Interpellation Fetz
1166
N
23 juin 1989
Les ressortissants srilankais sont soumis à l'obligation du visa pour l'Italie ainsi que pour l'Autriche.
Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.
89.382
Interpellation Fetz Genetische Experimente in «Cepanzo» (Argentinien) Expérimentations génétiques au Centre de «Cepanzo» (Argentine)
Wortlaut der Interpellation vom 13. März 1989
Im Versuchsgut «Cepanzo», in der Stadt Azul, Argentinien, wurde gemäss Zeitungsberichten ein Freilandversuch mit (gentechnologisch) künstlich erzeugten Viren durchgeführt. «Cepanzo» (Panamerikanisches Zoologisches Zentrum) ist eine Unterorganisation der WHO.
Der Freilandversuch war ein illegales Experiment, das hinter dem Rücken der zuständigen argentinischen Behörden durchgeführt wurde. Dr. Oscar Bruni, Direktor der staatlichen Veterinärbehörden, nennt das Experiment eine «wissenschaft- liche Barbarei», welche unabsehbare Folgen haben kann. Da eine genetische Katastrophe nicht ausschliessbar ist, werden «für alle möglichen Schäden bei Menschen, Tieren, der Um- gebung, oder was auch sonst immer eintreten kann» vom ar- gentinischen Gesundheitsministerium gegenüber dem «Ce- panzo» und dem Wistar-Institut (Philadelphia, USA) alle Scha- denansprüche offengehalten. «Da man bei einem im Genlabor hergestellten Virus nie wisse» (so Dr. Oscar Bruni, Weltwoche Nr. 48/88) «wie es in Zukunft reagieren und mutieren werde und wie lange die Inkubationszeit sei», wird dies eine sehr um- fangreiche und lange dauernde Sache darstellen.
Der für das Experiment verantwortliche Leiter des Instituts ist ein Schweizer namens Joe Held. Gemäss Aussagen des Di- rektors der staatlichen Gesundheitsbehörde wurde das für den illegalen Freilandversuch notwendige Virus im Diploma- tenkoffer des Herrn Held von den USA aus dem Wistar-Institut nach Argentinien in das «Cepanzo» gebracht. Da das «Ce- panzo» als Unterorganisation der WHO diplomatischen Status geniesst, wurde die WHO offenbar von einem Schweizer zu kri- minellen Aktivitäten missbraucht.
In den USA scheint die Verfolgung dieser Machenschaften der Mitarbeiter des Wistar-Institutes nicht möglich, da das Experi- ment in Argentinien von der privaten Rockefeller-Stiftung und der französischen Mérieux-Stiftung finanziert wurde. In Argen- tinien stösst der gegen das Institut ermittelnde Bundesrichter offenbar auf grosse Schwierigkeiten - eben weil das «Ce- panzo» diplomatischen Status geniesst.
In dieser Situation, da die Schweiz sowohl als Mitglied der WHO wie durch die Tatsache, dass der Leiter des «Cepanzo» Schweizer ist, doppelt von diesen illegalen und äusserst ge- fährlichen Machenschaften betroffen ist, frage ich den Bun- desrat an:
Ist der Bundesrat bereit, alle möglichen Schritte einzuleiten, damit die argentinischen Strafbehörden gegenüber dem Schweizer Staatsbürger alle notwendigen Untersuchungen durchführen können, und dass diese allen allfälligen straf- rechtlichen Konsequenzen zugeführt werden können?
Ist der Bundesrat bereit, seine Mitgliedschaft in der WHO dazu zu benützen und darauf hinzuwirken, dass im Rahmen der WHO verhindert wird, dass der WHO-Status zu solchen Machenschaften missbraucht und deren Verfolgung be- und verhindert werden kann?
Texte de l'interpellation du 13 mars 1989
D'après des rapports parus dans la presse, des expérimenta- tions génétiques (production artificielle de virus) ont été effec- tuées au Centre de Cepanzo, dans la ville d'Azul, en Argentine. Le Cepanzo (Centre zoologique panaméricain) est une orga- nisation dépendant de l'OMS.
