Protection of glacial landscape in Zug canton

20016240Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)18.03.1988Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

Rolf Seiler asked the Federal Council to protect a nationally listed glacial landscape in Zug against planned gravel extraction and to state whether it would intervene under the Nature and Cultural Heritage Act or the Spatial Planning Act. The Federal Council answered that the core area of BLN object 1307 is exceptionally worthy of protection, that the extraction area 'Oberland' lies in this core zone and must yield to the national interest in preservation, and that only a limited expansion of 'Bethlehem I' might be conceivable subject to water-protection interests. It further held that federal intervention was not yet required because the cantonal master-plan procedure was still pending.

Omnilex-Regeste

Art. 16 NHG; Art. 37 RPG; landscape protection and spatial planning coordination; federal intervention in cantonal planning. Where a landscape listed in the federal inventory forms a glacial-morphologically unique core area, extraction interests must in principle yield to the national interest in unaltered preservation. Federal intervention is subsidiary: as long as the cantonal planning procedure is still pending and its avenues have not been exhausted, direct federal intervention is not called for. A limited expansion of an existing extraction site may only be considered if no overriding water-protection interests stand in the way.

Gesamter Gesetzestext

Interpellation Seiler Rolf

451

  1. März 1988 N

Das als besonders dringlich bezeichnete Problem der Frei- zügigkeit ist nicht in erster Linie durch die Revision des BVG, sondern `durch diejenige des Obligationenrechts (Art. 331c) anzugehen, besteht doch in der obligatorischen beruflichen Vorsorge bereits vollständige Freizügigkeit, nicht jedoch im Bereich der ausserobligatorischen Berufs- vorsorge.

Der Bundesrat wird sich über die Priorität der dringlichsten Revisionspunkte im Bereich der beruflichen Vorsorge, dar- unter auch mit demjenigen zur Freizügigkeitsregelung, be- fassen.

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt.

87.945

Interpellation Leuenberger-Solothurn Unfallversicherungsgesetz. Verordnung zu Artikel 83 Absatz 2 Interpellation Leuenberger-Soleure Loi sur l'assurance-accidents. Ordonnance d'exécution de l'article 83, 2e alinéa

Wortlaut der Interpellation vom 10. Dezember 1987 Der Bundesrat wird eingeladen, Auskunft zu erteilen über die Gründe, die zu einer Verzögerung des Erlasses der Verordnung zu Artikel 83 Absatz 2 des Unfallversicherungs- gesetzes über die Mitwirkung von Arbeitsärzten in den Betrieben führen.

Ferner wird der Bundesrat aufgefordert, seinen Zeitplan für den Erlass dieser Verordnung bekanntzugeben.

Texte de l'interpellation du 10 décembre 1987

Le Conseil fédéral est prié de renseigner sur les motifs ayant conduit au report de l'ordonnance afférente à l'article 83, alinéa 2 de la loi sur l'assurance-accidents portant sur la coopération des médecins du travail dans les entreprises. Le gouvernement est invité en outre à faire connaître le calendrier qu'il entend suivre pour la publication et la mise en vigueur de cette ordonnance.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. Februar 1988

Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 février 1988

Anlässlich der Ausarbeitung der Verordnung vom 19. Dezember 1983 über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV) hatte die dafür zuständige Exper- tenkommission beschlossen, die Mitwirkung von Arbeitsärz- ten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit in den Betrieben aufgrund der Besonderheiten dieses Themas in einer separaten Verordnung zu regeln. Die hierfür vom Bun- desrat am 15. August 1985 bestellte Expertenkommission (Kommission) tagte erstmals am 14. März 1986. Sie legte ihren Beratungen einen vom Bundesamt für Sozialversiche rung (BSV) ausgearbeiteten Vorentwurf zu einer Verord- nung über Arbeitsärzte und andere Spezialisten der Arbeits- sicherheit (VASA) zugrunde.

