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Staatsrechnung 1988
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Staatsrechnung 1988 Compte d'Etat 1988
Botschaft und Beschlussentwurf vom 5. April 1989 Message et projet d'arrêté du 5 avril 1989
Bezug durch die Eidgenössische Drucksachen- und Materialzentrale, Bern S'obtiennent auprès de l'Office central des imprimés et du matériel, Berne
Beschluss des Ständerates vom 8. Juni 1989 Décision du Conseil des Etats du 8 juin 1989
Präsident: Die Aussprache über die Staatsrechnung ist be- schränkt auf Kommissionsberichterstatter und Fraktionsspre- cher.
Fehr, Berichterstatter: Als Berichterstatter zur Staatsrechnung 1988 kann ich zu einem sehr erfreulichen Geschäft Stellung nehmen. Nicht nur schliesst die Finanzrechnung der Eidge- nossenschaft mit einem Einnahmenüberschuss von 1,2 Milli- arden Franken ab, sondern auch die letztlich für die Vermö- genslage des Bundes entscheidende Gesamtrechnung weist einen positiven Saldo von über 400 Millionen Franken auf. Schliesslich konnten die Schulden um rund 1,6 Milliarden Franken abgebaut werden. Dieses Ergebnis ist besser als je- nes des Vorjahres und verdient eine positive Würdigung, weil es konjunkturgerecht ist, weil es der Verfassung entspricht, die den Schuldenabbau vorschreibt und weil es zur Entspannung des Kapitalmarktes beiträgt, der vom Bund weniger in An- spruch genommen wird. Die Ausgaben von 26,6 Milliarden und die Einnahmen von 27,8 Milliarden Franken liegen nur je 2,4 Prozent über den Voranschlagszahlen, was für eine be- achtliche Budgetgenauigkeit spricht.
Beunruhigend hoch ausgefallen ist indes die Zuwachsrate der Einnahmen und Ausgaben gegenüber der Rechnung 1987. Die Steigerung von 12 Prozent ist zum Teil auf die Eigenheiten des Veranlagungs-, Bezugs- und Abrechnungsverfahrens zu- rückzuführen. Die direkte Bundessteuer und die Verrech- nungssteuer weisen in geraden Jahren stets hohe Eingänge, in ungeraden Jahren jedoch rückläufige Ergebnisse auf. Ueber die Kantonsanteile an diesen beiden Steuern überträgt sich diese Bewegung auch auf die Ausgaben und wird durch den in der Regel zweijährigen Rhythmus der Rentenanpas- sungen verstärkt. Im Zweijahresdurchschnitt 1986/88 haben die Ausgaben um 7,2 Prozent, die Einnahmen um 5,5 Prozent zugenommen. Die Ausgaben übertrafen damit das Wachstum des Bruttoinlandproduktes deutlich. Die Staatsquote stieg von 9,4 Prozent im Jahre 1987 auf 9,9 Prozent. Bei den Einnahmen hat sich die Verbrauchsbelastung im Vergleich zur direkten Steuerbelastung etwas verstärkt. Die gute Wirtschaftslage hatte hohe Investitionen und Importe zur Folge und belebte die Nachfrage nach dauerhaften Konsumgütern. Davon profi- tierten die Warenumsatzsteuer und die Zolleinnahmen. Die Er- träge aus den Stempelabgaben hingegen gingen leicht zu- rück, im wesentlichen vermutlich als Folge des Börsencrashs im Oktober 1987.
Gesamthaft gesehen kommen in den Ausgabenwachstums- raten 1988 die vom Bundesrat mit dem Bericht zur Legislatur- planung festgelegten Prioritäten zum Ausdruck. Bei den Be- ziehungen zum Ausland (plus 45,5 Prozent) entfallen allein na- hezu 400 Millionen auf die erweiterte Strukturanpassungsfas- zilität des Internationalen Währungsfonds. Bei der Entwick- lungshilfe beträgt die Zuwachsrate 11,6 Prozent. Der Anteil am Bruttosozialprodukt erreicht 0,3 Prozent und nähert sich damit weiterhin dem Durchschnitt der westlichen Industrieländer.
Die Verstärkung der personellen und materiellen Ausbil- dungs- und Forschungsstrukturen auf allen Ebenen hinter- lässt deutliche Spuren im Bereich Unterricht und Forschung (plus 12,4 Prozent). Dieser ist zur betragsmässig viertwichtig- sten Bundesaufgabe avanciert.
Im Bereich Verkehr und Energie (plus 9,8 Prozent) haben ins-
besondere die Ausgaben für Hauptstrassen und die übrigen werkgebundenen Beiträge sowie die Beiträge für den öffent- lichen Verkehr - ich denke vor allem an die Infrastrukturleistun- gen des Bundes an die SBB - überdurchschnittlich zugenom- men. Für Nationalstrassen, deren Bau über ein langfristiges Programm gesteuert wird, wurden 9 Prozent mehr Ausgaben getätigt als im Jahr zuvor.
Für Landwirtschaft und Ernährung (plus 7,1 Prozent) wurden 1988 insgesamt 2,3 Milliarden ausgegeben. Aus allgemeinen Bundesmitteln mussten 1,6 Milliarden aufgewendet werden, wovon mehr als ein Drittel auf die Milchrechnung entfiel.
Ursachen des Ausgabenwachstums bei der sozialen Wohl- fahrt (5,8 Prozent) sind die Rentenanpassungen bei AHV und IV um 4,2 Prozent, höhere Einkommensgrenzen bei den Er- gänzungsleistungen, die Verbesserung der Invalidenversiche- rung und eine seit Jahren zunehmende Anzahl von Renten- berechtigten.
Die Steigerung bei der Landesverteidigung (plus 5,1 Pro- zent) entfällt zur Hauptsache auf den Bereich der materiellen Kriegsbereitschaft sowie auf die Aufwendungen für die Aus- bildung der Armee. Wegen der schlechten Ertragslage der Exportrisikogarantie musste der Vorschuss des Bundes be- trächtlich erhöht werden. Er beläuft sich nun auf insgesamt 1,6 Milliarden Franken. Im Rahmen der vom Bundesrat vorge- sehenen Sanierungsmassnahmen soll hier eine Bereinigung erfolgen.
Einerseits nahmen die Finanzausgaben wegen den in gera- den Jahren hohen Kantonsanteilen an der direkten Bundes- steuer und der Verrechnungssteuer stark zu. Andererseits sanken die Passivzinsen unter die Milliardengrenze und be- laufen sich nur noch auf 3,6 Prozent der Gesamtausgaben, ein bemerkenswert tiefer Stand, der seit Anfang der siebziger Jahre nicht mehr erreicht worden ist.
Zur Gesamtrechnung: Der Reinertrag der Gesamtrechnung entspricht in den Grundzügen dem Ergebnis der privatwirt- schaftlichen Erfolgsrechnung oder auch der laufenden Rech- nung des kantonalen Rechnungsmodells. Er beläuft sich bei einem Aufwand von 27,1 Milliarden und einem Ertrag von 27,6 Milliarden auf 439 Millionen Franken. Der im Vergleich zur Finanzrechnung um gut 800 Millionen schlechtere Ab- schluss erklärt sich zur Hauptsache aus den nur der Gesamt- rechnung belasteten Leistungen des Bundes an die rechtlich unselbständige und rechnungsmässig integrierte Eidgenössi- sche Versicherungskasse sowie aus Wertberichtigungen auf Auslanddarlehen und auf dem Vorschuss an den ERG-Fonds. Noch ein Wort zur Bilanz: Per Ende 1988 ist die Bilanzsumme auf 51 Milliarden Franken angestiegen. Dabei übertreffen die Passiven die Aktiven noch um 17 Milliarden Franken, das heisst, die Nettoverschuldung hat wiederum abgenommen. Damit komme ich zu den Ergebnissen der Beratungen in der Finanzkommission: Es herrschte auch in der Kommission vorweg Genugtuung über das dritte positive Ergebnis. Aus- drückliche Anerkennung fand im weiteren die insgesamt prä- zise Budgetierung. Als erwünscht und notwendig bezeichnet wurde angesichts deutlicher Anzeichen wirtschaftlicher Ueberhitzung die zumindest konjunkturneutrale Wirkung des Bundeshaushaltes.
Eine Bemerkung zur Ausgabensteigerung von rund 12 Pro- zent gegenüber der Rechnung 1987: Es trifft zwar zu - ich habe es vorhin dargelegt -, dass aufgrund der Eigenheiten des Steuersystems sowohl die Ausgaben wie die Einnahmen in geraden Jahren generell überdurchschnittlich ansteigen. Dennoch muss daran erinnert werden, dass im Budget 1988 ursprünglich lediglich 7 Prozent Zuwachs vorgesehen war. Der Wert von 12 Prozent wurde denn auch letztmals 1976 übertroffen, als es darum ging, eine schwere Rezession mit nachfragestützenden Massnahmen zu bekämpfen. Selbst unter der Berücksichtigung von Sonderfaktoren, die 1988 zu ungewöhnlich hohen Budgetnachträgen führten (insgesamt 1,4 Milliarden Franken), muss die Ausgabensteigerung im letzten Jahr zu denken geben.
