Interpellations urgentes sur la situation en Roumanie
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N 5 octobre 1988
sche Flüchtlinge aus Rumänien eingetroffen. Diese Minder- heiten verlieren damit ihre traditionellen Bindungen und ethnischen Wurzeln, ja ihre kulturelle Identität. Begründet werden die Zwangsumsiedlungen mit einem «Systematisie- rungsprogramm», wodurch ein Zuwachs der landwirtschaft- lichen Flächen um ganze drei (!) Prozent angestrebt wird. In diesem Zusammenhang frage ich den Bundesrat an:
Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass die Politik der rumänischen Regierung gegen das Recht auf kulturelle Identität und das Recht auf Gleichbehandlung der Minderheiten verstösst? Diese Menschenrechte und Grund- freiheiten sind sowohl in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Uno als auch in der Schlussakte von Helsinki der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) garantiert, zu deren Einhaltung sich auch Rumänien mit seiner Unterschrift verpflichtet hat.
Falls der Bundesrat diese Auffassung teilt, ist er bereit, seine Haltung öffentlich und beispielsweise auch an der KSZE-Nachfolgekonferenz in Wien zu bekunden?
Texte de l'interpellation du 20 septembre 1988
Ces douze prochaines années, le gouvernement roumain projette de faire détruire 7000 à 8000 des quelque 14 000 villages de Transylvanie et de Banat et de déplacer leurs habitants de force. Les deux millions de personnes qui seront touchées par ces mesures appartiennent pour la plupart à des minorités ethniques telles que les Hongrois et les Allemands, mais il y a aussi, en plus des Roumains, des Bulgares, des Serbes, des Juifs et des Tsiganes. Depuis le mois de janvier de cette année, la Hongrie a déjà accueilli quelque 20 000 réfugiés de souche hongroise. Les mesures décrétées privent en effet les membres des minorités ethni- ques de leurs traditions, de leurs racines, voire de leur identité culturelle. Ces déplacements de population sont partie intégrante d'un programme de «systématisation» de la production agricole, grâce auquel le gouvernement espère obtenir un accroissement des surfaces agricoles de trois pour cent en tout et pour tout!
Je prie le Conseil fédéral de bien vouloir répondre aux questions suivantes:
N'est-il pas lui aussi d'avis qu'en mettant à exécution les mesures annoncées, le gouvernement roumain viole le droit qu'ont les minorités à conserver leur identité culturelle et à être traitées comme le reste du peuple roumain? Ces droits de l'homme et ces libertés fondamentales sont garantis tant dans la Déclaration universelle des droits de l'homme, éla- borée sous l'égide de l'ONU, que dans l'Acte final d'Helsinki, mis au point dans le cadre de la Conférence sur la sécurité et la coopération en Europe (CSCE). La Roumanie a signé ces instruments et s'est donc engagée à respecter les prin- cipes qui y sont énoncés.
Le Conseil fédéral serait-il disposé, le cas échéant, à rendre publique sa position et à faire une déclaration dans ce sens, par exemple à l'occasion de la conférence du suivi de la CSCE à Vienne?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Basler, Darbellay, Fi- scher-Hägglingen, Fischer-Seengen, Frey Walter, Hari, Massy, Müller-Wiliberg, Ruffy, Rutishauser, Rychen, Schwab, Seiler Hanspeter, Zwingli (14)
88.578
Dringliche Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion Rumänien. Zerstörung von Dörfern und Flüchtlingsbewegungen Interpellation urgente du groupe socialiste Roumanie. Destruction de villages et vagues de réfugiés
Wortlaut der Interpellation vom 20. September 1988 Um angeblich die landwirtschaftlichen Nutzflächen zu ver- grössern und die Produktion zu «systematisieren», sollen bis zu 8000 der 13 000 Dörfer «geschleift» werden. Betroffen sind auch kleine Städtchen und alte Stadtteile. Die Bewoh- ner werden in agro-industrielle «Siedlungszentren» umge- siedelt. Bedeutende kulturelle Güter werden zerstört.
Zwangsumsiedlungen sind Verletzungen der Menschen- rechte. Rumänien hat aber die Schlussakte von Helsinki mitunterzeichnet!
Die Zerstörung der Dörfer löst bereits grosse Flüchtlingsbe- wegungen aus. Die wirtschaftliche Not der Bevölkerung und z. B. der Mangel an Medikamenten sind besorgniserregend. - Wie ist die Haltung des Bundesrates, um die Zerstörung der ca. 7000 bis 8000 Dörfer zu verhindern und den damit entstehenden Flüchtlingsbewegungen zu begegnen? - Was wurde bis heute zur Erhaltung der Menschenrechte in Rumänien unternommen?
Texte de l'interpellation du 20 septembre 1988
Afin, prétendument, d'agrandir la surface agricole exploita- ble et de «systématiser» la production, 8000 cles 13 000 villages de Roumanie doivent être «rasés».
De petites villes ou des quartiers urbains anciens sont aussi touchés par les mesures. Les habitants doivent être trans- férés dans des centres agro-industriels. D'importants biens culturels seront détruits.
Les transferts forcés de population constituent une violation des droits de l'homme. Or la Roumanie a signé l'Acte final d'Helsinki!
La destruction de villages entiers a déjà provoqué un grand afflux de réfugiés. La détresse matérielle de la population et notamment le manque de médicaments sont inquiétants.
Quel est l'avis du Conseil fédéral sur les moyens à mettre en oeuvre pour empêcher la destruction de 7000 à 8000 villages et endiguer l'énorme afflux de réfugiés qui risque de se produire ?
Qu'est-ce qui a été entrepris jusqu'ici pour exiger de la Roumanie qu'elle respecte les droits de l'homme ?
Sprecherin - Porte-parole: Fankhauser
88.588
Dringliche Interpellation Bonny Menschenrechtsverletzungen in Rumänien. Haltung der Schweiz Interpellation urgente Bonny Violation des droits de l'homme en Roumanie. Attitude de la Suisse
Wortlaut der Interpellation vom 21. September 1988 Das kommunistische Regime Ceausescu hat eine langfri- stige Aktion begonnen, um in den nächsten Jahren die
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Dringliche Interpellationen zur Situation in Rumänien
Hälfte aller Dörfer niederzureissen und deren Einwohner zwangsweise umzusiedeln. Dabei wird insbesondere Sie- benbürgen mit seinen ethnischen, konfessionellen und kul- turellen Minderheiten in seiner Existenz bedroht. Angesichts der damit verbundenen schweren Verletzung von Men- schenrechten frage ich den Bundesrat an, welche Aktionen er im Rahmen der KSZE-Konferenz in diesem Zusammen- hang unternommen hat und was er in Zukunft zu unterneh- men gedenkt.
Texte de l'interpellation du 21 septembre 1988
Le régime communiste de Ceaucescu a entamé une action à long terme visant, au cours des prochaines années, à raser la moitié de tous les villages du pays et à déplacer de force les habitants. Dans cette opération, c'est la Transylvanie en particulier, avec ses minorités ethniques, confessionnelles et culturelles, dont l'existence est menacée. Compte tenu du fait que cette action constitue une grave violation des droits de l'homme, je demande au Conseil fédéral quelles démarches il a entreprises à cet égard dans le cadre de la CSCE et ce qu'il compte faire à l'avenir?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bremi, Steinegger, Wan- ner (3)
Wiederkehr: Stellen Sie sich bitte vor, vor vier oder fünf Jahren hätte Ihnen irgend jemand berichtet, in einem Land mitten in Europa würden zwei Drittel seiner gewachsenen Siedlungen und Dörfer geschleift, dem Erdboden gleichge- macht, ihre Bewohner in einheitlichen Zentren zusammen- geführt, und das alles ohne eigentliche kriegerische Einwir- kungen. Unmöglich, hätten Sie gesagt, und den Ueberbrin- ger solcher Kunde als vermutlich hochgradig gestört einge- stuft. Und doch ist dies heute - 1988 - möglich. Mitten in Europa, keine 1000 Kilometer von unserem Land entfernt: 7000 bis 8000 der total 13 000 Dörfer Rumäniens sollen zerstört, ihre Bewohner in sogenannt agro-industriellen Zentren zusammengefasst werden. Und vermutlich hoch- gradig gestört ist heute - 1988 - nicht der Ueberbringer der Nachrichten, sondern diejenigen, die einen solchen Holo- caust angeordnet haben, die Leute um den Conducator Nicolae Ceausescu. Rumänien gilt seiner landschaftlichen Schönheit und der Gestalt der Dörfer wegen als die Schweiz Osteuropas, und auch in bezug auf die Zusammensetzung der Bevölkerung gibt es Aehnlichkeit mit der Schweiz. In Rumänien leben viele verschiedene Kulturen, viele verschie- dene Sprachen und auch Religionen zusammen wie bei uns. Sie könnten durchaus miteinander auskommen, und es soll mir bitte kein Historiker damit kommen, dass das nun der Preis von Perestroika sei, dass nämlich die gelockerten Zügel den Regierungen Osteuropas erlaubten, längst fällige «Flurbereinigungen» nach eigenem Gutdünken vorzuneh- men und dass sich dies im Falle von Rumänien nun als Druckmittel auf die Minderheiten auswirke. Das stimmt im Falle von Rumänien nicht. Der Conducator Ceausescu hat schon immer einzig die ursprünglichen Rumänen als rich- tige Rumänen betrachtet, die ungarische Minderheit oder religiöse und andere ethnische Minderheiten eben nicht. Es ist dem Führer Rumäniens auch vorbehalten gewesen, sich tatsächlich mit einem Reichsapfel und einem Zepter von seinen Untertanen sozusagen zum «Pontifex maximus» machen zu lassen.
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Der «Fall Rumänien» ist inzwischen hinlänglich bekannt. Es hat mehrere Komitees gegeben, die sich bei der Information über diese kulturelle und ethnische Schandtat ersten Ranges darüber ausgelassen haben. Tatsache ist auch, dass hier sechs verschiedene dringliche Interpellationen vorlie- gen. Ich möchte daher nicht weiter auf Einzelheiten einge- hen, sondern in Abkürzung der Zeit, Herr Bundesrat, zwei Fragen stellen:
Ist es dem Bundesrat möglich, weil die Schweiz dem Exekutivrat der Unesco angehört und Rumänien ebenfalls Mitglied der Unesco ist, gegen die Zerstörung der Dörfer und die Zerstörung einer gewachsenen Kultur an geeigne- tem Orte in der Unesco zu protestieren?
