Motion on gene analysis and investor protection transmitted as postulate

20017479Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)23.06.1989Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

In the 23 June 1989 sitting of the National Council, Maximilian Reimann's motions on the prohibition of genome analyses in employment and insurance and on investor protection for publicly placed bonds were not accepted as binding motions. In both matters, the Federal Council proposed conversion into postulates. The first was linked to the work of the expert commission on humangenetics and the need for a differentiated approach and data protection; the second to an ongoing study group on stock exchange matters. Both items were transmitted as postulates.

Omnilex-Regeste

Parliamentary motions may be converted into postulates where the Federal Council considers that the subject requires further study or a differentiated assessment and declines immediate binding legislative commitment; the transmission as a postulate preserves the political initiative while leaving substantive regulatory choices open. In the field of genome analysis, the avoidance of misuse and the protection of personal data may justify further examination rather than an immediate general prohibition. In investor protection matters, the pendency of expert or administrative review may likewise warrant postponement of definitive legislative action.

Gesamter Gesetzestext

N 23 juin 1989

1136

Motion Reimann Maximillian

Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bäumlin Ursula, Borel, Bundi, Carobbio, Danuser, Fankhauser, Hafner Ursula, Haller, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Leuenberger- Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch Ursula, Neu- komm, Pitteloud, Ruffy, Uchtenhagen,Zbinden Hans, Züger (23)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

An der Entschlüsselung des menschlichen Genoms wird in- tensiv gearbeitet, z. B. am Europäischen Molekularbiologi- schen Labor in Heidelberg, wo auch die Schweiz mitarbeitet. Es werden immer mehr Daten über die wahrscheinliche ge- sundheitliche Zukunft des einzelnen Menschen erfahrbar. Al- lerdings sind es meist nur wahrscheinliche und nicht definitive Aussagen, welche durch eine Genomanalyse gemacht wer- den können.

In den USA und in der BRD gibt es bereits Firmen, welche von ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine Genom- analyse verlangen, um sie je nach Resultat für einen Arbeits- platz als geeignet oder nicht geeignet einzustufen. Es werden also von diesen Menschen Zukunftsdaten verlangt, im Gegen- satz zu heute, wo nur die Daten der Vergangenheit und der Gegenwart erhoben werden. Wie schon erwähnt, sind die Da- ten der Genomanalyse Aussagen über eine bestimmte Wahr- scheinlichkeit, an einem bestimmten Leiden zu erkranken. Es ist also nicht sicher, ob jemand tatsächlich erkranken wird. Deshalb sollten solche Daten weder vom Arbeitgeber noch von Versicherungen erhoben werden dürfen. Es ist nötig, be- reits jetzt ein gesetzliches Verbot der Anwendung von Genom- analysen im Arbeits- und Versicherungsbereich zu erlassen, bevor die ersten Missbräuche bei uns Einzug halten. Im medi- zinischen Bereich kann das Feststellen einer entsprechenden Erbanlage dann sinnvoll sein, wenn es für die eventuell eintref- fende Krankheit Therapie- oder Prophylaxemöglichkeiten gibt. Da bei einer Genomanalyse aber meist nicht nur einzelne Da- ten, sondern das gesamte mögliche Genom erhoben wird, stellt sich die Frage nach dem Schutz der Daten. Es muss ver- hindert werden, dass jemand mit Daten seiner möglichen Zu- kunft konfrontiert wird, welche er gar nicht wissen will. Ebenso muss der Zugriff durch Aussenstehende auf diese erhobenen Daten verhindert werden.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. Mai 1989

Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 mai 1989

Der von der Motionärin aufgeworfene Fragenkomplex wurde von der Expertenkommission «Humangenetik und Reproduk- tionsmedizin» eingehend behandelt. Die Kommission hat sich sowohl zum Problem im allgemeinen als auch zu speziellen Fragen, wie zur Genomanalyse im Arbeitsrecht oder im Versi- cherungsbereich, kritisch vernehmen lassen. Sie hat sich da- bei nicht für ein generelles Verbot der Genomanalyse, son- dern für eine differenzierte Betrachtungsweise ausgespro- chen. In der Arbeitsmedizin beispielsweise kann die Genom- analyse nach Auffassung der Kommission in Fällen als wün- schenswert erscheinen, in denen die industrielle Fabrikation mit gewissen gesundheitlichen Risiken (Allergien usw.) ver- bunden ist und solche Risiken durch den Arbeitgeber mit ver- tretbarem Aufwand nicht reduziert werden können. Eine Unter- suchung, die auf eine besondere Anfälligkeit bezüglich beson- derer arbeitsplatztechnischer Risiken beschränkt ist, könne hier auch im Interesse des Arbeitnehmers liegen. Auch für das Versicherungsrecht ist die Kommission der Meinung, dass für gewisse Versicherungssparten Genomanalysen nicht zum vornherein abzulehnen seien.

