E 9 mars 1989
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Initiative du canton de Fribourg
Siebente Sitzung - Septième séance
Donnerstag, 9. März 1989, Vormittag Jeudi 9 mars 1989, matin
08.00 h Vorsitz - Présidence: M. Cavelty
Vizepräsident: Präsident Reymond vertritt unseren Rat heute am Automobilsalon in Genf. Deshalb fällt mir die Ehre zu, die heutige Sitzung zu präsidieren.
87.207
Standesinitiative Freiburg Asylbewerber Initiative du canton de Fribourg Requérants d'asile
Herr Schmid unterbreitet im Namen der Petitionskommis- sion den folgenden schriftlichen Bericht:
Der Grosse Rat des Kantons Freiburg beschloss am 18. November 1987 auf Antrag des Regierungsrates, der Bundesversammlung eine Standesinitiative mit dem Begeh- ren einzureichen, noch einmal die Möglichkeiten zu prüfen, die zu einer Globallösung für die seit mehreren Jahren in der Schweiz lebenden Asylbewerber und ihre Familien führen könnten. Der Freiburger Regierungsrat reichte am 7. De- zember 1987 diese Standesinitiative ein.
Die Petitions- und Gewährleistungskommission des Stän- derates, welcher dieses Geschäft zur Beratung zugewiesen wurde, prüfte die Standesinitiative am 11. Mai 1988. Mit 5 zu 4 Stimmen beschloss die Kommission, dieser Initiative Folge zu geben. Sie hält es insbesondere aus folgenden Gründen für zweckmässig, dass der Bundesrat eine Global- lösung für Asylbewerber, die seit mehreren Jahren in der Schweiz leben, erneut prüft:
Mit der Revision des Asylgesetzes, die für die Zukunft eine klare und strikte Asylpolitik vorsieht, eröffnet sich die Mög- lichkeit einer etwas grosszügigeren Lösung für die früher eingetroffenen Flüchtlinge, welche sich hier eingelebt haben. Gewisse Härtefälle - namentlich für Flüchtlinge, die sich, weil ihr Gesuch nicht rechtzeitig behandelt wurde, eine Existenz aufgebaut haben - könnten mit einer Globallösung aus der Welt geschafft werden.
Eine Globallösung würde den Abbau des Pendenzenbergs ermöglichen. Auch könnten in der Folge neue Fälle rasch behandelt werden, was die Attraktivität der Schweiz für «unechte Flüchtlinge» mindern würde.
Gemäss Artikel 36 Absatz 2 des Geschäftsreglementes des Ständerates wurde in der Folge dem Bundesrat Gele- genheit zur Stellungnahme gegeben.
Der Bundesrat beschloss am 14. November 1988, den Eidgenössischen Räten die Standesinitiative des Kantons Freiburg zur Ablehnung zu empfehlen. Er begründete diese negative Haltung wie folgt (Zusammenfassung):
«Die von der Standesinitiative anvisierte Globallösung ist nicht geeignet, den Pendenzenabbau rascher voranzutrei- ben und damit die Behörden des Bundes und der Kantone wirkungsvoll zu entlasten. Sie stellt das gegenteilige Vorge- hen dar, für das sich die Mehrheit der Kantone, der Bundes- rat und das Parlament entschieden haben. Die von den eidgenössischen Räten beschlossenen personellen, admini-
strativen und gesetzlichen Massnahmen sind umgesetzt und wirken sich schon heute auf den Pendenzenabbau aus. Diese Feststellung blieb auch anlässlich der schweizeri- schen Asylkonferenz mit den Kantonsregierungen und Hilfs- werken vom 10. November 1988 in Bern unwidersprochen. Einer Globallösung für die seit mehreren Jahren in der Schweiz lebenden Asylbewerber und deren Familien stehen demnach nicht nur rechtsstaatliche, sondern auch föderali- stische Bedenken entgegen. Schliesslich stellen sich auch grundsätzliche Fragen hinsichtlich der Aufrechterhaltung der Stabilisierungspolitik in der Ausländerpolitik, zumal die Attraktivität der Schweiz als Einwanderungsland weiter gesteigert wird und angesichts der heutigen ausserordent- lich hohen Gesuchseingänge in Zukunft ähnliche 'Globallö- sungen' nicht ausgeschlossen werden könnten.»