L'expérimentation en milieu naturel constitue une opération il- légale, qui a été entreprise à l'insu des autorités argentines. M. Oscar Bruni, directeur des services vétérinaires de l'Etat, considère cette expérimentation comme une «intervention barbare sur le plan scientifique», qui peut avoir des consé- quences incalculables. Une catastrophe génétique n'étant pas exclue, le Ministère argentin de la santé publique se réserve le droit d'intenter une action en dommages-intérêts contre le Cepanzo et le Wistar Institute (Philadelphie, Etats- Unis) pour tous les dommages causés à l'homme, au règne animal et à l'environnement, ou pour toute autre chose qui pourrait se produire. Comme on ne sait jamais de quelle ma- nière un virus produit dans un laboratoire de génie génétique réagira et subira des mutations, ni de combien de temps sera l'incubation (déclaration de M. Bruni, voir la Weltwoche no 48/88), cette affaire aux vastes résonnances risque de durer fort longtemps.
Le chef de l'institut précité, qui est aussi le responsable de l'ex- perimentation, est un ressortissant suisse dénommé Joe Held. Selon les dires du directeur des autorités argentines de la santé publique, le virus nécessaire à cette expérience il- légale a été envoyé au Cepanzo par le Wistar Institute et il est entré en Argentine dans la valise diplomatique de M. Held. Le Cepanzo jouissant du statut diplomatique en tant qu'organisa- tion subordonnée à l'OMS, celle-ci a manifestement été in- duite par un Suisse à commettre des activités criminelles.
Il ne semble pas que des poursuites contre le collaborateur du Wistar Institute soient possibles aux Etats-Unis puisque l'ex- perience s'est déroulée en Argentine, où elle a été financée par la Fondation Rockefeller et par la Fondation (française) Mérieux. Sur territoire argentin, le juge fédéral qui instruit le procès contre l'institut se heurte manifestement à d'énormes difficultés du fait que le Cepanzo jouit du statut diplomatique. Dans de telles circonstances, vu que la Suisse est membre de l'OMS et que, d'autre part, le directeur du Cepanzo est un res- sortissant suisse, notre pays se voit doublement touché par ces agissements à la fois illégaux et extrêmement dangereux. Je me permets donc de poser au Conseil fédéral les questions suivantes:
Est-il prêt à tout mettre en oeuvre pour que les autorités pénales argentines puissent enquêter à fond sur notre compa- triote, avec toutes les conséquences que cela comporte?
Est-il prêt à invoquer sa qualité de membre de l'OMS pour faire en sorte qu'on puisse empêcher de tels abus sous le cou- vert du statut diplomatique et qu'on ne puisse éluder les pour- suites entraînées par ceux-ci?
Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. Mai 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 mai 1989
Gemäss den Bestimmungen des Kapitels XI ihrer Verfassung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Bemühen um eine Dezentralisation die Welt in sechs verschiedene geogra- phische Regionen eingeteilt. Jede regionale Organisation ver- fügt über eine gewisse Selbständigkeit und umfasst einen Re- gionalausschuss und ein Regionalbüro. Unter die sechs von der WHO bestimmten Regionen, die alle integrierenden Be- standteil der Organisation bilden, fällt jene von Amerika.
Die WHO hat Sitzabkommen mit jenen Staaten abgeschlos- sen, in denen sie Regionalbüros unterhält oder ihren Hauptsitz hat. Was die Region in Amerika betrifft, so hat die WHO ein Ab- kommen mit der Panamerikanischen Gesundheitsorganisa- tion (OPS) geschlossen, damit diese dort als regionale Or-
Interpellation Braunschweig
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ganisation der WHO tätig sei. Das Panamerikanische Sanitäts- amt (BSP), das als Exekutivorgan der OPS mit Sitz in Washing- ton tätig ist, bildet das Regionalbüro der WHO für Amerika. «Cepanzo», das Panamerikanische Zentrum für Zoonose (von Tieren auf Menschen übertragbare Infektionskrankheiten), un- tersteht der OPS und somit auch der WHO.