Die Finanzkommission war deshalb klar der Meinung, dass eine Staatsquote des Bundes von 10 Prozent nicht als mitt- lerer Richtwert, sondern als obere Grenze zu verstehen sei. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Prosperität sollten im Sinne
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einer antizyklischen Finanzpolitik deutlich tiefere Quoten an- visiert werden.
Mit Interesse und Genugtuung hat die Finanzkommission in diesem Zusammenhang von den bundesrätlichen Weisungen für die Planjahre 1990 bis 1993 Kenntnis genommen. Der Bun- desrat will demnach das in seiner Macht Stehende unterneh- men, um die Ausgabenkurve zu verflachen. Bis 1993 möchte er bei guter Konjunktur die Staatsquote auf 9,5 Prozent redu- zieren, was ein durchschnittliches Ausgabenwachstum von weniger als 4 Prozent pro Jahr bedingt. Vor dem Hintergrund unaufschiebbarer ausgabenträchtiger Vorhaben - unter ande- rem auf den Gebieten des Umweltschutzes, des öffentlichen Verkehrs und der Sozialausgaben - wird eine strikte Ausga- bendisziplin somit zum Gebot der Stunde. Auf keinen Fall darf die gegenwärtig befriedigende Finanzlage dazu führen, auf breiter Basis grosszügig zusätzliche Ausgaben zu beschlies- sen.
Ein allgemeiner Niveausprung der Ausgaben muss unbedingt vermieden werden, wenn die Finanzierung prioritärer Berei- che möglich und längerfristig gesichert bleiben soll. Auf der Einnahmenseite wird als Pendant dazu für eine haushaltneu- trale Reform der Finanzordnung zu sorgen sein, damit der Bund über verlässliche Einnahmequellen verfügt, die ein er- neutes Abgleiten in eine Defizitperiode verhindern.
Die Versuchung, solche Ermahnungen als finanzpolitische Pflichtübungen abzutun, mag in Anbetracht der positiven Ab- schlüsse der letzten drei Jahre zum Teil verständlich erschei- nen. Dennoch möchte Ihnen die Finanzkommission nach- drücklich strikte Zurückhaltung - auch seitens des Parlaments - nahelegen. Wie vom Vorsteher des Finanzdepartements zu erfahren war, besteht aufgrund der Budget- und Finanzplan- eingaben der Departemente für die kommenden Jahre kein Anlass zu Optimismus, im Gegenteil. Es wird erheblicher An- strengungen bedürfen, um ein neuerliches Abdriften der Bun- desfinanzen zu verhindern.
Anlass zu Sorge gibt im übrigen auch das beachtliche Anzie- hen der Teuerung, das den Bundeshaushalt zusätzlich bela- sten wird. Berechnungen haben gezeigt, dass teuerungsbe- dingte Mehrausgaben innerhalb einer vierjährigen Planungs- periode nur zu rund 80 Prozent durch Mehreinnahmen ge- deckt werden. Der Bund geht also aus Teuerungsrunden per Saldo als Verlierer hervor.
Die einstimmige Finanzkommission empfiehlt Ihnen, den Bun- desbeschluss über die eidgenössische Staatsrechnung für das Jahr 1988 zu genehmigen. Ich möchte meine Ausführun- gen jedoch nicht abschliessen, ohne ganz speziell Herrn Bun- desrat Stich und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Eidgenössischen Finanzdepartement zu danken für ihre be- harrlichen Anstrengungen im Interesse stabiler Bundesfinan- zen und für die einmal mehr ausgezeichnete Berichterstattung in der uns vorliegenden Botschaft.
M. Frey Claude, rapporteur: Pour la troisième fois consécu- tive, le compte d'Etat de la Confédération présente des résul- tats positifs, à savoir un excédent de recettes de 1248 millions de francs au compte financier et un boni de 439 millions au compte général. Ces résultats reflètent dans une large mesure la situation économique favorable que nous connaissons de- puis plusieurs années. Ils ont permis à nouveau de rembour- ser des dettes sur les marchés monétaires et financiers pour 1,8 milliard de francs. C'est ainsi qu'au bilan la dette totale a di- minué de 27,7 milliards à 26 milliards, cependant que le découvert a été réduit de 17,2 milliards à 16,7 milliards. Le compte financier comporte des dépenses y compris les sup- pléments de 26,6 milliards de francs en augmentation de 11, 6 pour cent par rapport à 1987 et des recettes de 27,8 mil- liards, soit 12 pour cent de plus que l'année précédente. Les dépenses ont été supérieures de 633 millions par rapport au budget, ce qui est dû aux deux suppléments budgétaires qui ont atteint le montant record de 1,3 milliard compensé partiel- lement cependant par le solde des crédits non utilisés, soit 746 millions de francs. On peut s'inquiéter de la croissance de 11,6 pour cent des dépenses en période de haute conjoncture pour une augmentation de 5 pour cent de la croissance du produit intérieur brut.
Un autre indicateur nous préoccupe également, à savoir la quote-part des dépenses publiques qui mesure bien l'inci- dence des finances fédérales sur l'ensemble de l'économie et qui a passé de 9,4 pour cent à 9,9 pour cent en 1988. Cette évolution est anormale et préoccupante en période de pros- périté économique. Rappelons que nous étions tous d'accord pour fixer la barre à 10 pour cent, plafond à ne pas dépasser. Dès lors que se passera-t-il en période de difficultés économi- ques si nous sommes déjà à 9,9 pour cent en période de pros- périté?
Les groupes de tâches les plus importantes qui ont connu les croissances les plus fortes sont les relations avec l'étranger (plus 45,5 pour cent) en raison des 200 millions de droits de ti- rage spéciaux dont nous parlerons plus loin; les dépenses du service financier (plus 14,7 pour cent) du fait des rentrées éle- vées de l'impôt fédéral direct; l'enseignement et la recherche (plus 12,4 pour cent) qui constitue l'un des points forts de la législature et monte au quatrième rang des groupes de tâches par l'importance des dépenses; les communications et l'éner- gie, troisième rang au classement des coûts, avec 9,9 pour cent d'augmentation; enfin, comme de coutume, la prévoyance sociale et la défense nationale occupent respecti- vement le premier et le deuxième rang des groupes de tâches par l'importance de la dépense. Avec les communications et l'énergie, ils totalisent plus de la moitié des dépenses de la Confédération.
Quant aux recettes du compte financier, elles sont supérieures de 662 millions aux prévisions budgétaires et, comme nous l'avons dit, en augmentation de 12 pour cent par rapport à 1987. Ce bond s'explique par les particularités de notre système de taxation et de décompte de l'impôt fédéral direct et de l'impôt anticipé. Ceux-ci accusent des taux de crois- sance largement supérieurs à la moyenne, de 23,4 pour cent et 40,7 pour cent respectivement.
Cela étant, si l'on prend une période de deux ans consécutifs, plus pertinente que la comparaison d'une année à l'autre, le taux d'accroissement moyen annuel des recettes globales de la Confédération atteint encore 5,3 pour cent.
Il faut encore souligner que les comptes ont été marqués par des dépenses extraordinaires, soit 900 millions de francs. On a cité 395 millions de francs pour 200 millions de droits de ti- rage spéciaux destinés à financer la facilité d'ajustements structurels renforcés, 280 millions d'avances supplémentaires à la garantie contre les risques à l'exportation, 150 millions pour des indemnités versées aux régions touchées par les in- tempéries de 1987 et 75 millions pour l'achat de métaux précieux en vue de la frappe de monnaies commémoratives des 700 ans de la Confédération. Si l'on ne tenait pas compte de ces paiements, le taux d'accroissement des dépenses tom- berait à 6,9 pour cent par rapport à l'année précédente, ce qui reste cependant au-dessus du taux de croissance annuel moyen de 5 pour cent que le Conseil federal se propose de ne pas dépasser durant la législature. Il faut remarquer cepen- dant qu'en 1987 le taux de croissance des dépenses n'avait pas atteint 3 pour cent.
Le rendement de l'impôt sur le chiffre d'affaires a évolué de façon réjouissante en raison de la persistance d'une forte de- mande en matière d'investissements. Si l'on considère la structure des recettes de la Confédération, on constate que les prélèvements sur la consommation atteignent 52 pour cent de l'ensemble et les impôts sur le revenu et la fortune 41 pour cent, alors que l'écart était bien plus élevé par le passé: 60 pour cent et 25 pour cent en 1960. Cette évolution n'est pas non plus souhaitable. On a en effet toujours admis le principe suivant: à la Confédération, les impôts indirects, et aux can- tons les impôts directs. Dès lors, nous aimons à croire que le nouveau régime financier permettra d'inverser la tendance ac- tuelle.