Sieht der Bundesrat weitere Möglichkeiten in völkerrecht- licher Hinsicht - Rumänien hat die Schlussakte von Helsinki unterzeichnet -, um intervenieren zu können?
M. Eggly: Le cas de la Roumanie est un bel exemple de désinformation, ou tout au moins de l'altération du juge- ment critique par le maniement habile du trompe-l'oeil. Il n'y a pas longtemps encore, la Roumanie de Ceaucescu don- nait une image presque semblable à celle de la Yougoslavie, celle d'un régime communiste, certes, mais gardant son indépendance de jugement vis-à-vis de l'URSS et de ses satellites les plus serviles, donc les plus agressifs, d'un régime qui sauvegardait, par conséquent, des relations cor- rectes et même plus avec l'Occident, d'un régime pouvant ainsi servir de trait d'union, de tampon, de messager entre les blocs, préfiguration d'une décrispation en Europe et du retour de cette fameuse «Europe de l'Atlantique à l'Oural» chère au général de Gaulle.
Hélas, quelle illusion! Aujourd'hui, les yeux se dessillent. Au moment où la nouvelle politique de Gorbatchev rassure sur la politique de l'URSS - et rassure sans doute trop - où le nouveau chef soviétique fait figure de despote éclairé - on en oublierait presque les ombres qui continuent d'obscurcir son empire - le vieux dictateur roumain apparaît, lui, enfin, sous son vrai jour. Et voici que nous percevons le drame, la tragédie, d'un peuple de culture latine, d'un peuple.ayant une position essentielle dans l'histoire européenne et qui se retrouve laminé, physiquement épuisé, psychiquement brisé, par des années de harcèlement bureaucratique et policiers. Voici que nous percevons un régime où se conju- guent diaboliquement le perfectionnisme du totalitarisme communiste, mis au point par Staline, et l'atavisme d'un clan raflant tous les pouvoirs comme dans une sorte de satrapie à l'orientale.
Devant ce qui se passe, ce qui n'est peut-être pas encore tout à fait accompli, mais qui a été très officiellement annoncé, s'il est un pays qui devrait frémir, s'émouvoir profondément, c'est bien la Suisse. Ne cultivons-nous pas depuis toujours jusqu'au mythe patriotique la tradition et la réalité de nos communes, de nos villages, n'y voyons-nous pas notre enracinement - chaque Suisse est originaire d'une commune - notre mesure politique et humaine? A l'heure où la sauvegarde de l'environnement, le maintien des lieux et espaces naturels ne font pas vibrer que les écologistes étiquetés comme tels - et on attendrait ici que ces derniers vibrent particulièrement dans le cadre de la Roumanie, et plus que pour les marais de Rotherthurm - ne devrions-nous pas être atterrés par ce plan aussi stupide que diabolique du «Conducator» ? Raser, niveler plus de la moitié des villages, plus que toutes les communes de Suisse réunies, déraciner des millions de gens, les rassembler dans des conglomérats bâtis soi-disant pour rationaliser et renta- biliser l'agriculture, alors que c'est précisément le collecti- visme qui a tué une agriculture naguère prospère et qui a déjà cassé le lien du paysan avec sa terre, du paysan trouvant sur le marché le bénéfice de son travail. Mais le but est aussi d'homogénéiser la société roumaine, d'égaliser les conditions de vie entre les ruraux et les citadins - nivelle- ment par l'extrême bas, c'est le moins qu'on puisse dire. Là où Gorbatchov prend conscience des choses, Ceaucescu perd, lui, conscience de toutes choses, tout à l'écoute qu'il est de sa mégalomanie et de son instinct de domination sur les hommes, exacerbés sans doute à l'heure de ses vieux jours. Les fédéralistes que nous sommes ne doivent-ils pas être consternés devant la volonté d'intégrer de force des minorités par cette opération de nivellement au lieu de respecter leur identité culturelle - qu'il s'agisse de la mino- rité hongroise de Transylvanie ou de la minorité allemande ? Il est impossible qu'il n'y ait pas d'écho chez nous. A cet aune-là, la Suisse aurait sombré depuis longtemps et s'il est un témoignage que nous pouvons rendre, une cause que nous pouvons défendre, c'est bien le respect des minorités dans le cadre d'une unité nationale construite par l'histoire. Notre cri de protestation a donc sa valeur propre.
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De plus, Monsieur le Conseiller fédéral, il y a encore et de surcroît, entre nous, le contentieux bilatéral à propos de ces adoptions de petits Roumains par des Suisses qui ont accompli toutes les formalités, payé on ne sait quelles sommes, reçu toutes les promesses et qui voient les dos- siers bloqués sans explications; mais j'ouvre là une paren- thèse, ce n'est pas mon propos.
Le seul lien c'est que partout, de toutes les façons, la Roumanie viole les principes fondamentaux de l'Acte final d'Helsinki qu'elle a signé. Je crois pour ma part qu'au point où nous en sommes seules la pression concertée des pays occidentaux, la déclaration commune de répulsion devant ce qui se passe, les questions répétées dans les enceintes internationales - à la CSCE, à l'Unesco, notamment - peu- vent éventuellement freiner ou détourner le régime de son entreprise contre les villages, contre la substance vive res- tant à ce peuple à bout de forces. On a certes raison de se préoccuper de l'Afrique du Sud, mais ne voyons-nous pas que nos frères européens, presque à notre porte, sont vrai- ment à bout de souffle ?
Monsieur le Conseiller fédéral, je sais très bien qu'il est difficile dans un tel cas de vérifier où en est l'opération et d'enquêter dans les villages. Mais les intentions ont été proclamées de la manière la plus nette, au plus haut niveau du pouvoir. A cet égard, il ne fait aucun doute que pour tenter d'empêcher le pire c'est au plus haut degré des responsabilités de notre pays qu'il faut aussi réagir. Dès lors, Monsieur le Conseiller fédéral, qu'avez-vous, qu'avons-nous fait, que comptez-vous faire pour ces Roumains, de quelque souche qu'ils soient, majoritaires ou minoritaires - et peut- être surtout pour les minoritaires - afin de ramener ce régime à la conscience de l'émotion internationale qu'il soulève ?
Rüttimann: Sie werden vielleicht erstaunt sein, dass ausge- rechnet jemand, der sich in diesem Hause nicht durch besondere aussenpolitische Aktivitäten ausweisen kann, in die Vorgänge in Rumänien eingreift.
Ich war selber noch nie in Rumänien. Mein Wissensstand stützt sich aber auf in den letzten Tagen erhaltene Informa- tionen von Schweizer Touristen, die diesen Sommer das Land bereist haben. Andererseits hatte ich schon zweimal Gelegenheit, Ungarn zu besuchen, ohne mir natürlich ein abschliessendes Urteil über dieses Land bilden zu können. Aber immerhin haben uns schon im Sommer 1987 anläss- lich einer Parlamentarierreise ältere Ungaren spontan und mit feuchten Augen über die Spannungen zwischen den beiden Ländern berichtet und auch bedauert, dass sich die Bewohner von Siebenbürgen, weil nicht assimiliert, heimat- los fühlen. Im Gegensatz zu Ungarn muss sich - immer nach. Aussagen von Schweizer Touristen - die Agrarproduktion und damit die Lebensmittelversorgung Rumäniens in einem desolaten Zustand befinden. Leere Gestelle, Warteschlan- gen und dazu noch Geldmangel seien an der Tagesord- nung. Auch die Stahl- und Erdölindustrie, für deren Potenz Rumänien einst bekannt war, liege darnieder. Diese schlechte Wirtschaftslage begünstige den Schwarzhandel und insbesondere die Jagd nach westlichen Devisen. Kon- takte seien schwer mit der Bevölkerung anzuknüpfen, erstens wegen der Sprachschwierigkeiten und zweitens, weil es den Rumänen grundsätzlich verboten sei, mit den Touristen zu sprechen. Und wenn schon, hätten sie dies selber nachträglich bei der Polizei zu melden. Trotz dieser misslichen Lage bräche in Form eines gewissen Galgenhu- mors wegen ihrer Armut im Gespräch immer wieder die sprichwörtliche Selbstironie der Rumänen durch.
Offensichtlich will nun Diktator Ceausescu, Chef der rumä- nischen sozialistischen Einheitspartei, die mehrmals erwähnte Schleifung von mehreren tausend Dörfern und Kleinstädten mit Ueberresten jahrhundertealter Kultur zwangsweise vornehmen, um angeblich die missliche Nah- rungsmittelversorgung durch Errichtung von agro-indu- striellen Zentren zu verbessern. Dies darf und kann aber nicht auf diese barbarische Weise geschehen.
Ich weiss zwar, Herr Bundesrat, dass es für einen westeuro- päischen Kleinstaat, wie die Schweiz, nicht leicht ist, sich in das Gebaren eines andern Landes - und erst noch eines im Ostblock - einzumischen. Es geht aber immerhin um ein Volk unseres Kulturkreises, das uns immer nahegestanden ist. Auch die Weltöffentlichkeit muss wachgerüttelt werden. Wie in den verschiedenen Vorstössen wiederholt erwähnt wurde, ist Rumänien Mitglied der Uno und hat die KSZE- Akte mitunterschrieben und damit auf höchster Ebene moralische, politische und internationale Rechtsverpflich- tungen übernommen. Ich ersuche daher den Bundesrat, alles Erdenkliche zu unternehmen, damit diese Kultur- schande und Menschenrechtsverletzung durch Druck auf die ethnischen, konfessionellen und sprachlicher. Minder- heiten beendet wird. Die Vorgänge in Rumänien dürfen nicht eine zusätzliche innereuropäische Flüchtlingswelle auslösen. Im Sinne der Guten Dienste der Schweiz, die ich vorgeschlagen habe, könnte unser Land aber zur Verbesse- rung der Agrarproduktion seine Hilfe anbieten und zur Ver- hinderung der drohenden Hungersnot beitragen; denn an geeigneten Kulturböden würde es in Rumänien nicht fehlen. Meine Hauptsorge ist aber, ob der Bundesrat nicht unsere diplomatischen Dienste anbieten könnte: einerseits zur Ver- mittlung zwischen den Regierungen Rumäniens und Ungarns und andererseits zwischen der Regierung Ceau- sescu und den Minderheiten des Landes.
Präsident: Herr Dietrich verzichtet auf eine zusätzliche Be- gründung. Das Wort für die Interpellation von Herrn Sager hat Herr Rychen.