Sie beschloss, an ihrem Antrag vom 11. Mai 1988 festzuhal- ten und den Bundesrat gemäss der Standesinitiative des Kantons Freiburg zu ersuchen, die Möglichkeiten einer Glo- ballösung erneut zu prüfen.
Antrag der Kommission
Die Petitions- und Gewährleistungskommission beantragt dem Ständerat mit 5 zu 4 Stimmen, der Standesinitiative Folge zu geben und den Bundesrat einzuladen, Bericht und Anträge vorzulegen.
M. Schmid présente au nom de la Commission des pétitions et de l'examen des constitutions cantonales le rapport écrit suivant:
Le Grand Conseil du Canton de Fribourg a décidé le 18 novembre 1987, suite à une proposition du Conseil d'Etat, d'adresser aux Chambres fédérales une initiative leur demandant de reprendre l'examen des moyens qui pour- raient conduire à une solution d'ensemble pour les requé- rants d'asile et leur famille résidant en Suisse depuis plu- sieurs années. Le Conseil d'Etat a déposé cette initiative le 7 décembre 1987.
La Commission des pétitions et de l'examen des constitu- tions cantonales du Conseil des Etats, qui avait été chargé d'étudier la proposition du canton de Fribourg, a tenu une séance le 11 mai 1988, au cours de laquelle elle a résolu de donner suite à l'initiative par 5 voix contre 4. Voici les raisons qui font qu'il serait judicieux de réexaminer la possi- bilité d'adopter une solution globale pour les requérants d'asile qui vivent dans notre pays depuis plusieurs années: - La révision de la loi sur l'asile, qui prévoit une politique d'asile stricte et bien définie, autorisera une certaine sou- plesse dans le cas des réfugiés qui sont arrivées en Suisse il y a plusieurs années et qui s'y sont adaptés. Certains cas de rigueur - comme celui des réfugiés qui, parce que leur demande n'avait pu être examinée à temps, se sont vérita- blement installés dans notre pays - pourraient en outre être réglés si le Conseil fédéral adoptait la solution globale.
Conformément à l'article 36, alinéa 2, du Règlement du Conseil des Etats, le Conseil fédéral a été invité à donner son avis sur l'initiative.
Le Conseil fédéral a décidé le 14 novembre 1988 de recommander aux Chambres de rejeter l'initiative du Canton de Fribourg, en invoquant les motifs suivants (extrait):
«La solution globale proposée par l'initiative n'est pas adé- quate pour éliminer plus rapidement les cas en suspens et décharger ainsi efficacement les autorités fédérales et can- tonales. Elle préconise la démarche opposée à celle qu'ont choisie la majorité des cantons, le Conseil fédéral et le Parlement. Les dispositions légales et celles qui concernent - l'administration et le personnel, arrêtées par les Chambres fédérales, sont appliquées et déploient d'ores et déjà leurs effet sur les cas en suspens. Cette constatation a été confir-
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Standesinitiative Freiburg
mée à l'occasion de la Conférence nationale sur l'asile du 10 novembre 1988 à Berne, à laquelle ont assisté des repré- sentants des gouvernements cantonaux et des oeuvres d'entraide.
Dès lors, des objections, non seulement fédéralistes, mais encore du point de vue de l'Etat de droit, peuvent être faites à l'encontre de la solution globale préconisée pour les requérants d'asile et leurs familles vivant depuis plusieurs années en Suisse. Finalement se posent des questions de principe en ce qui concerne le maintien de la politique de stabilisation de la population étrangère, dans la mesure où l'on ne pourrait exclure, à l'avenir, des 'solutions globales' analogues, vu le nombre actuel particulièrement élevé de nouvelles demandes.»