Nach vier Sitzungen der Gesamtkommission und drei Zusammenkünften eines Kommissionsausschusses, der sich mit der Abklärung des Anwendungsbereichs der VASA befasste, wurden die Beratungen am 8. September 1987 einstweilen abgeschlossen. Ueber den aus diesen Beratun-

gen hervorgegangenen Entwurf wird demnächst ein Ver- nehmlassungsverfahren durchgeführt. Nach dessen Abschluss wird das BSV die eingereichten Stellungnahmen auswerten, notwendige Anpassungen der VASA vornehmen und, sofern die Aenderungen von grundsätzlicher Bedeu- tung sind, die Kommission erneut zu einer letzten Lesung einladen.

Ein verlässlicher Zeitplan für die Inkraftsetzung der VASA kann erst nach Abschluss des Vernehmlassungsverfahrens festgelegt werden.

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt.

87.928

Interpellation Seiler Rolf Schutz einer Glaziallandschaft Protection d'un paysage glaciaire

Wortlaut der Interpellation vom 30. November 1987 Die Glaziallandschaft zwischen Lorzentobel und Sihl mit Höhronenkette ist 1983 in das Bundesinventar der Land- schaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen worden (BLN-Inventar 1307). Dessen unge- achtet sieht ein Teilrichtplan «Abbau- und Deponiegebiete 1987» des Kantons Zug in dieser geschützten Moräne-Land- schaft im Gebiet Hinterbüel-Blachen-Wis einen ausgedehn- ten Kiesabbau vor. Ohne Zweifel führt die beabsichtigte Kiesausbeutung zu schweren Eingriffen in die Landschaft. Zudem wird durch den Kiesabbau auch die Trinkwasserver- sorgung der Grossregion Zürich im höchsten Masse ge- fährdet.

Ich bitte daher den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass der unangeta- stete Kernbereich der «grossartigsten Moräne-Landschaft der Schweiz» (BLN) ungeschmälert erhalten bleiben soll? 2. Wurde der endgültige Entwurf des Richtplanes des Kan- tons Zug den Bundesbehörden zur Vorprüfung vorgelegt? Wenn ja, was wurde dazu gesagt?

  2. Ist der Bundesrat allenfalls bereit, aufgrund von Artikel 16 des NHG bzw. Artikel 37 des RPG einzugreifen, um diese Landschaft zu erhalten?

Texte de l'interpellation du 30 novembre 1987

Un paysage glaciaire s'étendant entre la Lorze et la Sihl qui comprend le massif de Hohe Rone a été reconnu d'impor- tance nationale et inscrit dans l'Inventaire fédéral des pay- sages, sites et monuments naturels (IFP) en 1983 (IFP 1307). En dépit de cette inscription, le plan directeur sectoriel du canton de Zoug intitulé «Extraction de matières premières et dépôt de matériaux 1987» (traduction) prévoit l'exploitation d'une gravière dans la région de Hinterbüel-Blachen-Wis, paysage de moraines classé comme site protégé. L'exploita- tion prévue entraînera sans aucun doute une détérioration sensible du paysage. De plus, elle compromettrait dangereu- sement l'approvisionnement en eau potable de la région de Zurich.

C'est pourquoi je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:

  1. Le Conseil fédéral est-il également d'avis que le coeur même du paysage de moraines le plus imposant de Suisse doit être conservé intact dans sa totalité ?

  2. Un projet définitif du plan directeur établi par Zoug a-t-il été soumis à l'examen préalable des autorités fédérales ? Si oui, quel a été leur avis ?

  3. Le Conseil fédéral est-il prêt à intervenir, le cas échéant, pour sauvegarder ce paysage, conformément à l'article 16

18 mars 1988

N

452

Interpellation Segmüller

de la loi fédérale sur la protection de la nature et du paysage, ou à l'article 37 de la loi fédérale sur l'aménagement du territoire?

Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

1982 wurde ein Gesuch für den Kiesabbau im genannten Gebiet durch den Regierungsrat abgelehnt. Der negative Entscheid wurde angefochten, aber sowohl vom Verwal- tungsgericht des Kantons Zug als auch vom Bundesgericht (Entscheid vom 27.6.84) bestätigt. Insbesondere das Bun- desgericht machte deutlich, dass das Interesse an der Erhal- tung einer einzigartigen Glaziallandschaft jenes am beab- sichtigten Kiesabbau überwiege. Weder eine gewisse Erschwerung der Kiesbeschaffung noch das Bestreben, die Finanzlage der Gemeinde zu verbessern, noch die Absicht, vorhandene technische Anlagen und getätigte Investitionen besser zu nutzen, vermöchten zu genügen, um den vom Gesetz geforderten Schutz zurücktreten zu lassen.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. Februar 1988

Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 février 1988

  1. Die für Fragen des Landschaftsschutzes zuständigen Bundesorgane haben verschiedentlich auf die Einzigartig- keit und hohe Schutzwürdigkeit des im Objekt 1307 des «Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung» (BLN) enthaltenen zugerischen Kernbereichs zwischen Sihlsprung und Menzingen hinge- wiesen. Es besteht kein Anlass, diese Beurteilung in Frage zu stellen.

  2. Bei der Vorprüfung der kantonalen Richtplanentwürfe durch den Bund wurden auf Wunsch der zugerischen Raumplanungsbehörde die im Teilrichtplan «Abbau- und Deponiegebiete 1987» aufgeführten Abbaugebiete «Ober- land» und «Bethlehem» einer genaueren Beurteilung unter- zogen.

Diese ergab, dass der Landschaftsausschnitt «Oberland» zum empfindlichen und glazialmorphologisch einmaligen Kerngebiet des BLN-Objekts 1307 gehört. Unter diesen Umständen hat hier das Interesse am Kiesabbau hinter das nationale Interesse an einer ungeschmälerten Erhaltung der Landschaft zurückzutreten. Lediglich das bestehende Abbaugebiet «Bethlehem I» könnte etwas erweitert werden, sofern dem Vorhaben bei der Detailplanung keine überwie- genden Interessen des Gewässerschutzes entgegenstehen werden.

  1. Ein konsequenterer Schutz von Boden und Landschaft gehört zu den vordringlichen Aufgaben unserer Zeit. Der Bundesrat hat dieses Gebot in unmissverständlicher Weise im Raumplanungsbericht vom 14. Dezember 1987 festge- halten.

Ein Eingreifen des Bundes aufgrund von Artikel 16 NHG oder Artikel 37 RPG drängt sich nicht auf, solange die Mög- lichkeiten des hängigen Richtplanverfahrens nicht ausge- schöpft sind.

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.

87.558

Interpellation Segmüller Forschung mit in vitro neukombinierter DNA Recherche avec de l'ADN recombinant in vitro

Wortlaut der Interpellation vom 24. September 1987 In der Schweiz getätigte Forschung mit in vitro neukombi- nierter DNA erfolgt nach den Arbeitsregeln der Schweizeri- schen Kommission für Biologische Sicherheit von For-

schung und Technik (SKBS). Diese Arbeitsregeln sind auf die amerikanischen «Guidelines for Research Involving Recombinant DNA Molecules» abgestützt. Die Verantwor- tung für die Instruktion der Mitarbeiter und für die biologi- sche Sicherheit liegt gemäss 10. Rundschreiben der SKBS beim Forscher. Besondere gesetzlich verbindliche Richtli- nien auf diesem Gebiet bestehen in der Schweiz nicht. Ich frage deshalb den Bundesrat:

  1. Welches sind die Erfahrungen mit der Einhaltung der empfohlenen Richtlinien durch die verantwortlichen For- scher? Erachtet der Bundesrat die Richtlinien als genügend, um die in den Forschungslabors beschäftigten Forscher und die weitere Bevölkerung vor Unfällen und ihren Folgen zu schützen?

  2. Wie beurteilt der Bundesrat die Tatsache, dass im Umweltschutzgesetz die Abgabe von Stoffen an die Umwelt geregelt wird, nicht aber die Verwendung von Organismen, die mit Hilfe von DNA-Forschung entwickelt wurden? Dies betrifft unter anderem die Bereiche Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gewässerschutz. Diese Frage stellt sich, weil solche neukombinierten Organismen ebenfalls ökologisch relevante Auswirkungen entfalten können.

  3. Wie beurteilt der Bundesrat die Situation vor dem Hinter- grund des Ausbaus der Gesetzgebung in anderen Ländern, insbesondere im EG-Raum?

