Parliamentary interpellation on delays in the "Gewähr" project

20016682Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)26.09.1988Other

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

In a written response to a National Council interpellation, the Federal Council addressed delays in the "Gewähr" project for radioactive-waste disposal. It denied that safety standards had been relaxed, explained that technical knowledge had developed and that requirements had been adjusted without concessions, and said the broader energy-policy decision was still pending. It also refused to retract its position on upgrading existing nuclear plants, affirmed that disposal policy remained governed by the statutory framework, and stated that further research would continue beyond the project. As to foreign experience, it referred to ongoing work in several states and to Sweden’s 1984 recognition of technical feasibility and long-term safety.

Omnilex-Regeste

Parliamentary interpellation; radioactive-waste disposal policy and timing of the "Gewähr" project response. The Federal Council may adapt technical assessment criteria in the light of new findings without thereby abandoning the governing protection objectives; the decisive legal safety goals remain unchanged. The search for a suitable repository site is not exhausted by a single project, but continues until a framework-licence application, so that additional research results may broaden the decision basis (consid. 1982/1984 references). The question of upgrading existing nuclear power plants is not necessarily dependent on the immediate disposal-project decision and must be considered within the general energy-policy process. Internationally, successful repository work in other states may be relevant as comparative evidence.

Gesamter Gesetzestext

Energiepolitik. Persönliche Vorstösse

1197

  1. September 1988 N

Rolle der verschiedenen Energieträger) und die Energiefor- schungspolitik grundsätzlich zu diskutieren und die nötigen Entscheide zu treffen.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.

87.998

Interpellation Weder-Basel Projekt «Gewähr». Nichteinhaltung der Termine Interpellation Weder-Bâle Projet «Garantie». Inobservation des délais

Wortlaut der Interpellation vom 18. Dezember 1987

Der Bundesrat hat den für 1987 angekündigten Entscheid zum Projekt «Gewähr» verschoben. Zwei Jahre nach dem ursprünglich festgelegten Termin 1985 steht noch immer nicht fest, ob das Projekt «Gewähr» der Nagra den gesetzli- chen Anforderungen der «dauernden, sicheren Entsorgung und Endlagerung der radioaktiven Abfälle» genügt.

Es stellen sich folgende dringliche Fragen:

  1. Welche Gründe sind es, die den Bundesrat zur Nichtein- haltung seines verbindlich abgegebenen Versprechens be- wegen?

  2. Ist der Bundesrat bereit, im ersten Vierteljahr 1988 über das Projekt «Gewähr» zu berichten und seinen Entscheid vollumfänglich auf die Ergebnisse der beigezogenen Exper- tengremien des Bundes abzustützen?

  3. Kann der Bundesrat dafür Gewähr bieten, dass die seiner- zeitigen Anforderungen betreffend der dauernden und sicheren Entsorgung nicht noch weiter ausgehöhlt werden? 4. Ist der Bundesrat bereit, die gesetzlich vorgesehenen Konsequenzen für die Ausrichtung der künftigen Energiepo- litik zu ziehen, die sich aus dem bisherigen Scheitern des Projektes «Gewähr» ergeben?

  4. Ist der Bundesrat bereit, Einfluss zu nehmen, damit die vorgesehenen Investitionen zur Verlängerung der Lebens- dauer der älteren Atomkraftwerke Beznau und Mühleberg nicht weitergeführt werden?

  5. Ist der Bundesrat bereit, eine Neudefinition der Entsor- gungspolitik einzuleiten, im Sinne seines 1979 abgegebenen und in der Folge widerrufenen Versprechens, wonach für alle Abfallarten vollständig ausgearbeitete, standortgebun- dene Projekte mitsamt den dazugehörigen Sicherheitsbe- richten vorliegen müssen?

  6. Ist dem Bundesrat irgendein Staat bekannt, in dem das Problem der hochradioaktiven Abfälle gelöst wurde und die Endlagerung sichergestellt ist?

Texte de l'interpellation du 18 décembre 1987

Le Conseil fédéral a reporté la décision, annoncée pour 1987, concernant le projet «Garantie». Deux ans après le délai initialement fixé à 1985, il n'est toujours pas avéré si le projet de la CEDRA satisfait aux exigences législatives quant à un stockage sûr et définitif des déchets radioactifs.

Le Conseil fédéral est instamment prié de répondre aux questions suivantes:

  1. Quels sont les motifs qui l'ont poussé à ne pas tenir ses promesses?

  2. Est-il prêt à faire rapport sur le projet au premier trimestre 1988 et à motiver sa décision à la lumière des résultats des experts consultés par la Confédération ?

  3. Peut-il garantir que les exigences quant à un stockage sûr et définitif peuvent être maintenues dans toute leur rigueur?

  4. Est-il prêt à tirer les conclusions qui s'imposent quant à la politique énergétique future des échecs subis jusqu'ici par le projet «Garantie» ?

  5. Est-il disposé à oeuvrer afin que les investissements pré- vus pour prolonger la durée utile des centrales nucléaires vieillissantes de Beznau et de Mühleberg ne soient pas poursuivis?

  6. Consentira-t-il à redéfinir la politique d'élimination des déchets conformément à sa promesse de 1979, reniée par la suite, selon laquelle des projets précis et complets doivent être présentés pour tous les types de déchets, y compris la localisation du site et la totalité des rapports de sécurité y relatifs?

  7. Connaît-il un seul Etat où le problème des déchets haute- ment radioactifs a été résolu et où le stockage définitif est assuré?