Elle a décidé de maintenir sa recommandation du 11 mai 1988 et de demander au Conseil fédéral de réexaminer les possibilités de choisir une solution globale, conformément à l'initiative déposée par le Canton de Fribourg.
Proposition de la commission
La Commission des pétitions et de l'examen des constitu- tions cantonales propose au Conseil des Etats, par 5 voix contre 4, de donner suite à l'initiative et d'inviter le Conseil fédéral à présenter un rapport et des propositions.
Schmid, Berichterstatter: Am 18. November 1987 hat der Grosse Rat des Kantons Freiburg beschlossen, eine Stan- desinitiative des Inhalts einzureichen, es möge noch einmal geprüft werden, ob es nicht richtig wäre, eine Globallösung für die seit mehreren Jahren in der Schweiz lebenden Asyl- bewerber und ihre Familien einzuführen. Der Staatsrat des Kantons Freiburg hat diese Initiative am 7. Dezember 1987 eingereicht.
Ihre Kommission hat im Juni diese Standesinitiative in Bera- tung gezogen und in einer ersten Abstimmung die Auffas- sung vertreten, der Initiative sei Folge zu geben. Bei dieser Sachlage ist nach Geschäftsverkehrsgesetz der Bundesrat um Stellungnahme anzusuchen.
Der Bundesrat hat sich für diese Stellungnahme etwas Zeit gelassen, weil er am 10. November des vergangenen Jahres - im Rahmen der sogenannten nationalen Asylkonferenz - "mit den Kantonen die entsprechenden Fragen prüfte, disku- tierte und zu einem Ergebnis kam. Dieses entsprach seiner Stellungnahme, nämlich die Lösung «Globallösung» nicht weiter zu verfolgen. Das führte zum Antrag, dass dieser Standesinitiative keine Folge zu geben sei.
Am 27. Februar hat sich die Kommission ein zweites Mal mit diesem Geschäft befasst, hat von der Stellungnahme des Bundesrates Kenntnis genommen und unverändert mit fünf zu vier Stimmen - wobei der Präsident in der Minderheit blieb - beschlossen, der Standesinitiative des Kantons Frei- burg Folge zu geben.
Der materielle Aspekt ist in unserem schriftlichen Bericht einlässlich behandelt. Ich weise Sie nur darauf hin, dass sich das Parlament gegenwärtig mit einer Fülle von Vorstössen befassen muss, die alle mit der Globallösung zu tun haben. Ich verweise auf das Postulat der grünen Fraktion vom 9. März 1988, auf die Motion der liberalen Fraktion vom 9. März 1988, auf die gemeinsame Petition der Asylkoordina- tion Schweiz, der VSU-Gruppe Asylpolitik und des Asylkomi- tees Schweiz, die alle zusammen in Richtung Globallösung gehen. Die Antworten des Bundesrates sind generell gleich- lautend: die Globallösung sei abzulehnen.
Für die Begründung eines eventuellen Minderheitsstand- punktes ersuche ich den Präsidenten, einem Mitglied der Kommission das Wort zu erteilen.
Rüesch, Sprecher der Minderheit: Sie haben gehört, dass die Kommission ganz knapp entschieden hat und dass der Präsident in der Minderheit verblieb, jetzt aber loyal die Mehrheit vertreten hat.
