Motion (Weber Leo)-Hess Peter
1857
Dezember 1987 N
September 1986 und Morf vom 1. Oktober 1986 hat der Bundesrat das Ergebnis der Volksabstimmung vom 28. Sep- tember 1986 über Kulturinitiative und Gegenvorschlag nicht als Nein zur Kulturförderung des Bundes gewertet und seine Absicht bekräftigt, das bisherige kulturpolitische Engage- ment weiterzuführen. In diesem Zusammenhang sprach er die Hoffnung aus, dass das Parlament diese Politik voll mittragen werde. In seiner Botschaft vom 25. Februar 1987 über die Finanzhilfen an die Stiftung Pro Helvetia in den Jahren 1988 bis 1991 hielt der Bundesrat jedoch fest, es bleibe im Sinne einer klaren Kompetenzregelung und einer Stärkung des Subsidiaritätsprinzips nach wie vor wün- schenswert, längerfristig eine explizite verfassungsmässige Abstützung aller kulturpolitischen Aktivitäten des Bundes anzustreben. Nach der guten Aufnahme dieser Vorlage in den eidgenössischen Räten und der in den Debatten zum Ausdruck gekommenen grundsätzlich positiven Haltung in der Frage einer aktiven Kulturförderung erachtet der Bun- desrat die Wiederaufnahme der Bemühungen um einen Kulturartikel als sinnvoll. Der Vorsteher des eidgenössi- schen Departements des Innern hat deshalb im Nationalrat am 28. September 1987 angekündigt, dass der Bundesrat in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode 1988-91 den Räten einen eigenen Entwurf zu einem Kulturartikel vorlegen werde. Bei der Ausarbeitung des neuen Verfassungsartikels sollen die Kommentare und Analysen der Abstimmung über die Kulturinitiative und den Gegenvorschlag nochmals ein- gehend geprüft werden. Mit Blick auf dieses Vorgehen erscheint dem Bundesrat eine Umwandlung der Motion in ein Postulat als angebracht.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
87.387
Motion Zwygart Heterologe Kinder. Verhinderung von Verwandtenehen Enfants hétérologues. Interdiction des mariages consanguins
Wortlaut der Motion vom 20. März 1987
Der Bundesrat wird aufgefordert, die notwendigen gesetzli- chen Regelungen zur Verhinderung von Verwandtenehen für die durch heterologe Insemination oder In-vitro-Fertilisa- tion gezeugten Kinder, wie sie für Adoptivkinder Gültigkeit haben, unverzüglich in die Wege zu leiten, ohne dabei auf die Gesamtregelung der künstlichen Befruchtung zu warten.
Texte de la motion du 20 mars 1987
Le Conseil fédéral est prie de prendre sans retard les mesures nécessaires du point de vue légal pour empêcher les mariages consanguins entre enfants conçus par insémi- nation hétérologue ou par fécondation in vitro, comme c'est le cas pour les enfants adoptifs, sans attendre que la législa- tion concernant la fécondation artificielle entre en vigueur.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Dünki, Fierz, Grendel- meier, Günter, Müller-Bachs, Müller-Wiliberg, Oester, Stef- fen, Wick, Zwingli (10)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die gegenwärtige Regelung für Adoptivkinder sieht vor, dass diese nach erfolgter Adoption mit ihrem alten und neuen Namen an das Eidgenössische Amt für Zivilstandswe- sen gemeldet werden. Vor jeder Eheschliessung werden die Namen der Partner dem genannten Amt gemeldet, um so allfälligen Verwandtenehen vorzubeugen. Dies geschieht aber bis heute nicht bei durch heterologe Insemination oder In-vitro-Fertilisation gezeugten Kindern. Da nun aber bekannt ist, dass rund jedes hundertste Kind, das geboren wird, aus einer heterologen Insemination stammt, ist ver- mutlich die Gefahr einer Verwandtenehe grösser als bei Adoptivkindern.