1139
Motion Scherrer
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Brélaz, Brügger, Fetz, Herczog, Meier-Glattfelden, Pitteloud, Rebeaud, Stocker, Thür, Wiederkehr
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Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Im Gemüsebau stehen wir wie auch in anderen landwirtschaft- lichen Produktionszweigen an der Schwelle zu einer grundle- gend neuen Produktionsart. Die bodenunabhängigen Kultu- ren (hors sol) im Gemüsebau erinnern weniger an die traditio- nelle Landwirtschaft als an industrielle Produktion. Anstelle der Erde als Kulturträger treten Substrate (Sackkulturen), Gro- dan (Steinwolle) und vor allem Wasser als Pflanzenträger der Zukunft. Die Nährstoffzufuhr erfolgt durch ein ausgeklügeltes, elektronisch gesteuertes Schlauchsystem.
Der bodenunabhängige Anbau wird in der Schweiz bereits ge- werbsmässig betrieben. Das gilt vor allem für den Kanton Genf. Gemäss Angaben der Schweizerischen Zentralstelle für Gemüsebau wurden 1987 6 Prozent der Treibhaus-Tomaten der ganzen Schweiz und 22 Prozent der Treibhaus-Gurken hors sol produziert. In Holland soll sich diese neue kapitalin- tensive Produktionsart bereits für eine grössere Anzahl von Gemüsearten und Zierpflanzen durchsetzen.
Die Ausdehnung dieser Produktionsart ist ökologisch sehr problematisch. Einschränkungen drängen sich deshalb auf. 1. Die Konsumentinnen und Konsumenten haben ein Recht zu wissen, mit welchen Produktionsmethoden die angebote- nen Produkte hergestellt worden sind. Dies ist nur mit einer klaren Deklaration der Produkte möglich.
Eine Bewilligungspflicht soll die unkontrollierte Ausdeh- nung dieser Produktionsart verhindern. Geregelt werden muss insbesondere die Entsorgung der verbrauchten Nährlö- sungen und der Substrate. Es muss sichergestellt werden, dass die Umwelt damit nicht kontaminiert wird.
Die bodenunabhängige Produktion ist ökologisch grund- sätzlich fragwürdig. Ihre weitere Ausdehnung ist deshalb zu bekämpfen. Sie ist energieintensiv und steht damit allen Be- mühungen zur Einschränkung des Energieverbrauchs entge- gen. Sie ist umweltpolitisch unerwünscht und führt uns immer weg von natürlichen, biologisch orientierten Methoden des Anbaus. Sie ist strukturpolitisch gefährlich, denn die neuen ka- pitalintensiven Produktionsmethoden gefährden die klein- bäuerlichen Gemüsebaubetriebe.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 5. Juni 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 5 juin 1989
Seit 1986 hat der Bundesrat zu verschiedenen parlamentari- schen Vorstössen betreffend bodenunabhängige Kulturen Stellung genommen (Einfache Anfrage Bauer und Jaggi, Fra- gestunde NR Zwingli).
Gegenwärtig ist eine Arbeitsgruppe der Technischen Kommis- sion der Schweizerischen Gemüse-Union zusammen mit den Forschungsanstalten Changins und Wädenswil daran, eine Oekobilanz der bodenunabhängigen Kulturmethoden zu er- stellen (Postulat Longet); ein Zwischenbericht wird in diesem Sommer erwartet. Dem Ergebnis, welches ökologische, öko- nomische und strukturelle Aspekte beleuchten wird, soll nicht durch die geforderten Massnahmen 2 und 3 vorgegriffen wer- den.
Gemüse aus bodenunabhängigen Anbausystemen sind mit analytischen Methoden nicht von Produkten zu unterschei- den, die auf gewachsenem Boden kultiviert werden. Für die Deklaration des Produktes für den Konsumenten (geforderte Massnahme 1) ist daher - ähnlich wie beim biologischen An- bau - nur die Kontrolle der Anbauweise und nicht des Produk- tes selbst sinnvoll. Aufgrund des kommenden Konsumenten- informationsgesetzes wäre eine Deklaration der in- und aus- ländischen Produktion möglich. Die Kontrolle der Deklaratio- nen für eingeführte hors sol-Produkte ist jedoch schwer durch- führbar, da diese am Produktionsort stattfinden müsste. Der Bundesrat wird sich mit den Ergebnissen der Oekobilanz und den notwendigen Folgerungen auseinandersetzen müssen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- dein.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
89.348 Motion Scherrer N 5. Umfahrung von Biel N 5. Contournement de Bienne
Wortlaut der Motion vom 1. März 1989
Der Bundesrat wird aufgefordert, die 25-jährige Variantendis- kussion in bezug auf die Umfahrung der Stadt Biel (Teilstück N 5) zu beenden, indem er seine Kompetenz wahrnimmt und bis Ende 1989 den Entscheid für die Südumfahrung fällt sowie den Termin für den Baubeginn festlegt.