Die Minderheit, die hier der Meinung des Bundesrates folgte, es sei der Standesinitiative keine Folge zu leisten,
hat folgende Begründung: Die Minderheit befürchtet, dass eine Globallösung dazu führen könnte, die gegenwärtigen Schwierigkeiten, die wir im Asylbereich haben, noch zu steigern. Wenn im Ausland bekannt wird, dass die Eidgenos- senschaft nicht mehr in der Lage ist, diese Fälle alle auf dem ordentlichen Rechtsweg zu erledigen, dann werden die üblen Schlepper, die heute Europa heimsuchen, um so mehr Propaganda machen können und sagen: «Geh in die Schweiz, wenn du lange genug dort bist, kannst du in den Genuss einer Globallösung kommen.» So könnte in einigen Jahren, wenn wir mit Flüchtlingen überschwemmt werden, wieder eine Globallösung vor uns stehen.
Es geht hier überhaupt nicht um die Frage der Menschlich- keit! Uns tun alle Leute leid, die in eine Flüchtlingssituation geraten sind. Aber es geht unseres Erachtens hier um die Erhaltung des Rechtsstaates. Wir haben uns darum von der bundesrätlichen Antwort auch überzeugen lassen, dass es letzten Endes, wenn wir hier nachgeben, den echten Asylan- ten langfristig nichts nützt. Wenn wir von Globallösung zu Globallösung schreiten müssen, werden auch in diesem Lande Kräfte wieder stärker werden, die dem Asylantenge- danken überhaupt feindlich gesinnt sind.
Das sind die Gründe, die uns veranlasst haben - abgesehen von den rechtlichen, die Herr Bundesrat Koller sicher noch darlegen wird -, der bundesrätlichen Ansicht zu folgen und Ihnen zu beantragen - vielleicht schweren Herzens, aber im Sinne des Rechtsstaates -, dieser Standesinitiative heute keine Folge zu geben.
M. Cottier: L'initiative du canton de Fribourg qui invite les Chambres fédérales à reprendre l'examen d'une solution globale pour les requérants d'asile et leur famille résidant en Suisse depuis de longues années n'ouvre pas de voie nou- velle. Cette solution a déjà été présentée lors de la révision de la loi sur l'asile; elle a été repoussée. Est-ce dire que le problème des requérants d'asile établis en Suisse est résolu? Nous ne le pensons pas. Les nouvelles interventions parlementaires et la dernière, celle de la Commission des pétitions du Conseil national, qui proposent également la solution d'ensemble le démontrent. Au début de l'année dernière, en janvier 1988, 5240 anciennes procédures de requérants d'asile étaient encore ouvertes. Ces demandes dataient, en effet, des années 1980 à 1985.
Même si, depuis lors, aux dires du délégué aux réfugiés, le nombre d'anciens dossiers a sensiblement diminué, il n'en reste pas moins que leur nombre est toujours très important, trop important. Ces anciens requérants se sont créé, dans notre pays, une nouvelle existence, ils parlent nos langues, leurs enfants fréquentent nos écoles, leurs familles se sont intégrées dans notre société. Quelles que soient les causes des retards intervenus dans les procédures, notre Etat en porte la responsabilité. Pour un Etat de droit, rendre justice c'est aussi la rendre dans des délais convenables. S'il ne l'a pas fait, il doit appliquer des moyens exceptionnels pour remédier aux carences, et une solution globale constitue- rait, en l'espèce, un moyen efficace permettant de résoudre ces anciens cas.
Dans sa réponse à l'initiative, le Conseil fédéral admet les cas de rigueur de requérants d'asile établis en Suisse depuis plusieurs années. Il estime que les moyens mis en place suffisent pour rattraper les retards. Il s'agit, pour lui, soit de mesures d'organisation et de personnel susceptibles d'ac- célérer la procédure, soit, pour les cas de rigueur, de l'octroi d'une autorisation de séjour ou d'un permis humanitaire. Si par l'application de ces mesures le nombre d'anciens cas a diminué, il n'en reste pas moins que leur nombre est tou- jours important et, par l'octroi éventuel d'une autorisation de séjour ou d'un permis humanitaire, une nouvelle proce- dure distincte de celle de l'asile est engagée. Ce nouvel examen d'un permis humanitaire ou d'une autorisation de séjour prolonge, encore une fois, les délais d'attente et reporte la solution, alors qu'une mesure globale apporterait rapidement à tous ces anciens cas de rigueur une solution d'ensemble donnant satisfaction sur le plan humanitaire.
