Postulate on shutdown of Creys-Malville reactor

20016680Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)26.09.1988Not Examined

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

In the National Council, a postulate by Leutenegger Oberholzer requested that the Federal Council intervene with French authorities to prevent the restart and secure the shutdown of the Superphénix reactor at Creys-Malville. The Federal Council replied in writing that safety responsibility lay with the operator and French authorities, that no unreasonable threat to Switzerland had been shown, and that the 1986 safety assessment did not justify demanding closure. It also noted ongoing efforts to improve cross-border information exchange and therefore recommended rejection of the postulate.

Omnilex-Regeste

Parliamentary intervention concerning a foreign nuclear installation; the Federal Council may oppose a postulate where the available safety assessment shows no unreasonable risk to Switzerland and where the foreign state remains responsible for nuclear safety. Improved cross-border information exchange may be pursued as a less intrusive response than demanding shutdown.

Gesamter Gesetzestext

Energiepolitik. Persönliche Vorstösse

1195

  1. September 1988 N

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom September 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988 Wir verweisen auf Teil II, Ziffer 5.3.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.

Antrag Leutenegger Oberholzer Ueberweisung als Postulat

Proposition Leutenegger Oberholzer Adopter sous forme de postulat

87.948

Postulat Leutenegger Oberholzer Schneller Brüter von Creys-Malville. Stillegung Mise hors service du surgénérateur de Creys-Malville

Wortlaut des Postulates vom 10. Dezember 1987 Der französische Brutreaktor Superphénix von Creys-Mal- ville bedeutet eine ausserordentliche Gefahr, nicht nur für die unmittelbare Umgebung, sondern für weite Teile Euro- pas. Im Falle eines grossen Unfalles des Superphénix müs- ste mit der radioaktiven Verseuchung von riesigen Landstri- chen gerechnet werden.

Infolge eines Lecks des Natriumtanks musste die Anlage stillgelegt werden. Auf Ende 1988 ist - Pressemeldungen zufolge - eine Wiederaufnahme des Betriebes vorgesehen. Die Bevölkerung der Region Genf fühlt sich durch den schnellen Brüter besonders bedroht. Die Genfer Behörden haben sich gegen die Wiederinbetriebnahme der Anlage ausgesprochen.

Der Bundesrat wird gebeten, sich bei den französischen Behörden dafür einzusetzen, dass der schnelle Brüter von Creys-Malville nicht mehr in Betrieb genommen wird. Abge- klärt werden sollte insbesondere auch, ob auf international- rechtlicher Ebene Schritte eingeleitet werden können, mit denen eine Wiederinbetriebnahme verhindert und die defini- tive Stillegung des Superphénix erreicht werden kann.

Texte du postulat du 10 décembre 1987

Le surgénérateur français «Superphénix» de Creys-Malville représente un danger énorme non seulement pour les envi- rons immédiats, mais également pour de vastes régions d'Europe. En cas d'accident grave à «Superphénix», il fau- drait s'attendre à ce que la contamination radioactive s'étende à des territoires immenses.

En raison d'une fuite dans le réservoir de sodium, il a fallu arrêter l'installation. Selon des articles parus dans la presse, il est prévu de reprendre l'exploitation à la fin de l'année 1988.

La population genevoise se sent particulièrement menacée par la présence du surgénérateur. Les autorités genevoises se sont prononcées contre la remise en marche de l'installa- tion.

Le Conseil fédéral est par conséquent invité à intervenir auprès des autorités françaises afin que le surgénérateur de Creys-Malville ne soit plus remis en marche. Il faudrait notamment examiner s'il est possible d'entreprendre des démarches sur le plan international afin d'empêcher que «Superphénix» ne soit remis en marche et que cette installa- tion soit définitivement désaffectée.

