Motion Hänggi
1478
N
7 octobre 1988
Diese Erneuerung soll den folgenden Bedürfnissen Rech- nung tragen:
Das Bild unserer Landwirtschaft hat sich grundlegend gewandelt (Strukturwandel, Mechanisierung, Technisie- rung).
Auch das Umfeld hat sich gewandelt und in der Aufga- benstellung zu wesentlichen produktionstechnischen und betriebswirtschaftlichen Akzentverschiebungen geführt.
Auch in der Landwirtschaft hat sich der Wandel beschleunigt. Auch das stellt neue Anforderungen an Grundausbildung, Weiterbildung und Beratung.
Verschiedene Anpassungen an die neuen Bedürfnisse konnten im Laufe der Jahre durch Aenderungen im Unter- richtsplan und durch Anpassungen der Bildungsverordnung ohne Gesetzesrevision realisiert werden. Weitere wichtige und dringende Anpassungen bedürfen offenbar entspre- chend ergänzter gesetzlicher Grundlagen.
Vor wenigen Jahren ist die gesetzliche Grundlage der Ausbildung in den Biga-Berufen einer Totalrevision unterzo- gen worden. Daraus ergeben sich ungewollte Differenzen zwischen landwirtschaftlicher und gewerblicher Ausbil- dung, die insbesondere die Ausbildung für Erwerbskombi- nationen unnötig erschweren.
Ausbildung und Beratung erfüllten im schwierigen Anpassungsprozess der Landwirtschaft in den letzten dreis- sig Jahren wichtige Dienstleistungsfunktionen. Für die kom- menden Anpassungsprozesse (Oekologie, Extensivierung, Diskussionen im Gatt, EG-Binnenmarkt 92 usw.) ist die Landwirtschaft mindestens ebensosehr auf Entscheidungs- hilfen durch die zeitgemässe Aus- und Weiterbildung und Beratung angewiesen.
Texte de la motion du 23 juin 1988
Le Conseil fédéral est chargé de proposer au Parlement une révision du chapitre de la loi sur l'agriculture concernant la formation professionnelle.
Cette révision doit prendre en considération les faits sui- vants:
Notre agriculture s'est profondément transformée (modi- fication des structures, mécanisation, emprise croissante de la technique).
L'environnement a également changé, de sorte que l'im- portance relative des tâches qu'impliquent la production et la gestion de l'entreprise s'est considérablement modifiée. 3. L'agriculture évolue elle aussi de plus en plus rapide- ment, ce qui pose des exigences nouvelles à la formation de base, au perfectionnement des connaissances et à leur vulgarisation.
Diverses adaptations aux besoins nouveaux ont pu être réalisées au cours des années par la modification du pro- gramme d'enseignement et l'adaptation de l'ordonnance sur la formation professionnelle agricole, sans qu'il n'ait été nécessaire de réviser la loi. Cependant, pour procéder aux adaptations notables qui s'imposent d'urgence, il faut mani- festement compléter les bases légales.
Il y a quelques années, les dispositions légales qui régis- sent la formation professionnelle relevant de la compétence de l'OFIAMT ont fait l'objet d'une révision totale. Sans qu'on ne l'ait voulu, des différences en ont résulté entre la forma- tion professionnelle agricole et la formation professionnelle dans l'artisanat, l'industrie et le commerce, ce qui entrave inutilement l'apprentissage combiné de différentes profes- sions.
La formation dispensée et la vulgarisation des connais- sances ont considérablement aidé l'agriculture à réussir les difficiles adaptations auxquelles elle a dû procéder au cours des trente dernières années. En raison des changements que l'évolution imposera à l'avenir (écologie, agriculture extensive, discussions au sein du GATT, création du marché intérieur de la CE en 1992, etc.), elle doit disposer, au moins autant que précédemment, de moyens de formation, de perfectionnement et de vulgarisation permettant aux inté- ressés de prendre des décisions judicieuses.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Allenspach, Auer, Bonny, Bühler, Büttiker, Cincera, Eppenberger Susi, Fischer-Seengen, Früh, Giger, Gysin, Hari, Hess Otto, Hou- mard, Jung, Kühne, Loeb, Müller-Meilen, Petitpierre, Phili- pona, Ruckstuhl, Rutishauser, Rüttimann, Savary-Vaud, Scheidegger, Schmid, Schüle, Spoerry, Steinegger, Tschup- pert, Wanner, Weber-Schwyz, Wellauer, Widrig, Wyss Wil- liam, Zölch, Zwingli (38)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 14. September 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 14 septembre 1988 Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
88.553
Motion Hänggi Umweltschonender Bau der «Bahn 2000» im Kanton Solothurn
RAIL 2000 dans le canton de Soleure. Mesures de défense de l'environnement
Wortlaut der Motion vom 23. Juni 1988
Der Bundesrat wird aufgefordert, den Zusatzbeitrag von 60 Millionen Franken für Umweltschutzmassnahmen auf 120 Millionen zu erhöhen, damit die Anliegen der betroffe- nen Bevölkerung des Wasseramtes, des Niederamtes und der Region Grenchen berücksichtigt werden können.