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Marché foncier. Interventions personnelles
A l'encontre de l'initiative on invoque, on l'a entendu tout à l'heure, l'argument qu'une nouvelle discussion sur une solu- tion globale créerait un climat d'insécurité, puisque le pro- blème avait déjà été tranché. Je répondrai que l'insécurité existe surtout chez ces demandeurs d'asile qui attendent depuis de nombreuses années de connaître leur sort futur. Enfin, certains craignent aussi que la solution globale ren- drait la Suisse attrayante pour de nouveaux réfugiés et favoriserait ainsi leur immigration. Nous ne le pensons pas, car seuls les anciens demandeurs d'asile établis depuis de nombreuses années bénéficieraient de ces mesures. Les nouveaux requérants d'asile continueront à être soumis aux prescriptions très strictes de la loi sur l'asile que nous approuvons dans son intégralité.
Pour conclure, la solution globale est-elle une capitulation devant le flot de ces anciens requérants ? Certainement pas. Il s'agit simplement de chercher, au vu de l'insuffisance des moyens appliqués jusqu'à présent, une solution non encore mise en oeuvre. C'est ce que veut l'initiative de notre canton qui a été acceptée par le Conseil d'Etat et approuvée à l'unanimité par le Grand Conseil. Je vous invite dès lors à la soutenir, suivant en cela la Commission des pétitions.
Bundesrat Koller: Die Idee der Globallösung ist seit dem Jahre 1985 sehr intensiv in den eidgenössischen Räten, mit den Kantonen sowie den interessierten Kreisen diskutiert worden. Für den Bundesrat war für seine Stellungnahme neben rechtsstaatlichen Bedenken immer massgeblich, dass sich alle Jahre hindurch eine klare Mehrheit der Kan- tone gegen eine solche Globallösung ausgesprochen hat. Uns schien immer, eine Globallösung würde sich nur reali- sieren lassen, wenn die Kantone zur Mitwirkung bereit wären. Diese Haltung der Kantone wurde das letzte Mal an der Asylkonferenz im November letzten Jahres bestätigt. Der Bundesrat ist der Meinung, dass eine Globallösung heute aus drei Gründen nicht in Frage komme: Erstens lässt sich das humanitäre Anliegen der Globallösung mit der heute gehandhabten individuellen Erledigung der Asylgesu- che besser verwirklichen; zweitens kommt die Idee der Globallösung heute eindeutig zu spät, weil die alten Penden- zen weitgehend abgetragen sind, und drittens würde eine Globallösung nur neue Schwierigkeiten bereiten.
Zunächst zum Grund, dass sich das humanitäre Anliegen mit der individuellen Asylgesucherledigung besser lösen lasse. Bei der Erledigung der alten Asylgesuche befolgen wir heute bewusst eine grosszügige Haltung. Wir verzichten bei langwierigen alten Fällen auch auf zusätzliche Abklärungen. Der Vorteil dieser individuellen Gesuchsbehandlung liegt auch darin, dass wir wirklich in jedem Einzelfall prüfen können, ob allenfalls eine menschliche Härte vorliegen könnte. Zur Beurteilung dieser Frage sind die Kantone, die die Integration dieser Asylgesuchsteller in die örtlichen Ver- hältnisse viel besser beurteilen können als wir, am besten in der Lage.
Dass wir eine grosszügige Haltung bei der Behandlung dieser alten Asylgesuche zeigen, belegt die Zahl der erteilten humanitären Bewilligungen: Im Jahr 1986 haben wir 610 humanitäre Bewilligungen erteilt, im Jahr 1987 deren 892 und im letzten Jahr 2036. Dem humanitären Anliegen kann folglich mit dem von Bundesrat und Parlament beschlosse- nen Weg der individuellen Gesuchserledigung bedeutend besser, gezielter und persönlicher Rechnung getragen werden.
