Motion des Nationalrates (Zwingli)
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Motion des Nationalrates (Zwingli) Erneuerung des Abschnittes Berufsbildung des Landwirtschaftsgesetzes Motion du Conseil national (Zwingli) Loi sur l'agriculture. Révision du chapitre sur la formation professionnelle
Wortlaut der Motion
Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen erneuer- ten Abschnitt Berufsbildung des Landwirtschaftsgesetzes vor- zuschlagen.
Diese Erneuerung soll den folgenden Bedürfnissen Rech- nung tragen:
Das Bild unserer Landwirtschaft hat sich grundlegend ge- wandelt (Strukturwandel, Mechanisierung, Technisierung).
Auch das Umfeld hat sich gewandelt und in der Aufgaben- stellung zu wesentlichen produktionstechnischen und be- triebswirtschaftlichen Akzentverschiebungen geführt.
Auch in der Landwirtschaft hat sich der Wandel beschleu- nigt. Auch das stellt neue Anforderungen an Grundausbil- dung, Weiterbildung und Beratung.
Verschiedene Anpassungen an die neuen Bedürfnisse konnten im Laufe der Jahre durch Aenderungen im Unter- richtsplan und durch Anpassungen der Bildungsverordnung ohne Gesetzesrevision realisiert werden. Weitere wichtige und dringende Anpassungen bedürfen offenbar entsprechend er- gänzter gesetzlicher Grundlagen.
Vor wenigen Jahren ist die gesetzliche Grundlage der Aus- bildung in den Biga-Berufen einer Totalrevision unterzogen worden. Daraus ergeben sich ungewollte Differenzen zwi- schen landwirtschaftlicher und gewerblicher Ausbildung, die insbesondere die Ausbildung für Erwerbskombinationen un- nötig erschweren.
Ausbildung und Beratung erfüllten im schwierigen Anpas- sungsprozess der Landwirtschaft in den letzten dreissig Jah- ren wichtige Dienstleistungsfunktionen. Für die kommenden Anpassungsprozesse (Oekologie, Extensivierung, Diskussio- nen im Gatt, EG-Binnenmarkt 92 usw.) ist die Landwirtschaft mindestens ebenso sehr auf Entscheidungshilfen durch die zeitgemässe Aus- und Weiterbildung und Beratung angewie- sen.
Texte de la motion
Le Conseil federal est chargé de proposer au Parlement une révision du chapitre de la loi sur l'agriculture concernant la for- mation professionnelle.
Cette révision doit prendre en considération les faits suivants: 1. Notre agriculture s'est profondément transformée (modifi- cation des structures, mécanisation, emprise croissante de la technique).
L'environnement a également changé, de sorte que l'im- portance relative des tâches qu'impliquent la production et la gestion de l'entreprise s'est considérablement modifiée.
L'agriculture évolue elle aussi de plus en plus rapidement, ce qui pose des exigences nouvelles à la formation de base, au perfectionnement des connaissances et à leur vulgarisa- tion.
Diverses adaptations aux besoins nouveaux ont pu être réa- lisées au cours des années par la modification du programme d'enseignement et l'adaptation de l'ordonnance sur la forma- tion professionnelle agricole, sans qu'il n'ait été nécessaire de réviser la loi. Cependant, pour procéder aux adaptations nota- bles qui s'imposent d'urgence, il faut manifestement complé- ter les bases légales.
Il y a quelques années, les dispositions légales qui régis- sent la formation professionnelle relevant de la compétence de l'OFIAMT ont fait l'objet d'une révision totale. Sans qu'on ne l'ait voulu, des différences en ont résulte entre la formation pro-
fessionnelle agricole et la formation professionnelle dans l'arti- sanat, l'industrie et le commerce, ce qui entrave inutilement l'apprentissage combiné de différentes professions.
Seiler, Berichterstatter: Am 23. Juli 1988 reichte Nationalrat Zwingli eine Motion mit dem folgenden Wortlaut ein: Der Bun- desrat wird beauftragt, dem Parlament einen erneuerten Ab- schnitt «Berufsbildung» des Landwirtschaftsgesetzes vorzu- schlagen.