Der Bundesrat möchte sich deshalb beim heutigen Stand der Diskussion nicht zu einem generellen Verbot von Genomana- lysen verpflichten lassen. Er ist der Meinung, dass das Pro- blem in einem weiteren Rahmen und differenziert behandelt werden muss. Mit der Motionärin ist der Bundesrat der Auffas- sung, dass es in erster Linie darum gehen muss, rechtzeitig Missbräuche zu vermeiden. Ein weiteres Hauptaugenmerk wäre auf die von der Motionärin zu Recht aufgeworfene Frage des Datenschutzes zu legen. Der Bundesrat ist deshalb bereit, die Motion als Postulat entgegenzunehmen.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

89.301

Motion Reimann Maximilian Anlegerschutz im Bereich der Anleihensobligationen Protection des investisseurs dans le domaine des obligations

Wortlaut der Motion vom 31. Januar 1989

Der Bundesrat wird eingeladen, geeignete Massnahmen zur Verbesserung des Anlegerschutzes im Bereich der öffentlich plazierten Anleihensobligationen zu treffen. Insbesondere soll an die künftigen Emissionen in der Schweiz unabdingbar die Bedingung geknüpft werden, dass bei Bonitäts- und Kursver- lusten infolge Uebernahmen oder Auskäufen (leveraged buy- out) einem Anleger das Recht zur sofortigen Rückgabe der Obligation zum Nominalwert zusteht.

Texte de la motion du 31 janvier 1989

Le Conseil fédéral est invité à prendre les mesures nécessai- res en vue de mieux protéger les investisseurs dans le do- maine des obligations offertes en souscription publique. Il convient notamment, s'agissant d'émissions futures en Suisse, de fixer comme condition absolue qu'en cas de perte de valeur dues à la détérioration du crédit de la société ou aux variations du cours à la suite de reprises ou de rachats (levera- ged buy-out), l'investisseur a le droit d'exiger la reprise immé- diate de son obligation à la valeur nominale.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bonny, Cotti, Neuen- schwander, Oester, Schüle (5)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Die jüngsten Auskäufe von amerikanischen Unternehmen (RJR Nabisco Inc., Safeway Stores Ins. usw.) wirkten sich sehr nachteilig auch auf die Kurse ihrer in der Schweiz plazierten und kotierten Obligationen aus. Anleger, die sich im Besitz bo- nitätsmässig hochstehender Titel wähnten, erlitten unerwartet grosse Verluste. Betroffen wurden auch Pensionskassen mit Vorsorgegeldern, die in solchen Obligationen angelegt wor- den sind. Mit der Aufnahme einer Klausel in die Anleihensbe- dingungen, wonach bei derartigen unvorhergesehenen Ereig- nissen die Titel unmittelbar zum Nominalwert zur Rückzahlung fällig werden, könnte präventiv eine deutliche Verbesserung des Anlegerschutzes erzielt werden.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Mai 1989

Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 mai 1989

Mit Verfügung vom 30. August 1988 hat das EFD eine Studien- gruppe für das Börsenwesen eingesetzt, die auch die Frage von Massnahmen zur Verbesserung des Anlegerschutzes im Bereich der öffentlich plazierten Anleihensobligationen prüfen wird. Der Bundesrat will die Empfehlungen dieser Studien- gruppe abwarten, bevor er sich in dieser Angelegenheit ent- scheidet.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion Reimann Maximilian Anlegerschutz im Bereich der Anleihensobligationen Motion Reimann Maximilian Protection des investisseurs dans le domaine des obligations

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

Année

1989

Anno

Band

III

Volume

Volume

Session

Sommersession

Session

Session d'été

Sessione

Sessione estiva

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

16

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 89.301

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 23.06.1989 - 08:00

Date

Data

Seite

1136-1136

Page

Pagina

Ref. No

20 017 479

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Schlagwörter

genome analysisdata protectionemploymentinsuranceinvestor protectionbond issuancepostulateparliamentary motion

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the motion seeking a statutory ban on genome analysis in employment and insurance should be accepted as a motion or converted to a postulate.

Extrahierter Entscheid

The Federal Council accepted the proposal only as a postulate, and it was transmitted in that form.

Extrahierte Begründung

The Federal Council referred to the expert commission's differentiated view, the need to prevent misuse, and the importance of data protection, but declined to commit to a general prohibition at that stage.

Kernrechtsfrage

Whether the motion seeking investor protection measures for publicly placed bonds should be accepted as a motion or converted to a postulate.

Extrahierter Entscheid

The Federal Council accepted the proposal only as a postulate, and it was transmitted in that form.

Extrahierte Begründung

The Federal Council stated that a study group appointed by the EFD was examining the issue and that it wished to await its recommendations before deciding.

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