Rychen: In Rumänien läuft ein sogenanntes Systematisie- rungsprogramm, das angeblich im Jahre 2000 abgeschlos- sen sein soll. Dieses Programm hat Präsident Ceausescu in einer Rede vor den Vorsitzenden der lokalen Volksräte am 3. März dieses Jahres vorgestellt. Wir sind in der Lage, aus dieser Rede zu zitieren. Mir scheint, man muss das hier tun. Das Zitat von Ceausescu stammt aus der rumänischen Zei- tung «Der neue Weg» vom 5. März dieses Jahres: «:In Anbe- tracht der Tatsache, dass wir fast 900 Gemeinden mit einer Bevölkerung unter 3000 Einwohnern haben, müssen wir uns die Schaffung grösserer Gemeinden vornehmen, die minde- stens 3000 Einwohner umfassen. Im Systematisierungspro- gramm dürfen wir auf dieser Grundlage höchstens 2000 Gemeinden vorsehen. Gleichzeitig ist die Zahl der Dörfer radikal einzuschränken. Von den ungefähr 13 000 gegen- wärtig bestehenden Dörfern müssen wir zu höchstens 5000 bis 6000 gelangen. In Anbetracht der Tatsache, dass in einigen Kreisen die Gemeinden entvölkert sind, müssen wir noch in diesem Jahr die Zahl der Gemeinden pro Kreis und die Zahl der Bewohner einer jeden Gemeinde festlegen. Bis 1990 müssen wir mindestens zwei bis drei solche Zentren in jedem Kreis schaffen, und bis 1995 müssen wir die Durch- führung umfassender Arbeiten der Organisation und Moder- nisierung aller neuen agro-industriellen Städte gewährlei- sten, so dass wir im Jahre 2000 die Errichtung der 558 agro- industriellen städtischen Zentren abschliessen.»
Das ist rumänische Politik. Das ist der vorläufige Höhepunkt einer Rumänisierung, die vor rund 30 Jahren einsetzte, nicht erst 1988. Diese Politik zielt eindeutig darauf ab, namentlich die ungarische und deutsche Minderheit einzuebnen, neuer- dings eben mit Bulldozern. Unter den ersten bereits jetzt zerstörten Dörfern ist nota bene auch der Geburtsort von Béla Bartok. Ausgerechnet die heimatliche Stätte dieses grossen Kulturschaffenden musste dieses Jahr vernichtet werden. Immerhin hat Bartok als erster angefangen, ungari- sche und rumänische Volksmusik wissenschaftlich zu sam- meln und zu erforschen. Die Zerstörung dieses Ortes ist schlichtweg ein Drama.
Seit der Machtübernahme Ceausescus im März 1965 wurde die mehrheitlich ungarische Einwohnerschaft in ihren Volksgebieten durch Umsiedlungen dezimiert und durch Rumänen ersetzt. Der Gebrauch der ungarischen Sprache wurde diskriminiert. Schon im Juni 1959 wurde die ungari-
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sche Universität in Cluj/Klausenburg gezwungen, mit der rumänischen Universität zu fusionieren. Als 1965 der schon mehrfach genannte Ceausescu Parteichef wurde, konnten ungarische Kinder während der ersten vier Schuljahre immerhin noch ihre Sprache im Unterricht geniessen. Seit- her wurden aber laufend ungarische Klassen geschlossen, und die Anwesenheit eines einzigen rumänischen Kindes in einer Klasse hat heute zur Folge, dass der Unterricht in rumänischer Sprache erfolgen muss.
Besonders schlimm ist jedoch das grosse menschliche Leid, das die Vernichtung Tausender von Dörfern bewirkt. Häu- ser, Kirchen und Friedhöfe werden dem Erdboden gleichge- macht und damit traditionelle Wurzeln ausgerissen, und dies unter dem Vorwand, 3,5 Prozent mehr Agrarfläche gewinnen zu müssen. Das ist ein Vorwand. Hier geht es um Minderheitenpolitik, um die Unterdrückung und Zerstörung von Minderheiten.
Seit Januar 1988 sind rund 20 000 Ungaren nach Ungarn geflohen. Dieses Land ist dadurch in eine schwierige Lage geraten. Gegen die rumänische Minderheitenpolitik - wie Sie wissen - wurde in Budapest im Juni dieses Jahres demonstriert. Rumänien beantwortete diesen Protest mit der Schliessung des ungarischen Generalkonsulats in Cluj auf den 1. Juli und ordnete auf den gleichen Zeitpunkt hin auch die Schliessung des ungarischen Kulturzentrums in Bukarest an.
Auch die Begegnung zwischen dem Präsidenten Ceausescu und dem Ministerpräsidenten Grosz vom 28. August verlief ergebnislos. Beide kamen lediglich überein, wenn nötig sich zu treffen. Gleichzeitig stellte Ceausescu fest, dass es keine ungarischen Generalkonsulate und kein Kulturzentrum in Rumänien mehr geben werde. Das rumänische Drama geht weiter, und in Siebenbürgen soll eine 800jährige Kultur vernichtet werden. Herr Bundesrat, die Schweiz kann und darf sich angesichts dieser Tragödie auf europäischem Boden keine Politik des Achselzuckens erlauben. Wir sind der Auffassung, dass die krassen Verstösse gegen die Men- schenrechte in Rumänien von unserem Land an der näch- sten KSZE-Nachfolgekonferenz in Wien energisch an den Pranger gestellt werden müssen.
Ich danke dem Bundesrat für seine diesbezüglichen Bemü- hungen und danke ihm auch für die Beantwortung der von Fraktionskollege Peter Sager schriftlich eingereichten Fragen.
Frau Fankhauser: Praktisch täglich erfahren wir etwas über die Unterdrückung von Minderheiten. Auch die Zerstörung von Dörfern gehört leider bald zum Alltag. Flüchtlingsbewe- gungen gibt es weltweit. Die Entstehung von Flüchtlingsbe- wegungen beschäftigt uns sehr. Diese sind Zeichen von Not, Krisen, Bedrohung, Menschenrechtsverletzungen. Wir müs- sen versuchen, die aufkommenden Ohnmachtsgefühle zu überwinden. Können wir - das ist die Frage, die sich hier speziell und aktuell stellt - auf die Asylproblematik anders reagieren als mit der Regelung des Asylverfahrens im eige- nen Land? Kann die Diplomatie, können internationale Ver- bindungen, kann das Gespräch etwas zur Einhaltung der Menschenrechte beitragen? Internationale Abkommen wer- den unterzeichnet, Konventionen ratifiziert. Ist es möglich, aus diesen Vereinbarungen mehr zu machen als Deklaratio- nen von Staatsmännern? Gelingt es uns, diese offiziellen Akten mit Leben zu füllen?
Was geht uns schon Rumänien an? Angriffe auf die Würde des Menschen, Verletzungen der Menschenrechte gehen uns alle etwas an, nicht nur, weil wir Verletzungen von Menschenrechten zutiefst verurteilen, sondern auch, weil wir der Ueberzeugung sind, dass die Achtung der Men- schenrechte die Basis für den Frieden bildet. In Rumänien droht eine sogenannte Modernisierung Menschen zu entwurzeln, lang gewachsenen Gemeinschaften ein Ende zu setzen, Kulturgüter und unersetzliche Zeugnisse einer tradi- tionsreichen Vergangenheit zu vernichten.
Fast drei Millionen Menschen sollen durch die von der Regierung Ceausescu geplanten Massnahmen getroffen werden. Diese Bedrohung nimmt vielen Personen die Exi-
stenzgrundlage, buchstäblich den Boden unter den Füssen weg! So sind Flüchtlingsbewegungen immer wieder entstanden; so entstehen Flüchtlingsströme aus dem Wahn heraus, die Vergangenheit streichen zu können und mit Baumassnahmen eine neue Gesellschaft entstehen lassen zu wollen.
Es ist uns sehr bewusst, dass leider nicht nur in Rumänien Menschenrechte verletzt werden. Was in Rumänien geschieht und was weiter zu geschehen droht, gehört bei- spielsweise - wie wir aus der Presse erfahren - auch in Irak zum Alltag. Auch dort werden Siedlungen zerstört, Men- schen vertrieben. Wir müssen - wir, die wir das Glück haben, in Freiheit zu leben und 1991 mit einer heute beschlossenen Feier unsere Traditionen fortleben lassen zu können - uns unablässig für die Einhaltung der Menschen- rechte einsetzen - weil wir den Frieden wollen, weil wir den Frieden lieben.
Herr Bundesrat, als Verantwortlicher für unsere Aussenpoli- tik, als erster Vermittler, als Friedensstifter: Ich hoffe, Sie finden die nötigen Wege, um dieser Forderung nach Einhal- tung der Menschenrechte Nachhaltung zu verschaffen, in Rumänien und überall sonst auf dieser Welt!
Bonny: Meine Vorredner und Vorrednerinnen haben ihre Interpellationen schon einlässlich begründet. Ich möchte daher versuchen, nicht bereits Gesagtes zu wiederholen. Die Tatsache, dass gleichzeitig mehrere dringliche Interpel- lationen eingereicht wurden, die aus völlig verschiedenen politischen Kreisen stammen und trotzdem in ihrer Zielrich- tung weitgehend übereinstimmen, zeigt uns doch mit aller Deutlichkeit, wie gravierend dieser Fall von Menschen- rechtsverletzungen in Rumänien ist. Gravierend ist er aber nicht nur wegen der Art und Weise der Menschenrechtsver- letzungen, sondern auch wegen des Umfangs, den er anzu- nehmen droht.
Die Bulldozeraktion von Ceausescu will die Hälfte aller Dör- fer in diesem Land - deren 7000 - niederwalzen und Millio- nen von Landbewohnern aus ihren Heimen und aus ihrer engeren Heimat vertreiben und zwangsweise umsiedeln. Besonders schlimm ist daran, dass dadurch bewusst - ich sage bewusst - ein vernichtender Schlag vor allem gegen die starken Minderheiten in Siebenbürgen geführt werden soll. Es geht dabei um ethnische, um kulturelle, um konfes- sionelle Minderheiten; es geht um Deutsche, Ungaren, es geht um Serben, um Ukrainer, um Lutheraner, um Katholi- ken und um Juden, deren eigenständige Kultur, deren bewusst gelebte Religiosität den kommunistischen Macht- habern in Bukarest schon lange ein Dorn im Auge ist.