Der Bundesrat hat am 14. September 1988 eine schriftliche Er- klärung abgegeben, worin er festhält, dass er bereit sei, diese Motion entgegenzunehmen. Im Nationalrat wurde sie dann am 7. Oktober 1988 ohne Gegenstimme überwiesen.
Die landwirtschaftliche Berufsbildung hat heute einen hohen Stand erreicht. Das entbindet aber die Verantwortlichen nicht, in regelmässigen Abständen den eingeschlagenen Kurs neu zu überdenken und wenn notwendig Richtungsänderungen vorzunehmen. Diese Notwendigkeit ergibt sich aus dem stän- dig sich ändernden gesellschaftlichen, technischen und wirt- schaftlichen Umfeld der Ausbildung. Ausbildner aller Stufen müssen sich zudem stets vor Augen halten, dass sie ihr Tun nicht auf die Gegenwart beschränken dürfen. Die Ausbildung muss immer auf die Zukunft ausgerichtet sein. Aus dieser Sicht sollen Aenderungsvorschläge im Bildungswesen als sol- che beurteilt und nicht als Kritik am Bestehenden aufgefasst werden.
Eine vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement ein- gesetzte Studienkommission hat vor einiger Zeit versucht, sol- che Vorschläge zu formulieren. Mit der vorliegenden Motion hat der damalige Präsident, Nationalrat Zwingli, den Bundes- rat beauftragt, Vorschläge für eine Gesetzesrevision auszuar- beiten. Die wichtigsten sechs Punkte, die dabei zur Diskussion stehen, sind:
Die gesetzlichen Grundlagen der landwirtschaftlichen Aus- bildung sollen, soweit dies möglich und sinnvoll ist, dem Be- rufsbildungsgesetz, wie es für die nichtlandwirtschaftlichen Berufe Gültigkeit hat, angepasst werden. So sollen zum Bei- spiel die Möglichkeit einer Berufsprüfung eingeführt und für Lehrlinge Einführungskurse und die Möglichkeit zum Besuch von Berufsmittelschulen geschaffen werden.
Die Organisation der landwirtschaftlichen Berufsbildung muss durchlässiger werden. Eine nichtlandwirtschaftliche Zweitausbildung für Landwirte und eine landwirtschaftliche Zweitausbildung für Nichtlandwirte sollen erleichtert werden. Damit soll den Bedürfnissen der rund 40 Prozent Landwirt- schaftsbetriebe mit Erwerbseinkommen ausserhalb der Land- wirtschaft, vor allem im Berggebiet, besser entsprochen wer- den.
Die verschiedenen Ausbildungsmodelle sollen koordiniert werden, zum Beispiel das sogenannte «Praktikum» anstelle der Lehre aufgehoben und auch der Status der Jahresschulen neu geregelt werden.
Die Ausbildung der Ausbildner muss systematisch erfolgen. Dazu sollen regelmässig pädagogisch-didaktische Lehrmei- ster- und Expertenkurse organisiert und auch die Weiterbil- dung der Lehrer auf allen Stufen neu überdacht werden. Ebenso sollte die Berufsbildungs-Forschung Bestandteil des Ausbildungssystems werden.
Die Weiterbildung muss auf allen Stufen gebenüber der Grundausbildung zur Selbstverständlichkeit und zum norma- len beruflichen Rüstzeug werden. In diesem Zusammenhang ist auch die Stellung der landwirtschaftlichen Betriebsbera- tung neu zu definieren.
War die vergangene Epoche durch die Forcierung der Aus- bildung im technologischen und betriebswirtschaftlichen Be-
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reich gekennzeichnet, so wird die Zukunft zweifellos durch eine vermehrte Berücksichtigung der ökologischen Zusam- menhänge gekennzeichnet sein.
Die Kommission hat sich durch diese Argumente von der Not- wendigkeit einer Teilrevision des Landwirtschaftsgesetzes überzeugen lassen. In der Diskussion wurde das Volkswirt- schaftsdepartement für seine Untätigkeit nach Ablieferung des Expertenberichtes Zwingli im April 1985 kritisiert. Man fragte sich, warum es zusätzlich einer Motion Zwingli bedurfte, um beim EVD endlich mit diesen Postulaten vorwärts zu ma- chen. Vom Vertreter des Departementes ist die Frage so be- antwortet worden, dass im Zeitpunkt der Ablieferung der Ar- beit Zwingli eine Teilrevision des Landwirtschaftsgesetzes be- reits so weit fortgeschritten gewesen sei, dass man die Forde- rungen nicht mehr hätte mitberücksichtigen können. Unsere Kommission wünscht nun aber, dass diese für die landwirt- schaftliche Berufsbildung wichtigen Verbesserungsvor- schläge nicht nochmals drei Jahre in einer Schublade ver- schwinden, sondern zügig weiterverfolgt werden. Die einstim- mige Kommission empfiehlt dem Ständerat, die Motion Zwingli zu überweisen, so wie dies auch der Nationalrat getan hat.