Die Vertreter der WHO geniessen die für die ungehinderte Aus- übung ihrer Tätigkeit im Dienste der Organisation notwendi- gen Privilegien und Immunitäten. Die Rechtsnatur und das Ausmass dieser Privilegien und Immunitäten sind festgelegt in den verschiedenen Abkommen, die die WHO mit den Gast- ländern geschlossen hat, sowie in der Konvention über die Pri- vilegien und Immunitäten der Sonderorganisationen der Uno vom 21. November 1947. Werden Privilegien und Immunitä- ten der Vertreter der Organisationen in Frage gestellt, ent- scheidet der Generaldirektor der WHO, gestützt auf die Perso- nalordnung der WHO, über deren Aufhebung. Folglich fällt die Aufhebung der Immunität des Direktors des «Cepanzo» aus- schliesslich, unabhängig von der Nationalität von Herrn Joe Held, in den Kompetenzbereich der Generaldirektion der WHO.
Der Bundesrat seinerseits sieht keinen Einwand, dass die ar- gentinischen Strafbehörden die Untersuchung betreffend die Tätigkeiten von Herrn Joe Held weiterführen. Er erinnert daran, dass die WHO, gestützt auf Abschnitt 22 der Konvention über Privilegien und Immunitäten der Sonderorganisationen der Uno, die Immunität eines Vertreters in allen Fällen aufheben kann und muss, in denen nach ihrer Meinung diese Immunität die Rechtsverfolgung hindern würde, sowie in allen Fällen, wo die Immunität aufgehoben werden kann, ohne den Interessen der Organisation zu schaden.
Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.
89.413
Interpellation Braunschweig Verifikation des Uebereinkommens über das Verbot biologischer Waffen und Toxin-Waffen Convention sur l'interdiction des armes biologiques ou à toxines
Wortlaut der Interpellation vom 16. März 1989
Das Uebereinkommen über das Verbot der Entwicklung, Her- stellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waf- fen und von Toxinwaffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen von 1972 trat 1975 in Kraft und wurde 1976 auch von der Schweiz ratifiziert. Das Uebereinkommen zielt auf die end- gültige Beseitigung einer ganzen Kategorie von Massenver- nichtungsmitteln und verbietet ausdrücklich bereits die Ent- wicklung solcher Waffen.
Allerdings ist in den letzten Jahren ein Graubereich entstan- den, der beunruhigende Möglichkeiten für die Bio-Waffen- Rüstung eröffnet. Zahlreiche Länder berufen sich auf Artikel 1 Ziffer 1, der sogenannte Schutzforschung zulässt, oder be- zeichnen Toxine, die durch gentechnologisch manipulierte Organismen hergestellt werden, als «erlaubte» Entwicklung chemischer Kampfstoffe, was an Etikettenschwindel grenzt. Jüngste Vorfälle in der BRD über Bio-Waffen-Exporte nach dem Irak zeigen, dass hier ein neues Weiterverbreitungspro- blem entstanden ist.
Welche Verifikationsinstrumente zur Ueberwachung des genannten Uebereinkommens bestehen auf multilateraler Ebene?
Ueber welche Verifikationsinstrumente zur Ueberwachung des genannten Uebereinkommens verfügt die Schweiz?
Welche Vorkehrungen hat die Schweiz getroffen, damit im Bio-Waffenbereich kein neues Weiterverbreitungsproblem entsteht?
Ist der Schweizer Vorbehalt, selbst zu entscheiden, welche Hilfsmittel dem Uebereinkommen unterstehen, schon jemals angewendet worden? Wenn nein, ist dieser Vorbehalt immer noch zeitgemäss?
Welchen Umfang hat die wehrmedizinische Forschung in der Schweiz? Wo wird sie geleistet? Was forschen die 7 Labo- ratorien B der Armee, die im Epidemiefall Untersuchungen einleiten sollen?
