Truppenordnung. Aenderung
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87.991
Interpellation Loretan Geländegängige Personenwagen für die Armee. Ersatzbeschaffung Voitures tout terrain pour l'armée. Acquisition de remplacement
Siehe Seite 463 hiervor - Voir page 463 ci-devant
Diskussion - Discussion
Präsident: Die Diskussion hat im Rahmen der Debatte zum Rüstungsprogramm 1989 stattgefunden. - Herr Loretan ist von der Antwort des Bundesrates nicht befriedigt.
88.040
Truppenordnung. Aenderung Organisation des troupes. Révision
Botschaft und Beschlussentwurf vom 25. Mai 1988 (BBI II, 1129) Message et projet d'arrêté du 25 mai 1988 (FF II. 1097)
Beschluss des Ständerates vom 20. September 1988 Décision du Conseil des Etats du 20 septembre 1988
Herr Wyss Paul unterbreitet im Namen der Militärkommis- sion den folgenden schriftlichen Bericht:
Die Vorlage des Bundesrates enthält zwei Anträge:
Organisatorische Aenderungen bei der Infanterie sowie bei den Mechanisierten und Leichten Truppen.
Zusätzliche Dienstleistungen für die Umschulung auf den Panzerjäger Piranha sowie auf den Schweren Minen- werfer 74.
Zu 1: Die Zahl der in den verschiedenen Truppengattungen zu bildenden Stäbe und Einheiten wird in einem nicht veröf- fentlichten Anhang zum Bundesbeschluss vom 20. Dezem- ber 1960 über die Organisation des Heeres (Truppenord- nung) festgelegt. Die Militärkommission erhält jeweils die entsprechenden Teile dieses vertraulichen Anhangs.
Mit der vorliegenden Aenderung der Truppenordnung sol- len 31 Panzerjägerkompanien und 27 Schwere Minenwer- ferkompanien neu gebildet werden.
Das Material der Panzerjägerkompanien (gepanzerte Rad- fahrzeuge Piranha mit dem Lenkwaffensystem TOW 2) wurde von den eidgenössischen Räten mit dem Rüstungs- programm 86 genehmigt. Mit dem Rüstungsprogramm 87 wurde die Ausrüstung der Schweren Minenwerferkompa- nien mit 12-cm-Minenwerfern 74 genehmigt.
Die Bestände der neuen Formationen sollen im wesentli- chen durch die Auflösung von bisherigen Panzerabwehrein- heiten gebildet werden, die heute mit den rückstossfreien 10,6-cm-Panzerabwehrkanonen 58 (BAT) bzw. mit der Boden/Boden-Lenkwaffe 65 (BANTAM) ausgerüstet sind. Zudem sollen die neuen Verbände auf die Altersklassen Auszug und Landwehr ausgedehnt werden.
Zu 2: Artikel 123 des Bundesgesetzes über die Militärorgani- sation gibt der Bundesversammlung die Kompetenz, für den Fall einer Umorganisation oder Neubewaffnung eines Trup- penverbandes zusätzliche Instruktionsdienste anzuordnen. Diese Beschlüsse unterstehen aufgrund von Artikel 220 die- ses Bundesgesetzes nicht dem Referendum.
Zusätzliche Instruktionsdienste sind für die Offiziere, Unter- offiziere und Fahrer der neuen Panzerjäger- und Schweren Minenwerferkompanien notwendig.
M. Wyss Paul présente au nom de la Commission des affaires militaires le rapport écrit suivant:
Le message du Conseil fédéral renferme deux propositions: 1. Réorganisation de l'infanterie et des troupes mécanisées et légères.
Ad 1: Le nombre des états-majors et unités devant être for- mées dans les différentes armes est fixé dans une annexe non publiée à l'arrêté fédéral du 20 décembre 1960 sur l'organisation de l'armée (organisation des troupes). La Commission des affaires militaires reçoit toujours les parties pertinentes de cette annexe confidentielle.
Par la présente révision de l'organisation des troupes, il est prévu de former 31 compagnies de chasseurs de chars et 27 compagnies de lance-mines lourds.
Les Chambres fédérales ont approuvé l'acquisition du maté- riel des compagnies de chasseurs de chars (véhicules blindés à roues Piranha, dotés du système d'engin guidé TOW 2) dans le cadre du programme d'armement 1986. En adoptant celui de 1987, elles ont décidé que les compagnies de lance-mines lourds seraient équipées de lance-mines lourds 74 de 12 cm. Les effectifs de ces nouvelles forma- tions proviennent pour l'essentiel de la suppression des compagnies antichars qui sont équipées actuellement du canon antichars 58 (BAT) de 10,6 cm ou de l'engin guidé sol-sol 65 (BANTAM). Les nouvelles unités seront consti- tuées en outre d'hommes des classes d'âge de l'élite et de la landwehr.