Texte de la motion du 23 juin 1988
Le Conseil fédéral est chargé de porter la contribution supplémentaire pour le financement de mesures de protec- tion de l'environnement de 60 millions de francs à 120 mil- lions de francs au moins afin que les revendications de la population des régions concernées (Wasseramt, Niederamt, région de Granges) puissent être satisfaites.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Büttiker, Leuenberger- Solothurn, Nussbaumer, Scheidegger, Ulrich, Wanner (6)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Bau der «Bahn 2000» bringt für die betroffenen Regio- nen des Kantons Solothurn erhebliche zusätzliche Immissio- nen. Insbesondere der Bezirk Wasseramt wird heute schon durch die Nationalstrasse N 5 durchschnitten. Der Bau von zwei neuen Eisenbahnlinien nach Bern und Solothurn mutet der Bevölkerung weitere Opfer zu.
Es müssen daher alle technischen Möglichkeiten ausge- nutzt werden, um den Bau und die Linienführung möglichst umweltschonend zu realisieren. Dazu werden zusätzliche Untertunnelungen im Wasseramt und im Niederamt nötig sein sowie allgemeine Lärmbekämpfungsmassnahmen in der Region Grenchen.
Fachleute - wie auch der Regierungsrat des Kantons Solo- thurn - sind überzeugt, dass mit zusätzlichen finanziellen Mitteln noch einiges verbessert und korrigiert werden kann.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1988
1479
Postulat Schmidhalter
Mit Bundesbeschluss vom 17. Dezember 1986 haben die eidgenössischen Räte die SBB ermächtigt, zur Verwirkli- chung des Konzeptes «Bahn 2000>> Infrastrukturinvestitio- nen im Umfang von 5,4 Milliarden Franken zu tätigen. Davon sind 2,35 bis 2,45 Milliarden Franken für die vier Neubau- strecken veranschlagt. In dieser Kreditsumme sind 50 Millio- nen Franken enthalten, welche die eidgenössischen Räte für zusätzliche Umweltschutzmassnahmen an den Neubau- strecken beschlossen haben - als Ergänzung zu dem, was unter diesem Titel in den damals vorliegenden Plänen bereits vorgesehen war. Diese Kreditaufstockung geschah in erster Linie mit Blick auf eine umweltschonende Trassie- rung der Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist.
Die SBB haben in der Zwischenzeit die Projekte für die Neubaustrecken zusammen mit den betroffenen Kantonen und Umweltschutzorganisationen weiterbearbeitet. Nach Abschluss der Projektierung werden sie die Bauvorlage dem Bundesamt für Verkehr zur Einleitung des eisenbahnrechtli- chen Baubewilligungsverfahrens (Plangenehmigungsver- fahren) einreichen. Gegenstand dieses Verfahrens ist auch eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung des Pro- jektes durch die zuständige Behörde. Es wird dabei festzu- stellen sein, ob das Projekt den Bestimmungen des Umwelt- schutzgesetzes und den Umweltvorschriften anderer Bun- desgesetze entspricht.
Ob und allenfalls in welchem Ausmass zusätzliche Umwelt- schutzmassnahmen nötig sein werden, kann erst nach Abschluss des Baubewilligungsverfahrens gesagt werden. Der Bundesrat hält es daher nicht für zweckmässig, heute schon dafür einen Zusatzbeitrag vorzusehen. Für projektbe- dingte Mehrkosten, z. B. als Folge von zusätzlichen Umwelt- schutzmassnahmen, müsste er den eidgenössischen Räten einen Zusatzkredit beantragen, da er lediglich ermächtigt ist, den bewilligten Höchstbetrag von 5,4 Milliarden Franken der Teuerung anzupassen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
88.305
Postulat Schmidhalter Neue Eisenbahn-Alpentransversale. Konzept Nouvelles liaisons ferroviaires à travers les Alpes
Wortlaut des Postulates vom 29. Februar 1988
Der Bundesrat wird eingeladen, auf der Grundlage des Kon- zeptes «Bahn 2000» unter Berücksichtigung der laufenden Studien Neat, Neue Eisenbahntransversalen, ein Konzept «Bahn 2000 international» erarbeiten zu lassen. Die drei bestehenden Transitlinien und deren Verkehrskorridore Simplontallinie, Basel-Bern-Lötschberg-Simplon und
Basel-Gotthard-Chiasso sowie die internationalen Einfall- und Zubringerlinien im Jura, in der Nord-Ostschweiz und im Rheintal sind nahtlos auf der Basis des Konzeptes «Bahn/ Bus 2000» auszubauen, so dass die angestrebten Ziele und Vorgaben der neuen Eisenbahn-Alpentransversalen für den die Schweiz durchquerenden Güter- und Personenverkehr erfüllt werden können.