Die starke Verwurzelung dieser Minderheiten in ihrem Brauchtum, in ihrem Glauben hat - ohne offene Demonstra- tionen - dem kommunistischen Wahn der Gleichmacherei und des Materialismus in Rumänien nach Ansicht der Machthaber, der Diktatoren in Bukarest allzu lange wider- standen. Nichts ist für eine Diktatur verdächtiger und gefähr- licher als ein im Volk tief verankerter Glaube, als ein ebenso traditionelles Sprachtum und als eine Folklore, welche die Vielfalt der Minderheiten widerspiegelt. So etwas wollen nun die rumänischen Diktatoren, in Nazijargon ausgedrückt, «dem Erdboden gleichmachen».
Der Fall von Rumänien ist aber Anlass für mich, eine kriti- sche, selbstkritische Bemerkung an unsere eigene Adresse zu richten. Unser Land und wir alle haben in unserer Aus- senpolitik in den siebziger Jahren, aber auch Anfang der achtziger Jahre den Sonderfall Rumänien im Rahmen des kommunistischen Blocks beinahe etwas gehätschelt. Rumä- nien - ich habe das selber in meiner früheren Tätigkeit an internationalen Konferenzen miterlebt - war doch damals das einzige Land Osteuropas, dessen Regime im Rahmen von internationalen Organisationen ab und zu gegen die sowjetkommunistische Einheitsfront rebelliert hat.
Wir haben wohl - das ist meine kritische Bemerkung - allzu sehr auf diese äusseren Zeichen geschaut und über die seit jeher stalinistischen Zustände im Innern dieses Landes allzu rasch hinweggesehen. Schon damals kam es zu krassen Menschenrechtsverletzungen.
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Die Entwicklung in Rumänien muss gerade für ein Land wie die Schweiz ein Fanal sein, für die Schweiz mit ihrer jahr- hundertealten Tradition des friedlichen Zusammenlebens von verschiedenen Sprachen, Religionen und Rassen. Daher ist gerade unser Land aufgerufen und legitimiert, in dieser traurigen Angelegenheit aktiv zu werden und gegen diese krassen Menschenrechtsverletzungen zu protestieren. Es gibt dabei auf der aussenpolitischen Ebene - wir werden das sicher noch von Herrn Bundesrat Felber hören - ver- schiedene theoretische Möglichkeiten der Reaktion, aber eigentlich nur wenig gute und wirklich zum Ziel führende. Für mich jedenfalls steht eindeutig im Vordergrund eine direkte und gezielte Intervention auf der gemeinsamen Platt- form der KSZE-Konferenz, wo ja bekanntlich Rumänien auch dabei ist.
Daher meine Frage an den Bundesrat: Was hat der Bundes- rat in der KSZE-Konferenz im Falle Rumänien schon unter- nommen, und was gedenkt er noch zu unternehmen?
M. Felber, conseiller fédéral: Permettez-moi, tout d'abord, au nom du Conseil fédéral, de vous remercier d'avoir déposé cette série d'interpellations et de leur avoir conféré un caractère d'urgence. Je crois profondément que cette méthode, mieux que beaucoup de discours ou d'interven- tions diplomatiques, prouvera l'émoi et la colère qui se sont emparés de notre population et qui est traduite ici par les interventions des parlementaires de tous les groupes politi- ques de l'Assemblée fédérale.
L'opinion publique, tant suisse qu'internationale, a été aler- tée par les informations en provenance de Roumanie et selon lesquelles un vaste programme dit de systématisation ou de modernisation du territoire, qui prévoit la destruction de 7 à 8000 des 13 000 villages roumains, aurait été mis en oeuvre. Ce programme s'appliquerait, selon les informations dont nous disposons à ce jour, à l'ensemble du territoire roumain. Cependant, son incidence serait particulièrement grave en ce qui concerne les minorités ethniques résidant en Roumanie ainsi que pour leur patrimoine culturel.
Nous rappelons, à cet effet, que la Transylvanie, par exem- ple, n'est territoire roumain que depuis 1920, qu'elle était auparavant le berceau de toute la culture magyare et que la
· disparition du patrimoine et de la culture de cette région priverait toute l'Europe de richesses qui ne pourraient plus jamais être reconstituées.
En effet, ce plan impliquerait une intensification de l'intégra- tion des minorités et une uniformisation croissante de la population roumaine. Les conséquences sur le plan humain et culturel de ce projet de réaménagement rural paraissent, vous l'avez souligné, graves. Le programme de systématisa- tion prévoit, en effet, de regrouper les populations concer- nées de 7 ou 8000 villages renforcés et concentrés dans 500 à 600 centres agro-industriels, tous construits selon le même modèle. De ce fait, plusieurs millions de Roumains seraient arrachés à leur environnement socio-culturel.
Il convient de rappeler que l'aménagement du territoire en Roumanie, dont le but est la suppression radicale des diffé- rences entre les villes et les villages ainsi que l'extension de la surface agricole, correspond à un objectif auquel le régime de Bucarest aspire de longue date. Ce n'est, cepen- dant, qu'à la suite de récentes déclarations des autorités roumaines, selon lesquelles ce plan ou ce programme de systématisation devrait entrer dans une phase de mise en oeuvre active et être achevé d'ici l'an 2000, que la commu- nauté internationale a été sensibilisée à l'ampleur et aux conséquences de celui-ci.
Sa mise en oeuvre, et notamment la destruction de villages à caractère historique, ainsi que le déplacement forcé de leurs habitants, constituerait une atteinte à la dignité humaine et une violation de certains droits civils, économiques et cultu- rels des populations et des minorités ethniques concernées. Ces droits sont, en effet, ancrés dans la Déclaration univer- selle des droits de l'homme aux articles 12, 13, 17, 22 et 27. Ils sont ancres dans le Pacte international relatif aux droits civils et politiques dont trois articles (12, 17 et 27) sont touchés, dans le Pacte international relatif aux droits écono-
miques, sociaux et culturels et, enfin, dans la Convention sur l'élimination de toute forme de discrimination raciale dans son article 5.
La réalisation de ce programme équivaudrait également au non-respect des principes 7 et 10 de l'Acte final d'Helsinki comme plusieurs d'entre vous l'ont relevé. En outre, l'at- teinte irréversible, qui serait portée au patrimoine culturel du pays, serait contraire au but et à l'objet de l'Acte constitutif de l'Unesco, de la Déclaration des principes de la coopéra- tion culturelle internationale de l'Unesco et des diverses recommandations faites par cette organisation en la matière. Voilà pour ce que nous pourrions appeler l'acte d'accusation.
Le Département fédéral des affaires étrangères n'a pas manqué de faire part jusqu'ici de ses préoccupations, quant à la réalisation de cette politique, aussi bien au représentant officiel de la Roumanie en Suisse qu'au niveau des contacts entre délégations présentes à la Conférence sur la sécurité et la coopération en Europe à Vienne. Il élèvera à l avenir sa voix à toute occasion, aussi bien sur le plan bilatéral, lors des rencontres que nous aurons avec nos collègues des divers pays de l'Europe, que multilatéral; et cela, notam- ment, nous nous y engageons, dans le cadre de l'Unesco d'abord, et nous répondons ainsi à plusieurs questions précises qui nous ont été posées. Le Conseil exécutif de l'Unesco va sieger prochainement. Nous y avons, vous l'avez rappelé, un représentant qui ne manquera pas d'intervenir à ce sujet.
Nous interviendrons également à nouveau dans le cadre de la CSCE, soutenant les pays européens qui ont déjà fait part de leurs griefs et nous ferons des propositions demandant également aux autorités roumaines de renoncer à ce plan, pour défendre ainsi les principes qui sont mis en cause par la politique de la Roumanie.
De la sorte, le Département fédéral des affaires étrangères se fait l'écho d'une grande partie de la population et de l'opinion publique suisse, préoccupations qui se voient confirmées d'ailleurs par vos nombreuses interpellations. Nous soulignons l'importance d'interventions nombreuses, simultanées et coordonnées de tous les Etats qui se pronon- cent à ce sujet.
C'est dans ce même esprit que je lance ici, au nom du Conseil fédéral, un appel aux autorités de Bucarest, afin qu'elles reconsidèrent leur projet de réaménagement du territoire rural à la lumière des risques graves qu'il compor- terait dans le domaine du respect des droits de l'homme et les conséquences négatives que leur réalisation pourrait entraîner au niveau de la conservation du patrimoine culturel.
Quant à la question de savoir si le Conseil fédéral est prêt à offrir ses bons offices, je voudrais rappeler ici notre politique de disponibilité constante qui consiste à offrir les bons offices de la Suisse à chaque fois que nous sommes approchés en ce sens.
Le Conseil fédéral, de plus, est disposé à examiner des demandes d'aide humanitaire émanant de partenaires habi- tuels, à savoir les organisations internationales humanitaires et les oeuvres d'entraide suisse qui seraient appelées à se porter au secours des populations qui ont dû être déplacées ou qui se seraient réfugiées dans les pays voisins, plus particulièrement en Hongrie.
Cette affaire est extrêmement sérieuse. Elle est grave pour l'image de l'Europe, elle est tellement importante que vous me permettrez d'ajouter en forme d'une remarque tout à fait personnelle d'ailleurs, que, si nous comprenons l'émotion que suscitent ces projets dans notre population, parmi nos autorités, nous souhaitons que ceux qui nous demandent de protester et qui protestent eux-mêmes contre la destruction envisagée d'un patrimoine architectural en Roumanie ne se sentent pas obligés de le faire en couvrant d'inscriptions des habitations de leur pays.
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Dringliche Interpellationen zur Situation in Rumänien
Präsident: Wird die Diskussion bekämpft? - Das ist nicht der Fall.
Diskussion - Discussion
Nussbaumer: Was sind das für Regierende, die durch Miss- wirtschaft, Starrsinn, Vetternwirtschaft und ideologische Verblendung ein Volk in bitterste Not und Elend stürzen? Darf ein neutrales Land wie die Schweiz schweigen, wenn die Vorbereitungen für die Zerstörung von 7000 Dörfern auf eine Art und Weise getroffen werden, die seit der Aera Hitler und Stalin ohne Beispiel dasteht? Wir stehen nahezu ohn- mächtig da vor den Ungeheuerlichkeiten, die sich im rumä- nischen Siebenbürgen abspielen.
Die Qualität eines Staates lässt sich daran messen, wie er mit den Minderheiten umgeht. Das Schweizervolk und unser Parlament können die Leiden dieser Minderheit nachfühlen, aber nicht ermessen. Unter dem Vorwand, das Land brau- che für die Ernährung des Volks mehr Ackerfläche, wird dem armen Landvolk die Heimat enteignet. Die Planwirt- schaft Ceausescus wird auf den grösseren Flächen noch grösseren Schiffbruch erleiden. Das arme Landvolk verliert nicht nur sein Heim und sein Haus, es verliert nicht nur seine Nachbarn, es verliert nicht nur die Dorfgemeinschaft, es verliert sogar die Toten auf den Friedhöfen, die eingeebnet werden. Es verliert die innere und die äussere Heimat, die einem Menschen so wertvoll sein können.
