Motion Salvioni
1162
N 26 septembre 1988
Nachdem offensichtlich ist, dass auf absehbare Zeit in der Schweiz keine weiteren Atomkraftwerke mehr gebaut wer- den können, ist es eine Frage der politischen Vernunft, dass wir endlich daran gehen, die Stromsparmöglichkeiten in unserem Lande auszuschöpfen. Der gesparte Strom ist heute am billigsten und umweltverträglichsten.
Die ökonomischen, technischen und juristischen Grundla- gen für ein Stromspargesetz sind vorhanden. Einer schnel- len Bearbeitung steht nichts im Wege.
Das oft gehörte Argument, es gehe nicht an, nur einen Energieträger mit gesetzlichen Auflagen zu diskriminieren, ist nicht stichhaltig. In den vergangenen Jahren sind in praktisch allen Kantonen Energiegesetze erlassen worden. Sie regeln die Anwendung vor allem der fossilen Energieträ- ger im Wärmebereich. Die Elektrizität ist mit wenigen Aus- nahmen ausgeklammert worden. Es geht heute darum, mit einem Stromspargesetz gleiche Spiesse für alle Energieträ- ger zu machen.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom September 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988 Wir verweisen auf Teil II, Ziffer 1.1 und 1.2.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Antrag Schüle Auch als Postulat ablehnen
Proposition Schüle Rejeter la motion (même sous forme de postulat)
88.415
Postulat der sozialdemokratischen Fraktion Stromversorgung der Schweiz Postulat du groupe socialiste Approvisionnement énergétique du pays
Wortlaut des Postulates vom 17. März 1988
Der Bundesrat wird gebeten, für seine energiepolitischen Entscheide die Stromversorgungssicherheit unseres Landes so zu definieren, dass sie volkswirtschaftlich optimal und versorgungspolitisch realistisch ist. Insbesondere ist eine einseitige Abhängigkeit des Auslandes von inländischer Ueberproduktion abzulehnen.
Wir bitten den Bundesrat, die Elektrizitätswirtschaft aufzu- fordern, mit dem europäischen Stromverbund ein auf Part- nerschaft basierendes Stromaustausch-Verhältnis anzustre- ben. Dabei ist insbesondere auch der Qualität der schweize- rischen Stromproduktion Rechnung zu tragen.
Texte du postulat du 17 mars 1988
Le Conseil fédéral est prié de définir, en vue des décisions qu'il doit prendre dans le domaine de l'énergie électrique, notre approvisionnement d'une façon à la fois optimale sur le plan économique et réaliste sur le plan de la sécurité. Il faut notamment rejeter toute dépendance unilatérale de l'étranger à l'égard de la surproduction interne.
Nous prions le Conseil fédéral d'exiger de l'économie élec- trique qu'elle s'efforce de parvenir, en accord avec l'inter- connexion européenne, à un équilibre des échanges de courant reposant sur une véritable collaboration. Il s'agira aussi de tenir compte de la qualité de la production suisse de courant.
Sprecher - Porte-parole: Mauch Ursula
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die bisherige, von den Elektrizitätswerken propagierte und angewandte Konzeption der Versorgungssicherheit führt im europäischen Netzverbund systematisch zu einer Ueberka- pazität an Stromerzeugungsanlagen. Die Grundprämisse ist nämlich, dass die Schweiz in 19 von 20 Jahren sogar im Winter mehr Strom exportieren als importieren soll. Wenn jedes Land von solchen Annahmen ausgeht, gibt es notwen- digerweise ein europäisches Ueberangebot, das unter dem Titel Versorgungssicherheit dauernd mit neuen Kraftwerk- zubauten aufrechterhalten wird. In Tat und Wahrheit ist es aber unmöglich, dass jedes Land Jahr für Jahr mehr Strom exportiert als importiert. Wenn das die Schweiz tut, so trägt sie einseitig zur Stromversorgung der Nachbarländer bei. Die Neukonzeption der Versorgungssicherheit muss auf rea- listischeren Annahmen abgestützt werden.
Insbesondere muss sie den Standortvorteil der Schweiz berücksichtigen, welcher in den grossen Saisonspeicher- seen begründet ist. Diese Speicher können kurzfristig gewaltige Lastspitzen (KW) abdecken. Sie helfen dadurch vor allem mit, an kalten Wintertagen die Stromversorgung des benachbarten Auslands mit Spitzenenergie (Leistung) zu sichern.
Dieser schweizerische Qualitäts-Beitrag an die Versor- gungssicherheit der Nachbarländer wurde bis jetzt vernach- lässigt. Neu muss er gleichwertig mit der quantitativen Pro- duktion in eine partnerschaftliche Konzeption der Versor- gungssicherheit miteinbezogen werden.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom September 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral de septembre 1988 Wir verweisen auf Teil II, Ziffer 1.3.2.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat entgegenzunehmen und als erledigt abzuschreiben.
88.421
Motion Salvioni Energieversorgung des Landes Approvisionnement énergétique du pays
Wortlaut der Motion vom 18. März 1988
Der Bundesrat wird eingeladen, mit seinem Entscheid über die Motion, die den Verzicht auf Kaiseraugst fordert, die erforderlichen Massnahmen vorzuschlagen, damit wir in der Stromversorgung nicht noch stärker vom Ausland abhängig werden.
Texte de la motion du 18 mars 1988
Le Conseil fédéral est invité à proposer, avec sa décision sur la motion qui demande l'abandon de Kaiseraugst, les mesures nécessaires à éviter une augmentation de notre dépendance de l'étranger en matière d'électricité
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Baggi, Bär, Bonvin, Brélaz, Buttiker, Caccia, Carobbio, Cavadini, Cou- chepin, David, Diener, Ducret, Dünki, Engler, Hafner Rudolf, Hänggi, Hess Peter, Jaeger, Ledergerber, Longet, Maitre, Martin Jacques, Meier-Glattfelden, Müller-Meilen, Oester, Petitpierre, Pini, Rebeaud, Ruffy, Scheidegger, Schmid, Schmidhalter, Seiler Rolf, Spälti, Stamm, Steinegger, Stocker, Wanner, Wiederkehr, Wyss Paul, Zwygart (42)
1
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Postulat der sozialdemokratischen Fraktion Stromversorgung der Schweiz Postulat du groupe socialiste Approvisionnement énergétique du pays
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Jahr
1988
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 88.415
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
26.09.1988 - 14:30
Date
Data
Seite
1162-1162
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Pagina
Ref. No
20 016 641
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