Je ferai encore une remarque à propos du droit de timbre. Dans son message, le Conseil fédéral déclare notamment, à l'appui du compte d'Etat: «Il est impossible d'établir avec précision l'impact que la charge fiscale grevant la place finan- cière suisse a pu avoir sur le transfert de certaines opérations à l'étranger. Il faut néanmoins convenir que la place financière suisse jouit toujours d'une solide assise, que les acteurs ont
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les moyens d'influencer eux-mêmes certains facteurs impor- tants de concurrence et de créer ainsi de meilleures condi- tions générales.» Sur ce point, nous devons dire que la majo- rité de la commission ne partage pas l'avis du Conseil fédéral. Il faut relever en effet la baisse des recettes des droits de tim- bre, en particulier de négociations - 1501 millions en 1987, 1393 millions en 1988 - soit une baisse de 108 millions. C'est un signe de la diminution de l'activité de la place financière suisse qui est dû aussi, mais pas uniquement, à l'imposition de celle-ci. C'est une question essentielle qui devra être re- prise lors de l'étude du nouveau régime financier de la Confé- dération.
Le compte général qui correspond au compte de profits et per- tes de l'économie privée et donne le résultat «patrimonial», ou plus exactement le réel enrichissement ou appauvrissement de notre Etat central, présente un boni de 439 millions, soit 190 millions de moins que budgétisés. Ce résultat est de 809 millions inférieur à celui du compte financier, la différence s'ex- plique par les contributions d'employeur de 428 millions que la Confédération verse à la Caisse fédérale d'assurance, et les intérêts de 434 millions qu'elle verse à titre de rémunération des fonds de cette caisse. Par ailleurs, il faut également signa- ler, dans les charges du compte général, un amortissement in- terne de 425 millions de francs portant sur les avances con- senties dans le cadre de la garantie contre les risques à l'ex- portation. Cet amortissement est la conséquence d'une rééva- luation à 35 pour cent des avances qui se montaient à fin 1988 à 1,619 milliard de francs.
Lors de l'examen du compte d'Etat, la Commission des finan- ces a souligné, avec la Délégation des finances, que seule une faible part des dépenses, soit à peu près 20 pour cent, peut être influencée et que 80 pour cent sont des dépenses bud- gétaires obligatoires. Cela réduit bien sûr la marche de ma- noeuvre du Conseil fédéral en matière financière, et l'on ne peut guère songer à alléger les finances de la Confédération sans modifier les lois.
A cet égard, la commission a pris acte du rapport de la Déléga- tion des finances en relevant en particulier la constatation faite par celle-ci concernant le peu de discipline financière du Parle- ment qui vote souvent des dépenses allant bien au-delà des propositions du Conseil fédéral. Nous vous renvoyons à cet égard à la liste qui figure dans l'annexe 1 au rapport d'activités de la Délégation des finances pour 1988/1989.
La commission a par ailleurs pris acte avec satisfaction des di- rectives budgétaires du Conseil fédéral pour 1990. Celui-ci se propose de limiter le taux d'accroissement moyen annuel des dépenses pour 1989 à 1993 à moins de 4 pour cent, afin de respecter le plan financier. Son appréciation se fonde sur une croissance nominale du PIB de 5 pour cent et sur une crois- sance réelle de 2,2 pour cent pour 1990, ainsi que sur un ren- chérissement de 2,8 pour cent pour la même année. Nous sa- vons déjà - et les indicateurs économiques le confirment- que ce renchérissement risque d'être notablement plus élevé.
Par ailleurs, la constante dynamique des recettes que re- présentait la progression à froid ne pourra plus exercer ses ef- fets, puisqu'elle devra être compensée fiscalement. D'autres allégements fiscaux sont à prévoir, notamment pour stimuler la place financière suisse. Comme on le voit, les résultats glo- baux des comptes pour 1988 ne doivent pas nous conduire à un excès d'optimisme, la rigueur budgétaire est plus que ja- mais de mise.
Enfin, la commission a pris acte du rapport de révision des comptes de la Confédération pour 1988 du contrôle des finan- ces. Ce rapport souligne que les comptes ont été établis cor- rectement du point de vue comptable et légal.
La commission saisit l'occasion de ce débat pour remercier le chef du Département des finances de l'excellent travail de ges- tion qui a été effectué ainsi que tous les collaborateurs de l'ad- ministration. A l'unanimité, votre commission vous propose d'accepter les comptes de la Confédération pour 1988, qui ont d'ailleurs déjà été approuvés par le Conseil des Etats.
M. Carobbio: Les données des comptes 1988 sont connues; les rapporteurs de la commission les ont rappelées ici. Les chiffres indiqués, repris du message du Conseil fédéral, sym-
bolisent le bon état de santé des comptes 1988 de la Confé- dération. Cela est dû avant tout à la bonne marche de l'écono- mie nationale qui, en 1988 aussi, a enregistré de bons résul- tats, même dans une direction qui peut soulever quelques préoccupations pour ce qui concerne les dangers d'inflation. Ce qui ne veut pas dire du tout qu'il n'y a pas aussi, dans le ca- dre de ce développement économique, un revers de la médaille. Il suffit de rappeler simplement les conditions des nouveaux pauvres - 15 pour cent de la population suisse se- lon les données les plus récentes - les difficultés dans le sec- teur du logement ou encore les conséquences négatives de la spéculation foncière, pour m'en tenir à quelques exemples.
Mais le bon état de santé des comptes 1988 de la Confédéra- tion est également le résultat de toute une série de mesures de limitation des dépenses qui, avec des aspects positifs, présen- tent aussi quelques ombres. Je pense à certains effets néga- tifs, que l'on ressent aujourd'hui seulement, en ce qui con- cerne la politique du personnel, en particulier dans des sec- teurs comme celui des douanes, de la lutte contre la drogue, le blanchiment d'argent sale, ou encore à la politique salariale envers les employés de la Confédération. En effet, cette politi- que risque aujourd'hui, dans le cadre de la pénurie de main- d'oeuvre que nous connaissons, d'augmenter les difficultés de certains services importants de l'Etat.
Enfin, le bon état de santé des comptes 1988 est dû aussi à la résistance opposée, malheureusement pas toujours avec succès, par le Département fédéral des finances, et en particu- lier par son chef, aux diverses tentatives de ce Parlement de mettre en discussion, sans compensation, certaines recettes fiscales ou encore d'augmenter certaines dépenses.
Quoi qu'il en soit, comme l'ont précisé les deux rapporteurs, c'est la troisième fois consécutive que le compte d'Etat est clôturé avec un excédent de recettes. Nous ne pouvons que nous en réjouir, même s'il nous semble opportun d'attirer l'at- tention sur le fait que cela ne signifie pas du tout que la pru- dence ne s'impose pas pour l'avenir, et cela surtout en consi- dération des tâches auxquelles la Confédération devra faire face prochainement. Je pense à la politique sociale - 10e révi- sion de l'AVS, assurance-maladie - à la politique des trans- ports - transversale alpine - à la politique de l'environnement, de la formation et de la recherche.
Cela dit, il faut souligner que le résultat positif des comptes 1988 a permis une nouvelle diminution de la dette et, par con- séquent, une diminution de la charge nette des intérêts. Avec une dette totale de moins de 10 pour cent, plus précisément de 9,7 pour cent pour le PIB, on peut affirmer que la Suisse fi- gure parmi les pays industrialisés les moins endettés. Ce fait, comme le résultat des comptes 1988, qui assure une marge de manoeuvre plus grande pour l'Etat fédéral, devrait lui per- mettre, dans le cadre d'une politique financière rigoureuse, mais avec des priorités sélectionnées, d'intensifier son action, surtout en faveur des couches sociales les moins favorisées du pays.
Si l'on examine de plus près les diverses données du compte d'Etat 1988, on doit constater une croissance des dépenses résultant de presque toutes les tâches importantes, supérieu- res à celles du produit intérieur brut. Toutefois, il faut le souli- gner, cette augmentation moyenne des dépenses est con- forme au plan financier 1987-1991, ce qui ne peut que nous tranquilliser.
