N
1957
Interpellation Aliesch
88.458 Interpellation Giger Neue Eisenbahn-Alpentransversale Nouvelle liaison ferroviaire à travers les Alpes
Wortlaut der Interpellation vom 9. Juni 1988
Im Rahmen der Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie der Generaldirektion der österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) über mögliche Zufahrtsstrecken zu einem künftigen Splügentunnel auf Vorarlberger Gebiet erarbeitete das beauftragte Ingenieurbüro im vergangenen Herbst einen neuen Trasseevorschlag als Gedankenanstoss für die Linie Thusis-Colico der Neat «Splügen». Mit einer etwas nach Westen verschobenen Streckenführung gelänge es, die Südschweiz im Raum Soazza im bündnerischen Misox an diese neue Eisenbahn-Nord-Süd-Achse anzubinden. Ab Soazza würden Eisenbahnlinien sowohl nach Bellinzona- Lugano als auch in den Raum Chiavenna und weiter nach Lecco führen. Damit würden zusätzlich neue und interes- sante Relationen etwa aus der Nordwest- und der Zentral- schweiz nach der östlichen Lombardei sowie in den Raum Venedig-Triest geschaffen und eine direkte Verkehrsverbin- dung aus dem Kanton Tessin, der westlichen Lombardei, Ligurien und Piemont in die Ostschweiz, das Bundesland Vorarlberg und in den Wirtschaftsraum Stuttgart-Ulm-Mün- chen ermöglicht.
Vor kurzem wurde dieser Variantenvorschlag nun an einer Versammlung in Lecco, an der auch der italienische Ver- kehrsminister Giorgio Santuz aus Rom anwesend war und die Bevorzugung einer Ostalpenbahn durch die italienische Regierung zum Ausdruck brachte, von offiziellen Vertretern unseres südlichen Nachbarlandes einer breiten Oeffentlich- keit vorgestellt. Dieser neue Variantenvorschlag käme Italien in jeder Beziehung sehr gelegen. Zuständigenorts erklärte man sich bereit, das erweiterte Projekt Splügen voll zu unterstützen.
Ich bin überzeugt, dass auch andere Möglichkeiten beste- hen, die Südschweiz in das Splügenprojekt zu integrieren. Ich frage den Bundesrat an:
a) Ist er auch der Meinung, dass die Netzvariante mit Einbe- zug des Tessins als konsensfähige Lösung die schon meh- rere Jahrzehnte dauernde Variantendiskussion zwischen Gotthard und Splügen beendigen könnte?
b) Ist er bereit, dieser Lösung die notwendige Aufmerksam- keit zu schenken und sie in die derzeit laufenden Neat- Untersuchungen miteinzubeziehen?
Texte de l'interpellation du 9 juin 1988
Dans le cadre d'une étude de faisabilité présentée par la Direction générale des Chemins de fer autrichiens concer- nant les voies d'accès possibles dans la région du Vorarl- berg à un futur tunnel du Splügen, le bureau d'ingénieurs chargé de ce travail a, au cours de l'automne dernier, élaboré une nouvelle proposition de tracé pouvant servir de jalon à la ligne Thusis-Colico de la NLFTA Splügen. En déplaçant quelque peu vers l'ouest le tracé, on pourrait relier à ce nouvel axe ferroviaire nord-sud la région de Soazza dans le val Mesocco. De Soazza, des lignes condui- raient les voyageurs aussi bien en direction de Bellinzone- Lugano qu'en direction de Chiavenna et de Lecco. On créerait ainsi d'intéressantes relations supplémentaires entre le nord-ouest de la Suisse et la Suisse centrale, d'une part, et la Lombardie orientale et la zone de Venise-Trieste, la Lombardie occidentale, la Ligurie, le Piémont, la Suisse orientale, le Vorarlberg et l'espace économique Stuttgart- Ulm-Munich.
Récemment, cette proposition a été soumise à un large public par des représentants officiels du Gouvernement italien, lors d'une assemblée tenue à Lecco, à laquelle a pris
part M. Giorgio Santuz, ministre des transports, venu exprès de Rome pour souligner qu'il donnait la préférence à une transversale alpine située à l'est. Une telle variante convien- drait en tout point à nos voisins méridionaux. Les autorités compétentes se sont déclarées prêtes à appuyer sans réserve le projet élargi du Splügen. Je suis persuadé qu'il existe encore d'autres possibilités d'intégrer la Suisse méri- dionale dans le projet en question.
A cet égard, je prie le Conseil fédéral de dire:
a) s'il estime également que la variante englobant le Tessin, en tant que solution à même d'entraîner un consensus, pourrait mettre fin à la discussion qui dure depuis plusieurs décennies déjà quant aux avantages du Saint-Gothard et du Splügen;
b) s'il est prêt à vouer toute l'attention nécessaire à cette solution et à l'inclure dans les enquêtes NLFTA actuellement en cours?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, David, Früh, Kühne, Ruckstuhl, Widrig, Zwingli (7)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 7. September 1988
Rapport écrit du Conseil fédéral du 7 septembre 1988 Der Bundesrat hat zur Kenntnis genommen, dass die italie- nische Region Lombardei im Juni dieses Jahres mit Vor- schlägen für eine neue Linienführung der projektierten Splügenbahn an die Oeffentlichkeit gelangt ist. Er wird diese Variante in seine Ueberlegungen einbeziehen.
Der Projektierungsstand der von der Region Lombardei vorgeschlagenen Lösung entspricht in keiner Weise den von der Schweiz bearbeiteten Planungsfällen. Zur Beurteilung der Machbarkeit müssen deshalb zuerst die nötigen Grund- lagen erarbeitet werden. Die Projektleitung Neat hat sich dieser Aufgabe angenommen.
Die Frage, ob der von der Region Lombardei präsentierte Vorschlag eine konsensfähige Lösung darstelle, lässt sich zum heutigen Zeitpunkt nicht beantworten.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.
88.776
Interpellation Aliesch Vereinabahn Chemin de fer de la Vereina
Wortlaut der Interpellation vom 7. Oktober 1988 Aufgrund der Entscheide des bündnerischen Grossen Rates, des Bündner Volkes und der eidgenössischen Räte soll zwischen Klosters und Lavin/Susch ein Eisenbahntun- nel mit «rollender Strasse» gebaut werden. Gegen dieses Bauvorhaben sind verschiedene Beschwerden eingereicht worden. Ein grosser Teil der direkt betroffenen Bevölkerung ist zudem der Auffassung, dass der notwendige Ausbau der Prättigauerstrasse auf dem Teilstück Küblis-Klosters nicht genügend rasch erfolgen wird. In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:
Sind seit dem Entscheid der eidgenössischen Räte neue Aspekte aufgetaucht, welche zu Aenderungen des ur- sprünglichen Projektes führen könnten?
Hätte eine Konzeptänderung des Projektes (z. B. Verzicht auf die «rollende Strasse» oder Verlegung des Autoverlade-
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1988
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
88.458
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 16.12.1988 - 08:00
Date
Data
Seite
1957-1957
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20 017 004
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