Texte de la motion du 1 mars 1989
Le Conseil federal est chargé de mettre un terme à la discus- sion qui est menée depuis 25 ans sur les différentes variantes permettant de contourner la ville de Bienne (tronçon de la N 5). Pour y parvenir, il fera usage de ses compétences en la matière et il décidera avant la fin de 1989 du contournement de la ville par le sud ainsi que de la date de la mise en chantier du tronçon.
Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Seit 25 Jahren wird über verschiedene Varianten der Umfah- rung von Biel diskutiert.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass beschlussreife Varianten im- mer wieder dadurch verhindert wurden, indem sich Interes- sengruppen für eine angeblich noch bessere Variante stark machten.
Da sich die Stadt Biel und der Kanton Bern erwiesenermassen nicht zu einem Entscheid durchringen können, muss der Bun- desrat nun endlich den Variantenentscheid fällen.
Die «Variante Süd» wird bevorzugt, weil sie einerseits verkehrs- technisch günstiger ist, da sie auf gleichem Niveau verläuft. Die Nord-Variante hat eine starke Höhendifferenz. Die Süd- Variante sorgt für eine direkte Verbindung zwischen dem heu- tigen Ende der T 6 und dem Industriegebiet Bözingen und ent- lastet so die Stadt Biel vom starken Durchgangsverkehr.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 10. Mai 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 10 mai 1989
Das Teilstück N 5/Umfahrung von Biel ist in der Tat eine der umstrittensten Stellen des Autobahnnetzes. Zur Entlastung der Stadt Biel und der Agglomerationsgemeinden von Biel so- wie im Interesse des Zusammenschlusses der N 16 mit der N 5 und der T 6 wäre ein baldiger Variantenentscheid drin- gend erforderlich. Eine einvernehmliche Lösung im Sinne ei- ner allgemeinen Einigung zeichnet sich nicht ab, so dass es zwangsläufig zu einem behördlichen Entscheid kommen muss.
Nach Artikel 13 des Bundesgesetzes über die Nationalstras- sen (SR 725.11) wird die generelle Projektierung durch das Bundesamt für Strassenbau in Zusammenarbeit mit anderen Bundesstellen und den interessierten Kantonen durchgeführt. Die Zusammenarbeit wickelte sich bisher in der Praxis indes- sen so ab, dass der Kanton in Uebereinstimmung mit dem ASB und den mitinteressierten Bundesstellen ein generelles Projekt erarbeitete.
Motion Kohler
1140
N
23 juin 1989
Sofern sich der Kanton Bern nicht sehr rasch für eine Variante entscheidet, wird der Bund dem Buchstaben von Artikel 13 NSG entsprechend bestimmen, gestützt auf welche Variante der Kanton das generelle Projekt zu erarbeiten hat. Das be- währte bisherige System wäre aber vorzuziehen, es ist zu hof- fen, dass der Kanton nun beförderlich entscheiden wird. Der Bundesrat möchte mit dem vom Motionär skizzierten Vorge- hen deshalb vorläufig noch zuwarten.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.
Präsident: Die grüne Fraktion und Herr Fehr bekämpfen auch die Ueberweisung des Vorstosses als Postulat. Die Diskussion wird verschoben.
Verschoben - Renvoyé
89.359
Motion Kohler Nationalstrasse N 5. Umfahrung von Biel Route nationale N 5. Contournement de Bienne
Wortlaut der Motion vom 7. März 1989 Der Bundesrat wird beauftragt,
von seinen eigenen Dienststellen so rasch als möglich ein generelles Projekt für den Nationalstrassenabschnitt N 5 Biel/ Ost-Vingelz (Südumfahrung der Stadt Biel) ausarbeiten zu lassen und zu genehmigen;
vom Kanton Bern oder, gestützt auf Artikel 55 des National- strassengesetzes, von seine eigenen Dienststellen unverzüg lich ein Ausführungsprojekt zu diesem Streckenabschnitt aus- arbeiten zu lassen;
dieses Ausführungsprojekt für die beiden Teilstrecken Biel/ Ost-Brüggmoos und Brüggmoos-Vingelz gesondert öffent- lich aufzulegen;
die Teilstrecke Biel/Ost-Brüggmoos, deren Bau keine be- sonderen Schwierigkeiten stellt und deren Auswirkungen auf die Verkehrsströme in der Region beträchtlich sein werden, so rasch als möglich erstellen zu lassen und dem Verkehr zu öff- nen.
