Interpellation Braunschweig
1508
N
9 octobre 1987
von Artikel 41 Absatz 1 des Bürgerrechtsgesetzes möglich. Gemäss dieser Bestimmung kann eine Einbürgerung vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement innert fünf Jahren nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Anga- ben oder Verheimlichung erheblicher Tatsachen erschli- chen worden ist. Für die Nichtigerklärung braucht es jedoch immer die Zustimmung der Behörde des Heimatkantons. Aufgrund des Gesagten fehlt dem Bundesrat die Kompe- tenz, besondere Massnahmen zu ergreifen.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
Minderheit offensichtliche Mehrheit
Le président: L'interpellateur n'est pas satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
87.405
Interpellation Braunschweig Vermittlung von Kriegsmaterial in der Schweiz Trafic de matériel de guerre
Wortlaut der Interpellation vom 20. März 1987
Ist diese Information richtig oder gar unvollständig? Wie beurteilt der Bundesrat diese «Visitenkarten» einer friedlie- benden, humanitären Schweiz? Ist die Schweiz an einer derartigen Förderung des internationalen Waffenhandels militärpolitisch interessiert?
Ist dem Bundesrat bekannt, dass das Jahrbuch 1986 des schwedischen Friedensforschungsinstitutes SIPRI auf den Weltrüstungsmärkten die zunehmende Einschaltung priva- ter Kriegsmaterialhändler zwischen Produzenten und Abnehmern feststellt?
Weiss der Bundesrat, dass die Schweiz von dieser Entwicklung aus folgenden Gründen besonders betroffen ist?
1986 stiegen die Kriegsmaterialexporte der Schweiz in die Entwicklungsländer auf 61 Prozent aller Kriegsmaterialex- porte (1973 bis 1985 betrug dieser Anteil 3,5 Prozent, abge- sehen vom Spezialfall Iran unter dem Schah).
Die Vermittlungsgeschäfte von Kriegsmaterial, welches unser Staatsgebiet nicht berührt, unterliegt gemäss fragwür- diger Auslegung der Bundesverfassung seit 1951 durch Bundesgericht und Bundesrat keiner Bewilligungspflicht. - Die Neutralität der Schweiz, die Anwesenheit internationaler Organisationen, die Dienstleistungen des Finanzplatzes und die zurückhaltende Praxis des Bundesgerichts bei interna- tionalen Rechtshilfebegehren begünstigen die unerfreuliche Entwicklung.
Der persische Schah erhielt 1970 bis zu seinem Sturz für 593 Millionen Franken Schweizer Waffen. Heute haben diese Exporte zur Folge, dass ein enormer Druck für illegale Ersatzteil- und Nachfolgelieferungen besteht. In einigen Jahren wird sich eine ähnliche Entwicklung in der Türkei wiederholen. Hat der Bundesrat dies beim massiven Waffen- export 1985 und 1986 mitberücksichtigt?
Reine Schiebegeschäfte vermischen sich mit illegalen materiellen Lieferungen aus der Schweiz. Auch zivil ver- wendbare Bestandteile, Werkzeugmaschinen und Produk-
tionslizenzen für Kriegsmaterial usw. unterstehen keiner Ausfuhrbewilligungspflicht, ebensowenig Lieferungen von Tochterfirmen, auch wenn die ganze Forschung und Entwicklung sowie Finanzierung und Management in der Schweiz liegen.
Wie beurteilt der Bundesrat diese Gründe im einzelnen, und in welcher Weise gedenkt er, ihnen durch die Praxis oder durch Gesetzesänderungen entgegenzuwirken? Wenn ich in Punkt 1 den militärpolitischen Gesichtspunkt erwähnte, stellen sich hier die Fragen nach den aussenpoli- tischen Aspekten und besonders nach den Menschen- rechten.
Weswegen hat der Bundesrat den Vorschlag der Justizab- teilung aus dem Jahre 1969 nicht mehr aufgegriffen, auf- grund von Artikel 102 Absätze 8 und 9 die Bewilligungs- pflicht einzuführen? Warum sucht der Bundesrat nicht einen Ausweg in Verbindung mit der strafrechtlichen Erfas- sung der Geldwäscherei? Organisiertes Verbrechertum gibt es nicht nur im Drogenhandel, sondern auch im Waffen- handel.
