1487
Interpellation Pini
Konferenzen und Tagungen immer wieder auf die Lücken des Genfer Protokolls hingewiesen. Dabei geht es weniger darum, den bestehenden Verträgen, die kein umfassendes Instrument zur Verhinderung einer Aufrüstung mit chemi- schen Kampfstoffen darstellen, Nachachtung zu verschaf- fen, als vielmehr die neuen Verhandlungen in diesem Bereich mitzutragen. Die Verhandlungen über chemische Waffen finden im Rahmen der Abrüstungskonferenz in Genf statt. Obwohl Nichtmitglied der Uno, hat die Schweiz neben 40 Teilnehmerstaaten den Beobachterstatus erhalten. Diese Form der Teilnahme erlaubt uns, das Vorhaben einer Kon- vention zum allgemeinen und weltweiten Verbot der chemi- schen Waffen (inkl. Produktion und Lagerung) zu unterstüt- zen. Die Schweiz - beunruhigt über die wachsende Gefahr der Verbreitung dieser Waffen - setzt sich für eine interna- tionale Kontrolle ein, die wirksam ist, die aber auch selektiv nur solche chemische Substanzen einem Kontrollregime unterstellt, die tatsächlich zur Herstellung von chemischen Kampfstoffen dienen können, und die im übrigen auch einen genügenden Schutz vor Wirtschaftsspionage bieten. 3. Im Vordergrund der konkreten Bestrebungen stehen die Anstrengungen um ein neues, griffiges und verifizierbares Vertragswerk. Insbesondere ist die Schweiz an der soforti- gen und kontrollierbaren Vernichtung aller Bestände an chemischen Waffen interessiert. Sie bekräftigt ihre Bereit- schaft, ihr Potential an Verifikationsmitteln zur Verfügung zu stellen (AC-Laboratorium in Spiez). Es dürfte allerdings län- gere Zeit dauern, bis ein unterzeichnungsbereiter Vertrag vorliegt. Obwohl im Grundsätzlichen weitgehende Ueberein- stimmung besteht, ist in den Detailberatungen erfahrungs- gemäss mit Schwierigkeiten zu rechnen.
Weitere Neuentwicklungen, wie neue ABC-Schutzmaske, C-Schutzanzug, automatisches C-Warngerät usw. werden mit erster Priorität bearbeitet. An diesen Entwicklungen ist auch das Bundesamt für Zivilschutz beteiligt, um seinerseits zu gegebener Zeit entsprechende Beschaffungen beantra- gen zu können. Bereits heute bieten die Schutzräume der Zivilbevölkerung einen hohen Schutz vor chemischen Kampfstoffen.
Le président: L'interpellateur est satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
87.429
Interpellation Pini Aufhebung des Bankgeheimnisses. Praxis der Eidgenössischen Bankenkommission
Interpellanza Pini Liberazione dal segreto bancario da parte della Commissione delle banche
Interpellation Pini Levée du secret bancaire. Pratique de la Commission fédérale des banques
Wortlaut der Interpellation vom 4. Juni 1987
Im Januar 1987 wurden die Ergebnisse der Untersuchun- gen bekanntgegeben, welche die britischen Behörden in einem schwerwiegenden Fall vermuteter Insidergeschäfte durchgeführt hatten. Es handelte sich um den Erwerb der Firma «Distillers» durch «Guiness».
Wie die Bank Leu in Zürich bekanntgegeben hat, spielte sie in dieser Angelegenheit eine Rolle; allerdings habe sie dabei in gutem Glauben gehandelt. Die gleiche Bank hat an einer Pressekonferenz am 16. Januar 1987 in Zürich Infor- mationen bekanntgemacht, die dem Bankgeheimnis unter- standen. Ihrer Aussage nach ist die Bank Leu in diesem Fall durch die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) vom Bankgeheimnis entbunden worden.
Hat die EBK die Bank Leu tatsächlich vom Bankgeheimnis entbunden? Wenn ja, aus welchen Gründen und wie weit? Schliesslich möchten wir wissen, was für eine Praxis die EBK in solchen Angelegenheiten befolgt, d. h .:
a. In wie vielen anderen Fällen und aus was für Gründen - genauer gesagt zu welchem Zweck - wurde eine Schweizer Bank vom Bankgeheimnis entbunden; für wen waren die Informationen bestimmt, und was betrafen sie?
b. Auf welche Grundsätze stützt sich die EBK in ihrer Praxis?
c. Müssten diese Grundsätze nicht veröffentlicht werden, und bedürfen sie nicht einer präzisen gesetzlichen Grund- lage, damit man verhindern kann, dass eine Bank, sei es direkt oder durch eine Bundesbehörde, politisch oder wirt- schaftlich unter Druck gesetzt werden kann - insbesondere im Ausland oder vom Ausland her -, weil man das schweize- rische Bankgeheimnis unterminieren will?
Testo dell'interpellanza del 4 giugno 1987
Nel gennaio 1987 sono state rese note le indagini svolte dalle autorità inglesi riguardo ad un importante caso di sospetto insider trading: quello riguardante l'acquisizione della Distillers da parte della Guiness.