Ad 2: L'article 123 de la loi fédérale d'organisation militaire donne à l'Assemblée fédérale la compétence d'ordonner des services d'instruction complémentaires en cas de réor- ganisation ou de réarmement d'une formation. En vertu de l'article 220 de ladite loi, les décisions en la matière ne sont pas sujettes au référendum.
Des services d'instruction supplémentaires sont nécessaires pour les officiers, les sous-officiers et les chauffeurs des nouvelles compagnies de chasseurs de chars et de lance- mines lourds.
Antrag der Kommission
Die Militärkommission beantragt einstimmig, auf die Vor- lage einzutreten und der Aenderung zuzustimmen.
Proposition de la commission
La Commission des affaires militaires unanime propose d'entrer en matière et d'approuver les deux modifications.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Ziff. I und II Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, ch. I et II
Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Ziff. Il Abs. 3 (neu) Antrag Leuenberger-Solothurn Die zusätzlichen Diensttage werden an die gesetzliche Dienstleistungspflicht angerechnet.
Ch. Il al. 3 (nouveau)
Proposition Leuenberger-Soleure Les jours de service supplémentaires sont imputés sur la durée légale du service.
4-N
Organisation des troupes. Révision
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N
28 novembre 1988
Leuenberger-Solothurn: Es geht zwar nur um ein Detail, aber in den Details liegt gelegentlich der Teufel. Ich finde, man sollte diese Frage wenigstens zur Diskussion stellen. Es ist und war unbestritten, dass die Umschulung in diesen neuen Einheiten zusätzliche Diensttage braucht. Es geht nicht im Rahmen der bisher vorgesehenen Dienstlei- stungen.
Mein Problem ist einzig und allein eine Bemerkung auf Seite 8 der Botschaft, wo ganz einfach steht, die zusätzli- chen Diensttage würden an die gesetzliche Dienstleistungs- pflicht nicht angerechnet. Wenn wir uns nun diese Ziffer II des Beschlussentwurfes ansehen, kann man feststellen - ich beginne unten -, dass beispielsweise für das Hilfsperso- nal die Kurse bis um sieben Tage verlängert werden können, für Fahrer ebenfalls bis um sieben Tage, für Unteroffiziere von drei bis zu sieben Tage.
Ist es aber zulässig und sinnvoll, für diese Kategorien - die meisten davon sind gewöhnliche Soldaten - mit einem Handstreich praktisch die gesetzliche Dienstpflicht zu ver- längern und festzuhalten, diese Diensttage würden auf die Gesamtdienstleistungspflicht nicht angerechnet? Ich wie- derhole, ich bestreite die ausgewiesene Notwendigkeit nicht: Diese Ausbildung muss offenbar eine gewisse Dauer haben, eine momentane Verlängerung dieser Dienstzeiten ist offenbar nötig. Wenn es aber nötig ist, so gibt es keinen sachlichen Grund dafür, diese Diensttage nicht an die Gesamtdienstzeit anzurechnen. Würden wir das nicht tun, öffneten wir einer gewissen Willkür, einer gewissen unge- rechten Behandlung Tür und Tor. Jener, der von seinem Kommandanten ausersehen wird, eine Hilfspersonalrolle zu spielen, hätte plötzlich über Nacht sieben Tage mehr Dienst zu leisten als die anderen, die dazu nicht ausersehen wer- den. Ich weiss, dies ist ein wenig die Soldatenoptik, aber ich geniere mich gar nicht, diese Soldatenoptik auch zum Tra- gen zu bringen. Die Obersten haben ihre Optik bereits zur Darstellung gebracht.
Ich nehme an, dass die Annahme meines Antrags dieser ganzen Vorlage überhaupt keinen Schaden zufügt, sie bereitet keine Schwierigkeiten.
Ich bitte Sie daher, diesem Antrag zuzustimmen. ·
Wyss Paul, Berichterstatter: Herr Leuenberger hat von Handstreich gesprochen. Das ist ein Handstreich, Sie müs- sen ihn aber besser vorbereiten, denn wir haben eine Militär- organisation, die klar umschreibt, wie die Dienstleistungen zu regeln sind.
Ich gehe materiell auf die Frage von Herrn Leuenberger nicht ein. Er müsste für das, was er vorschlägt, eine Aende- rung der Militärorganisation beantragen, denn dort steht unter Artikel 123 klar: Die Bundesversammlung kann für den Fall einer Umorganisation oder Neubewaffnung ( .... ) über die Diensttage hinaus zusätzliche Instruktionsdienste anord- nen und deren Dauer festlegen.
Er bezieht sich auf Artikel 122, in dem ganz klar festgelegt wird, wie lange die Dauer von Wiederholungskursen ist und wie lange die allgemeine Dienstdauer ist. Somit müsste er eine Aenderung von Artikel 123 beantragen, und das müsste er auf einem anderen Wege tun als hier.