Texte de la motion du 7 mars 1989 Le Conseil fédéral est chargé
de faire établir par ses propres services et dans les plus brefs délais un projet général du tronçon de la route nationale N 5 reliant Bienne Est à Vigneule, qui contourne la ville de Bienne par le sud, et de l'approuver;
de faire établir sans retard, par le canton de Berne ou, con- formément à l'article 55 de la loi fédérale sur les routes natio- nales, en ne recourant qu'à ses propres services, un projet définitif de ce tronçon de route;
de faire mettre ce projet définitif à l'enquête publique en deux sections distinctes Bienne Est-Brüggmoos et Brügg- moos-Vigneule;
de faire exécuter dans les plus brefs délais et d'ouvrir à la cir- culation la section Bienne Est-Bruggmoos dont la construc- tion ne présente pas de difficultés particulières et dont les ef- fets sur les courants de circulation de la région seront consi- dérables.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Antille, Aubry, Bonny, Du- bois, Etique, Frey Claude, Frey Walter, Friderici, Gros, Hari, Houmard, Jeanneret, Leuba, Loeb, Perey, Rychen, Savary- Vaud, Schwab, Seiler Hanspeter, Tschuppert, Zölch (21)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Jusqu'à ce jour, la planification du tronçon Bienne Est-Vi- gneule de la route nationale N 5 n'a été qu'une suite de tergi- versations et d'atermoiements. Depuis plus de 25 ans, les va- riantes succèdent aux variantes sans qu'il ait encore été possi- ble de faire un choix.
Un projet général a été mis à l'enquête publique en 1975, mais il a été abandonné face aux très nombreuses oppositions qu'il a suscitées.
Relancé par la Confédération en 1977, le canton de Berne a tenté une nouvelle fois, en espérant que ce serait la dernière, de trouver une solution à ce problème toujours en suspens.
Le 12 février 1982, présentant les résultats des études appro- fondies effectuées depuis 1978, le directeur des travaux pu- blics du canton de Berne concluait par ces mots: «Nous dési- rons vivement, pour notre part, que le choix de la variante soit arrêté d'ici fin 1982; par contre, on ne peut guère espérer que le Conseil fédéral approuve le projet général avant juin 1984 au plus tôt».
Il faut malheureusement constater que jusqu'en mars 1989 le canton de Berne n'a toujours pas été en mesure de choisir une solution et de présenter à la Confédération un projet général pour approbation. Il faut craindre que, pour réaliser le contour- nement autoroutier de Bienne, le canton de Berne se heurte à des obstacles insurmontables ou que, plus simplement, la vo- lonté politique fasse défaut.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 10. Mai 1989
Rapport écrit du Conseil fédéral du 10 mai 1989
En vertu de la législation sur les routes nationales, les mesures demandées par le biais de la présente motion sont du seul res- sort du Conseil fédéral et de l'administration. Or, nous avons toujours considéré comme juridiquement inacceptable qu'une motion empiète sur notre domaine de compétences (FF 1986 || 1416). Nous ne pouvons donc accepter la présente motion sous sa forme actuelle.
Il est vrai que le tronçon de la N 5 qui contournera la ville de Bienne est l'un des plus controversés du réseau autoroutier. Il est nécessaire qu'une décision en la matière soit prise promp- tement afin de décongestionner l'agglomération biennoise et d'établir la liaison de la N 16 avec la N 5 et la T 6. Or, la solution qui fera l'unanimité est loin d'être trouvée, si bien que nous sommes dans l'obligation de recourir à une décision adminis- trative.
L'article 13 de la loi fédérale sur les routes nationales (RS 725.11) stipule que les projets généraux sont établis par l'Office fédéral des routes (OFR) en collaboration avec d'au- tres services fédéraux et avec les cantons intéressés. Jusqu'à présent, cette collaboration a joué en ce sens que le canton, après accord avec l'OFR et les autres services fédéraux in- téressés, élaborait un projet général. Si le canton de Berne ne se décide pas rapidement, la Confédération, prenant à la lettre l'article 13 de la loi sur les routes nationales, lui imposera un projet pour lequel il devra établir le projet général. Toutefois, nous préférerions appliquer le système qui jusqu'à présent a largement donné satisfaction. Souhaitons que le canton agisse maintenant avec détermination. C'est pourquoi nous aimerions attendre encore quelque peu avant de procéder comme le suggère l'auteur de la motion.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postu- lat.
Präsident: Die grüne Fraktion und Herr Fehr bekämpfen auch die Ueberweisung des Vorstosses als Postulat. Die Diskussion wird verschoben.
Verschoben - Renvoyé
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Motion Scherrer N 5. Umfahrung von Biel Motion Scherrer N 5. Contournement de Bienne
In
Dans
In
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Jahr
1989
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.348
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 23.06.1989 - 08:00
Date
Data
Seite
1139-1140
Page
Pagina
Ref. No
20 017 483
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