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 30. November 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 30 novembre 1987 Das Konsanguinitätsrisiko ist selbst im Falle der Zunahme heterologer Inseminationen oder In-vitro-Fertilisationen und selbst bezogen auf eine relativ beschränkte Bevölkerungs- gruppe verschwindend klein. Berechnungsmethoden, die an der Universität Lausanne entwickelt wurden, zeigen, dass für die Bevölkerung der Romandie bei der derzeitigen prak- tischen Verbreitung der künstlichen Insemination mit Samen eines Spenders (etwa 350 Kinder pro Jahr in der ganzen Schweiz) die Wahrscheinlichkeit einer konsangui- nen Ehe in der nächsten Generation nur 1/400 000 beträgt, selbst wenn je 6 Kinder vom gleichen Spender abstammen. Eine besondere Regelung ist somit nicht dringlich. Im Rah- men der Gesamtregelung der künstlichen Fortpflanzung wird zu prüfen sein, ob eine Beschränkung der Anzahl Schwangerschaften mit den Samen desselben Spenders vorgesehen werden muss und welche Kontrollmechanismen nötig sind. Die Frage muss aber im Zusammenhang mit der Regelung der Fortpflanzungsmedizin im allgemeinen und mit der Frage der Anonymität des Samenspenders im beson- deren behandelt werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
87.910
Motion (Weber Leo)-Hess Peter Errichtung von Bistümern Création de nouveaux évêchés
Wortlaut der Motion vom 9. Oktober 1987 Der Bundesrat wird eingeladen, der Bundesversammlung spätestens mit der Totalrevisionsvorlage der Bundesverfas- sung den Vorschlag zu unterbreiten, wonach den Kirchen auf Bundesebene die volle Organisationsfreiheit eingeräumt und demzufolge Artikel 50 Absatz 4 der Bundesverfassung aufgehoben wird.
Texte de la motion du 9 octobre 1987
Le Conseil fédéral est chargé de soumettre à l'Assemblée fédérale - au plus tard en même temps que le projet de révision totale de la constitution - la proposition d'abroger l'article 50, 4e alinéa, de ladite constitution, de manière à ménager aux Eglises, sur le plan fédéral, une liberté totale de s'organiser.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Darbellay, Fehr, Fischer- Sursee, Hess, Mühlemann, Nebiker, Nussbaumer, Seiler, Weber-Schwyz, Widmer (10)
40-N
N 18 décembre 1987
1858
Motion Leuenberger-Solothurn
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 4. November 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 4 novembre 1987 Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
Präsident: Herr Nationalrat Ruf bekämpft die Motion (Weber Leo)-Hess Peter. Die Behandlung dieser Motion wird ver- schoben.
Verschoben - Renvoyé
87.555 Motion Weder-Basel Förderung des biologischen Landbaues Motion Weder-Bâle Agriculture biologique
Wortlaut der Motion vom 23. September 1987 Der Bundesrat wird aufgefordert: dem biologischen Land- bau durch Aenderung der Subventionspolitik und durch Beseitigung gesetzlicher Hindernisse und überholter Ver- ordnungen grössere Marktchancen einzuräumen.
Texte de la motion du 23 septembre 1987
Le Conseil fédéral est chargé de modifier la politique de subventionnement et d'éliminer les obstacles légaux et ordonnances dépassées afin d'améliorer les chances de l'agriculture biologique sur le marché.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Dünki, Grendelmeier, Günter, Jaeger, Maeder-Appenzell, Müller-Bachs, Weber Monika, Zwygart (8)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit In seiner Antwort auf meine Einfache Anfrage 86.763 vom 19. Dezember 1986 führt der Bundesrat aus, dass er bereit wäre, den «Anliegen des biologischen Landbaues im Rah- men des Möglichen Rechnung zu tragen. Insbesondere bei der Subventionspolitik».
Ferner erklärt er sich bereit, entsprechende Aenderungen der Verordnungen zu prüfen.
