N 9 octobre 1987
1514
Interpellation Cotti
EMD-Arbeitsplätze in Regionen, die vom Investitionshilfege- setz betroffen sind, angeboten werden. Eine besondere Koordinationsgruppe, (die sog. Arbeitsgruppe KOBERIO), ist vom EMD beauftragt, EMD-Arbeitsplätze im Berggebiet nach Möglichkeit zu erhalten und bei Reorganisationen die sozialpolitischen sowie regionalökonomischen Aspekte zu würdigen und - allenfalls auch entgegen betriebswirtschaft- lichen Ueberlegungen - nach politisch tragbaren Lösungen zu suchen.
Es ist nur scheinbar ein Widerspruch, dass etwa zur glei- chen Zeit Standorte für die Verlegung von Bundesämtern bestimmt und das Eidgenössische Vakzine-Institut von Basel nach Mittelhäusern verlegt wird. Die gegenwärtigen Bestrebungen, Bundesämter zu dezentralisieren, gehen auf ein Postulat aus dem Jahre 1980 zurück. Demgegenüber nahmen die Arbeiten zum Ausbau und schliesslich zur Ver- legung des Eidgenössischen Vakzine-Instituts mit drei Postulaten aus den Jahren 1966/67/69 ihren Anfang. Das Baugelände wurde 1972 erworben, und seit 1977 steht fest, dass ein Um- und Ausbau, trotz aller Anstrengungen des Bundes, in Basel leider nicht in Frage kommt. Das Projekt für das Institut liegt nun seit 1979 vor.
Die Standorte der über 95 000 PTT- und SBB-Beamten sind betrieblich bedingt und mit Ausnahme der Generaldirektion dezentral. Der Anteil der beiden Generaldirektionen, mit Sitz in Bern, beträgt rund 5 Prozent.
Es ist richtig, dass der Standort Bulle, mit einer Fahrzeit von knapp einer Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bern- Freiburg etwa 22 Min .; Freiburg-Bulle mit Schnellbus etwa 30 Min. und Umsteigezeiten zwischen 6-8 Min.) an der ober- sten Grenze einer Pendlerdistanz mit öffentlichen Verkehrs- mitteln liegt. Es ist aber zu bedenken, dass eine Hauptab- sicht der Dezentralisierungsbemühungen darin besteht, Bundespersonal längerfristig an den jeweiligen Standorten anzusiedeln oder aus den umliegenden Regionen zu rekru- tieren. Zu Beginn werden wohl viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Verlegungsort pendeln und nur wenige werden ihren Wohnsitz sofort wechseln. Im Rahmen der üblichen Fluktuationen können am Verlegungsort Neuein- stellungen erfolgen, und nach mehreren Jahren werden nur noch wenige Beamte pendeln.
Die Förderungsbedürftigkeit des Standorts Bulle ist gross. Im Vergleich der 108 angemeldeten Standorte aus der gan- zen Schweiz liegt die Förderungsbedürftigkeit von Bulle im vordersten Sechstel.
Der Bundesrat misst den Anliegen der Regionalpolitik und der sprachlichen Minderheiten in der Verwaltung grosse Bedeutung zu. Er ist daher gewillt, die zweckmässigen Mög- lichkeiten zur Verwirklichung der Anliegen auszuschöpfen. Nur mit der Verlegung der vier Bundesämter nach Biel, Bulle, Grenchen und Neuenburg - also in förderungsbedürf- tige und grösstenteils französischsprachige Gebiete - las- sen sich die regionalpolitischen und sprachlichen Minder- heitsprobleme nicht lösen. Der Bundesrat weist hier auf seine anderweitigen grossen Bemühungen hin, wie Investi- tionshilfegesetz, KOBERIO-Massnahmen, Erhaltung des Militärspitals Novaggio, sowie auf seine grossen Anstren- gungen zur ausgewogenen Vertretung der sprachlichen Minderheiten und zu ihrem verstärkten Miteinbezug in die Planungs-, Gestaltungs-, Entwicklungs- und Entscheidungs- prozesse am Bundessitz in Bern, wo sich Bundesrat, Stabs- stellen des Bundesrats und die politisch bedeutsamsten Aemter befinden. Es darf aber durchaus angenommen wer- den, dass durch das vorliegende Verlegungskonzept Bei- träge zur Stärkung von wirtschaftlich benachteiligten Regio- nen und zur angestrebten Stärkung des lateinischen Einflus- ses in der allgemeinen Bundesverwaltung erzielt werden. Nicht nur die jeweiligen Standortgemeinden werden von der Ansiedlung von Bundesämter profitieren, sondern auch die Einzugsgebiete der Regionen. Es werden also Gebiete des Juras, des Freiburgerlands und des Waadtlands an den
positiven Auswirkungen der Dezentralisierung der vier Bun- desämter teilhaben.
