebt man an, die aufgrund einer sorgfältigen Bedarfsabklä- rung notwendigen Hilfsstoffe wie Dünger, Bekämpfungsmittel sparsam und mit optimaler Wirkung einzusetzen. Dadurch soll auf lange Sicht, gemessen an den heutigen Mengen, eine Ent- lastung möglich werden. Charakteristische Stichworte wie Kombination und Wirkungsergänzung stellen klar heraus, dass der Integrierten Produktion eine umfassende Betrach- tungsweise entspricht. Die Wirkung der vielen Einzelmassnah- men ist wohl wichtig. Ihre volle Entfaltung im Rahmen der Inte- grierten Produktion muss indessen als Synergismus zum Aus- druck kommen.
Nach einer längeren Anlaufphase kann heute beobachtet wer- den, dass diese neue Produktionsmethode in vielen Landwirt- schaftsbetrieben am Durchbrechen ist.
Neben der Wissenschaft haben auch die landwirtschaftlichen Verbände Konzepte erarbeitet, und seit kurzem gibt es sogar eine schweizerische Vereinigung integriert produzierender Bauern und Bäuerinnen, an deren Gründung kürzlich über 200, mehrheitlich junge Bauern aus der ganzen Schweiz teil- genommen haben.
Um die verschiedenen Bemühungen in die Zielrichtung der Integrierten Produktion zu bündeln und zu verhindern, dass die bereits angelaufenen Anstrengungen zur Einführung die- ser umweltschonenden Produktionsmethode einzeln verpuf- fen, drängt sich ein koordiniertes Vorgehen auf. Nach meiner Auffassung wäre eine Arbeitsgruppe dazu ein sinnvolles In- strument. Sie hätte zumindest solange zu arbeiten, bis sich diese Methode fest eingebürgert hat. Als Mitarbeiter in einer solchen Arbeitsgruppe könnte ich mir Wissenschafter, Leute von den Forschungsanstalten, Vertreter landwirtschaftlicher
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Organisationen, selbstverständlich auch Bauern, die bereits Erfahrung mit Integrierter Produktion haben, Vertreter der Ver- arbeitungsindustrie, des Handels und auch der Konsumenten vorstellen. Die Aufgabe einer solchen Arbeitsgruppe bestünde darin, Vorschläge und Richtlinien zuhanden des Bundesam- tes für Landwirtschaft auszuarbeiten, und zwar in den Berei- chen Forschung, Beratung, Produktion und Marktorganisatio- nen.
Herr Bundespräsident, ich danke Ihnen im voraus für die Be- antwortung meiner Interpellation.
M. Delamuraz, président de la Confédération: Tout d'abord, je remercie M. Seiler et je le félicite de sa ténacité dans le désert d'un Conseil des Etats momentanément abandonné. Mais rassurons-nous, le public des tribunes est plus important que celui du Conseil des Etats.
Nous savons bien que la question de la production intégrée que pose l'interpellateur est très importante et le Conseil fédéral est conscient de l'intérêt que représente cette produc- tion intégrée.
Celle-ci figure déja dans le 6e rapport sur l'agriculture: «Pro- duction végétale compatible avec l'environnement et rentable à long terme parmi les efforts entrepris pour produire des den- rées alimentaires de haute qualité dans des conditions com- patibles avec l'environnement, il convient de citer la protection intégrée des plantes et, partant, la production intégrée de cel- les-ci».
Le Conseil fédéral est non seulement tout aussi convaincu aujourd'hui de cet intérêt, mais il l'est davantage, si c'est en- core possible, tant l'évolution qui s'est produite ces derniers temps nous conduit à concevoir une telle production. La con- servation, à long terme, de la fertilité du sol milite dans cette direction. Un rendement optimal, quantitatif et qualitatif, dans une bonne combinaison, militent également dans cette direc- tion. L'utilisation de matières auxiliaires limitées à l'indispensa- ble et ne s'étendant pas au superflu fait partie des conditions et de la définition de cette agriculture intégrée. Au total, nous devons bien concevoir que si elle est établie convenable- ment, harmonieusement, elle va dans l'intérêt de tous, tant des consommateurs que des producteurs, et surtout, de surcroît, dans la protection des valeurs irremplaçables que sont le sol, l'air et l'eau qui nous environnent.
Dès lors, il faut tendre à rassembler les efforts de réflexion et d'action qui, aujourd'hui encore, sont trop disparates et sont en train de conduire à plusieurs expériences en matière de production intégrée.