Des augmentations plus fortes ont été enregistrées, notam- ment dans les secteurs suivants: coopération technique, aide humanitaire, transports publics, enseignement et recherche. Nous considérons positivement ces augmentations, puisqu'il s'agit de domaines où une plus forte intervention de l'Etat est justifiée et nécessaire. De toute façon, les chiffres que je viens de rappeler indiquent que, dans la politique financière, on a cherché - et cela est positif - à établir des priorités et à orienter dans une certaine mesure les dépenses de la Confédération. En ce qui concerne les recettes, il faut enregistrer une aug- mentation parallèle à celle des dépenses, soit 12 pour cent. Mais, comme l'ont précisé les rapporteurs, il y a lieu de rappe- ler que cette forte augmentation n'est pas totalement due au renforcement de l'assiette fiscale de la Confédération, mais s'explique par le mode de taxation, d'encaissement et de
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décompte de l'impôt fédéral direct et de l'impôt anticipé, notoi- rement plus élevé dans les années paires. Cela nous engage à souligner que l'actuelle substance fiscale est indispensable à l'Etat pour financer ses tâches. Il n'existe donc plus de marge de manoeuvre en vue de futurs cadeaux fiscaux. Nous croyons nécessaire de rappeler cet état de fait au moment où nous nous apprêtons à parler de la réforme des finances. Le principe de la neutralité de la réforme - ainsi que l'a relevé le président de la commission - s'impose si nous basons nos évaluations sur les données du compte d'Etat 1988.
Toujours en ce qui concerne les recettes, il faut constater une légère baisse du rendement des droits de timbre. Le rappor- teur de langue française notamment y a vu la confirmation de la perte d'attractivité de notre place financière, due aussi à une trop forte imposition fiscale. Nous ne pouvons pas nous décla- rer entièrement d'accord avec une telle analyse que nous trou- vons partielle et trop hâtive.
Tout d'abord, il ne faut pas oublier les conséquences du krach boursier de l'automne 1987. De plus, il faut rappeler que le ren- dement des droits de timbre avait triplé depuis 1980. Il est donc assez normal qu'aujourd'hui ce rendement se stabilise. A propos de l'attractivité de la place financière, il ne serait pas dénué d'intérêt, Monsieur Frey, de se poser aussi d'autres questions. Par exemple, dans quelle mesure la dimension de notre place financière est-elle en rapport avec l'importance de notre économie? Quels sont les effets d'une cartellisation pro- gressive du système bancaire? Dans quelle mesure les affai- res de blanchiment d'argent sale sont-elles une des causes des difficultés rencontrées par la place financière? Tous ces aspects doivent donc être considérés.
Tout cela pour dire qu'il serait trop simple d'utiliser la légère baisse de rendement du droit de timbre pour réclamer des mesures de défiscalisation massive en faveur de la place finan- cière, même si quelques aspects de cette imposition doivent être examinés. On ne peut prétendre que, sans la modification de cette fiscalité, l'attractivité de la place financière suisse dimi- nuerait.
En conclusion, je voudrais ajouter deux remarques. Première- ment, concernant l'incidence des finances fédérales sur l'en- semble de l'économie, on peut constater que la quote-part des dépenses a passé de 9,4 pour cent du PIB en 1987 à 9, 9 pour cent en 1988, soit une augmentation qui ne nous préoc- cupe pas. Nous sommes en effet de l'avis qu'une quote-part des dépenses de l'Etat dans l'économie, se situant autour de 10 pour cent du PIB, correspond à une politique financière de l'Etat saine et souhaitable à long terme.
Deuxièmement, concernant la nouvelle augmentation du défi- cit de la garantie des risques à l'exportation, il est évident que le moment est venu d'apporter un terme à cette situation qui est une vraie forme de financement des activités privées de l'Etat.
Nous savons que le Conseil fédéral examine des propositions comprenant diverses variantes, y compris celle de l'amortisse- ment par la Caisse fédérale des avances de la Confédération. Nous attendons ces propositions pour en discuter. Je vou- drais cependant rappeler le fait suivant: si l'on se décide à choisir la variante de l'amortissement par la Caisse fédérale des avances que la Confédération a faites aux entreprises pri- vées, nous souhaitons vivement que cet instrument soit utilisé avec, pour objectif, de fournir une aide aux pays en développe- ment et aux pays les plus pauvres, afin de les libérer de leur dette.
Cela dit, le groupe socialiste vous invite à approuver le compte d'Etat 1988.
M. Cotti: L'excédent de recettes du compte financier de la Confédération, de 1,248 milliard, le boni du compte général de 439 millions sont accueillis dans le pays et au Parlement avec satisfaction. Ces chiffres nous placent dans le groupe restreint des pays dont les comptes d'Etat ne sont pas néces- sairement dans les chiffres rouges. C'est d'autant plus réjouis- sant si l'on considère que nos citoyens jouissent de conditions sociales qui n'ont rien à envier aux autres pays. Chez nous, l'équilibre des comptes est atteint sans que les services de l'Etat ne diminuent. La prévoyance sociale est bonne, les
dépenses qui s'y réfèrent ont augmenté, au cours de l'année 1988, de 308 millions, soit de 5,8 pour cent. Une adaptation générale des rentes est entrée en vigueur le 1er janvier 1988. Le nombre des bénéficiaires des rentes AVS et Al a crû à lui seul de près de 20 000 unités au cours des dernières années. Autre secteur où les coûts ont à nouveau augmenté plus forte- ment que la moyenne des années précédentes, celui de la re- cherche et de l'enseignement. Le progrès du groupe est de 12,4 pour cent, mais de 20,4 pour cent dans le domaine de la recherche appliquée, un investissement important qui ne manquera pas de porter ses fruits dans le futur.
Les côtés positifs ne doivent pourtant pas nous empêcher de souligner certains aspects moins favorables. Je pense au découvert de notre bilan: 16,7 milliards de francs. En 1946, il n'était que de 8,6 milliards, il avait été multiplié par quatre au cours de la Deuxième guerre mondiale à cause des dépenses militaires et de défense. A la suite d'une bonne conjoncture, qui a duré 25 ans, en 1974 nous avions réduit le découvert à 1,6 milliard de francs, mais après 12 ans de difficultés, on a ra- mene ce bilan à 18,4 milliards en 1986. Aujourd'hui nous en sommes à 16,7 milliards, nous avons donc recommencé, ces dernières années, à payer nos dettes. Peut-être aurait-on pu en payer davantage, mais il faut reconnaître objectivement que le découvert n'est pas énorme. Calculée per capita, la somme est presque dérisoire et si nous la comparons aux chif- fres des autres Etats riches, nous n'avons absolument pas à nous inquiéter. Il ne faut toutefois pas perdre de vue le pro- blème. D'ailleurs, l'article 42bis de la constitution nous l'im- pose: «La Confédération doit amortir le découvert de son bi- lan. Elle procède à des amortissements en tenant compte de la situation économique». En outre, lorsque quelques nuages pointeront à l'horizon - rien de dramatique, du moins on l'es- père, mais en économie tout est possible - il faudra être atten- tif. Dans un avenir assez proche, nous devons nous attendre à une augmentation des dépenses (AVS, AI, RAIL 2000, nou- velle ligne à travers les Alpes) - des réalisations extraordinai- res - auxquelles on ajoute les dépenses liées aux tâches actu- elles de l'Etat qui sont en progression de 11,6 pour cent cette année, soit de 2,772 milliards, alors que le taux d'inflation a augmenté de 1,9 et la croissance économique de 5,6. Il faudra donc être vigilant.
Un écart quelque peu inquiétant entre dépenses et croissance économique est en train de se creuser. La quote-part de l'Etat a augmenté jusqu'à 9,9, la part de la Confédération à la créa- tion de la valeur ajoutée a augmenté démesurément, ce qui suscite aussi des inquiétudes si l'on considère que la quote- part augmenterait plus et beaucoup plus rapidement en cas de récession économique. Or, le bon résultat du compte finan- cier et du compte général s'explique, une fois encore, par une conjoncture favorable, une situation de plein emploi et un taux de renchérissement relativement bas. Mais rien ne nous as- sure que ces conditions sont permanentes, au contraire. Le Conseil fédéral ne cache d'ailleurs pas ses craintes pour le fu- tur, d'autant plus que la charge fiscale a continué à s'accoître, passant de 9,1 du PIB en 1987 à 9,7 en 1988. Il s'agit donc, non pas de stabiliser mais de réduire la quote-part de l'Etat. Pour ce faire, une ferme discipline est indispensable. Le PDC a donc pris connaissance avec satisfaction des directives du Conseil fédéral pour les années nonante, proposant de limiter le taux annuel des dépenses pour la période 1989-1993 à 4 pour cent.
Du côté des recettes, il faut remarquer tout d'abord une nette tendance à l'augmentation de la part de l'impôt direct et à une diminution de la part des impôts indirects. Le PDC souhaite qu'on parvienne à renverser cette tendance: les impôts directs doivent rester aux cantons, les impôts indirects devraient en principe aller à la Confédération.