Damit der Bundesrat vom Parlament einen Auftrag erhält, reiche ich diese Motion ein.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 25. November 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 novembre 1987 Die Motion deckt sich im wesentlichen mit der Einfachen Anfrage des Motionärs vom 19. Dezember 1986, welche der Bundesrat am 15. Juni 1987 beantwortet hat. Die zugesi- cherte Prüfung der Anliegen ist im Gange.
Aus rechtlichen Gründen kann der Bundesrat nicht mittels einer Motion zu bestimmten Verordnungsänderungen ver- pflichtet werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
87.566
Motion Leuenberger-Solothurn Aenderung von Artikel 52 Arbeitslosenversicherungsgesetz Motion Leuenberger-Soleure Loi sur l'assurance-chômage. Révision de l'article 52
Wortlaut der Motion vom 29. September 1987
Artikel 52 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes ist dahin- gehend zu ändern, dass die Insolvenzentschädigung Lohn- forderungen für die drei letzten Monate vor Konkurseröff- nung oder, bei vorgängiger Beendigung des Arbeitsverhält- nisses, Lohnforderungen für die letzten drei Monate des Arbeitsverhältnisses deckt.
Texte de la motion du 29 septembre 1987
Le Conseil fédéral est chargé de préparer une révision de l'article 52 de la loi sur l'assurance-chômage de sorte que l'indemnité en cas d'insolvabilité puisse couvrir les créances de salaire portant sur les trois derniers mois qui précèdent l'ouverture de la faillite ou, si le contrat de travail a été résilié avant l'ouverture de la faillite, les créances de salaire portant sur les trois derniers mois de travail sous contrat.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Beendet ein Arbeitnehmer wegen Insolvenz des Arbeitge- bers sein Arbeitsverhältnis gestützt auf Artikel 337a OR, vergeht alsdann einige Zeit bis zur Konkurseröffnung und blockiert der Arbeitgeber die Lohnforderungen des Arbeit- nehmers durch Rechtsvorschlag oder gerichtliche Verfah- ren, wird der Arbeitnehmer und Versicherte um die gesetzli- che Insolvenzentschädigung gebracht, da Artikel 52 AVIG nur Lohnforderungen für die letzten drei Moante vor Kon- kurseröffnung deckt. Es sollte in Artikel 52 AVIG eine quo- tenmässige Begrenzung, nicht eine zeitliche Begrenzung des Umfanges der Insolvenzentschädigung eingeführt werden.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 25. November 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 novembre 1987 Nach Artikel 52 Absatz 1 des Arbeitslosenversicherungsge- setzes deckt die Insolvenzentschädigung nur die drei letzten Monatslöhne vor der Konkurseröffnung bzw. dem Pfän- dungsbegehren.
Verzögert sich die Konkurseröffnung - meist aus Gründen, die sich dem Einfluss des Versicherten entziehen (z. B. unbegründeter Rechtsvorschlag) -, so kann dies dazu füh- ren, dass die ausstehenden Lohnforderungen wegen Ablaufs der Frist nicht mehr entschädigt werden können. Der Bundesrat teilt die Auffassung des Motionärs, dass hier eine befriedigendere Regelung getroffen werden muss. Die in der Motion verlangte Lösung ist jedoch nicht die einzig denkbare. In den Expertenberatungen zu einer AVIG-Revi- sion wurde mit gleicher Zielsetzung eine Lösung über die Einführung eines Fristenstillstandes während Betreibungs- und Gerichtsverfahren erwogen. Diese Frage sollte daher im Rahmen der AVIG-Revision in der Stossrichtung von Motion und Expertenkommission weiter verfolgt werden, wobei allerdings eine endgültige Festlegung auf die eine oder andere Lösung im gegenwärtigen Zeitpunkt vermieden wer- den sollte.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion (Weber Leo)-Hess Peter Errichtung von Bistümern Motion (Weber Leo)-Hess Peter Création de nouveaux évêchés
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1987
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 87.910
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 18.12.1987 - 08:00
Date
Data
Seite
1857-1858
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20 015 997
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