  4. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass zur Gewährleistung der Sicherheit auch in der Schweiz entspre- chende gesetzliche Grundlagen zu schaffen sind? Diese sollten einerseits den Sicherheitsanliegen der Bevölkerung Rechnung tragen, andererseits aber der Schweiz den Anschluss für eine sinnvolle Nutzung auf diesem zukunfts- trächtigen Gebiet nicht verschliessen.

Texte de l'interpellation du 24 septembre 1987

La recherche suisse sur l'ADN recombine in vitro suit les règles de travail de la Commission suisse interdisciplinaire pour la sécurité biologique dans la recherche et dans ses applications techniques (CSSB), qu s'inspirent elles-mêmes des «Guidelines for research involving recombinant DNA molecules» (USA). Selon la 10e circulaire de la CSSB, la responsabilité de la mise en garde des collaborateurs et en matière de sécurité biologique incombe au chercheur. Des directives contraignantes en ce domaine n'existent pas en Suisse.

Questions au Conseil fédéral:

  1. Dans quelle mesure les chercheurs responsables respec- tent-ils les règles de la CSSB? Sont-elles suffisantes pour protéger les chercheurs et leurs collaborateurs, ainsi que la population en général, des risques d'accidents et de leurs suites?

  2. Que pense le Gouvernement du fait que la loi sur la protection de l'environnement règle la décharge de subs- tances dans le milieu naturel, mais non l'emploi d'orga- nismes résultant de la recherche sur l'ADN, notamment dans les domaines de l'alimentation, de la santé, de l'agriculture, de l'économie forestière, et de la proteciton des eaux ? Or on sait que les organismes dont l'ADN a été recombiné peuvent avoir des incidences écologiques.

  3. Comment le Gouvernement juge-t-il la situation en Suisse, comparée avec l'état de la législation en la matière dans d'autres pays, en particulier dans ceux de la Communauté européenne ?

  4. N'estime-t-il pas qu'il faut établir chez nous aussi des bases légales visant à assurer la sécurité dans ce domaine, et ce en tenant compte d'une part de la nécessité de proté- ger la population, mais aussi, d'autre part, du souci de ne pas tenir notre pays à l'écart d'un développement approprié dans ce domaine, prometteur pour l'avenir.

Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Seiler Rolf Schutz einer Glaziallandschaft Interpellation Seiler Rolf Protection d'un paysage glaciaire

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1988

Année

Anno

Band

I

Volume

Volume

Session

Frühjahrssession

Session

Session de printemps

Sessione

Sessione primaverile

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 87.928

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum

18.03.1988 - 08:00

Date

Data

Seite

451-452

Page

Pagina

Ref. No

20 016 240

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Schlagwörter

landscape protectionspatial planninggravel extractioninventory of natural monumentswater protectionsubsidiarityfederal intervention

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the core area of the protected glacial landscape should remain intact

Extrahierter Entscheid

The Federal Council confirmed the exceptional uniqueness and high protection value of the core area and saw no reason to question that assessment.

Extrahierte Begründung

Federal bodies responsible for landscape protection had repeatedly emphasized the uniqueness of the BLN object 1307 core area between Sihlsprung and Menzingen.

Kernrechtsfrage

Whether federal authorities had preliminarily examined the cantonal master plan and what their view was

Extrahierter Entscheid

Yes. In preliminary examination, the extraction areas 'Oberland' and 'Bethlehem' were assessed; the 'Oberland' area belongs to the sensitive core zone and gravel extraction must yield to the national interest in preserving the landscape.

Extrahierte Begründung

The area is glacial-morphologically unique and part of the BLN core area; only the existing 'Bethlehem I' site could be expanded if water-protection interests do not oppose it.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Council would intervene under Art. 16 NHG or Art. 37 RPG

Extrahierter Entscheid

No immediate federal intervention was necessary as long as the possibilities of the pending master-plan procedure had not been exhausted.

Extrahierte Begründung

The Federal Council considered a more consistent protection of soil and landscape an urgent task, but held that the cantonal planning procedure should first run its course.

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