Es kommt dazu - das ist der zweite Grund -, dass heute eine Globallösung zur Abtragung des Pendenzenberges prak- tisch nichts mehr brächte. Glücklicherweise ist es uns im letzten Jahr gelungen, von den alten Pendenzen - Ende 1987 waren es noch 5240 - über die Hälfte abzutragen. Wir sind überzeugt, dass wir in diesem Jahr alle alten Penden- zen, d. h. die vor 1985 eingereichten Asylgesuche, behan- deln können.
Insofern kommt die Idee der Globallösung heute eindeutig zu spät. Im übrigen würde sie uns neue Schwierigkeiten bereiten. Für eine Globallösung wäre bekanntlich eine Revi-
sion des Asylgesetzes nötig, was einen entsprechenden Zeitbedarf zur Folge hätte.
Schliesslich haben auch ausländische Versuche mit Global- lösungen sowohl in europäischen Ländern als auch vor allem in Kanada gezeigt, dass Globallösungen überhaupt nichts Wesentliches zur Problembewältigung beitragen kön- nen. Es kam in allen diesen Ländern nicht zu einer Entspan- nung der Lage, sondern höchstens - wie beispielsweise in Kanada - zu unerwünschten totalen Einreisestopps. Diese ausländischen Erfahrungen zeigen, dass uns eine Globallö- sung nicht weiterführen wird.
Wir werden Ihnen im April den Strategiebericht für eine Asylpolitik der neunziger Jahre unterbreiten. Dort werden neue Möglichkeiten in der Asylpolitik zur Diskussion ge- stellt.
Aus all diesen Gründen beantrage ich Ihnen, der Standesin- itiative des Kantons Freiburg keine Folge zu geben.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit 22 Stimmen
17 Stimmen
88.823
Motion Rhinow Verbesserung der Situation auf dem Bodenmarkt Amélioration de la situation sur le marché foncier
Wortlaut der Motion vom 5. Dezember 1988
Der Bundesrat wird eingeladen, so rasch wie möglich wirk- same und vollzugstaugliche Bestimmungen zur Verbesse- rung der Situation auf dem Bodenmarkt zu erlassen. Diese sollen insbesondere dazu dienen,
das selbstgenutzte Wohneigentum sowie den Wohnungs- bau zu fördern;
die Spekulation zu bekämpfen;
der Baulandhortung entgegenzuwirken;
den Druck institutioneller Anleger auf dem Bodenmarkt zu mildern;
die rechtzeitige Erschliessung der richtig dimensionierten Bauzonen voranzutreiben;
die flächensparende Bauweise und die Erneuerung der bestehenden Bausubstanz zu fördern.
Texte de la motion du 5 décembre 1988
Le Conseil fédéral est invité à adopter aussitôt que possible des dispositions efficaces et faciles à appliquer afin d'amé- liorer la situation sur le marché foncier. Ces dispositions doivent notamment servir:
à encourager la propriété de logements utilisés par les propriétaires, ainsi que la construction de logements;
à combattre la spéculation;
à combattre l'accaparement de terrain à bâtir;
à atténuer la pression exercée sur le marché immobilier par les investissements auxquels procèdent certaines insti- tutions;
à faire progresser à temps l'aménagement de zones de construction convenables;
à encourager la rénovation d'immeubles et un mode de construction permettant de combattre le gaspillage de ter- rain.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Béguin, Ducret, Flückiger, Hänsenberger, Hefti, Hunziker, Iten, Jagmetti, Masoni, Rüesch, Schoch, Villiger (13)
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Dans
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Jahr
1989
Année
Anno
Band
II
Volume
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Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
07
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
87.207
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.03.1989 - 08:00
Date
Data
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