Onken: Eine kleine Chronologie in Anlehnung an das, was Herr Seiler gesagt hat, mit einigen Bemerkungen dazu:
Das Landwirtschaftsgesetz stammt von 1973, die Verordnung über die landwirtschaftliche Berufsbildung vom 25. Juni 1975; sie ist also jetzt 14 Jahre alt, und man weiss seit geraumer Zeit, dass sie nicht mehr zeitgemäss ist. Im Frühjahr 1984 hat das auch das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement er- kannt und eine Studienkommission eingesetzt mit dem Auf- trag, dem Strukturwandel in der Landwirtschaft Rechnung zu tragen, neue Bildungsbedürfnisse aufzunehmen und entspre- chende Vorschläge für eine Neuorganisation der rechtlichen Grundlagen vorzulegen.
Kaum ein Jahr später, im April 1985, hat diese Studienkommis- sion unter der Leitung von Nationalrat Zwingli ihre Arbeit ab- geschlossen, einen gehaltvollen Bericht abgeliefert und ent- sprechende Vorschläge unterbreitet. Und dann, wie gesagt: nichts mehr, grosse Pause, drei Jahre des Schweigens! Die Reformpostulate sind schubladisiert worden. Am 23. Juni 1988 muss der gleiche Nationalrat Zwingli eine Motion einrei- chen, um sich nach seinem eigenen Bericht zu erkundigen und dem Bundesrat erneut den Auftrag zu geben, den er ei- gentlich mit seinem Bericht bereits erfüllt hat! Dass das nötig ist, dass man dem Departement auf diese Art und Weise Druck aufsetzen muss, finde ich doch etwas ärgerlich und im Grunde genommen einen parlamentarischen Leerlauf.
Das Departement spricht ja immer wieder von der Weiterbil- dungsoffensive, die notwendig sei; sie ist auch auf dem Ge- biete der landwirtschaftlichen Bildung notwendig, und ich meine, hier hat man nun doch einige Zeit ungenutzt verstrei- chen lassen. Ich glaube, das Departement und das zustän- dige Amt können das Versäumte nachholen, wenn sie uns bald eine entsprechende Vorlage unterbreiten und damit gleich auch die ersten Folgerungen aus dem Volksverdikt des letzten Wochenendes ziehen.
Danioth: Ich unterstütze die Zielsetzung der Motion Zwingli und die Revision sowohl der Verordnung als auch des Geset- zes. Trotzdem dürfen wir die Proportionen nicht aus dem Auge verlieren. Ich weiss aus eigener Anschauung, dass der Aus- bildungsstand im Bereich der Landwirtschaft sehr gut ist. Vor allem ist die Nachfrage überdurchschnittlich: die Kurse sind auf Jahre hinaus belegt. Ich glaube, diese gute Situation müs- sen wir in die Gesetzesrevision hinüberretten. Ich möchte vor allem empfehlen, bei dieser ganzen Frage die Allgemeinbil- dung nicht aus dem Auge zu lassen. Sie ist gerade für die heu- tigen Landwirte von grosser Bedeutung, damit sie als Persön- lichkeiten im Beruf und im Leben bestehen können.
Was ich, mit Blick auf Ziffer 5 der Motion Zwingli, noch speziell empfehlen möchte, ist die vermehrte Koordination der land- wirtschaftlichen Ausbildung mit der übrigen Berufsbildung, nachdem ja beide Ausbildungsbereiche vom Bund wesentlich mitgetragen, vorgeschrieben und auch mitfinanziert werden.