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Fetz, Fierz, Grendel- meier, Jaeger, Maeder, Meier-Glattfelden, Leutenegger Oberholzer, Schmid, Stocker, Thür, Wiederkehr (12)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom September 1988

Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988

Schon im Jahr 1982 wies der Bundesrat in der Beantwor- tung eines parlamentarischen Vorstosses darauf hin, dass aufgrund der bei den Projektarbeiten gewonnenen Erkennt- nisse die Anforderungen der Bundesbehörden an das Pro- jekt «Gewähr» im Laufe der Zeit teilweise angepasst wur- den, dass aber keinesfalls die Rede davon sein könne, dass der Nagra oder ihren Genossenschaftern Konzessionen gemacht worden wären. Insbesondere der wichtigste Mass- stab in der Beurteilung der vorgelegten Endlagerprojekte, die von den Sicherheitsbehörden festgelegten Schutzziele, deren Einhaltung im Sicherheitsnachweis bewiesen werden muss, wurde in keiner Weise geändert.

Der Bundesrat wird sich im Rahmen der bevorstehenden generellen Entscheidfindung zur Ausrichtung der künftigen Energiepolitik zu äussern haben; die Forderung nach Nach- rüstung der bestehenden Kernkraftwerke ist nicht von die- sem Entscheid abhängig. Es würde von wenig Verantwor- tungsbewusstsein zeugen, wenn sich der Bundesrat gegen mögliche Verbesserungen der bestehenden Kernkraftwerke ausspräche. Der Bundesrat sieht daher keinen Grund, auf die Forderung zum Nachrüsten zurückzukommen.

Die Entsorgungspolitik des Bundesrates richtet sich nach wie vor nach den gesetzlichen Grundlagen, wie sie im Bun- desbeschluss zum Atomgesetz vom 6. Oktober 1978 festge- legt wird: Es geht darum, die dauernde sichere Entsorgung und Endlagerung der radioaktiven Abfälle zu gewährleisten. Wie der Bundesrat schon 1984 in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage festgehalten hat, werden die For- schungsarbeiten zur Suche nach einer geeigneten Endla- gerstätte nicht mit dem Projekt «Gewähr» abgeschlossen sein. Bis zum Einreichen eines Rahmenbewilligungsge- suchs für die Errichtung eines Endlagers werden zusätzliche Forschungsergebnisse vorliegen, welche die Entschei- dungsgrundlagen für eine definitive Endlager-Standortwahl wesentlich verbreitern.

Auf internationaler Ebene lässt sich feststellen, dass in ver- schiedenen Staaten erfolgversprechende Arbeiten zur Endlagerung der hochradioaktiven Abfälle im Gang sind. Im Jahre 1984 hat die schwedische Regierung aufgrund eines umfangreichen Berichtes anerkannt, dass der Nachweis der technischen Machbarkeit und der Langzeitsicherheit für die Endlagerung der radioaktiven Abfälle erbracht werden konnte.

26-N

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Weder-Basel Projekt "Gewähr". Nichteinhaltung der Termine Interpellation Weder-Bâle Projet "Garantie". Inobservation des délais

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1988

Année

Anno

Band

III

Volume

Volume

Session

Herbstsession

Session

Session d'automne

Sessione

Sessione autunnale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 87.998

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 26.09.1988 - 14:30

Date

Data

Seite

1197-1197

Page

Pagina

Ref. No

20 016 682

Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

Schlagwörter

energy policyradioactive wastenuclear powerrepository safetyparliamentary interpellationtechnical feasibilitylong-term safetyresearch policy

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Reasons for the delay and missed deadline for the "Gewähr" decision

Extrahierter Entscheid

The Federal Council explained that technical findings had evolved and that its requirements had been adapted over time without concessions on safety standards.

Extrahierte Begründung

The Council referred to earlier parliamentary replies and stated that the decisive safety objectives had remained unchanged.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Council would report in early 1988 and base its decision on expert bodies

Extrahierter Entscheid

The Council stated that the general decision on future energy policy was still pending and would be addressed in that context.

Extrahierte Begründung

The requested report and decision timing were tied to the broader policy process rather than the interpellation itself.

Kernrechtsfrage

Whether safety requirements for permanent radioactive-waste disposal would be weakened

Extrahierter Entscheid

The Council said there was no basis to assume that the statutory safety requirements were being diluted.

Extrahierte Begründung

It emphasized continuity with the legal basis in the 1978 atomic-energy resolution and the unchanged protection goals.

Kernrechtsfrage

Whether the Council would draw consequences for future energy policy and nuclear-plant upgrades

Extrahierter Entscheid

The Council saw no reason to oppose possible improvements to existing nuclear plants and would not separate that question from broader policy considerations.

Extrahierte Begründung

It considered opposition to upgrades incompatible with responsible governance.

Kernrechtsfrage

Whether disposal policy should be redefined beyond the "Gewähr" project

Extrahierter Entscheid

The Council stated that disposal policy continued to follow the statutory framework and that additional research would continue beyond the project.

Extrahierte Begründung

It stressed that the search for a suitable repository site would not end with the project and that future licensing would rest on broader research results.

Kernrechtsfrage

Whether other states had solved the high-level radioactive-waste problem

Extrahierter Entscheid

The Council noted that several states had promising repository work underway and cited Sweden as having recognized technical feasibility and long-term safety in 1984.

Extrahierte Begründung

It answered the comparative question by referring to international developments and a Swedish government report.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.