Texte de l'interpellation du 20 mars 1987
Cette information est-elle exacte? Serait-elle même incom- plète ? Que pense le Conseil fédéral de ce genre de «cartes de visite» d'une Suisse pacifique et humanitaire ? Notre pays a-t-il intérêt, pour des raisons politico-militaires, d'encoura- ger ainsi le trafic international de matériel de guerre?
Le Conseil fédéral sait-il que l'Institut suédois de recherche sur la paix, SIPRI, fait état dans son annuaire de 1986, d'une activité accrue des trafiquants d'armes qui assu- rent, à titre privé, le relais entre les producteurs et les clients ?
Le Conseil fédéral sait-il que cette évolution des choses intéresse tout particulièrement notre pays pour les raisons suivantes:
En 1986, les exportations de matériel de guerre de la Suisse à destination des pays en voie de développement représentaient 61 pour cent du total de ces exportations (entre 1973 et 1985 cette part ne constituait que 3,5 pour cent du total, si on fait abstraction du cas spécial de l'Iran sous le règne du shah).
Les affaires d'intermédiaires concernant les ventes d'armes qui ne touchent pas notre pays ne sont pas sou- mises à autorisation depuis 1951, conformément à une interprétation sujette à caution de la constitution par le Tribunal fédéral et par le gouvernement.
La neutralité de la Suisse, la présence d'organisations internationales, les prestations de notre place financière et la réserve dont fait preuve le Tribunal fédéral lorsque l'en- traide judiciaire internationale est requise favorisent cette fâcheuse évolution.
De 1970 jusqu'à sa chute, le shah de Perse a acheté des armes à la Suisse pour un montant de 593 millions de francs. Le résultat est qu'une pression énorme s'exerce aujourd'hui pour obtenir des livraisons illégales de pièces de rechange et de matériel complémentaire. Dans quelques années, cet état de choses se reproduira en Turquie. Le Conseil fédéral a-t-il tenu compte de ce fait lors des exporta- tions massives de matériel de guerre en 1985 et en 1986?
Des affaires frauduleuses se combinent aux livraisons illégales de matériel de guerre en provenance de notre pays. L'exportation de pièces pouvant servir à des fins civiles, de machines-outils et de licences de production de matériel de guerre, etc., n'est pas soumise à l'autorisation, pas plus que les livraisons faites par les filiales, même lorsque la recherche et le développement, ainsi que le financement et la gestion se font en Suisse.
Interpellation Widmer
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Oktober 1987 N
Que pense le Conseil fédéral de chacun de ces argu- ments? Quelles modifications de la pratique et des lois envisage-t-il de proposer pour remédier à la situation dé- crite ?
Ne faut-il pas en l'occurrence prendre en considération, outre le point de vue politico-militaire de la question que j'ai abordé sous le point 1, les incidences sur la politique exté- rieure et surtout sur la lutte en faveur des droits de l'homme?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Blunschy, Borel, Bratschi, Bundi, Carobbio, Christinat, Deneys, Eggenberg-Thun, Eggli-Winterthur, Euler, Fankhauser, Friedli, Gloor, Grendelmeier, Gurtner, Herczog, Hubacher, Jaggi, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder-Appenzell, Magnin, Mauch, Meizoz, Morf, Müller-Bachs, Nauer, Neukomm, Ott, Pitteloud, Rechsteiner, Reimann, Renschler, Robbiani, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Seiler, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Vannay, Wagner, Weder-Basel, Zehnder, Zwy- gart (49)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. Mai 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 mai 1987
Die Herausgabe von Zeitschriften, die sich mit Rüstungsfra- gen befassen, untersteht nicht dem Bundesgesetz über das Kriegsmaterial. Demzufolge verfügt der Bundesrat über keine auf dieses Gesetz gestützte Kompetenz, um diesen Bereich zu regeln.
Die Vermittlung von Kriegsmaterial, welches das schweizeri- sche Territorium nicht berührt, kann aufgrund der bestehen- den Verfassungsgrundlage nicht der Bewilligungspflicht unterstellt werden. Dies hat das Bundesgericht mit seinem Entscheid vom 22. Februar 1951, der nach wie vor gültig ist, ausdrücklich bestätigt.
Im Jahr 1972, anlässlich der Beratungen des heutigen Bun- desgesetzes über das Kriegsmaterial hat der Nationalrat einen Vorschlag abgelehnt, der zum Ziel hatte, die Bewilli- gungspflicht auch für den Vertrieb von Kriegsmaterial aus- serhalb unserer Landesgrenzen auszudehnen, wenn die Personen, die für diesen Vertrieb verantwortlich sind, ihren Wohnsitz in der Schweiz haben. Seither hat das Parlament zwei Motionen mit diesen Begehren ebenfalls abgelehnt (Motion Ziegler vom 22. Juni 1977 und Motion Carobbio vom 19. April 1978).