Texte du postulat du 29 février 1988
Le Conseil fédéral est invité à faire élaborer un projet RAIL 2000 international qui tienne compte du projet RAIL 2000 et
des études en cours sur de nouvelles liaisons ferroviaires à travers les Alpes. Les trois lignes de transit existantes et leurs voies d'accès (ligne de la vallée du Simplon, ligne Bâle-Berne-Loetschberg-Simplon, ligne Bâle-St-Gothard- Chiasso), ainsi que les lignes internationales d'apport, qui aboutissent à nos frontières du Jura, du nord et de l'est, doivent être aménagées de manière à ce qu'elles s'intègrent à notre réseau remanié conformément au projet RAIL/ BUS 2000, et que les objectifs assignés aux nouvelles liai- sons ferroviaires à travers les Alpes puissent être atteints pour le trafic des marchandises et des personnes.
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Am 2. Oktober 1986 hat der Unterzeichnete im Parlament die Motion «Eurorail 2000» eingegeben und verlangt, dass der Bundesrat in Ergänzung und Ausweitung zum Konzept «Bahn 2000» ein Konzept «Bahn 2000 international» entwerfe und dem Parlament vorlege. Diese Motion wurde vom Bundesrat am 26. November 1986 als Postulat ange- nommen.
Inzwischen hat der Bundesrat den Auftrag erteilt, Entschei- dungsgrundlagen für den Bau einer neuen Eisenbahn-Al- pentransversale (Neat) mit der zu wählenden Linienführung zu erarbeiten, und zwar aufgrund von vier Linienführungsva- rianten. Die Experten haben im sogenannten Referenzfall vernünftige, sofortige und mittelfristige Massnahmen berücksichtigt und für den Vergleich als durchgeführt vor- ausgesetzt. Sie kommen zum Schluss, dass zwischen die- sem Referenzfall und den Neat-Planungsfällen keine finan- ziell interessante Zwischenlösung, d. h. ohne Basistunnel aber mit Ausschöpfung sämtlicher denkbarer Verbesse- rungsmöglichkeiten, gefunden werden könne. Sie behaup- ten, dass eine solche Zwischenlösung nicht existiere, wenn man die realistisch gesetzten Hauptziele berücksichtige. Unserer Ansicht nach gibt es aber eine solche interessante Zwischenlösung mit einem kurzen Basistunnel unter den Berner Alpen. Mit einem konsequenten Ausbau könnte übri- gens jede der drei bestehenden Linien mit relativ kurzen Neubaustrecken mittel- und langfristig auf einen Stand gebracht werden, der in bezug auf Qualität und Kapazität der in Zukunft entstehenden Nachfrage auch im internatio- nalen Verkehr entsprechen würde. Das Konzept «Bahn 2000 international» ist ohne grosse Zeitverluste und übermässige Kosten zu realisieren.
Alpentransversale: Schwierigkeiten bei der Finanzierung Die Neat-Studien konzentrieren sich auf vier Projekte mit überlangen Neubaustrecken: Lötschbarg 129 km, Gotthard 198 km, Gotthard Y 372 km, Splügen | 249 km, Splügen II 346 km. Diese Studien sollen uns Entscheidungsgrundlagen für den Bau einer Eisenbahn-Alpentransversale geben. Es wird sicher möglich sein, aufgrund der Unterlagen einen sogenannten Linienführungsentscheid zu treffen. Ob es dann aber für einen Baubeschluss reicht, ist auf einem anderen Blatt geschrieben. Diese Zweifel drängen sich auf, wenn die Finanzierung überdacht wird.
Mit dem Konzept «Bahn 2000» werden folgende Investi- tionsbeträge ausgelöst: Für die SBB: Neubaustrecken und Ausbauten 5,4 Milliarden, zusätzlich Rollmaterial für 1,7 Mil- liarden, total 6,7 Milliarden Franken. Für die Privatbahnen sowie weitere konzessionierte Transportunternehmen (KTU) sind in diesem Zeitraum minimum zwei Rahmenkredite in der Grössenordnung von 2,5 Milliarden Franken vorzuse- hen, wobei angenommen wird, dass bei den Privatbahnen die Kantone und die Bahnen 50 Prozent zusätzlich leisten müssen. Das ergibt ein totales Investitionsvolumen in der Grössenordnung von 5 Milliarden Franken. Total werden also für «Bahn/Bus 2000» etwa bis zum Jahre 2000 12 Mil- liarden Franken zu investieren sein. Dies, ohne Teuerung und Mehrkosten zu berücksichtigen. Ueber den neuen Lei- stungsauftrag an die SBB muss der Bund etwa 1 Milliarde Franken pro Jahr laufend investieren.
Sofern man annimmt, dass bis zum Jahre 2007 zusätzlich eine neue Alpentransversale mit etwa 200 km Neubaustrek- ken realisiert werden soll, ergeben sich schlussendlich Inve- stitionssummen zwischen 2,5 bis 3 Milliarden Franken pro
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Hänggi Umweltschonender Bau der "Bahn 2000" im Kanton Solothurn Motion Hänggi RAIL 2000 dans le canton de Soleure. Mesures de défense de l'environnement
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In
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Jahr
1988
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
88.553
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 07.10.1988 - 08:00
Date
Data
Seite
1478-1479
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Pagina
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