Come ha reso noto la Bank Leu di Zurigo, quest'ultima ha svolto un ruolo nell'ambito suddetto, precisando di avere agito in buona fede. La stessa banca ha divulgato informa- zioni coperte dal segreto bancario nel corso di una confe- renza-stampa tenuta il 16 gennaio 1987 a Zurigo. Secondo la Bank Leu la stessa venne sollevata dall'obbligo del segreto bancario in questo caso concreto da parte della Commi- sione federale delle banche (CFB).
CFB ha effettivamente svincolato dal segreto bancario la Bank Leu e, in caso affermativo, per quali motivi e con quali limiti ?
Chiedo, infine, informazioni riguardo la prassi seguita dalla CFB in materia, e più precisamente:
a. in quanti altri casi e per quali motivi una banca svizzera é stata svincolata dall'obbligo del segreto bancario, preci- sando a quale scopo, a chi erano destinate le informazioni e che cosa riguardavano queste ultime;
b. quali siano i principi seguiti dalla CFB in questa sua prassi;
c. se questi principi non debbano necessitare di pubblica- zione e di una precisa base legale, allo scopo di impedire che una banca, direttamente o tramite una autorità federale, possa essere sottoposta ad una pressione di carattere poli- tico ed economico, in specie all'estero o dall'estero, allo scopo di attenuare la portata del segreto bancario svizzero.
Texte de l'interpellation du 4 juin 1987
Les résultats de l'enquête faite par les autorités britanni- ques concernant certaines opérations suspectes d'initiés (il s'agit en l'occurrence de l'acquisition de la maison Distillers par la société Guiness) ont été révélés en janvier 1987.
Comme l'a fait savoir la banque Leu de Zurich, elle a joué un rôle dans cette affaire, mais déclare avoir agi en toute bonne foi. Elle a en effet divulgué des informations cou- vertes par le secret bancaire au cours d'une conférence de presse tenue le 16 janvier 1987, à Zurich, la Commission fédérale des banques (CFB) l'ayant déliée de ce secret.
La CFB a-t-elle vraiment délié la banque Leu du secret bancaire? Dans l'affirmative, pour quels motifs et dans quelles limites ?
J'aimerais en outre des informations sur la pratique suivie par la CFB en la matière, et plus précisément une réponse aux questions suivantes:
a. Dans combien d'autres cas et pour quels motifs une
Interpellation Pini
1488
N
9 octobre 1987
banque suisse a-t-elle été déliée du secret bancaire? Dans quel but? A qui les informations étaient-elles destinées et que concernaient-elles?
b. Quels sont les principes qui guident la CFB dans sa pratique?
c. Ces principes ne doivent-ils pas figurer dans une publica- tion officielle et reposer sur des fondements juridiques, afin qu'on soit en mesure d'empêcher qu'une banque puisse, soit directement soit par l'intermédiaire d'une autorité fédé- rale, être soumise à des pressions de caractère politique et économique, notamment à l'étranger ou par l'étranger, visant à atténuer la portée du secret bancaire suisse ?
Schriftliche Begründung Motivazione scritta - Développement par écrit L'interpellante rinuncia alla motivazione e chiede una risposta scritta.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
vom 2. September 1987 Dichiarazione del Consiglio federale del 2 settembre 1987
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 2 septembre 1987 La Commissione federale delle banche (CFB) non ha mai sollevato la Bank Leu dall'obbligo del segreto bancario; e neanche lo poteva fare visto che la legge non gliene dà la possibilità.
Nel corso di una conferenza-stampa tenuta il 16 gennaio 1987 dalla Bank Leu, a seguito di dichiarazioni equivoche sono state successivamente divulgate notizie prive di fonda- mento. Communque, con un comunicato stampa del 20 gennaio 1987 la CFB ha immediatamente ed inequivoca- bilmente chiarito la situazione.
Le président: L'interpellateur n'est que partiellement satis- fait de la réponse du Conseil fédéral.
87.487
Interpellation Pini Schweizer Börsen. Tätigkeit der Soffex
Interpellanza Pini Attività della Soffex. Financial Futures
Interpellation Pini Marché boursier suisse. Activité de la Soffex
Wortlaut der Interpellation vom 18. Juni 1987
Vor kurzem wurde angekündigt, dass in der Schweiz eine neue Börse eröffnet werden soll. Es handelt sich dabei um die Soffex (Swiss Options and Financial Futures Exchange), die ihre Tätigkeit am 1. Januar 1988 aufnehmen wird. Damit wird eine Aktiengesellschaft errichtet, an der die Association Tripartite (d. h. die Börsen von Zürich, Genf und Basel) und die Grossbanken beteiligt sind.
Die Initiative der Soffex ist zweifellos zu begrüssen, weil sie eine Lücke im schweizerischen Börsenmarkt schliesst. Dank der Soffex wird die Konkurrenzfähigkeit des schweize- rischen Finanzsystems in der Welt auch auf einem neuen Sektor, der sich in voller Expansion befindet, aufrechterhal- ten und gestärkt.