Das Verlegungskonzept des Bundesrats ist in einem weiten Rahmen zu würdigen. Es stellt eine von vielen Massnahmen zur Förderung der besseren Vertretung der sprachlichen Minderheiten und zur Förderung benachteiligter Regionen dar.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
offensichtliche Mehrheit Minderheit
87.501
Interpellation Cotti Regionalpolitik. Delegierter des Bundes
Interpellanza Cotti Politica regionale. Commesse federali Interpellation Cotti Politique régionale. Délégué de la Confédération
Wortlaut der Interpellation vom 18. Juni 1987
Zu den Aufgaben des Bundes gehört es auch, bei der Vergabe von Aufträgen und bei Einkäufen die Interessen der verschiedenen Regionen zu berücksichtigen. Seit Anfang Jahr gibt es Weisungen des Bundesrates über die regional- politische Koordination der Bundestätigkeit.
Wir ersuchen den Bundesrat um Auskunft zu folgenden Fragen:
Wie weit hat diese Koordination innerhalb der Bundesver- waltung bis heute Erfolg gehabt?
Wäre es angezeigt, einen Delegierten zu ernennen, der den Auftrag hat, diese Weisungen zu verwirklichen?
Wie weit wird - ausser im Zusammenhang mit der Beschaffung des Panzers Leopard - bei militärischen Auf- trägen und Einkäufen der Regionalpolitik Rechnung ge- tragen?
Testo dell'interpellanza del 18 giugno 1987
Fra i compiti della Confederazione vi è anche quello di rispettare gli interessi delle diverse regioni nell'assegna- zione di commesse e negli acquisti. Esistono dall'inizio dell'anno direttive del Consiglio federale sulla coordina- zione regionale e politica dell'attività della Confederazione. Chiedo quindi al Consiglio federale di volere informarmi:
In che misura questa coordinazione all'interno dell'Ammi- nistrazione federale ha avuto sinora successo.
Se sia opportuno designare un delegato con il compito di concretizzare le direttive succennate.
In quale misura, al di là dell'operazione relativa all'acqui- sto dei Leopard, si tiene conto della politica regionale nelle commesse e negli acquisti militari.
Texte de l'interpellation du 18 juin 1987
Parmi les devoirs incombant à la Confédération il y a aussi celui de respecter les intérêts des diverses régions dans l'attribution de commandes et en matière d'acquisitions. Or, il existe depuis le début de l'année des directives du Conseil fédéral sur la coordination régionale et politique de l'activité de la Confédération.
Je prie par conséquent le Conseil fédéral de me dire:
Dans quelle mesure cette coordination au sein de l'admi- nistration fédérale a eu du succès;
S'il est opportun de désigner un délégué ayant pour tâche d'appliquer les directives précitées;
Dans quelle mesure, à part l'opération relative à l'acquisi- tion des chars Leopard, on tient compte de la politique
Oktober 1987 N
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Interpellation Zwygart
régionale lorsqu'il s'agit de commandes et d'acquisitions militaires.
Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Baggi, Columberg, Darbellay, Dirren, Früh, Grassi, Kühne, Ogi, Pfund, Robbiani, Ruttimann, Savary-Fribourg, Wellauer (13)
Schriftliche Begründung - Motivazione scritta Développement par écrit
La politica regionale e il sostegno alle regioni di montagna sono un compito di grossa importanza per la Confedera- zione. Gli indirizzi sulla coordinazione politica regionale emanati dal Consiglio federale, costituiscono un passo importante verso un'efficiente politica regionale, essi ten- dono a sostenere zone economicamente minacciate e peri- feriche senza eccessivi maggiori costi per la Confedera- zione. La coordinazione esige però sforzi nel campo dell'in- formazione, dell'organizzazione e della procedura. Anco- r'oggi le competenze dei diversi uffici federali non sembrano sufficientemente delimitate e non del tutto chiare. A miglio- rarne il funzionamento sarebbe opportuna la designazione di un delegato alla politica regionale: una siffatta designa- zione sarebbe peraltro una concreta manifestazione della volontà politica del Consiglio federale. Di particolare impor- tanza in questo campo sono le commesse militari che potrebbero contribuire a mantenere posti di lavoro nelle regioni meno favorite economicamente.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 21. September 1987 Risposta scritta del Consiglio federale del 21 settembre 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 21 septembre 1987 1. Sulla base delle direttive citate dall'interpellante, il Consi- glio federale ha istituito un comitato per la politica regionale del quale fanno parte i capi del DFEP, del DFI e del DFTCE. In una prima seduta, questo comitato è stato informato sullo stato dell'esecuzione degli strumenti di politica regionale della Confederazione e sui lavori intesi a realizzare e ad applicare le direttive. In questo contesto l'UFIAML procede passo a passo in campi particolarmente importanti dal pro- filo del preventivo e significativi per la politica regionale. E' sotto questo profilo che hanno avuto luogo i primi collo- qui di coordinamento tra l'UFIAML e l'Aggruppamento del- l'armamento. Al centro delle trattative figura il programma d'armamento 1988, nell'ambito del quale esiste la possibilità di considerare interessi di politica regionale. Questi ver- ranno illustrati nel rispettivo messaggio sul quale dovranno dibattere le Camere federali nella sessione estiva o autun- nale 1988. I due citati uffici federali prevedono tra l'altro di rendere edotti gli incaricati degli acquisti presso il DMF, in una riunione informativa, sugli obiettivi e le necessità della politica regionale.