Leuenberger-Solothurn: Ich verlangte nochmals das Wort, um eine sachliche Berichtigung anzubringen. Es stimmt, Artikel 123 der Militärorganisation sagt: Die Bundesver- sammlung kann über die aufgeführten Diensttage hinaus zusätzliche Instruktionsdienste anordnen. Aber sie muss nicht! Ich bestreite nicht das Recht, dass man zusätzliche Diensttage anordnen darf; ich verlange bloss, dass diese zusätzlichen Diensttage pro Jahr - in diesen vier Jahren - an die gesamte Dienstpflicht angerechnet werden. Ich meine, dieses «Gebötchen» der Gerechtigkeit sollte möglich sein.
M. Leuba, rapporteur: Ici, il est dommage également que cette question qui, juridiquement, est plus difficile sans doute qu'il n'y paraît, n'ait pas été soulevée en commission, ce qui nous aurait donné le temps de l'étudier tout à fait sérieusement. Je ne peux pas cependant me rallier à l'inter- prétation de notre collègue.
Je constate en effet que l'article 121 de la loi d'organisation militaire dit expressément: «Les cours de répétition sont de vingt jours.» Ensuite, l'article 122 dit: «Les officiers accom- plissent tous les services d'instruction, etc.,» et l'alinéa 2 stipule que «les sergents, les sous-officiers supérieurs en âge de servir dans l'élite font dix cours de répétition, les caporaux, appointés et soldats huit». Par conséquent, huit fois vingt jours, on ne dit pas qu'on peut les remplacer par autre chose. En revanche, l'article 123 de cette même loi dit: «En cas de réorganisation ou de nouvel armement - c'est le cas présentement - l'Assemblée fédérale peut ordonner des services d'instruction en sus des jours de service prévus à l'article 122 et en fixer la durée.» Elle peut, elle n'est pas obligée, mais ici on vous demande de le faire parce qu'il est nécessaire pour le réarmement que les soldats soient natu- rellement aptes à utiliser la nouvelle arme.
Enfin, en dehors de cette question purement juridique, il y a une autre question fondamentale. On ne réarme pas une troupe pour le simple plaisir, mais parce que cela est néces- saire, et il est nécessaire alors que les soldats dominent leur arme. Ce cours d'introduction n'a pas d'autre objet que de permettre aux officiers, sous-officiers et soldats de dominer leur nouvelle arme. Cela exige davantage d'un certain nom- bre de citoyens suisses, qui peut-être ne seront pas tous traités de manière égale en l'occurrence - mais tous les citoyens suisses obtiennent-ils le même nombre de jours de congé dans un cours de répétition? Vous savez bien que non et qu'une certaine inégalité, tant qu'elle reste dans de telles proportions, est acceptable.
Je vous prie par conséquent de repousser la proposition qui vous est faite.
Bundesrat Koller: Dies ist weitgehend ein theoretisches Problem. Hauptbetroffene, Herr Leuenberger-Solothurn, sind letztlich nicht die Soldaten, sondern die Offiziere und Unteroffiziere. Für diese ist die vorgeschlagene Regelung eine Notwendigkeit, denn selbstverständlich braucht man diese Offiziere und Unteroffiziere in den nächsten Wiederho- lungskursen wieder, so dass eine Anrechnung bei den Offi- zieren und Unteroffizieren zu grossen praktischen Proble- men hinsichtlich der Durchführbarkeit der Dienste führen würde. Es stellt sich demnach das Problem vor allem noch für die Fahrer und für das Hilfspersonal. Hier weiss ich aus eigener Erfahrung als Truppenkommandant, dass man diese Regelung sehr flexibel handhabt. Man muss zwar diese Möglichkeit haben, vor allem bei den Fahrern, weil man sonst die nötigen Spezialisten nicht hat. Aber es liegt selbstverständlich im Belieben der Truppenkommandanten, diese zusätzlichen Diensttage durch Urlaubstage cder durch frühzeitiges Abtreten - wo das dienstlich möglich ist - zu kompensieren. Die von Ihnen vorgeschlagene Anrechnung würde auch der ganzen bisherigen Praxis, die sich bewährt hat, widersprechen.
Aus diesen Gründen beantrage ich Ihnen Ablehnung des Antrages von Herrn Leuenberger.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag Leuenberger-Solothurn Dagegen
27 Stimmen 73 Stimmen
Ziff. Ili Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Ch. III Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes 88 Stimmen (Einstimmmigkeit)
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Truppenordnung. Aenderung
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral Schluss der Sitzung um 20.05 Uhr La séance est levée à 20 h 05
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Truppenordnung. Aenderung Organisation des troupes. Révision
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1988
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Nationalrat
Conseil
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Consiglio
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Geschäftsnummer 88.040
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Datum 28.11.1988 - 14:30
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Data
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