Postulat Günter
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N
23 juin 1988
Schriftliche Begründung - Développement par écrit In seiner Arbeit vom 20. Mai 1987 auf meine Einfache Anfrage vom 15. Dezember 1986 hat der Bundesrat das Resultat der beiden repräsentativen Umfragen der Konsu- menten-Arbeitsgruppe zur Förderung tierfreundlicher und umweltgerechter Nutzung von Haustieren (KAG, St. Gallen) Kenntnis genommen. Der Bundesrat weiss also, dass mehr als die Hälfte der Konsumenten der Meinung ist, dass «Bodenhaltungs-Eier» von Hühnern mit täglichem Auslauf ins Freie stammen würden, während sie tatsächlich von Hühnern ohne jeden Auslauf stammen, die bis zu elf Tiere pro Quadratmeter und zu Tausenden in geschlossenen Hal- len eingesperrt sind. Der Bundesrat weiss zweitens auch, dass wiederum mehr als die Hälfte aller Konsumenten den Begriff «Hallen-Ei» für derartige Eier auf Anhieb richtig verstehen würde. Dennoch ist der Bundesrat nicht bereit, entsprechende Aenderungen der Lebensmittelverordnung (Artikel 173a) zu veranlassen; hingegen hat er dem ohnehin überlasteten Bundesamt für Gesundheitswesen den Auftrag erteilt, die amtlich bewilligte und fortgesetzte Irreführung «durch geeignete Information» im Nachhinein wieder rück- gängig zu machen. Im übrigen verschanzte sich der Bundes- rat in seiner Antwort hinter einer Verordnung der EG, die ebenfalls von «Bodenhaltungs-Eiern» spreche, verschweigt aber, dass dieselbe EG jahrelang von Freilandeiern gar nichts wissen mochte und sie erst vor zwei Jahren unter dem Druck des schweizerischen Beispiels in die Verord- nung aufgenommen hat.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 27. April 1988
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 27 avril 1988
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
87.978
Postulat Günter Massnahmen gegen Aids. Bericht Mesures contre le SIDA. Rapport
Wortlaut des Postulates vom 16. Dezember 1987 Der Bundesrat wird ersucht, möglichst bald einen Bericht dem Parlament vorzulegen, der sich mit den Massnahmen zur Bekämpfung von Aids (Verhinderung der Ausbreitung/ Impfung/Behandlung Betroffener/soziale Sicherung Betrof- fener) befasst. Es wird angeregt, den Bericht ähnlich wie denjenigen zur Walddebatte abzufassen. Er soll namentlich enthalten, welche Massnahmen durch den Bundesrat
bereits getroffen wurden und allfällige Resultate;
bereits für 1988 und später beschlossen sind, inklusive Zeitplan;
die bei einer weiteren Ausbreitung der Seuche wahr- scheinlich beschlossen werden; mit Angabe der Interven- tionskriterien (z. B. Zahl HIV-Positiver oder Erkrankter, wel- che diese Beschlüsse auslösen);
als möglich erachtet werden, wo aber
a. rechtliche, b. politische, c. andere Hinderungsgründe be- stehen,
Texte du postulat du 16 décembre 1987
Le Conseil fédéral est invité à soumettre au plus vite au Parlement un rapport concernant les mesures de lutte contre le SIDA (lutte contre la propagation de la maladie, mise au point d'un vaccin, traitement et assurance sociale des malades). Nous suggérons que ce rapport soit structuré
de la même manière que celui qui a servi au débat sur le dépérissement des forêts.
Il devra notamment indiquer quelles sont:
les .mesures que le Conseil fédéral a déjà prises et les résultats obtenus;
les mesures qui seront prises en 1988 et les années suivantes (prière d'en indiquer le calendrier);
les mesures qui devraient être prises si la maladie conti- nuait à se propager, ainsi que le stade à partir duquel elles le seraient (par exemple, le nombre de séropositifs ou de malades atteints du SIDA);
les mesures que le Conseil fédéral considère comme praticables mais qui se heurtent à des obstacles
a. juridiques, b. politiques, c. ou d'autre nature.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Basler, Biel, Dormann, Dünki, Fierz, Früh, Grendelmeier, Hösli, Jaeger, Leuenber- ger-Solothurn, Maeder, Müller-Aargau, Leutenegger Ober- holzer, Oester, Stamm, Stappung, Wiederkehr (17)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Nichts deutet gegenwärtig auf eine verlangsamte Ausbrei- tung von Aids weltweit, aber auch in der Schweiz hin. Die Problematik der Krankheit hat sich tendenziell sogar eher verschärft, so in folgenden Punkten:
Zahl und Zunahme der HIV-Positiven
Latenz bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubations- dauer)
Zunehmende Zahl an Erkrankungen mit fortschreitender Inkubationszeit
Extrem hohe Mortalität der Erkrankten
Die Existenz virus-positiver, aber test-negativer Infektions- träger
Explodierende Gesundheitskosten in kommenden Jahren durch exponentiell steigende Fallzahlen und mindestens proportional steigende Kosten pro Erkrankungsfall (verbes- serte und teure Behandlung, längere Ueberlebenszeit).
Das Hauptproblem der Bekämpfung der Ausbreitung von Aids besteht in der extrem langen Inkubationszeit. Sie führt dazu, dass der Hauptkampf gegen die Ausbreitung zu einem Zeitpunkt geführt werden muss, wo die Folgen der Krank- heit noch weitgehend unsichtbar sind.
Werden weitergehende Massnahmen erst beschlossen, wenn vier- bis fünfstellige Erkrankungszahlen vorliegen, ist es für die meisten der möglichen Massnahmen zu spät, oder sie haben zumindest einen grossen Teil der möglichen Wir- kung eingebüsst. Andererseits dürfte es politisch schwierig sein, weitergehende Massnahmen bereits zu einem frühen Zeitpunkt zu realisieren. Es ist daher wichtig, dass der Bun- desrat ein breit gefächertes Interventionsszenario vorlegt, inklusive «worst-case>-Planung. Das Parlament sollte möglichst noch 1988 seriös und in Ruhe darüber beraten können. Es ist deshalb wichtig, dass der Bericht konkret wird und detaillierte Vorschläge, allenfalls mit möglichen Alternativen, enthält.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 18. Mai 1988 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 18 mai 1988 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
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Postulat Günter Massnahmen gegen Aids. Bericht Postulat Günter Mesures contre le SIDA. Rapport
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Dans
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Jahr
1988
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
14
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 87.978
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
23.06.1988 - 08:00
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Seite
900-900
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20 016 427
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