Deuxième remarque, les recettes du droit de timbre ont di- minué de 7,5 pour cent. C'est la première fois qu'on enregistre une diminution, après une augmentation massive les années précédentes. Cette diminution semble confirmer que les crain- tes du Parlement en ce qui concerne les conséquences du maintien de cet impôt, du moins sous sa forme actuelle, sont fondées quoi qu'en pense M. Carobbio. On aurait affirmé à ce sujet qu'une bonne politique fiscale peut être un désastre éco-
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nomique. Actuellement on s'aperçoit que cette politique, qui n'est pas un désastre économique, mais qui décourage cer- taines opérations en Suisse, n'est pas aussi réussie que prévu sur le plan de la fiscalité.
Cela dit, le PDC se prononce en faveur d'une rigueur budgé- taire accrue et vous propose, en tenant compte des remar- ques que je viens de faire, d'accepter les comptes de la Confédération 1988.
Stucky: Auch die freisinnig-demokratische Fraktion hat vom positiven Abschluss der Finanz- und insbesondere der Ge- samtrechnung Kenntnis genommen. Dank dem Ueberschuss kann die Schuldenlast abgebaut werden. Wie wichtig dieses Resultat ist, nämlich die Reduzierung unserer Schulden, se- hen wir gerade heute, wo der Bund nicht auf den Kapital- markt gehen muss, auf einen Kapitalmarkt, der ohnehin durch den Zinsenanstieg etwas deroutiert worden ist.
Wir stehen auch positiv zur Genauigkeit, mit der budgetiert worden ist, und möchten das besonders hervorheben. Wenn Sie vergleichen, sehen Sie, dass die Abweichungen ausseror- dentlich klein sind. Dazu können wir nur gratulieren. Hinge- gen macht uns die grosse Abweichung bei den Nachtragskre- diten etwas mehr Kummer. Allein der Nachtragskredit I über- steigt das übliche Mass bei weitem, zusammen machen die Nachtragskredite 5,3 Prozent des Budgets aus.
Wir wissen, dass diese Nachtragskredite durch Sonderbedin- gungen verursacht worden sind, nämlich durch die Goldein- käufe, die Unwetter in Uri usw. Und wir haben mit Genugtu- ung festgestellt, dass das Finanzdepartement bereits Schritte eingeleitet hat, um den Trend zu bremsen, etwas, was man nicht im Budget durchsetzen kann, einfach über Nachtrags- kredite einzugeben. Wir sind bereit, diese Massnahmen mit zu unterstützen.
Bedenklich hat uns natürlich ebenfalls, wie bereits die Spre- cher der anderen Fraktionen und der Präsident der Finanz- kommission ausgeführt haben, die Ausgabensteigerung von über 11 Prozent gestimmt, insbesondere auch die damit ver- bundene Steigerung der Staatsquote um ein halbes Prozent mehr als im Vorjahr auf 9,9 Prozent und damit hart an die Grenze der obersten Limite. All das hat sich in einem Jahr abgespielt, das wirtschaftlich zu den sehr guten Jahren ge- hört. In solchen Zeiten sollte der Staat mit seinen Ausgaben Zurückhaltung üben, die Staatsquote senken und nicht erhö- hen, damit er in schlechten Zeiten entsprechend dagegen agieren kann, aufstocken kann, wenn Not am Mann ist. Allerdings muss sich in dieser Beziehung das Parlament selbst an der Nase nehmen, denn wiederholt haben wir An- träge des Bundesrates finanziell aufgestockt. Wir werden in unseren Fraktionen und in unserem Rat dafür sorgen müs- sen, dass wir hier selbst Zurückhaltung üben und mehr Be- schlüsse fassen wie beim letzten Budget, bei dem wir eine Kürzung der Ausgaben vorgenommen haben. Wir tun besser daran, im Rahmen unseres freien Ermessens jetzt Mass zu halten als später unter dem Diktat fehlender Mittel. Sparpro- gramme haben wir wiederholt erlebt. Sie haben uns nie be- friedigt, weil sie nur linear vorgenommen werden können. Wir müssen uns aber klar sein, dass, wenn wir jetzt nicht aufpassen, in schlechteren Zeiten die Gefahr sehr gross ist, dass wieder solche linearen Sparprogramme kommen müs- sen.
Auch wir beurteilen die Zukunft - da sehe ich mich mit Vorred- nern einig - nicht ganz so rosig, wie es eigentlich unsere Rechnung jetzt für die Vergangenheit ausdrückt. Die Grund- elemente in der Weltwirtschaft haben sich ja nicht verändert. Wir haben nach wie vor ein Defizit und ein Ungleichgewicht in den Leistungsbilanzen. Das Defizit der USA ist nach wie vor enorm und steigend. Die Konjunktur ist weltweit zwar sehr gut, aber man hat den Eindruck, dass sie am Auslaufen sei. Gleichzeitig zieht die Inflation an, und die Notenbanken müssen auf die Bremse stehen. Wir laufen also längerfristig in das Risiko einer Stagflation. Deshalb unser Appell, jetzt die Staatsquote zu senken und die Ausgaben im Griff zu behalten. Wir wollen andererseits auch nichts dramatisieren. Trotzdem erinnert hier manches an die Situation, wie wir sie anfangs der siebziger Jahre hatten, wo plötzlich durch die
Erdölkrise die Weltwirtschaft in kurzer Zeit von einer guten Konjunktur in eine Rezession schlitterte.
Zum Schluss möchte ich noch auf einen kleinen Punkt einge- hen, der im Bericht des Bundesrates erwähnt ist, nämlich auf die 10. AHV-Revision. Der Bundesrat schreibt dort: «Die 10. AHV-Revision kann nicht kostenneutral durchgeführt wer- den, wenn die Gleichstellung von Mann und Frau und der flexi- ble Altersrücktritt verwirklicht werden sollen.» Hier wird eine Zielvorstellung abgegeben, wo man es nicht erwartet. Wir sind der Meinung, dass die Gleichstellung von Mann und Frau nach wie vor kostenneutral erfolgen soll, aber wir sind uns be- wusst, dass der flexible Altersrücktritt nicht kostenneutral erfol- gen kann. Daher möchten wir hier eine Präzisierung abgeben.
Fischer-Hägglingen: Die SVP-Fraktion nimmt ebenfalls mit Genugtuung Kenntnis vom guten Abschluss der Staatsrech- nung. Es wird einmal mehr ein Ueberschuss ausgewiesen, der sogar etwas höher als budgetiert liegt. Sowohl auf der Einnah- men- wie auch auf der Ausgabenseite stehen Mehrerträge von ungefähr 600 Millionen Franken zu Buche.
Dank des hohen Einnahmenwachstums konnte auch das über dem Budget und über dem Finanzplan liegende Wachs- tum der Ausgaben ausgeglichen werden. Der gute Abschluss ist ein Zeichen für die gute Verfassung unserer Wirtschaft. Der starke Anstieg der Einnahmen bei der direkten Bundessteuer ist zurückzuführen auf die gute Verdienstlage sowohl bei den natürlichen wie bei den juristischen Personen.
Da die Einnahmen aus den Einkommen und den Erträgen wei- ter steigen werden, können wir auch die beschlossenen Steuererleichterungen gut verkraften. Ich glaube, es ist ein be- rechtigtes Anliegen, dass auch die Steuerzahler von der guten Verfassung unserer Rechnung profitieren. Gute steuerliche Rahmenbedingungen sind letztlich längerfristig der beste Ga- rant für kontinuierliche Steuereinnahmen. Dies gilt für die na- türlichen wie für die juristischen Personen. Es ist auch ein Grund, warum unsere Fraktion für ein Vorziehen der Revision der Stempelabgabe ist, damit die bereits eingetretenen volks- wirtschaftlichen Schäden nicht noch grösser werden und die Einnahmen in ein paar Jahren nicht drastisch zurückgehen. Auf der anderen Seite sind wir der Auffassung, dass in guten Zeiten die Schulden abbezahlt werden sollen. Ich glaube, wir müssen auch in Zukunft in diesem Sinne beschliessen.
Wenn wir also den Abschluss als erfreulich taxieren und unse- rem Finanzdirektor dafür danken möchten, so beunruhigt uns doch das starke Wachstum bei den Ausgaben, vor allem des- halb, weil sie weit stärker wachsen als das Bruttoinlandpro- dukt. Dadurch löst der Bundeshaushalt nicht nur inflatorische Effekte aus, sondern damit ist auch ein Anstieg der Staats- quote verbunden. Das Bruttoinlandprodukt mit 6 Prozent ist ungefähr halb so gross wie das Ausgabenwachstum. Dadurch wächst die Staatsquote von 9,4 auf 9,9 Prozent. Wir erwarten, dass der Bundesrat - wie er dies angekündigt hat - alles unter- nimmt, damit diese Staatsquote nicht weiter anwächst, son- dern wieder zurückgeschraubt werden kann.