Können wir uns in der Schweiz vorstellen, dass nur drei Dörfer eingeebnet würden, beispielsweise Villarvolard, Wit- tinsburg und Maienfeld? Das gäbe bei uns Staatsaffären, und das ist richtig so. Aber da wird ein Elend in siebenttau- sendfacher Wiederholung in Szene gesetzt.
Ich danke dem Bundesrat im Namen der CVP-Fraktion, dass er auf allen möglichen politischen Ebenen, auf allen diplo- matischen Wegen direkt oder indirekt - über die Botschaf- ter, über die Delegierten im Europarat, aber auch über die Nachfolgekonferenz der KSZE - vorstellig werden wird, damit die Bedrängten erfahren, dass unsere Neutralität kein Vorwand zum Schweigen ist. Wir würden das Erbe unserer Väter verleugnen, wenn wir nicht zum Schicksal dieser von Völkermord bedrohten Minderheit, die in städtische Agrar- kommunen umgesiedelt werden, Stellung nehmen würden. Seit den dunklen Tagen des Zweiten Weltkrieges hat sich auf dem europäischen Kontinent keine Tragödie solchen Ausmasses mehr abgespielt. Wir Schweizer müssen so oft und so lange unsere Stimme gegen solches Unrecht erhe- ben, wie es andauert. Die Bauern in unserem Land erklären sich solidarisch mit den wehrlosen Kolchosearbeitern und Kleinbauern in den bedrängten und bedrohten Dörfern. Der aus den baltischen Staaten in die Schweiz geflüchtete Schriftsteller Edzard Schaper lehrt uns, wie sehr der bedrohte oder vertriebene Mensch auf das Mitgefühl ande- rer angewiesen ist. Er hat kurz vor seinem Tod in unserem Land erklärt: «Ich habe in meinem Leben immer fremdes Leid zu meinem eigenen Leid gemacht.» Ein zweites Zitat: «Die ersehnteste Heimat ist immer ein anderes Herz, von dem ich angenommen werde.»
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich danke, dass Sie dieser wichtigen Diskussion hier beiwohnen und bitte Sie, Ihre Stimme auch in den nächsten Monaten und Jahren - auch wenn diese Debatte schon Geschichte geworden ist - immer wieder zu erheben und direkt und über alle Organisationen zu protestieren, damit solch schreckliches Leid noch gemil- dert oder verhindert werden kann.
Schmid: In Rumänien ist mit der Zerstörung Tausender von Dörfern und der damit verbundenen Zwangsumsiedlung ihrer Bewohner, welche auch ungarischer und deutscher Abstammung sind, eine Aktion begonnen worden, die an schlimme Zeiten des Dritten Reichs und der stalinistischen Aera erinnert.
Einerseits erschrecken wir darüber, wie ein eigensinniger, alternder Staatschef an dieses unheilvolle Vorhaben heran- geht, andererseits sind wir nicht verwundert, einmal mehr in
diesem Raum auf solche Auswüchse des Machtgebarens zu stossen.
An den Extremformen diktatorischer Erlasse wird uns deut- lich, was Totalitarismus seinem Wesen nach ist und welche typischen Merkmale er aufweist. Totalitarismus ist eine auf unserem Planeten wiederholt zu beobachtende Erschei- nung, den Menschen mit allem, was er ist und was er hat, einem bestimmten Zweck unterzuordnen, ihn dabei voll zu beanspruchen und ihm jegliches Anrecht auf einen Eigen- bereich und dessen Selbstgestaltung im Leben abzuspre- chen. Der totalitäre Machthaber, wie er uns zur Zeit in der Person von Nicolae Ceausescu vor Augen steht, verkörpert demzufolge ganz bestimmte Eigenschaften, die zu diesem skrupellosen Verhalten führen. Sie sind jedoch einfach die Grundzüge jeder totalitären Einstellung, unter welcher die Menschheit schon litt, bevor es kommunistische Diktatoren gab und mit der auch noch gerechnet werden muss - leider -, wenn die derzeitigen Formen der Unterjochung längst der Geschichte angehören.
Welches sind nun die Grundzüge des Totalitarismus, wie sie sich im rücksichtslosen. Treiben dieses Despoten zeigen? Es fallen vor allem drei auf: der Allmachtswahn, die fehlende Rücksicht - im wörtlichen Sinne - und die Willkür.
Ceausescu will - um zum ersten zu sprechen -, ausgehend von einer fixen Idee, die durch eine utilitaristische Zielset- zung beherrscht wird, das Leben der Menschen umkrem- peln und die Verhältnisse so einrichten, dass sie ganz seinen erklärten und versteckten Zielen dienen. Die erklärte Absicht besteht darin, das Leben auf agrarpolitische Kategorien auszurichten und ihnen alles unterzuordnen: Ertragssteige- rung um jeden Preis, sogar um den Preis der Menschlich- keit. Das Plansoll als Mass aller Dinge unter Aufopferung kultureller und sozialer Werke.
Das versteckte Ziel, nämlich die Zerschlagung der ethischen Minderheiten, ist nur die letzte Konsequenz dieser All- machtsansprüche, die sich mit jeglicher Andersartigkeit schlecht vertragen.
Totalitäre Machthaber haben vor dem Leben in seiner Viel- falt Angst. Sie ziehen die tote Materie, die jederzeit gefügig ist, allem anderen vor. Sie hassen insbesondere Menschen mit unergründlichen, reichhaltigen und eigenwilligen See- len, die sich jeder Uniformität und Gleichschaltung wider- setzen.
Ein Machthaber, der am meisten von sich selber hält, wird demzufolge alles, was er nicht selbst erschaffen hat, hassen, bekämpfen und verachten. Sein Allmachtswahn ist daher immer auch mit Rücksichtslosigkeit verbunden, d. h. er schaut nicht zurück, er hat keinen Respekt vor dem, was ohne sein Zutun geworden ist.
Wer sich selbst für den höchsten Wert hält, muss alles, was ihn umgibt, in seinem Wert erniedrigen. Selbst innerlich schon ein Wrack, verspürt er den merkwürdigen Drang, auch alles um sich her zu verstümmeln.
Ueberall nun, wo sich die Macht in den Händen einiger weniger oder einzelner befindet, herrscht auch die Willkür. So wie die Launen des Diktators ändern, so ändern sich auch seine Anordnungen. Weil er allein regiert und sich dabei zunehmend isoliert, hält er seine Ueberzeugung für die einzig richtige. Er verliert den realen Bezug zur Welt und weiss immer weniger, was sachgerecht, sinnvoll und erträg- lich ist. Die kritiklose Zustimmung seiner wenigen Einge- weihten treibt ihn schliesslich zur fanatischen Durchführung seiner verschrobenen Ziele.
Die Vorgänge in Rumänien öffnen uns also die Augen dafür, was Totalitarismus ist. An der Ueberzeichnung erkennen wir sein Wesen besonders deutlich, und wir möchten hoffen, dass diese extremen Ungerechtigkeiten uns neben Prote- sten auch dazu veranlassen, mit selbstkritischem Blick die totalitären Anflüge in unserem eigenen Lebensumfeld zu erkennen. Die dargelegten Wesenszüge können uns nicht gänzlich fremd sein.
Was haben wir z. B. zur Ertragssteigerung geopfert? Wohl nicht gerade 8000 Dörfer, aber auch wir haben Gegenden ausgeräumt, eingeebnet, trockengelegt, unter Wasser gesetzt, je nachdem.
Interpellations urgentes sur la situation en Roumanie
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N
5 octobre 1988
Die Götzen, denen wir alles zu Füssen legen, heissen: Quan- titatives Wachstum und Niedrigstpreise anstelle von Plan- soll.
Wie halten wir es mit den Menschen in unserem Umkreis? Aergern wir uns nicht auch über jene, die unsere Lebensauf- fassung nicht teilen? Sind uns nicht auch Minderheiten gelegentlich ein Dorn im Auge, wenn sie andere Wertpriori- täten setzen? Und wie steht es mit unserem Respekt gegen- über dem, was geworden ist? Opfern wir nicht auch dem Energiehunger und der Mobilität wertvolle Bausubstanz und reizvolle Landschaften? Beuten wir nicht manchmal auch die Natur aus, deren Entstehen Millionen von Jahren gedau- ert hatte? Und schliesslich: Kommt es nicht gelegentlich auch bei uns vor, dass Menschen, die in verantwortungsvol- ler Position stehen, sich zu viel auf sich einbilden, sich Sonderrechte anmassen und andern ihre verschrobene Vor- stellung von Glück aufzwingen wollen?
Totalitarismus ist keine Staatsform, sondern eine menschli- che Fehlhaltung, die der Existenz totalitärer Staaten voraus- geht, ja diese erst möglich macht. Wir erkennen deh Totali- tarismus oft erst zu spät, nämlich im vergrösserten Zerrbild wie gegenwärtig in Rumänien.
Die grüne Fraktion unterstützt selbstverständlich alle Bemü- hungen des Bundesrates, die auf wirksame Weise diesem unmenschlichen, blindwütigen und gefährlichen Treiben Einhalt gebieten, und zwar unter der Bedingung, dass die Menschen weiter dort leben können, wo sie verwurzelt sind. Erlauben Sie mir dennoch, eine kleine Gewissensfrage zum Schluss:
In Umkehrung eines Ihnen allen bekannten Wortes sei fol- gende Bemerkung erlaubt: Wir sehen sehr wohl den Balken im Auge des Herrn Ceausescu, spüren wir aber gleichzeitig auch ein wenig den Splitter im eigenen?
Dreher: Ihr Votum, Herr Kollege Schmid, ist eine Beleidi- gung für Rumänien und eine Beleidigung für die Schweiz.
Braunschweig: Ich danke dem Bundesrat für die klare und eindeutige Stellungnahme, die er heute gegenüber dieser Zwangsumsiedelung, gegenüber dieser Vernichtung von Wohnstätten eingenommen hat. Wir begrüssen alle Mög- lichkeiten und Massnahmen, die ergriffen werden, um sich dieser Entwicklung entgegenzustellen, seien es nun bilate- ral oder multilateral angestrebte Massnahmen. Und wenn die Schweiz die Möglichkeit hätte, irgendeinen Beitrag zur Vermittlung zu leisten, wären wir sehr glücklich darüber. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass gerade in diesem Raum andere Staaten eher diese Chancen hätten, aber wir ermutigen den Bundesrat, alles zu tun, was im Bereich des Möglichen liegt.