Il Consiglio federale condivide il parere dell'interpellante secondo cui l'applicazione delle direttive costituisce un compito permanente che richiede i relativi mezzi, segnata- mente nel campo del personale. Esso è però dell'opinione che l'UFIAML, incaricato dell'applicazione delle direttive, può adempiere il suo compito di coordinamento e che la nomina di un Delegato non si impone.
Da anni l'Aggruppamento dell'armamento, al quale è affi- dato il compito di acquistare il materiale dell'esercito, si adopera per far partecipare, a seconda delle possibilità, le Regioni marginali del nostro Paese, come pure le zone economicamente sfavorite, alle commesse dell'esercito. A tale riguardo esso è tuttavia legato alla legge federale con- cernente la gestione finanziaria della Confederazione e alle ordinanze sugli acquisti della Confederazione e del Diparti- mento militare, che prescrivono un acquisto conforme ai criteri dell'economicità. A norma di queste prescrizioni, si può dare la preferenza alle offerte provenienti da regioni economicamente sfavorite e periferiche soltanto se esse sono equivalenti. La condizione indispensabile affinché le commesse possano essere aggiudicate a dette regioni è
dunque che esse siano in grado di presentare offerte com- petitive.
Inoltre, per l'acquisto di materiale civile, l'Aggruppamento, analogamente agli altri uffici d'acquisto della Confedera- zione, è tenuto, a norma delgi accordi internazioni (GATT, EFTA), a rispettare il principio della libera concorrenza anche nei confronti delle offerte dall'estero.
Quali esempi di grandi acquisti in cui vennero presi in considerazione fattori di politica regionale citeremo l'acqui- sto del carro armato Leopard 2, dei cacciacarri, del fucile d'assalto 90 e del nuovo velivolo scuola. Anche per acquisti minori viene tenuto conto delle direttive del 26 novembre 1986 sulla cooordinazione della politica regionale emanate dal Consiglio federale; nella primavera del 1987 per esempio la fabbricazione di 349 rimorchi del valore di cinque milioni di franchi è stata commissionata nel Vallese.
Inoltre, sarà opportuno rilevare che per l'appalto di lavori nel campo tipografico o dell'edilizia i bandi di concorso ven- gono pubblicati entro limiti regionali e che in base alle instruzioni di spedizione della Confederazione e alle racco- mandazioni del DFF in merito al servizio Cargo Domicilio si è soliti effettuare comparazioni di costi neutrali dal profilo dell'ubicazione.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
offensichtliche Mehrheit Minderheit
87.406
Interpellation Zwygart Landwirtschaftspolitik. Verfassungsmässigkeit Politique agricole. Bases constitutionnelles
Wortlaut der Interpellation vom 20. März 1987
Trotz vielfältiger Massnahmen des Bundes sieht sich ein beträchtlicher Teil unserer Landwirte grossen Schwierigkei- ten gegenüber. Insbesondere leiden viele Klein- und Mittel- betriebe unter der Ueberschussproduktion im Milch- und Fleischsektor. Allgemein ist bekannt, dass diese Ueber- schussproduktion vorwiegend durch übermässigen Futter- mittelimport bodenunabhängiger Produzenten verursacht wird. So werden denn immer mehr Stimmen laut, die die Verfassungsmässigkeit unserer Landwirtschaftspolitik in Frage stellen, weil diese immer weniger den eigentlichen bäuerlichen Familienbetrieben zugute kommt. Selbst der Bundesrat schrieb noch im 3. Landwirtschaftsbericht auf Seite 51ff: « .... bei der bodenunabhängigen Landwirtschaft stellt sich zwar die Frage, ob und wie weit sie noch zur Landwirtschaft im Sinne von Artikel 31bis Absatz 3 Buchsta- be b der Bundesverfassung gehört .... » Das im Jahre 1965. Seither hat sich die Lage stets verschlechtert, weil die bodenunabhängige Produktion stark zunahm.
Deshalb bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung fol- gender Fragen:
Welche rasch wirkenden Massnahmen gedenkt der Bun- desrat einzuleiten, um den vorwiegend bodenabhängig pro- duzierenden bäuerlichen Klein- und Mittelbetrieben ein Ueberleben zu ermöglichen, und zwar im Sinne der geführ- ten Parlamentsdiskussion über den 6. Landwirtschaftsbe- richt?
Ist der Bundesrat bereit, eine unabhängige Expertenkom- mission einzusetzen, die abklärt,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Cotti Regionalpolitik. Delegierter des Bundes Interpellanza Cotti Politica regionale. Commesse federali Interpellation Cotti Politique régionale. Délégué de la Confédération
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Sessione
Sessione autunnale
Rat
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Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
14
Séance
Seduta
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87.501
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Datum 09.10.1987 - 08:00
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