Neben den entsprechenden Budgetvorgaben an die Verwal- tung wird es vor allem an uns liegen, unsere Begehrlichkeit zu drosseln. Insbesondere ist darauf zu achten, dass die im Vor- anschlag 1989 vorgenommenen Ausgabenreduktionen von rund 300 Millionen Franken nicht durch Nachtragskredite wie- der rückgängig gemacht werden. Wir hatten ja im vergange- nen Jahr recht grosse Nachtragskredite, und wir sollten das nicht wiederholen.
In verschiedenen Bereichen zeigt sich ein Mehrbedarf an Mit- teln. Ich denke z. B. an den öffentlichen Verkehr, an das Flüchtlingswesen, an die internationalen Beziehungen. In die- ser Situation müssen wir uns vermehrt Gedanken darüber ma- chen, wo auf anderen Gebieten abgebaut werden könnte. Sol- che Möglichkeiten gibt es. Sie sind zwar schwierig in die Tat umzusetzen, weil sie meistens Gesetzesänderungen notwen- dig machen. Wir sollten aber den Mut haben, davon vermehrt Gebrauch zu machen und uns liebgewordene Beiträge zu streichen, die nicht mehr die gleiche Bedeutung haben wie frü- her.
Es liegt im Lauf der Dinge, dass die öffentliche Hand immer wieder mit neuen Aufgaben konfrontiert wird und sie auch er-
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füllen muss. Aber es ist auch unbestritten, dass öffentliche Ausgaben auslaufen oder an Wichtigkeit verlieren. Dass auch im Ausgabenbereich alte Zöpfe abgeschnitten werden müs- sen, sollte im Hinblick auf die grossen zukünftigen Ausgaben eigentlich unbestritten sein. Dass mit Opposition der Beitrags- berechtigten zu rechnen ist, sollte kein Hinderungsgrund sein, das Subventionswesen immer und immer wieder durchzu- kämmen.
In verschiedenen Bereichen konnten die Kredite nicht aus- geschöpft werden. Dies beunruhigt uns zwar nicht. Aber es zeigt sich dabei folgendes: Die Programme, die wir im Rat be- schliessen, sind vielfach zu ambitiös. Sie können nicht in der vorgesehenen Zeit durchgeführt werden. Die Planungspha- sen nehmen immer mehr Zeit in Anspruch. Die öffentliche Hand wird so ihr eigenes Opfer der viel zu komplizierten Bau- bewilligungsverfahren und der Verwaltungsgerichtsbarkeit. Es fehlt aber auch das nötige Fachpersonal, und die Kapazität der Dienstleistungsbetriebe, die in Anspruch genommen wer- den müssen, ist limitiert.
Was uns dabei besonders beunruhigt, ist, dass bei Bauprojek- ten immer mehr Mittel in die Planung gesteckt werden müs- sen. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln können in im- mer längerer Zeit immer weniger Projekte realisiert werden. Ich glaube, dieser Situation müssen wir uns vermehrt stellen und uns Gedanken darüber machen, wie wir diese Abläufe be- schleunigen können.
Das waren einige Bemerkungen zur Staatsrechnung. Unsere Fraktion beantragt Genehmigung. Sie möchte vor allem allen Departementen dafür danken, dass sie sich im grossen und ganzen an die Budgetvorgaben gehalten haben.
Hafner Rudolf: Das Rechnungsergebnis scheint auf den er- sten Blick ausgezeichnet. Aber es ist doch so, dass mit den Fi- nanzen praktisch die Politik in sämtlichen Lebensbereichen gesteuert wird, und wenn vorhin - vor allem von bürgerlicher Seite - der Sparwille betont worden ist, so müssen wir uns doch fragen, auf Kosten von wem oder von was gespart wurde. Das gehört dazu, wenn wir objektiv Rückblick auf das vergangene Jahr halten wollen.
Hierzu einige Beispiele. Die Subventionen an die Krankenkas- sen sind seit Jahren plafoniert, und die Prämien nehmen ein Ausmass an, das viele Schweizerinnen und Schweizer kaum mehr bezahlen können.
Im Bereich AHV/IV ist es so, dass viele Menschen mit den aus- gerichteten Beiträgen kaum mehr menschenwürdig existieren können. Viele fallen - insbesondere bei der IV - zwischen Stuhl und Bank.
Im Umweltbereich ist es immer noch so, dass wir schlechtes Wasser, schlechte Luft und überhaupt schlechte Lebensbe- dingungen haben. Im Bereich Landwirtschaft ist es so, dass jährlich immer noch Tausende von kleinen Landwirten ihre Existenz verlieren. Insbesondere ist es auch so, dass die biolo- gische Landwirtschaft allein nur aus Eigeninitiative bestehen kann und dass da noch kaum die Rahmenbedingungen von Seiten des Bundes verbessert werden.
Schaut man die Entwicklungshilfe an, so ist das auch nicht ge- rade ein ruhmvolles Blatt für das reiche Land Schweiz, ist es doch so, dass wir im internationalen Vergleich weit unter- durchschnittlich solidarisch zu den armen Ländern sind.
Aus Seite 7 der Botschaft zitiere ich auszugsweise: «Steuerer- leichterungen und PTT-Tarifreduktionen tragen zur Erhaltung unserer Wettbewerbsfähigkeit bei, eine im Hinblick auf den EG-Binnenmarkt wünschbare Perspektive.» Diese Aussage in der Botschaft ist wohl ungewollt etwas sehr einfach und kurz geraten. Es ist doch sicher den meisten klar, dass tiefe Steuern und günstige PTT-Tarife nicht allein ausschlaggebend für die Standortwahl sein können. Mindestens langfristig ist es doch ebenso wichtig, dass die Arbeitnehmer von Betrieben anstän- dige Bedingungen erhalten und dass den Umweltproblemati- ken, aber auch den sozialen Bedingungen die entsprechende Gewichtung verschafft wird.
Zuletzt noch zur Frage, die sich für unsere Fraktion bereits vor einem Jahr gestellt hat: wieweit im Rechnungswesen des Bun- des Transparenz herrscht. Ein Miliz-Parlamentarier ist unbe- dingt auf die Hilfe von Fachorganen angewiesen, wenn er sich
ein Bild davon machen will, ob alles in Ordnung ist. In der Fi- nanzkommission wurde die Frage der Einsichtnahme in Revi- sionsberichte der Finanzkontrolle abgeklärt. Zuerst bestand insofern ein Widerstand, als man sagte, aus rein formal-juristi- schen Gründen sei eine Einsichtnahme nicht möglich. Ich kann aber an dieser Stelle dem Präsidenten der Finanzkom- mission und dem Präsidenten der Finanzdelegation danken, dass sie dann aus politischen Ueberlegungen bereit waren, die gewünschte Einsichtnahme in diese Revisionsberichte zu gewähren. Insofern ist da wieder eine Vertrauensbasis, die es möglich macht, dass auch ich als Vertreter der grünen Frak- tion bereit bin, der Staatsrechnung zuzustimmen.
Jaeger: Der diesjährige Abschluss unserer Staatsrechnung erlaubt es uns offensichtlich, ohne grosse Dramatik eine fi- nanzpolitische Zwischenbilanz vorzunehmen, und zwar des- halb, weil wir zum dritten Mal einen doch sehr positiven Ab- schluss zu verzeichnen haben. Aehnlich wie schon bei den Betrieben des Bundes ist es auch hier offensichtlich dank der ausgezeichneten Wirtschaftslage gelungen, einmal.mehr den Abschluss positiv zu gestalten. Mit 1,2 Milliarden Franken Ueberschuss ist das Ergebnis sogar sehr gut ausgefallen. Un- ter solchen Auspizien ist es sehr schwierig, eine pessimisti- sche Note in die Diskussion zu bringen.
Ich nehme an, dass unser Finanzminister auch dieses Jahr und nach diesem guten Abschluss es nicht unterlassen wird, wieder auf die Probleme hinzuweisen, mit denen wir in den kommenden Jahren konfrontiert werden könnten. Er wird uns daran erinnern, dass wir die sieben fetten Jahre bald einmal hinter uns haben könnten. Er wird uns auf folgendes aufmerk- sam machen: Wenn wir verhindern wollen, dass die sieben fet- ten Jahre von sieben mageren Jahren abgelöst werden, müs- sen wir zumindest dafür sorgen, dass die bisherige Ausgaben- disziplin eingehalten werden kann. Er wird uns sicher auch - unsere Fraktion kann ihm da zustimmen - vor extremen Be- schlüssen warnen, wenn es darum geht, Steuererleichterun- gen zu erlassen und eine dringlich notwendige Reform unse- rer Finanzordnung ohne Kompensation zu realisieren. Wir werden die Ausfälle, die dabei entstehen, auch kompensieren müssen.