Ich kenne Beispiele aus meinem Kanton, aus meiner Region von geglückter Kooperation. Solche Kontakte über die einzel- nen Ausbildungsbereiche sollten gefördert werden. Sie kön- nen ja den Kantonen nicht ohne weiteres vorgeschrieben wer- den. Ich denke an gemeinsame Lehrpläne, Lehrer- und Fä- cheraustausch, ich denke vor allem aber auch an finanzielle und andere Anreize dafür, dass Anlagen, Einrichtungen der Schulen von beiden Seiten, also auch von den Landwirt- schaftsschülern in den Berufsschulen, mitbenützt werden können. Das hat nicht nur einen wertvollen Koordinations-, Ra- tionalisierungs- und Einsparungseffekt, das hat auch die posi- tive Wirkung, dass sich die jungen Leute, die für die Landwirt- schaft ausgebildet werden, nicht isoliert vorkommen, dass der Kontakt, das Gespräch und eben der menschliche Aspekt zwi- schen den einzelnen Schulen verbessert werden können. Ich glaube, das ist für die Integration der Landwirtschaft, der jun- gen, heranwachsenden Bauern sehr wichtig. In diesem Sinne möchte ich die Zielsetzung unterstützen.
M. Delamuraz, président de la Confédération: Je ferai tout d'abord remarquer que la situation actuelle du niveau de for- mation de nos jeunes agriculteurs et de nos agriculteurs en général est bonne et même très bonne comparée à celle d'au- tres Etats. Nous avons souvent des visites de spécialistes qui s'intéressent à la formation agricole de base ou à la formation agricole supérieure et qui, chaque fois, sans politesse diplo- matique mais sincèrement, nous témoignent gratitude et ad- miration pour la qualité de notre appareil de formation dans ce domaine. M. Danioth l'a fort justement souligné et je le fais à mon tour.
Il n'empêche qu'on peut encore améliorer cette situation et, à cet égard, je ne voudrais pas que MM. Seiler et Onken aient le sentiment que le Département et plus particulièrement l'Office de l'agriculture ont dormi paisiblement sur leurs lauriers et qu'après avoir lu, s'ils l'ont fait, les rapports des experts ils se sont empressés de les «schubladisieren». Non, Messieurs! Il se trouve que les modifications que l'on envisage pour ces améliorations de l'enseignement agricole exigent la modifica- tion de la loi sur l'agriculture; ce qui est proposé et qui pourrait être fait sans modification de la loi serait insuffisant. Une loi sur l'agriculture, cela ne se modifie pas chaque année, et le Parle- ment lui-même, lorsqu'il a examiné les grandes lignes de la législature précédente, a biffé l'intention qu'avait le Conseil fédéral d'y modifier, par deux trains de mesures, la loi sur l'agriculture, comme suit: «Le Parlement ne pourra pas le di- gérer». Il a donc renvoyé sciemment la modification de la loi sur l'agriculture sur ces points à des temps meilleurs.
Telle est la situation, Messieurs Seiler et Onken. C'est le Parle- ment lui-même qui a reporté dans le temps les modifications en cours. Cela n'est pas désastreux car on a pu ainsi accumu- ler quelques idées nouvelles. Personnellement, je puis vous dire que, si le Conseil fédéral lui-même dit oui à la motion, c'est qu'il ne dit pas oui à un postulat et par conséquent il s'estime lié par le texte de cette motion. Mais vous avouerez avec moi qu'il serait précaire de vouloir affronter le Parlement avec cette seule modification de la loi, et c'est la raison pour laquelle il faudra peut-être attendre la fin de 1990 ou le début de 1991 pour venir avec un ensemble de mesures de correction de la loi sur l'agriculture, notamment dans le domaine des paie- ments directs dont nous parlons depuis si longtemps. Par conséquent, faites preuve de patience, ce ne sera pas du temps perdu ni de l'indifférence de la part de mon Départe- ment ni du Conseil fédéral.
Enfin, pour terminer, je me réjouis de ce que dit M. Danioth de la nécessaire coordination des formations agricoles et des au- tres formations professionnelles. Ce fait qu'elles dépendent, pour la formation agricole de l'Office de l'agriculture, pour les autres, de l'OFIAMT, ne serait en tout cas pas une raison pour qu'il n'y ait pas une coordination encore plus étroite qu'au- jourd'hui.
Ueberwiesen - Transmis
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03
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Datum 07.06.1989 - 08:00
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