Aus den genannten rechtlichen Gründen und den prakti- schen Schwierigkeiten der Ueberwachung solcher Transak- tionen ausserhalb unserer Landesgrenzen erachtet es der Bundesrat als verfehlt, dem Parlament eine Aenderung des Kriegsmaterialgesetzes vorzuschlagen.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
60 Stimmen 54 Stimmen
87.383
Interpellation Widmer Internationale Verschuldung Endettement international
Wortlaut der Interpellation vom 20. März 1987
Seit der befristeten Weigerung Brasiliens, den Schulden- dienst zu entrichten, einer Aktion, der ähnliche Versuche in Peru vorangegangen waren und neuerdings in Ekuador folgten, will die Diskussion über die internationale Verschul- dung nicht mehr abbrechen. Wir ersuchen daher den Bun- desrat um die Beantwortung folgender Fragen:
Wie beurteilt der Bundesrat die internationale Verschul- dungsfrage allgemein und die Situation bei den Schweizer Kreditinstituten im besonderen?
Kommt aus schweizerischer Sicht ein voller Schuldener- lass für die ganz armen Länder (etwa 6 Prozent der Gesamt- schulden) in Frage?
Wie lässt es sich verantworten, dass z. B. in Togo finan- zielle Entwicklungshilfe geleistet wird, die von der Regie- rung anschliessend für die Bezahlung der handelsüblichen Schuldzinsen verwendet wird? Wäre es nicht sinnvoller, im Rahmen der Entwicklungshilfe dafür besorgt zu sein, in solchen Ländern ein arbeitsfähiges Bankensystem aufzu- bauen?
Besteht die Möglichkeit, aus den Entwicklungsländern mehr zu importieren, indem man die Zollschranken lockert, d. h. die Märkte öffnet?
Welche Auswirkungen hätte eine solche Politik auf die verschiedenen Schweizer Wirtschaftsgruppen?
Besteht einige Aussicht, aufgrund internationaler Zusam- menarbeit einen neuen «Marshallplan» auszuarbeiten, der das Schuldenproblem mit einer grossen gemeinsamen Anstrengung wenigstens deutlich entschärfen würde?
Welche weiteren Aspekte sieht der Bundesrat? Hält er es insbesondere für möglich, dass die Schweiz als zwar kleiner, aber neutraler und finanzstarker Partner im Sinne einer aktiven Aussenpolitik eigene Initiativen ergreifen könnte?
Texte de l'interpellation du 20 mars 1987
Depuis le refus du Brésil de payer le service de sa dette pendant une période déterminée, attitude que le Pérou avait précédemment essayé d'adopter et que l'Equateur a récem- ment imitée, on discute sans fin de l'endettement internatio- nal. C'est pourquoi nous prions le Conseil fédéral de répon- dre aux questions suivantes:
Quel est le point de vue du Conseil fédéral sur l'endette- ment international en général et l'endettement auprès des instituts suisses de crédit en particulier?
Envisage-t-on en Suisse une remise totale de la dette des pays les plus pauvres (6 pour cent de la dette globale)?
Comment explique-t-on par exemple qu'une somme d'ar- gent destinée à l'aide au développement ait été utilisée par le Gouvernement du Togo pour rembourser des intérêts commerciaux ordinaires? Ne vaudrait-il pas mieux que, dans le cadre de l'aide au développement, on se soucie de mettre sur pied dans de tels pays des systèmes bancaires capables de fonctionner ?
4 Est-il possible d'augmenter les importations en prove- nance des pays en voie de développement par un assouplis- sement des restrictions douanières, c'est-à-dire par une ouverture des marchés.
Quels seraient les effets d'une telle politique sur les diffé- rents secteurs de l'économie suisse ?
Existe-t-il quelque intention de mettre sur pied un nou- veau «Plan Marshall» s'appuyant sur la coopération interna- tionale et qui, par un important effort collectif, permettrait au moins de réduire de façon significative le problème de l'endettement?
57-N
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Braunschweig Vermittlung von Kriegsmaterial in der Schweiz Interpellation Braunschweig Trafic de matériel de guerre
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1987
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
14
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 87.405
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Numero dell'oggetto
Datum 09.10.1987 - 08:00
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Data
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1508-1509
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