De l'avis du Conseil fédéral, il faut donc qu'une collaboration plus étroite s'institue entre les milieux intéressés, Monsieur Seiler, c'est-à-dire les écoles d'agriculture, les services de vulgarisation, de recherche agronomique, les organisations agricoles, bref, tout ceux qui, actuellement, s'occupent du problème mais qui doivent être, à la longue, mieux coor- donnés.
Je réponds ainsi à votre deuxième question. Considérant que dans l'état où nous sommes, la diversité des opinions est très grande en cette matière car, comme toujours avec les techni- ques nouvelles, vous avez les pionniers, les accélérateurs, les plus lents qui sont plutôt favorables à une politique des petits pas. Il faut bien le dire, la science est encore très neuve, les expériences qu'on a faites sont encore brèves. Or, s'il est un domaine où on a souvent besoin d'un laps de temps plus long que dans le domaine industriel, c'est bien celui de la nature et de l'agriculture. L'examen, notamment, des expériences des exploitants qui disposent de solides connaissances pro- fessionnelles est un élément essentiel à l'accomplissement de notre parcours et à la mise en place de données coordon- nées, cohérentes et plus complètes. Nous sommes dans cette phase-là et nous travaillons dans le sens de la coordination. Du même coup, j'en arrive à votre troisième question. Vous proposez de créer un groupe de production intégrée, indé- pendamment de certains secteurs où les études et les ex- périences sont plus avancées que dans d'autres, par exemple la production intégrée de fruits. Dans l'ensemble des autres, ce groupe existe de facto. Il est présidé par le directeur de l'Of- fice fédéral de l'agriculture et il a déjà tenu deux séances, ces
derniers mois, avec les milieux intéressés, pour peu à peu les rapprocher et les mettre sous le même toit.
Je ne pense pas que, dans l'état actuel des choses, il faille nécessairement créer un nouveau groupe, mais il faut sans doute que celui de M. Piot continue le travail qui vient d'être commencé et qu'il en accélère le rythme. Dans ce sens, je peux me déclarer tout à fait d'accord avec les propositions que vous faites et surtout avec l'intérêt fondamental que vous por- tez à la production intégrée qui le mérite bien.
Le président: M. Seiler se déclare satisfait.
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Geschäftsbericht des Bundesrates, des Bundesgerichtes und des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes 1988
Gestion du Conseil fédéral, du Tribunal fédéral et du Tribunal fédéral des assurances 1988
Fortsetzung - Suite
Siehe Seite 176 hiervor - Voir page 176 ci-devant
Justiz- und Polizeidepartement® Département de justice et police
Frau Meier Josi, Berichterstatterin: Ich spreche erstens zu den Inspektionen, zweitens zum Querschnittsthema und drittens zum Geschäftsbericht des Bundesrates.
Aus den Aussprachen erwähne ich nur wenige Beispiele: In Lausanne sind die gestützt auf Empfehlungen einer seinerzeit zugezogenen Beraterfirma eingeleiteten Anpassungen in der Organisation und in der Arbeitsweise noch im Gange. Ein Teil der bewilligten Assistenten ist angestellt und trägt zur ge- wünschten Entlastung bei.
Bei der Uebernahme von ausseramtlichen Tätigkeiten üben die Richter offensichtlich grosse Zurückhaltung. Die Ge- schäftslast hat sich stabilisiert. Ob die OG-Revision die er- wünschten zusätzlichen Erleichterungen bringt, bleibt in der Praxis noch abzuwarten.
Auch die Umstellung auf Informatik ist noch nicht abgeschlos- sen, und es sieht leider so aus, als ob wegen ungleicher Be- dürfnisse übereinstimmende Datenbanklösungen der ver- schiedenen eidgenössischen Amtsstellen auf etliche Schwie- rigkeiten stossen.
Die GPK hat sowohl in Lausanne als auch in Luzern auf die Bedürfnisse der Rechtssuchenden hingewiesen, mit mög- lichst übereinstimmenden Begriffen der Suchsysteme arbei- ten zu können. Mit dem Eidgenössischen Versicherungsge- richt Luzern wurde unter anderen Problemen jenes der Text- bausteine erörtert, deren Auswirkungen auf Rechtspraxis und Rechtswissenschaft weiterhin unsere Aufmerksamkeit erfor- dern. Die Geschäftslast des Versicherungsgerichtes hat trotz
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
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03
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Datum 07.06.1989 - 08:00
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