Motion Danioth
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29 novembre 1988
Bei diesen vielfältigen Tätigkeiten auf verschiedenen Ebe- nen, auf verschiedenen Gebieten im Zusammenhang mit einer tödlichen Krankheit, die vermieden werden kann, kommt es auf Effizienz des einzelnen Leistungsträgers und Zusammenarbeit zentral an. Das bedingt Uebersicht, um die Lage zu beurteilen, diese wiederum ist Voraussetzung für richtiges Handeln. Es besteht überhaupt kein Zweifel, dass in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart viel Gutes getan wurde und wird. Wie dargelegt, befinden wir uns aber in einer Zeit des Uebergangs und des teilweisen Neuan- fangs. Es geht darum, dem Parlament und der Oeffentlich- keit in einem fundierten Bericht Auskunft zu geben. Ich ersuche daher den Bundesrat, das Postulat entgegenzuneh- men, den verlangten Bericht vorzulegen. Ich erwarte Ant- worten auf die grösste gesundheitspolitische Herausforde- rung der Gegenwart, in der wir alle zu bestehen haben als Menschen, als Politiker, vor allem auch als im Gesundheits- wesen Tätige.
Bundesrat Cotti: Auf die einzelnen schweren Probleme, die mit der Aids-Krankheit verbunden sind, möchte ich in die- sem Rahmen nicht eingehen. Ich darf bestätigen, dass der Bundesrat daran ist, einen Gesamtbericht zu dieser Frage ausarbeiten zu lassen. Der Bericht sollte sicher noch im nächsten Jahr erscheinen. Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
88.482
Motion Danioth Bildung und Forschung. Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft Formation et recherche. Collaboration entre l'Etat et l'économie
Wortlaut der Motion vom 15. Juni 1988 Der Bundesrat wird eingeladen,
im Ausbildungsbereich (Berufslehre, Höhere Fachschu- len, ETH) die Strukturen so zu überarbeiten, dass eine raschere Berücksichtigung neuer Technologien (z. B. Mikroelektronik und alle ihre Anwendungen; Informatik) in den Lehrplänen möglich wird;
beamtenrechtliche und administrative Barrieren zu besei- tigen, welche der Verwirklichung einer aktiven Zusammen- arbeit unserer Lehr- und Forschungsstätten mit der Wirt- schaft heute noch entgegenstehen;
die Voraussetzungen für eine noch engere institutionelle Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen unseres Lan- des (insbesondere den beiden ETH und ihren Forschungs- anstalten) und der Wirtschaft zu schaffen, durch:
a) eine Förderung von gemeinsamen Forschungsprojekten;
b) Ausbau von durch Hochschulen und Wirtschaft gemein- sam getragenen Forschungsinstituten und -laboratorien;
c) Ausbau der im Schulratsbereich bestehenden Wirt- schaftskontaktstellen; -
d) eine Förderung der HTL in der Art, dass sie auch ver- mehrt Forschungsaufgaben in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft wahrnehmen können;
Texte de la motion du 15 juin 1988 Le Conseil fédéral est invité à
réexaminer les structures relevant du domaine de la formation (apprentissage, écoles techniques supérieures, EPF), de manière à prendre plus rapidement en considéra- tion les technologies nouvelles (p. ex. microélectronique et toutes ses applications, informatique) dans les programmes de formation;
éliminer les obstacles administratifs et les obstacles liés au droit des fonctionnaires qui s'opposent aujourd'hui à la réalisation d'une collaboration active de nos institutions de formation et de recherche avec l'économie;
créer les conditions nécessaires à une collaboration insti- tuée plus étroite entre les écoles polytechniques du pays (notamment les deux EPF et leurs instituts de recherche) et l'économie, de façon à
a) encourager les projets de recherche en commun;
b) développer des instituts de recherche et des laboratoires supportés à la fois par les écoles polytechniques et l'éco- nomie;
c) étendre les activités des services de relation avec l'éco- nomie existant au niveau du conseil de chaque EPF;
d) encourager les ETS, de manière à ce qu'elles s'engagent davantage dans des tâches de recherche en collaboration avec l'économie;
Mitunterzeichner - Cosignataires: Cavelty, Cottier, Delalay, Dobler, Huber, Jelmini, Küchler, Kündig, Lauber, Meier Hans, Meier Josi, Reichmuth, Roth, Schmid, Schönenber- ger, Simmen, Ziegler, Zumbühl (18)
Danioth: Die Aufgabenteilung und Zusammenarbeit im Bil- dungswesen zwischen den Kantonen als traditionellen Trä- gern der Bildungshoheit und dem Bund in seiner Zuständig- keit für die Berufsbildung, die höheren Lehranstalten und insbesondere die Eidgenössischen Technischen Hochschu- len hat sich im allgemeinen bewährt. Den jungen Schweize- rinnen und Schweizern steht heute in allen Kantonen ein breit gefächertes und vielfältiges, den kulturellen und gesell- schaftlichen Gegebenheiten angepasstes Bildungsangebot zur Verfügung. Dass in gewissen Bereichen, vor allem im Sektor Technologie, Lücken und Mängel in unserem natio- nalen Bildungssystem sichtbar wurden, zeigt indessen der klare Rückstand der Schweiz im Bereich der Hochtechnolo- gie. Die Gründe hiefür sind vielfältig. Insbesondere fehlt es an einem Instrumentarium im Sinne eines Frühwarnsy- stems, um sich anbahnende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die gewonnenen Erkenntnisse in unser Bil- dungssystem einfliessen zu lassen. Die wirtschaftliche Stel- lung unseres Landes hängt entscheidend vom Angebot hochtechnisierter Leistungen in verschiedensten industriel- len Bereichen ab. Entsprechend schwerwiegend ist der Ver- lust unseres ehemaligen technischen Vorsprungs in einzel- nen Schlüsselbereichen gegenüber anderen Staaten.