Insbesondere begrüssen wir es, wenn im Rahmen des KSZE-Prozesses oder der Unesco entsprechende Schritte unternommen werden - allein oder zusammen mit anderen Staaten. Vielleicht ist ein Vorgehen auch denkbar im Rah- men des Europarates, der Rotkreuzliga, des Weltkirchenra- tes, der Hilfswerke oder anderer Organisationen, die über gute Beziehungen zu Rumänien verfügen und diese in den Dienst einer solchen Sache stellen können. Wir laden den Bundesrat ein, sich anderen Organisationen gegenüber, die in die gleiche Richtung ziehen, grosszügig und so unkon- ventionell wie möglich zu verhalten, wenn es sich aufdrängt. Im völkerrechtlichen Sinne ist das, was in Rumänien zurzeit geplant wird, angefangen hat und möglicherweise fortge- setzt wird, als Völkermord zu bezeichnen; denn Völkermord im Sinne des Völkerrechts nennt man nicht nur die physi- sche Ausrottung einer religiösen, sprachlichen oder ethni- schen Minderheit, sondern auch die Bedrohung ihrer Eigen- ständigkeit, ihrer Kulturwerte; dies nennt man kulturellen Völkermord. Es geht um die Gerechtigkeit gegenüber der betroffenen Bevölkerung und um deren Freiheit. Aus Rumä- nien hören wir von ganz bestimmten, geradezu typischen Kennzeichen des Völkermordes, von Zwangsumsiedlung, Zerstörung der Wohnstätten, von wirtschaftlichen und per- sönlichen Konsequenzen für einzelne, von der Schliessung des deutschsprachigen Schulunterrichts, von der Beschrän-
kung der Ausbildung junger Ungaren und von weiteren ähnlichen Entwicklungen. Das sind deutliche Zeichen für das, was geübt wird, was weiterhin geübt werden könnte und was auf uns zukommt. Davon können wir nur mit Abscheu, Trauer und Wut Kenntnis nehmen.
Trotzdem dürfen wir den grösseren Zusammenhang nicht übersehen. Es wurde schon bei der Begründung der Inter- pellationen mehrmals gesagt: Die Vorkommnisse treffen uns so stark, weil sie in unserem Kulturkreis geschehen, in unserer Nähe, in Europa. Ich teile dieses Empfinden einer- seits voll und ganz: Ich war in Siebenbürgen, der Besuch liegt zwar einige Jahre zurück, aber ich habe ihn in lebendi- ger Erinnerung. Es war ein Erlebnis dieser deutschsprachi- gen und protestantischen Minderheit - also einer mehrfa- chen Minderheit - zu begegnen. Die Menschen waren gast- freundlich, mutig in ihrer Haltung, auf die Zukunft ausge- richtet und voller Hoffnung. Das war eindrücklich Aber nun auch das Andererseits: Wenn es irgendwo in der Welt Lei- dende und Verfolgte gibt, gehören sie auch zu uns; sie gehören nur dann nicht zu uns und unserem Kulturkreis, wenn wir die Kultur, die Mitmenschlichkeit aufgegeben haben. Deshalb muss ich daran erinnern, dass es nicht nur Rumänien, sondern auch Burundi gibt; von dort bekommen wir Informationen, die grauenhaft und erschreckend sind. Es gibt Probleme, die wir aus der Asylpolitik kennen, bei- spielsweise diejenigen der Tamilen. Wir haben hier vor kur- zer Zeit von den Kurden gesprochen, wir haben in diesem Jahr immer wieder Südafrika erwähnt - ich bin sehr froh, dass Herr Eggli darauf aufmerksam gemacht hat, auch dort haben Zwangsumsiedlungen stattgefunden, auch dort wur- den Wohnstätten zerstört, auch dort wurden schulische Möglichkeiten beschränkt oder vernichtet. Wir müssen also das Gesamte sehen, den Zusammenhang erkennen, und ich lade Sie ein, Rumänien aus dieser Optik zu beurteilen. Es ist redlicher und kann wirkungsvoller sein, als so zu tun, als ob es nur gerade Rumänien und seine Umsiedlungen gäbe. Schliesslich habe ich noch eine Frage, die mich beschäftigt und die bisher nur berührt worden ist: Was geschähe, wenn es zu einer Flüchtlingswelle käme und wenn diese Welle sich auch auf unser Land hin bewegen würde? Wären wir darauf vorbereitet, mit unseren grossen Schwierigkeiten in der Asylpolitik? Wären wir technisch und orgar isatorisch vorbereitet? Wäre unser Volk darauf vorbereitet? Hätten wir die nötige Offenheit, die es braucht? Sind wir heute schon in der Lage, gewisse Vorbereitungen zu treffen, mindestens davon zu sprechen? Natürlich haben wir die Hoffnung, dass es nicht dazu kommt, und diese Hoffnung ist auch berech- tigt, aber wir können vor einer solchen Entwicklung nicht die Augen verschliessen. Gerade diese Fragestellung zeigt uns, dass Unrecht und Unmenschlichkeit, auch wenn sie relativ weit weg wie jetzt in Rumänien erfolgen, auch uns selber angenehm und direkt treffen. Völkermord dort geht uns hier etwas an, ist auch unser Problem. Das müssen wir sehr deutlich sehen, und wir dürfen uns nicht darauf beschränken, uns zu empören, verbale Proteste zu erlassen, zu sagen, was andere tun sollen, sondern müssen immer auch fragen, was wir konkret tun können, bevor das Pro- blem zu uns kommt, beispielsweise in der Person bzw. in Personen von Flüchtlingen.
Ott: Während hier in Bern die verschiedenen Interpellatio- nen betreffend Rumänien als dringlich erklärt wurden, haben einige unserer Parlamentarier sich in Sofia anlässlich der ordentlichen Herbstkonferenz der Interparlamentari- schen Union Auge in Auge mit den Vertretern Rumäniens auseinandergesetzt. Als Delegationsleiter möchte ich Ihnen aus der Optik der Schweizer Delegation kurz über die dorti- gen Vorfälle berichten. Die Nachricht über die sechs Inter- pellationen kam uns übrigens in Sofia sehr zustatten. Wir haben sie sogleich auch an die rumänischen Kollegen wei- tergeleitet, denn dieses Land und seine Vertreter sollen wissen, wie man zur Zeit in der übrigen Welt über sie denkt. Die Interparlamentarische Union ist vielleicht das erste inter- nationale multilaterale Gremium, das die rumänischen
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Dringliche Interpellationen zur Situation in Rumänien
Behörden seine einmütige Missbilligung spüren liess. Davon will ich kurz erzählen.
Genau heute vor zwei Wochen waren in Sofia die Delega- tionsvertreter der KSZE-Signatarstaaten zu einer Spezialsit- zung versammelt. Es ging um folgendes: 1986 war an der Europäischen Parlamentarierkonferenz in Bonn vereinbart worden, dass im Mai 1989 die regelmässige KSZE-Parlamen- tarierkonferenz auf Einladung des rumänischen Parlamen- tes in Bukarest stattfinden sollte. Die Gruppe der westlichen Demokratien, inklusive der Neutralen - Schweden, Oester- reich, Schweiz -, erklärten einmütig und mit einer Stimme, dass wir im Mai 1989 nicht nach Bukarest gehen würden. Wir beantragten, diese Konferenz zu verschieben und sag- ten, wir wollten inzwischen die weitere Entwicklung in Rumänien und an der KSZE in Wien genau verfolgen und analysieren. Die rumänischen Vertreter - ich habe nichts gegen sie, sie tun mir wegen der schlechten Sache, die zu vertreten sie gezwungen sind, leid - versuchten, uns entge- genzuhalten, der Beschluss sei doch 1986 mit Konsens gefasst worden und sei darum bindend. Wir entgegneten ihnen, dass der Konsens zwar 1986 bestanden habe, dass er aber heute - 1988 - nicht mehr bestehe. Man sagte uns, die ganze IPU sei doch auch während der Zeit der schlimmsten Militärdiktatur nach Südkorea gegangen. Wir erklärten, in Europa sei durch den langen Verhandlungsprozess der KSZE doch ein gewisser politischer Minimalstandard erreicht worden und in Rumänien werde nach allen unseren Informationen dieser europäische Standard krass unterbo- ten, was wir nicht akzeptieren könnten.
Von den Bruderländern des Warschauer Paktes liehen drei Delegationen den Rumänen eine lahme, verbale Unterstüt- zung, gestützt auf das Konsensprinzip. Die drei andern Warschau-Pakt-Staaten, darunter der «Grosse Bruder», sag- ten kein einziges Wort. Rumänien bzw. das derzeitige rumä- nische Regime, wird zurzeit vom Westen wie vom Osten, von Europa als Ganzheit isoliert, und man beginnt in Bukarest - so glaube ich -, dies zu merken. Wir haben uns übrigens als Schweizer Delegation in Sofia - jeder einzelne Redner und bei jedem Thema - in der hier skizzierten Richtung einge- setzt. Wir haben demgemäss auch mit Nachdruck die These vertreten, dass ein Menschenrecht auf kulturelle Identität bestehe, auf ein Heim, auf das Daheimsein in einer kulturel- len oder religiösen Tradition und dass dieses Recht insbe- sondere den ethnischen Minderheiten in den Staaten dieser Welt zustehe. Dieses unser Thema, das Recht der Minder- heiten, wird eines der zwei Hauptthemen der nächsten Früh- jahrskonferenz (März 1989) der Interparlamentarischen Union in Budapest bilden. Das sind die paar Dinge, die ich Ihnen aus der Sicht der Delegation mitzuteilen hatte.
Eisenring: Es ist von alters her eine vornehme Aufgabe unseres Landes, sich mit den Minderheitsproblemen zu beschäftigen. Der Mangel ist nur, dass bei uns das Bewusst- sein um die Minderheitsprobleme immer erst dann wirklich aktuell wird und die Aufgaben präsent werden, wenn es irgendwo «brennt», wenn die Minderheitenrechte irgendwo schon verletzt worden oder in Verletzung begriffen sind. Die Auseinandersetzung um Lösungen der Minderheitspro- bleme ist aber eine ständige Aufgabe unseres Landes. Hier möchte ich nun anfügen, dass wir in einer besonders bemer- kenswerten Situation gegenüber Rumänien sind. Denn mit Rumänien verbinden unser Land ganz qualifizierte Vertrags- verhältnisse. Der älteste schweizerische Konsularvertrag vom Februar 1880 wurde zwischen der Schweiz und Rumä- nien abgeschlossen. Dieser Vertrag ist 110 Jahre alt und hat immer wieder zum Ausdruck gebracht, in welcher besonde- ren Beziehung die Schweiz zu Rumänien steht.