Wir werden uns in den nächsten Jahren noch zur Genüge mit der Frage der Neuordnung unserer Finanzordnung zu befas- sen haben. Die Kommissionen sind bereits bestellt worden, und es wird auch anlässlich der Budgetberatung in der Winter- session die Gelegenheit geben, zu diesen Fragen Stellung zu nehmen. Ich möchte solchen Diskussionen nicht vorgreifen. Ich möchte dennoch einige Problempunkte herausgreifen, wie beispielsweise die Frage des Ausgabenwachstums. Wenn Sie nämlich den positiven Abschluss etwas genauer analysie- ren, dann stellen Sie fest, dass wir im Rechnungsjahr auf der Ausgabenseite immerhin ein Wachstum von insgesamt über 11 Prozent zu verzeichnen hatten. Das ist gemessen an unse- . rem Zielwert von durchschnittlich 4 Prozent bis zum Jahre 1993 doch recht viel. Es stellt sich die Frage, wie es uns gelin- gen wird, diesen Zielwert in den nächsten Jahren zu realisie- ren, ohne allzu viele strukturpolitische Opfer bringen zu müs- sen. Eine solche Wachstumsrate muss uns zumindest zu den- ken geben. Wir haben uns auf eine Staatsquote von unter 10 Prozent geeinigt; wir müssen uns bewusst sein, dass die Staatsquote natürlich relativ rasch wieder auf über 10 Prozent anwachsen wird, wenn wir jetzt über mehrere Jahre eine Wachstumsrate realisieren, die über dem Wachstum des Brut- tosozialproduktes liegt. Das stünde aber im Widerspruch zu dem, was wir in den letzten Jahren auch im Hinblick auf die weitere Zukunft gewollt haben.
Wir müssen andererseits bei der Einnahmenseite in Betracht ziehen, dass wir dank der relativ guten wirtschaftlichen Ent- wicklung - man dürfte wohl sagen: der ausgezeichneten wirt- schaftlichen Entwicklung - sehr gute Einnahmeergebnisse zu verzeichnen hatten. Wir hatten beispielsweise bei den Einnah- men aus den indirekten Steuern, die sehr eng mit der wirt- schaftlichen Entwicklung verbunden sind - es gibt dort eine re- lativ geringe Verzögerung der Einnahmeentwicklung gegen- über der Entwicklung des Bruttosozialproduktes -, von der günstigen Wirtschaftslage stark profitiert. Auch bei den Stem-
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pelabgaben konnten wir von dieser günstigen Situation profi- tieren. Wenn unser Finanzminister jeweils etwas pessimistisch ist, so begreife ich das. Das ist nämlich immer eine arbiträre Frage: Wie entwickelt sich das weiter? Aber wenn man jetzt die Situation an unseren Börsen betrachtet, so kann man doch sa- gen, dass offensichtlich nicht alles so pessimistisch beurteilt werden muss, wie das beispielsweise noch nach dem Crash der Fall gewesen ist.
Es ist vielleicht auch interessant, einen knappen Blick auf die konjunkturpolitische Wirkung des Ueberschusses zu werfen. Ich weiss nicht, ob bei unserer Finanz- und Budgetpolitik im Hintergrund auch konjunkturpolitische Ueberlegungen ge- waltet haben. Immerhin dürfen wir feststellen, dass Rech- nungsergebnisse, wie wir sie in den letzten Jahren erlebt ha- ben, ökonomisch betrachtet optimal in der gesamtwirtschaft- lichen Landschaft liegen. Denn es ist klar, dass in einer Phase, in der die wirtschaftliche Situation Ueberhitzungserscheinun- gen zeigt, die Finanzmärkte stark beansprucht sind, auch mit Bezug vor allem auf die langfristigen Mittel, dass eine Entla- stung dieser Finanzmärkte durch die öffentlichen Haushalte sehr willkommen ist und dass sich in einer solchen Situation auch die Zurückhaltung mit Bezug auf mögliches Defizit- Spending sehr wohltuend auswirkt. Man kann die Frage auch umkehren und fragen: Was wäre mit den Zinsen geschehen, was wäre mit unserer Konjunktur geschehen, wenn wir in die- ser letzten Periode auch noch Defizite statt den Ueberschüs- sen gehabt hätten?
Wir können also mit Genugtuung feststellen, dass es uns als einem der wenigen Länder gelungen ist, in einer relativ ange- spannten konjunkturellen Situation mindestens von dieser Seite her einen konjunkturpolitisch opportunen Dämpfungs- beitrag zu leisten. Genauso müssen wir im Falle einer rezessi- ven Entwicklung, die ja auch wieder einmal auf uns zukom- men könnte, die ganze Philosophie umkehren. Es könnte der- einst durchaus wieder nötig sein, sofern es noch einen gewis- sen Handlungsspielraum gibt, konjunkturpolitisch eher im för- dernden Sinne einzugreifen. Den Handlungsspielraum hierzu haben wir uns in den letzten Jahren trotz der hohen Wachs- tumsrate 1988 geschaffen.
Ich darf noch etwas zur Struktur unseres Haushaltes sagen. Herr Hafner und andere Votanten haben bereits darauf hinge- wiesen, dass uns in den nächsten Jahren neben der absoluten Höhe unserer Ausgaben auch die Struktur immer mehr be- schäftigen wird. Denn es ist ohne Zweifel mit Bestimmtheit zu erwarten, dass die Anforderungen des Umweltschutzes an das öffentliche Gemeinwesen - auch an den Bundeshaushalt - eher wachsen werden.
Wir werden nicht darum herumkommen, vermehrte öffentliche Ressourcen zur Lösung dieser sehr wichtigen und zum Teil sehr existentiellen Probleme bereitzustellen. Auch bei der so- zialen Sicherheit - Stichwort Neue Armut; wir stehen vor der 10. AHV-Revision - werden ganz sicher neue Herausforderun- gen an die Finanzpolitik herantreten. Des weiteren: Verkehr; Stichwort Neat, Stichwort «Bahn 2000». Wir werden da wahr- scheinlich nicht darum herumkommen, zu überlegen, welche alternativen Finanzierungsmöglichkeiten wir unter Umstän- den noch zu erschliessen haben, um den Bundeshaushalt nicht allzu stark belasten zu müssen.
Stichwort Entwicklungszusammenarbeit: Auch hier - es wurde gesagt - stehen wir eher am unteren Ende der Rangliste der reichen Industrienationen. Auch von da her werden zu- sätzliche Anforderungen an die künftige Haushalts- und Bud- getpolitik gestellt werden.
In dieser Situation - auf der einen Seite die neuen Herausforde- rungen und aufder anderen Seite die Beschränkung, die Staats- quote möglichsttief, d. h. unter 10 Prozent, zu halten-stellt sich unwillkürlich die Frage nach möglichen Kompensationen im Ausgabenbereich. Da werden wir wahrscheinlich nicht darum herumkommen, gewisse - zum Teil vielleicht schmerzliche - Abstriche vornehmen zu müssen in Bereichen, die uns lange Zeit als Tabu gegolten haben. Ich denke da etwa an die Rü- stungspolitik. Ich denke aber auch vor allem an die Agrarpolitik, wo wohl einmal die Frage gestellt werden muss, ob dort minde- stens die Ressourcen effizienter eingesetzt werden könnten. Ich weiss, diese Fragen sind unangenehm, aberich möchte dar-
auf hinweisen: Wir werden in ein Dilemma kommen zwischen der Forderung nach Steuererleichterungen auf der einen Seite und der Ausgabenbeschränkung auf der anderen Seite, dann aber auch dem Auftrag unseres Staatswesens - auch des Bun- des -, zu diesen wichtigen Zukunftsfragen Lösungen bereitzu- stellen. Diese werden auch ihre finanziellen Konsequenzen haben. Ich möchte auf diesen Punkt hinweisen, denn er wird uns in den nächsten Jahren noch einige Sorgen bereiten.
Dennoch möchte ich zum Schluss unserem Finanzminister danken. Denn ich glaube, es ist richtig, auch einmal darauf hinzuweisen, dass gerade seine Art und Weise, wie er dieses Departement führt, wie er zu unserer Bundeskasse schaut, An- erkennung erheischt.
Im Namen unserer Fraktion bitte ich Sie, der Staatsrechnung 1988 zuzustimmen.
Präsident: Herr Coutau als Sprecher der liberalen Fraktion lässt mitteilen, dass seine Fraktion im Sinne der Empfehlung der Fraktionspräsidentenkonferenz ihren Beitrag an die Ratio- nalisierung der Debatten leisten will: Sie verzichtet auf das Wort und gibt bekannt, dass sie dem Bundesbeschluss und. der Staatsrechnung zustimmen wird.
Bundesrat Stich: Ich danke für die gute Aufnahme der Staats- rechnung.