Damit die Schweiz ihre Stellung im internationalen Wettbe- werb halten kann, bedarf es industrieller Spitzenleistungen. Nur diese ermöglichen der Wirtschaft, hohe Lohnkosten auf sich zu nehmen und leistungsfähige Sozialwerke zu finan- zieren. Die Zusammenhänge zwischen technologischer Lei- stungs- und Innovationsfähigkeit einerseits und der Qualität des Bildungssystems andererseits sind heute erkannt. Zu dieser Qualität gehört insbesondere auch das Vermögen, der raschen technologischen Entwicklung zu folgen und den neusten Wissensstand in der Ausbildung ständig zu berücksichtigen. Nur so kann er rechtzeitig in die indu- strielle Praxis einwirken. Zu denken geben muss, dass die Halbwertzeit für relevante neue Technologien gegenwärtig
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Postulat Bührer
bei ungefähr fünf bis sieben Jahren liegt. Der Zeitbedarf für kongruentes Reagieren über die verschiedenen beteiligten Stufen hinweg - Berufslehre, HTL, Hochschule - übersteigt aber in der Regel diese Halbwertzeit bei weitem.
Zu denken geben muss auch, dass die wesentlichen Innova- tionen der jüngeren Zeit in der schweizerischen Industrie- landschaft in erster Linie durch Ingenieure und Techniker zustande gebracht wurden, die aus dem Ausland kamen, weil die schweizerischen Hochschulen in diesen Bereichen zu wenig Absolventen haben. Die Erkenntnis ist vonnöten, dass die staatliche Gemeinschaft in der Ausbildung weit wirkungsvoller Wirtschaftspolitik betreiben kann als in anderen Bereichen. Hinzu kommt als zweite Erkenntnis, dass die Investition in die heranwachsende Generation den besten Beitrag zur Verhütung von Arbeitslosigkeit und zur Erhaltung der sozialen Wohlfahrt darstellt. Vor diesem Hin- tergrund erhält neben der Ausbildung namentlich die Wei- terbildung grösste Bedeutung. Die Strukturen, Ausbildungs- ziele, Studienpläne, Ausbildungsprogramme für die Berufs- lehre, für die höheren Fachschulen - insbesondere HTL und ETH - sind daher analog den dauernden kantonalen Bestre- bungen einer periodischen, umfassenden Ueberprüfung zu unterziehen.
Dies bedeutet beispielsweise für die Berufsbildung die Not- wendigkeit, die Grundausbildung und die Weiterbildung als zusammenhängendes Ganzes zu betrachten und verstärkt zu fördern. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang aber auch der vom Biga selber als notwendig anerkannte Abbau der übertriebenen Regelungsdichte der meisten Ausbil- dungsreglemente für die Berufslehren, damit Freiraum für eine flexiblere Anpassung an die Bedürfnisse des Berufsall- tages, aber auch für eine verstärkte Allgemeinbildung gewonnen werden kann.
Die Höheren Technischen Lehranstalten HTL, welche auf der Berufsbildung aufbauen und eine äusserst wertvolle Rolle zwischen der Meisterlehre und der Hochschulbildung einnehmen, sind durch aktive Förderung der Zusammenar- beit mit den Eidgenössischen Technischen Hochschulen zu stärken. Auch auf der Ebene der ETH ist der Allgemeinbil- dung und dem vernetzten Denken mehr Gewicht beizumes- sen. Die künftigen Ingenieure müssen vor allem auch darauf vorbereitet werden, ihre weitreichende Verantwortung für den Lebensraum unserer und künftiger Generationen wahr- zunehmen.
Unser Rat wird demnächst Gelegenheit haben, bei der Bera- tung des ETH-Gesetzes sich insbesondere auch mit diesen grundsätzlichen Fragen auseinanderzusetzen.
Die klassische Arbeitsteilung zwischen Staat und Wirtschaft auf dem Gebiet der Forschung - der Staat berappt die Grundlagenforschung und die Wirtschaft finanziert die angewandte Forschung selber - kann nach Auffassung der Fachleute nicht mehr aufrechterhalten werden. Die moderne Wirtschaft und Wissenschaft verwischen die Gren- zen dieser beiden Felder immer mehr. Entsprechende Initia- tiven der beiden ETH auf diesem Gebiet sind vom Bund bewusst zu fördern und zu verstärken. Den Höheren Techni- schen Lehranstalten fällt im Bereich der angewandten For- schung wegen ihrer Nähe zur Praxis eine besonders wich- tige Rolle zu, gerade auch für kleinere und mittlere Unter- nehmen, welche sich keine teure eigene Forschungsabtei- lung leisten können.