Die Struktur des rumänischen Volkes war immer so, dass es uns in zweierlei Hinsicht unmittelbar an unsere eigene geschichtliche Vergangenheit erinnert hat, nämlich der starke romanische Einfluss in Rumänien - wirklich angese- hene Rumänen sprechen französisch - und auf der andern Seite der germanische Einfluss, geäussert durch die sieben- bürgischen Landsmannschaften, die sich in einer himmel-
traurigen Situation befinden, aber nicht erst seit heute, sondern leider schon seit Jahren.
Es gab bei uns immer Leute, die sich mit diesen Minder- heitsproblemen, ungeachtet des momentanen öffentlichen Interesses oder Desinteresses befasst haben. Ich kann Ihnen sagen, dass ich mich bereits vor einiger Zeit für einige Parlamentarier verwendet habe (ich kann das Datum nicht nennen, weil ich die Unterlagen nicht hier habe), um für sie zu einer freien Einreisegenehmigung nach Rumänien - auf eigene Kosten - zu gelangen. Während Monaten ist dieses Gesuch von der rumänischen Botschaft in Bern nicht beant- wortet worden. Schliesslich erhielt ich einen kurzen Schrei- bebrief ohne Briefkopf, man hätte mich nicht gefunden - andere Leute finden mich zwar immer - und ich möchte mich mit dem unterzeichneten Herrn in Verbindung setzen. Es ist uns also offenbar nicht möglich, an den Kern dieses Minderheitsproblems durch eigene Recherchen, durch die Freiheit der Reisebewegung des einzelnen Menschen her- anzukommen. Man gebe uns doch die Reisefreiheit! Ich bitte auch die rumänischen Vertreter, die hier auf der Tri- büne sitzen! Sie mögen das nach Rumänien weiterleiten: Geben Sie uns die Reisefreiheit, weil in der Reisefreiheit auch das Wissen dieser Menschen um die Hilfe und die geistige Unterstützung von aussen steckt. Darum bitte ich hier.
Es reicht nicht, wenn wir nur Proteste an internationalen Konferenzen erheben und uns daran beteiligen. Ich sehe nicht ein, warum es unter den gegebenen Umständen, da es zugeht wie in Hitler-Deutschland, Landerechte der rumani- schen Fluggesellschaft in der Schweiz braucht. Ich sehe nicht ein, warum für Ferienreisen nach Rumänien geworben werden muss, die nur ein Regime unterstützen, das unseren europäischen Kulturkreis vernichtet. Ich bitte um Handlun- gen, ich bitte nicht um Proteste. Proteste sind genug gefal- len. Wir müssen daher in diesem Fall etwas weitergehen. Hier geht es um ein Erbstück europäischer Kultur, und diese europäische Kultur haben wir insgesamt auch in Verbin- dung mit andern Völkern zu verteidigen, KSZE-Akten hin oder her. Wir wissen doch um deren Problematik. Wir wis- sen heute aber auch, dass das europäische Kulturgut einen viel höheren Stellenwert hat als alles, was in den letzten Jahren je zu Papier gebracht worden ist.
M. Rebeaud: Il m'est arrivé de m'inscrire à un débat en cours de route et de monter à la tribune, provoqué que j'étais par les propos de M. Eggly sur les prétendues visées des écologistes. Aujourd'hui, je le fais, pour déclarer publi- quement que je suis d'accord avec tout ce qu'ont dit MM. Eggly et Eisenring. Une fois n'est pas coutume, nous sommes en harmonie parfaite avec la quasi totalité de ce Parlement, à l'exception de M. Dreher, et cela fait plaisir. Je ne voulais pas rater l'occasion de le signaler, comme je désire prolonger quelque peu l'effet extrêmement satisfai- sant de cette harmonie.
Je ne veux pas répéter les déclarations de MM. Eggly et Eisenring, mais simplement étendre - comme l'a fait M. Schmid - le raisonnement à l'ensemble des phénomènes de totalitarisme qui affectent la planète. J'aimerais que nous réfléchissions à ce qui se passe dans les pays de l'Est, bien entendu, mais aussi dans un certain nombre d'Etats qui nous sont moins proches géographiquement. Là, il ne s'agit pas de minorités protestantes ou européennes qui sont opprimées, mais au contraire des victimes de majorités protestantes et d'origine européenne. Je pense aux Indiens du Canada qui ont dû être évacués du site olympique de Calgary. Je pense à un certain nombre de populations qui, en Afrique du Sud, ont été déplacées, de gré ou de force souvent, par les effets d'un modèle européen de développe- ment. Je pense également à un certain nombre de tribus du Guatemala ou du Brésil qui, avec ou sans l'aide du Fonds monétaire international, sont déplacées de manière analo- gue à celle qui affecte les minorités en Roumanie.
Au fond, le problème est celui du totalitarisme. Peu importe qu'il s'agisse de régimes de gauche ou de droite, commu-
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nistes ou capitalistes. Les extrêmes, nous pouvons le vérifier encore aujourd'hui, se rejoignent à cet égard.
La Suisse est un pays neutre par tradition et par vocation politique. Or, nous nous trouvons face à un problème où la neutralité me paraît impraticable. Dans la mesure où l'Eu- rope de l'ouest est en train de se donner un certain nombre d'armes pour s'unifier et s'homogénéiser davantage, la Suisse a pour vocation de défendre l'intérêt de la collectivité à l'existence de minorités vigoureuses, vivantes et bien protégées. Nous donnons l'exemple du Jura, où nous avons permis la création d'un canton, ainsi que de la partie romanche des Grisons que nous protégeons le mieux possi- ble. Il me semble que, dans ce cas particulier, la Suisse devrait faire davantage qu'habituellement, même au sein de la CSCE, et davantage que les autres Etats, tels que la France, qu'elle devrait s'engager au maximum dans cette affaire.
Je voudrais savoir, Monsieur le Conseiller fédéral, si la neutralité, soit au sein de la CSCE, soit au sein du Conseil de l'Europe ou des organismes qui vous mettent en contact avec la Communauté européenne, limite ou empêche un engagement très carré, massif et affirmatif de la Suisse auprès de la Roumanie.
En ce qui concerne la protection du patrimoine, il est vrai qu'en Suisse des gens mal élevés ou impertinents barbouil- lent les murs, en signe de mécontentement, que ce soit à Berne, à Neuchâtel ou à Genève. Certains couvrent les routes d'inscriptions, en Suisse centrale par exemple, pour exprimer leur mécontentement de voir arriver des réfugiés. Le Conseil fédéral ne considère-t-il pas qu'il y a, dans le processus actuel d'homogénéisation de nos sociétés, en Suisse aussi - je ne pense pas seulement aux Jenisch mais à ce qui se passe avec nos minorités - des procédés plus doux et plus lents qui mériteraient, compte tenu de notre enthou- siasme à défendre les particularités culturelles, que l'on fasse quelque chose de plus, peut-être à l'occasion du 700e, pour éviter qu'à long terme nos propres minorités cultu- relles ne voient leur vigueur s'éteindre ?
M. Spielmann: Je voudrais faire quelques observations d'or- dre politique avant d'entrer dans le vif du sujet et des questions qui sont posées. Il suffit en effet de lire ces questions et d'entendre les intervenants pour constater que ce débat comporte un fond politique. Je pense plus particu- lièrement aux interventions de MM. Eggly et Bonny, et je ne partage pas l'opinion de M. Rebeaud. Ils nous ont parlé de l'incroyable indépendance de jugement de la Roumanie qui était, selon eux, avec la Yougoslavie, un des seuls Etats qui se rebellaient contre l'Union soviétique dans les organisa- tions internationales et ils disaient qu'ils avaient été pro- tégés trop longtemps. Selon eux, le seul critère objectif pour juger ces pays sur leur capacité d'indépendance est le suivant: plus ils sont éloignés de Moscou, plus ils s'y oppo- sent, plus ils sont sympathiques à nos yeux. Or, on sait très bien - cela a été dit à cette tribune - que le problème des minorités date d'avant cette période.
Le deuxième problème qui me paraît beaucoup plus impor- tant c'est que M. Eggly a aussi parlé d'un peuple laminé physiquement, épuisé par des années de harcèlement. Si l'on examine cette réalité sur le plan économique, on ne peut s'empêcher de penser au débat qui a animé le Conseil national au début de cette session et plus particulièrement à celui concernant le problème du Fonds monétaire interna- tional. Les mêmes qui ont pris la parole au sujet d'un peuple laminé étaient intervenus lors du débat du Fonds monétaire international pour nous dire que les pays ont le droit de recevoir des fonds, mais qu'ils ont aussi le devoir d'appli- quer les restructurations imposées par le FMI. Or, paradoxe, la Roumanie est un des seuls pays qui a payé sa dette et, par conséquent, qui a appliqué ces restructurations, mais à quel prix pour sa population! Il s'agit d'être cohérent jusqu'au bout quand on porte de tels jugements.
Je dirai aussi que le problème de base, celui de la protection des minorités est un problème ancien, qui dépasse de par sa nature la question du régime politique et social.
La politique autoritaire pratiquée par Ceaucescu est étran- gère aux conceptions de la démocratie et du socialisme, elle porte une lourde responsabilité dans ce processus. Pour nous, le droit des minorités respectives de développer leur propre langue maternelle dans les traditions orale et écrite - je pense en particulier à la minorité hongroise - le droit au maintien de leur patrimoine culturel - je pense ici au domaine bâti, constituent des valeurs inestimables. Il ne s'agit pas, au travers de nos interventions de s'immiscer dans les affaires intérieures des Etats, mais ce patrimoine, ces problèmes et le droit des minorités ne sont pas seule- ment le fait des Etats et de la Roumanie dans le cas particu- lier, ils appartiennent au patrimoine culturel européen et c'est dans ce sens que je soutiens les interventions qui seront faites, notamment à l'Unesco, à la CSCE, etc.