Ist der Bundesrat bereit, im Sinne meines vom Bundesrat gutgeheissenen und vom Nationalrat überwiesenen Postula- tes 86.142 eine Technologiefolgenabschätzung im Bereich der biologischen, insbesondere gentechnologischen sowie der wehrmedizinischen Forschung zu veranlassen, die deren internationale Verträglichkeit im Hinblick auf die Rüstungsspi- rale und zukünftige militärische Drohpotentiale untersucht? Welche Vorbeugungsforschung betreibt die chemische Indu- strie auf dem Gebiete der B-Waffen, die die Schweizer Delega- tion an der 2. Ueberprüfungskonferenz erwähnte? Umfang? Wozu dient die Forschung an Universitäten und Spitälern mit Einrichtungen der Bio-Sicherheit Stufe 3? Umfang?
In welcher Form gedenkt der Bundesrat an der dritten Ueberprüfungskonferenz des genannten Uebereinkommens, die wahrscheinlich 1991 oder 1992 stattfinden wird, auf die ge- nannten beunruhigenden Entwicklungen zu reagieren? Ist der Bundesrat bereit, gestützt auf Artikel 5 und 6 des Ueberein- kommens Konsultationen einzuleiten und Untersuchungen zu verlangen, wenn er Vertragsverletzungen in der erwähnten Grauzone vermuten muss?
Texte de l'interpellation du 16 mars 1989
Conclue en 1972, la Convention sur l'interdiction de la mise au point, de la fabrication et du stockage des armes bactériologi- ques (biologiques) ou à toxines et sur leur destruction, est entrée en vigueur en 1975 et a été ratifiée par la Suisse en 1976. Elle vise à l'élimination définitive de toute une catégorie de moyens de destruction massive et interdit expressément la mise au point même de telles armes.
Or, ces dernières années, des possibilités inquiétantes sont tout de même apparues dans le domaine des armements bio- logiques. De nombreux pays s'inspirent de l'article 1, 1er alinéa, de la Convention, qui autorise la recherche si elle est destinée à des fins de protection, ou considèrent la production de toxines, qui consiste dans la manipulation génétique d'or- ganismes, comme la mise au point «autorisée» de toxiques de combat, ce qui touche à la fraude. De plus, le récent scandale provoqué en RFA par la livraison d'armes biologiques à l'Irak, montre qu'un nouveau problème de prolifération se pose dans ce domaine.
De quels instruments dispose-t-on sur le plan multilatéral pour contrôler l'application de la Convention précitée?
De quels instruments la Suisse dispose-t-elle pour contrôler l'application de la Convention?
Quelles mesures la Suisse a-t-elle prises pour éviter que se posent de nouveaux problèmes de prolifération des armes biologiques?
La Suisse a-t-elle jamais fait usage de la réserve qu'elle a émise, à savoir de décider elle-même quels sont les moyens auxiliaires qui tombent sous le coup de la Convention?
Si tel n'est pas le cas, considère-t-elle cette réserve comme étant toujours applicable aujourd'hui?
Quelle est l'importance de la recherche en médecine mili- taire dans notre pays? Où s'effectue-t-elle? A quels projets se consacrent les 7 laboratoires B de l'armée qui sont chargés d'entreprendre des analyses en cas d'épidémie?
Le Conseil fédéral est-il disposé à procéder à une évaluation des risques technologiques allant dans le sens du postulat que j'ai déposé (86.142), et qui a été approuvé par le Conseil fédéral et transmis par le Conseil national? Il s'agirait d'évaluer les risques technologiques pris dans la recherche en biologie, plus particulièrement dans le domaine du génie génétique, et en médecine militaire, ainsi que d'étudier leur compatibilité au niveau international dans l'optique de la course aux arme-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Jahr
1989
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Anno
Band
III
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Sommersession
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Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.382
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Numero dell'oggetto
Datum
23.06.1989 - 08:00
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