Mitunterzeichner - Cosignataires:

Bär, Fetz, Fierz, Günter, Hafner Rudolf, Herczog, Meier- Glattfelden, Rebeaud, Schmid, Spielmann, Stocker, Thür, Weder-Basel, Wiederkehr (14)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Postulantin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom September 1988

Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988

Die Verantwortung für die Sicherheit einer Kernanlage obliegt deren Betreiber und den Behörden des Staats, in welchem sich die Anlage befindet. Für den Bund bestehen keine Zweifel an der Sorgfalt und der Gewissenhaftigkeit der zuständigen französischen Stellen und somit keine Gründe, eine Stillegung zu verlangen. Es ist offensichtlich, dass ein schwerer Unfall in erster Linie französisches Territorium betreffen würde. Die französischen Behörden haben selber alles Notwendige für den Schutz ihrer eigenen Bevölkerung vorzukehren.

Ueber die Sicherheit von Superphénix hat das Bundesamt für Energiewirtschaft im Herbst 1986 einen Bericht veröf- fentlicht. Darin wurde insbesondere festgestellt, dass kein Grund zur Annahme bestehe, dass der Superphénix ein grösseres Risiko bilde als moderne Leichtwasserreaktoren und dass für das Gebiet der Schweiz auf Notfallmassnah- men, welche weiter gehen als die für Zone 3 der Kernkraft- werke (diese Zone umfasst das mehr als 20 km von Kern- kraftwerken entfernte Gebiet) zu treffenden Vorkehrungen, verzichtet werden könne. Demgemäss geht vom Superphé- nix keine unzumutbare Gefährdung des schweizerischen Territoriums aus. Der Bundesrat hat keinen Grund, diese Aussagen zu bezweifeln.

Auch der Zwischenfall mit dem Natrium-Leck im doppelwan- digen Lagerbehälter für Brennelemente hat die nukleare Sicherheit nicht beeinträchtigt. Der lange Stillstand der Anlage dient der genaueren Untersuchung des Lagerbehäl- ters. Eine Wiederinbetriebnahme der Anlage wird zurzeit geprüft und hängt von der Erfüllung gewisser Bedingungen respektive den Ergebnissen technischer Prüfungen ab.

Der Bundesrat ist sich indessen auch der vor allem aus der Region Genf vorgebrachten Bedenken bewusst und setzt sich für eine Erweiterung und Systematisierung der grenz- überschreitenden Information ein. Wie bereits in der Ant- wort auf die Interpellation Petitpierre vom 18. Juni 1987 (87.485) ausgeführt wurde, war die französische Information im Zusammenhang mit dem Natrium-Leck im Frühjahr 1987 korrekt. Auch über die geforderten Prüfungen vor einer allfälligen Wiederinbetriebnahme wurde die Schweiz früh- zeitig und korrekt informiert. Frankreich ist im übrigen bereit mit der Schweiz über eine Regelung des Informa- tionsaustausches betreffend grenznahe Kernanlagen zu ver- handeln. Wir können darum erwarten, künftig systematisch und noch ausführlicher als bisher informiert zu werden.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.

Antrag Leutenegger Oberholzer Ueberweisung als Postulat

Proposition Leutenegger Oberholzer Adopter sous forme de postulat

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Postulat Leutenegger Oberholzer Schneller Brüter von Creys-Malville. Stillegung Postulat Leutenegger Mise hors service du surgénérateur de Creys-Malville

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1988

Année

Anno

Band

III

Volume

Volume

Session

Herbstsession

Session

Session d'automne

Sessione

Sessione autunnale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 87.948

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum

26.09.1988 - 14:30

Date

Data

Seite

1195-1195

Page

Pagina

Ref. No

20 016 680

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Schlagwörter

energy policynuclear safetycross-border informationparliamentary postulatereactor shutdown

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Council should be instructed to seek shutdown of the Superphénix reactor and explore international measures against its restart.

Extrahierter Entscheid

The Federal Council considered that nuclear safety responsibility lies with the plant operator and the French authorities, saw no reason to demand shutdown, and proposed rejection of the postulate.

Extrahierte Begründung

It relied on a 1986 safety report, stated that the reactor did not pose an unreasonable risk to Switzerland, and stressed that France had informed Switzerland correctly and was prepared to discuss improved cross-border information exchange.

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