Die schweizerische Beteiligung an grenzüberschreitender Forschungszusammenarbeit im europäischen Rahmen war bisher schwergewichtig auf die Grundlagenforschung aus- gerichtet. Besonders bei Eureka, aber auch bei den EG- Forschungsprogrammen wie Esprit und Brite handelt es sich um stark praxisorientierte Technologieprogramme. Die bisher bei solchen Projekten verwendeten Unterstützungs- regeln sind zu einschränkend, verlangen sie doch eine Begrenzung der Beteiligung des Bundes auf 50 Prozent der Gesamtkosten. Zudem dürfen diese Mittel nur öffentlichen Forschungsinstitutionen zufliessen. Der verwaltungsinter- nen Kommission zur Förderung der wissenschaftlichen For- schung - und nicht der parlamentarischen Kommission für Wissenschaft und Forschung, wie versehentlich im gedruck-
ten Text der Motion steht -, welche über die Beiträge des Bundes an industrienahe Projekte zu entscheiden hat, ist die Möglichkeit einzuräumen, sich in begründeten Fällen erheb- lich mehr an den Kosten zu beteiligen und auch die For- schungsanstrengungen kleiner und mittlerer Unternehmen direkt zu unterstützen.
Bei den EG-Programmen zur Förderung von Mobilität und Weiterbildung, beispielsweise Erasmus, Comet, Stimulation tritt der technologische Aspekt zugunsten bildungspoliti- scher und integrationspolitischer Gesichtspunkte in den Hintergrund. Aber auch hier gilt es, einer drohenden Isolie- rung der Schweiz durch eine aktive Beteiligung entgegenzu- wirken.
Hiezu sind landesinterne und auch internationale Massnah- men zur Verbesserung der Mobilität der Studierenden wie auch der Dozenten und des wissenschaftlichen Nachwuch- ses erforderlich.
Es ist unbestreitbar, dass Staat und Wirtschaft bei aller Unabhängigkeit und Eigenverantwortlichkeit in ihrer Auf- gabe inskünftig vermehrt auf eine flexible und effiziente Zusammenarbeit angewiesen sind. Meine Motion bezweckt, das vielfältige Instrumentarium auf seiten des Staats hierzu zu verbessern.
Bundesrat Cotti: Die Motion von Herrn Danioth entspricht voll und ganz den Zielsetzungen des Bundesrates. Ich will die Punkte der Motion nicht einzeln durchgehen. Ich kann aber sagen, dass in jedem Bereich, wo eine Bundeskompe- tenz vorliegt, tatsächlich in die Richtung vorgegangen wird, die Herr Danioth unterstrichen hat. Ich möchte besonders betonen, dass unsere Hochschulen - ich denke selbstver- ständlich in diesem Rahmen besonders an die Bundeshoch- schulen, an die beiden ETH - gegenüber der Wirtschaft eine wichtigere Rolle übernehmen sollen. Das ist eine Aufgabe, die auch mir persönlich entscheidend scheint. Es ist absolut notwendig, dass - ich habe das übrigens in letzter Zeit einige Male gesagt - hier die Oeffnung schrankenlos wird, selbstverständlich ohne dass die Qualität der Bildungsauf- gabe irgendwelche Einbussen erleidet. Die Oeffnung gegen- über der Wirtschaft, die sich ja tatsächlich in gemeinsamen Programmen auswirkt, muss stark gefördert werden.
Herr Danioth, ich weise Sie noch darauf hin, dass wir daran sind, unsere internen Strukturen im EDI zu bereinigen und auch hier ·die Verantwortungen zu straffen und zu ver- einheitlichen.
Die Motion entspricht voll und ganz der politischen Zielset- zung des Bundesrates auf diesen Gebieten. Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
88.505
Postulat Bührer Förderung von «Jugend und Sport» Promotion de «Jeunesse et sport»
Wortlaut des Postulates vom 21. Juni 1988
Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob es sinnvoll und wünschenswert wäre, die Tätigkeit von «Jugend und Sport» zu fördern und zu stärken, indem
die Möglichkeit geschaffen wird, 12- und 13jährige Jugendliche einzubeziehen, analog den Anschlussprogram- men, wie sie in einigen Kantonen bereits beschlossen wurden;
das Erfordernis der Durchführung innerhalb der Landes- grenzen zumindest für die Bewohner der grenznahen Regio- nen fallengelassen wird, so dass J+S Kurse auch dann unterstützt werden können, wenn sie innerhalb einer Grenz- zone im nahen Ausland durchgeführt werden.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Danioth Bildung und Forschung. Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft Motion Danioth Formation et recherche. Collaboration entre l'Etat et l'économie
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In
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Jahr
1988
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 88.482
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 29.11.1988 - 08:00
Date
Data
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762-763
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20 017 083
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