Pour être crédibles, de telles démarches en faveur des minorités ne peuvent avoir de chances de succès si elles sont effectuées sur une base sélective. La solidar té ne peut se déployer en fonction des opportunités politiques. Les Basques en Espagne, les Irlandais, les Kurdes, les Tamouls, les Palestiniens, les Jurassiens et d'autres: pour nous, il n'existe pas de bonnes et de mauvaises minorités, de bons et de mauvais patrimoines culturels et politiques, tous ont droit à la solidarité et pour chacun ici c'est un devoir de s'en préoccuper. C'est dans ce sens que j'approuverai les démarches qui sont faites par le Conseil fédéral qui s'est engagé à prendre ce problème à bras le corps, mais je crois qu'il serait faux d'utiliser les problèmes culturels comme un instrument ou comme un levier de pression politique. Si nous voulons être crédibles, il faut séparer ces deux élé- ments et manifester notre solidarité partout où les minorités sont opprimées.
M. Eggly: Vous ne m'avez pas très bien compris, Monsieur Spielmann. J'ai regretté à cette tribune que l'on ait trop longtemps été aveuglé par la soi-disant indépendance du régime roumain et j'ai regretté que nos yeux aient été tellement aveuglés que nous n'ayons pas vu le caractère terriblement totalitaire de ce régime, probablement le plus totalitaire de tous les régimes communistes dès le début. D'autre part, je voudrais encore signaler que je n'ai jamais souffert de solidarité sélective à l'égard d'aucun totalita- risme.
Präsident: Herr Nussbaumer hat das Wort zu einer persönli- chen Erklärung.
Nussbaumer: Ich bedaure ausserordentlich, dass diese ern- ste Debatte von verschiedenen Herren, beispielsweise von Herrn Rebeaud, aber auch von Herrn Schmid, dazu miss- braucht wurde, von Rumänien abzulenken und die ganze Latte der Menschenrechtsverletzungen in der ganzen Welt aufzuzählen. Das ist nicht der Moment, und wir wollen doch hier nicht bei Herrn Ceausescu das Gefühl aufkommen lassen, er befinde sich in grosser Gesellschaft. Was in Rumänien passiert, ist einmalig, das ist derart katastrophal, dass es nicht mit anderen Menschenrechtsverletzungen ver- glichen werden kann. Wir relativieren diese Kritik, wenn wir beginnen, unsere eigenen Fehler aufzuzählen. (Beifall)
Leuenberger Moritz: Nachdem ich soeben Herrn Nussbau- mer und Herrn Eggly, vorher aber auch Herr Bonny gehört habe, möchte ich nun doch einmal unseren Kollegen Braun- schweig und Rechsteiner ganz herzlich gratulieren. Herr Braunschweig hatte sich für die Kurden, die durch Giftgas vom Irak bedrängt wurden, und Herr Rechsteiner für die farbige Mehrheit in Südafrika vehement eingesetzt; jetzt scheint ihre Arbeit zugunsten der Menschenrechte Früchte zu tragen; denn heute ereifern sich Vertreter in cliesem Rat, die seinerzeit den Handel durchaus vor Menschenrechte stellten. Es sind auch dieselben Vertreter, die früher noch Rumänien hätschelten, weil sie glaubten, es würde sich von der Breschnew-Doktrin doch wohltuend absetzen.
Ich kann nur noch sagen: Welch Glück für die Minderheit in Rumänien, dass sie dem europäischen Kulturkreis angehört
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Verhütung von Folter. Europäisches Uebereinkommen
und nicht das Pech hat, z. B. in Sri Lanka zu Hause zu sein. Welch Glück für die Minderheit in Rumänien, dass sie von einem Diktator bedrängt wird, der einem kommunistischen System entstammt. So haben sie doch das Glück, dass sie hier die ungeteilte, volle Solidarität des ganzen Rates und nicht nur einer sozialdemokratischen Minderheit haben. Ich möchte all denjenigen, die sich hier geäussert haben, für ihre Unterstützung und für ihren gemeinsamen Kampf mit uns für Menschenrechte in aller Welt herzlich danken, gebe aber zu, mein Dank wäre noch etwas aufrichtiger, noch etwas herzlicher, noch etwas weniger süss-sauer, wenn diese Voten nicht von einer Ideologie geprägt wären, näm- lich vom Kalten Krieg. (Beifall)
Präsident: Herr Spielmann hat das Wort für eine persönli- che Erklärung.
M. Spielmann: Je voudrais dire que je n'ai à aucun moment esquivé le problème posé, que je suis entré sur le fond de la question, que j'ai soulevé un certain nombre de contradic- tions, que je continue à penser, comme mon préopinant, que le résultat de nos démarches et la crédibilité de ce Parlement dépendront de la conduite qu'il aura dans d'au- tres cas.
Je suis allé dans les territoires occupés de Palestine quand une délégation de ce Parlement a été invitée officiellement par Israël. Je me trouvais du côté des maisons qu'on détrui- sait, de la population qu'on déportait et j'ai très peu entendu d'interventions émanant de Suisse.
Cela ne veut pas dire qu'il faut, forcément, chaque fois prendre position; mais si l'on veut être crédible, il ne faut pas faire de solidarité sélective, y compris avec l'Afrique du Sud, Monsieur Eggly!
M. Felber, conseiller fédéral: Je peux rapidement tenter une conclusion après vos diverses interventions et il me paraît utile de relever quelques éléments concernant la Roumanie. Je m'expliquerai très rapidement tout à l'heure sur quelques autres points.
Il est important et nécessaire, pour le représentant de la diplomatie suisse, de préciser qu'une appréciation définitive de la situation en Roumanie n'est guère possible. Nous ne pouvons en effet pas contrôler les territoires concernés par ces plans de restructuration. Il va de soi qu'un meilleur accès à ces territoires serait souhaitable dans l'intérêt même d'une information beaucoup plus objective. Néanmoins, la seule existence d'une menace de destruction pesant sur plus de 6000 villages roumains est suffisante pour justifier pleinement le droit de l'opinion mondiale à s'engager en faveur des populations concernées.
Je répondrai brièvement à quelques questions qui ont été posées au Conseil fédéral au cours de la discussion.
Je dirai à MM. Braunschweig, Spielmann et Leuenberger que le Conseil fédéral ne fait pas de différence dans sa politique de défense des droits de l'homme. Où que ceux-ci soient menacés, il est à même d'intervenir et il estime de son devoir de le faire. Cela ne signifie pas qu'aujourd'hui nous devions traiter du problème général des droits de l'homme, malheureusement, car nous savons qu'ils sont constam- ment bafoués dans de nombreux pays et régions du monde. Nous avons dans certains cas d'autres moyens d'interven- tion, mais nous vous rappelons qu'en ce qui concerne la Roumanie nous devons tenter d'influencer, avec la commu- nauté internationale mais surtout la communauté euro- péenne, la politique du chef de l'Etat roumain pour qu'il renonce à son projet de systématisation.
D'autre part, nous tenons à préciser également à M. Eisen- ring en particulier que la Suisse a, hélas, d'autres dossiers ouverts avec la Roumanie et qu'il ne s'agit pas simplement, grâce à des interventions répétées, de régler - ce que nous souhaitons - le problème qui nous préoccupe. D'autres dossiers qui touchent également les droits de l'homme font actuellement l'objet de négociations. Tenez compte, Mes- dames et Messieurs, que nous souhaitons pouvoir un jour les fermer, et les fermer avantageusement pour ceux qui
sont aujourd'hui les victimes de certaines habitudes et de certaines règles.
Je répondrai enfin à M. Rebeaud que la neutralité suisse est un principe inscrit dans la constitution, que la politique de neutralité est définie par le Conseil fédéral et que le principe de la neutralité ne signifie pas l'incapacité d'agir, la passivité ou la lâcheté. Alors que nous fondons une grande partie de notre politique étrangère sur la défense des droits de l'homme dans le monde, il n'est pas inintéressant de le souligner, il n'est pas question pour nous de rester passifs ou neutres devant les incartades de certains pays et devant le non-respect des règles qui concernent les droits de l'homme. Dans toutes les conférences internationales, lors- qu'il en est question, les délégations suisses ont pour ins- tructions précises de demander leur respect et leur exten- sion.
Präsident: Die Diskussion über die dringlichen Interpellatio- nen ist hiermit abgeschlossen. Die Interpellanten können ihre Erklärungen abgeben, ob sie von der Antwort des Bundesrates befriedigt sind.
Rüttimann: Ich danke Herrn Bundesrat Felber für seine Haltung und seine Ausführungen namens des Bundesrates, für die eindrückliche Schilderung der Situation und auch für den Aufruf des Bundesrates zuhanden der rumänischen Behörden.
Hingegen bin ich der Auffassung, dass die Situation an eine Katastrophenlage grenzt und dass deshalb der Bundesrat von sich aus die Guten Dienste der Schweiz anbieten und nicht zuwarten sollte, bis er darum gebeten wird. Ich erkläre mich daher teilweise befriedigt.
Präsident: Die übrigen Interpellanten erklären sich von der Antwort befriedigt. Herr Bonny verlangt das Wort.
Bonny: Ich bin von der Antwort befriedigt. Ich muss aber sagen: Ich bedaure es, dass diese Diskussion dazu benutzt wurde, um gewisse persönliche Angelegenheiten zu bereini- gen. Für das ist die Sache zu wichtig. (Beifall)
88.035
Verhütung von Folter. Europäisches Uebereinkommen Prévention de la torture. Convention européenne
Botschaft und Beschlussentwurf vom 11. Mai 1988 (BBI 1, 897) Message et projet d'arrêté du 11 mai 1988 (FF II, 881)
Beschluss des Ständerates vom 29. September 1988 Décision du Conseil des Etats du 29 septembre 1988
Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière
M. Maitre, rapporteur: Nous avons à examiner une conven- tion européenne dont l'objet est de prévenir la torture et les peines ou traitements inhumains ou dégradants. Cette convention reprend l'idée de base du banquier genevois Jean-Jacques Gautier qui a consacré une partie importante de sa vie à promouvoir une lutte plus efficace contre la torture, notamment par le contrôle effectif, au moyen d'une convention internationale, du respect de l'interdiction géné- rale de la torture.
Nous n'avons pas à cacher ici la fierté qu'il y a à rapporter sur un texte qui concrétise incontestablement l'engagement
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Dringliche Interpellation Bonny Menschenrechtsverletzungen in Rumänien. Haltung der Schweiz
Interpellation urgente Bonny Violation des droits de l'homme en Roumanie. Attitude de la Suisse
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
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1988
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III
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Herbstsession
Session
Session d'automne
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Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
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14
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Datum 05.10.1988 - 15:00
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