Leider kann ich nicht sagen, es seien die sieben fetten Jahre gewesen. Sieben fette Jahre waren es in bezug auf die Kon- junkturpolitik, auf die Konjunkturentwicklung, beim Haushalt können wir hingegen erst auf drei gute Jahre zurückblicken. Wir hoffen, dass das eine Fortsetzung findet, wenigstens noch bis zum vierten, d. h. bis zu diesem Jahr.
Nächstes Jahr - Sie sind bekanntlich sehr grosszügig gewe- sen - bekommen die schweizerischen Steuerzahler ein klei- nes Steuergeschenk von insgesamt knapp einer Milliarde Franken. Natürlich kann man sagen, das sei zum grossen Teil der Ausgleich der kalten Progression. Es ist aber auch das So- fortprogramm, das Sie beschlossen haben, das uns weniger Einnahmen beschert.
Damit ist auch schon gesagt, dass uns der Haushalt des näch- sten Jahres einige Sorgen bereitet. Ich habe das auch in der Finanzkommission dargelegt. Wenn wir einfach die Eingaben der Departemente bzw. der Aemter zusammenzählen, haben wir im Moment ein Defizit von über einer halben Milliarde Fran- ken.
Natürlich könnte man sagen, wir sollten die Einnahmenschät- zungen korrigieren, der Wirtschaft gehe es gut. Das wird zwei- fellos auch so sein, aber auf der anderen Seite - es ist mit Recht darauf hingewiesen worden - hatten wir im vergange- nen Jahr ein ausserordentlich starkes Ausgabenwachstum. So entsteht der Eindruck, wenn es wirtschaftlich gut gehe, dann könne man sich prinzipiell alles leisten. Auch wir wissen, dass es verschiedene dringliche Aufgaben gibt, sei das bei der Forschung, sei das im sozialen Bereich, aber insgesamt muss man doch dafür sorgen, dass man in Jahren der Hochkon- junktur keine Defizite mehr macht.
Ich teile hier die Auffassung von Herrn Jaeger völlig, dass das eine wichtige Aufgabe ist. Wir haben diese Aufgabe sehr ernst genommen. Wir werden sie auch für das nächste Jahr sehr ernst nehmen. Wir gehen davon aus, dass sich die Wirtschaft weiterhin gut entwickelt. Aber eine gewisse Gefahr zur Teue- rung besteht. Wir haben alles Interesse, die Währungspolitik der Nationalbank durch eine gute Finanzpolitik zu unterstüt- zen.
Sie sehen bei der Zinsentwicklung, wie leicht sich die Dinge verschieben können. Vor wenigen Monaten noch hat man ge- jammert und gesagt, es sei schade, dass wir keine Möglichkeit mehr hätten, Gelder der Pensionskassen anzulegen, der Bund zahle Schulden zurück, wir hätten keine erstklassigen Papiere mehr.
Das ist schön und recht. Man kann diese Klagen ja verstehen. Aber überlegen Sie sich jetzt einmal, welche Zinssituation wir heute hätten, wenn sich der Bund beispielsweise pro Jahr auch noch mit zwei oder drei Milliarden Franken verschulden würde. Da stellt man dann fest, dass die Finanzpolitik trotz al- lem einige Bedeutung hat.
Loi sur les finances de la Confédération
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Ich hoffe zuversichtlich, dass nicht nur der Bund, sondern auch die Kantone und die Gemeinden in den Budgets des nächsten Jahres dafür sorgen, dass sie zu Ueberschüssen kommen und nicht zu Defiziten, damit auch sie diese Politik unterstützen.
Wir alle sind daran interessiert, dass wir nicht eine zu grosse Teuerung haben, dass die Wirtschaft weiterhin gute Bedingun- gen vorfindet und wir die Probleme leichter meistern können, denn-das muss ich noch einmal betonen, der Herr Kommissi- onspräsident hat es zwar bereits dargelegt - es ist viel, viel schwieriger, einen ausgeglichenen Haushalt zu haben, wenn man eine hohe Teuerung hat. Die öffentliche Hand lebt nicht von der Teuerung. Im Gegenteil, sie leidet darunter, wie viele andere auch.
Wenn man von den Einnahmen spricht und an die Zukunft denkt, muss man sich auch hier dessen bewusst sein, dass es gelegentlich an der Zeit wäre, Finanzordnungen zu verab- schieden und sie nicht auf die lange Bank zu schieben, dass es auch an der Zeit wäre, die Steuerharmonisierung gelegent- lich abzuschliessen und das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer zu verabschieden. Das könnte alles eine Hilfe sein für eine gute Finanzpolitik.
Zu dieser Verabschiedung gehört trotz allem auch, wenn wir für die Zukunft eine vernünftige Politik führen wollen, die ein- jährige Veranlagung. Das wäre eine wichtige Voraussetzung, denn wir haben immer in den geraden Jahren sehr gute Er- gebnisse. Das bedeutet dann, dass viele Leute glauben, man könne frisch und fröhlich Ausgaben beschliessen, Ausgaben, die den Ausgabensockel erhöhen. Wenn dann irgendwann einmal besondere Aufgaben auftauchen, haben wir Schwie- rigkeiten.
Ich bitte Sie, die Rechnung zu genehmigen.
Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit
Bundesbeschluss - Arrêté fédéral
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1 und 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1 et 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes
101 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
88.058
Finanzhaushaltgesetz Loi sur les finances de la Confédération
Siehe Seite 320 hiervor - Voir page 320 ci-devant Beschluss des Ständerates vom 8. Juni 1989 Décision du Conseil des Etats du 8 juin 1989
Differenzen - Divergences
A. Bundesgesetz über den eidgenössischen Finanzhaus- halt Loi fédérale sur les finances de la Confédération
Art. 1 Abs. 1 Antrag der Kommission Festhalten
Art. 1 al. 1 Proposition de la commission Maintenir
Fehr, Berichterstatter: Der Ständerat hat eine ganze Reihe von Differenzen geschaffen. Ihre Kommission beantragt Ihnen in nur drei Fällen, an unseren Beschlüssen festzuhalten. Einer dieser Fälle liegt im Artikel 1 vor, wo es darum geht, auch die Eidgenössische Alkoholverwaltung diesem Gesetz zu unter- stellen. Die Kommission ist in ihrer Mehrheit der Meinung, die. Grundsätze des Finanzhaushaltgesetzes sollten auch für die Alkoholverwaltung Geltung haben und es sei nicht einzuse- hen, weshalb sie anders zu behandeln sei als zum Beispiel die Münzstätte oder die Rüstungsbetriebe. Die Kommission bean- tragt Ihnen mit 9 zu 5 Stimmen Festhalten. Wir stehen damit im Gegensatz nicht nur zum Ständerat, der ohne Diskussion dem Bundesrat zugestimmt hat, sondern auch zum Bundesrat, der an seiner Fassung festhalten will.
M. Frey Claude, rapporteur: Nous vous demandons de main- tenir la proposition du Conseil national qui a été adoptée le 8 mars 1989 par 67 voix contre 37 et, par conséquent, de main- tenir la Régie fédérale des alcools à l'article premier, alinéa premier, alors que le Conseil des Etats en reste au projet du Conseil fédéral. Nous estimons, en effet, qu'inclure la Régie fédérale des alcool dans cette loi se justifie en raison d'une plus grande transparence et d'une égalité de traitement. Nous vous rappelons en effet, que selon l'article 71 de la loi sur l'al- cool, la Régie fédérale des alcools établit sa propre comptabi- lité et aucune prescription du droit budgétaire ne lui est appli- cable. Le moment donc est venu de maintenir cette dernière dans cette loi et par 9 voix contre 5 nous proposons d'en rester à cette décision.
Bundesrat Stich: Ich bitte Sie, dem Bundesrat und dem Stän- derat zuzustimmen und hier die Alkoholverwaltung nicht zu er- wähnen. Man hat zwar grosszügig davon gesprochen, die Al- koholverwaltung solle den übrigen Regiebetrieben gleichge- stellt werden. Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied: Die Regiebetriebe sind unselbständige Anstalten, die Alkohol- verwaltung hingegen ist selbständig. Deshalb müsste man die Alkoholverwaltung mit der Suva vergleichen, wo es auch nie- mandem einfällt, sie dem Finanzhaushaltgesetz zu unterstel- len, weil sie eben auch eine selbständige Anstalt ist.
Für die Alkoholverwaltung gibt es gewisse Regeln, andere Re- geln, als sie hier gelten: Beispielsweise stimmt das Rech- nungsjahr nicht mit dem Kalenderjahr überein - ein wichtiger Unterschied -, zudem habe ich Ihnen bereits bei der ersten Debatte versichert, dass wir die im Gesetz vorgesehene Ver- ordnung über die Rechnungsführung der Alkoholverwaltung erlassen werden.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Staatsrechnung 1988
Compte d'Etat 1988
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1989
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
09
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.022
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 15.06.1989 - 08:00
Date
Data
Seite
901-908
Page
Pagina
Ref. No
20 017 435
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