Das System der Soffex ermöglicht einen vollständig infor- matisierten Börsenhandel und erlaubt es den Börsenhänd- lern, ihre Geschäfte an einem Terminal abzuwickeln, ohne den traditionellen «Börsenkorb» in Anspruch nehmen zu müssen. Diese Neuerung erfordert insbesondere, dass fest- gelegt werden muss, wo effektiv die Geschäfte abgewickelt werden, damit geklärt werden kann, welcher Kanton zustän- dig ist und welche kantonalen Gesetze anwendbar sind.
Um den Erfolg des Systems der Soffex zu sichern, ist es auch unerlässlich, dafür zu sorgen, dass es gesetzlich regu- lär funktioniert und beaufsichtigt wird, wie dies heute bei den drei kantonalen Börsen der Fall ist.
In der Tat sind die rechtlichen Probleme im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des Systems Soffex recht zahlreich und nicht einfach. Wir möchten nur einige erwähnen:
4.1. Wer entscheidet - und nach welchem Verfahren - über die Zulassung der Börsenhändler zur Soffex? Insbesondere stellt sich die Frage der Reziprozität bei ausländischen Bör- senhändlern.
4.2. Wer legt die Bedingungen für den Börsenhandel an der SOFFEX fest, und wie sollen diese festgelegt werden?
4.3. Wie soll überprüft werden, ob die Banken, die mit den neuen Börsentiteln und Optionen an der Soffex handeln werden, die Vorschriften über die Eigenmittel (Art. 13 und 21 der Verordnung über die Banken und Sparkassen) ein- halten?
4.4. Welche Behörde wird diese neue.schweizerische Börse beaufsichtigen? Wird es eine Bundesbehörde (Eidg. Ban- kenkommission oder eine andere Behörde) oder eine kanto- nale Behörde sein?
4.5. Welche eidgenössischen und kantonalen Gesetze sind für die Besteuerung der Aktivitäten, die über die Dienste der Soffex abgewickelt werden, anwendbar, und welche eidge- nössischen und kantonalen Behörden sind dafür zuständig ? Deswegen fragen wir:
Welche Schritte und Massnahmen sind unternommen worden, um die neue Aktivität der Soffex dem Gesetz zu unterstellen?
Welche Behörde ist zuständig, und welche Gesetze sind anwendbar, damit insbesondere auf die obigen Fragen geantwortet werden kann?
Testo dell'interpellanza del 18 giugno 1987
E'stato recentemente annunciato che una nuova borsa verrà aperta in Svizzera. Si tratta della Soffex (Swiss Options and Financial Futures Echange) che inizierà la sua attività il primo gennaio 1988. Ne sarà incaricata una società anonima alla quale partecipano la Association Tripartite Bourses (ossia le Borse di Zurigo, Ginevra e Basilea) e le grandi banche.
L'iniziativa della Soffex é sicuramente da salutare come positiva, poiché viene a colmare una lacuna nel mercato borsistico svizzero. Grazie alla Soffex viene mantenuta e potenziata la concorrenzialità del sistema finanziario sviz- zero nel mondo anche in un nuovo settore che si trova in piena espansione.
Il sistema realizzato dalla Soffex permette di realizzare un mercato borsistico completamente elettronificato ed infor- matizzato per cui gli operatori potranno effettuare le opera- zioni al loro terminale, senza più recarsi alla tradizionale «corbeille» della borsa. Questa novità richiede anzitutto di stabilire dove si trova la sede effettiva dello svolgimento delle operazioni, per potere stabilire quale Cantone sarà comptetente e quali leggi cantonali applicabili.
Per assicurare la riuscita del sistema della Soffex é anche indispensabile garantire la regolarità legale del suo funzio- namento come pure la vigilanza, così come attualmente avviene riguardo alle tre borse cantonali.
Infatti, i problemi legali che si pongono in relazione alla messa in esercizio del sistema Soffex non sono né pochi né semplici. Ne citiamo soltanto qualcuno:
4.1. Chi ed in quale modo determina l'ammissione degli operatori alla Soffex. In particolare, se si pensa anche ad operatori stranieri, andrà esaminata la questione della reci- procità.
4.2. Chi ed in quale modo determina le condizioni di contrat- tazione alla Soffex.
4.3. In quale modo viene verificata l'osservanza, da parte delle banche che tratteranno i nuovi titoli e opzioni negoziati presso la Soffex, delle norme sui mezzi propri (art. 13 e 21 dell'Ordinanza della legge federale sulle banche).
4.4. Quale autorità eserciterà la vigilanza su questa nuova borsa nazionale. Sarà un'autorità federale (la Commissione
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Pini Aufhebung des Bankgeheimnisses. Praxis der Eidgenössischen Bankenkommission
Interpellation Pini Levée du secret bancaire. Pratique de la Commission fédérale des banques
Interpellanza Pini Liberazione dal segreto bancario da parte della Commissione delle banche
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Jahr
1987
Année
Anno
Band
III
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
14
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
87.429
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.10.1987 - 08:00
Date
Data
Seite
1487-1488
Page
Pagina
Ref. No
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