N 9 octobre 1987
1470
Postulat Etique
Texte du postulat du 4 juin 1987
Le Conseil fédéral est invité à étudier s'il est envisageable d'offrir aux automobilistes la possibilité de charger leur véhicule sur le train, été comme hiver, pour passer le tunnel du St-Gothard. Quels sont les tarifs qui, le cas échéant, pourraient être appliqués à ces transports ?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Es kann davon ausgegangen werden, dass auch in Zukunft bei allen Anstrengungen der Bahnen zur Verlagerung des Personenverkehrs von der Strasse auf die Schiene weiterhin ein sehr beträchtlicher Anteil des Personentransports Rich- tung Nord-Süd und Süd-Nord durch den Gotthard den Strassenverkehr beschlagen wird. Selbst im Falle einer - durchaus möglichen und beträchtlichen - Verteuerung von Benzin und Dieselöl würde wegen der relativ doch kurzen Strecke des Gotthard-Transits der Autoverkehr von sehr hoher Bedeutung bleiben.
Es ist ferner davon auszugehen, dass die Verkehrsbelastun- gen weiterhin zwar ungleich anfallen, aber beträchtlich sein werden und noch steigen könnten. Mehr Freizeit schafft im allgemeinen auch mehr Verkehr, und der Süden wird die Sonne und Wärme nie dem Norden abtreten. Spitzenbela- stungen sind daher schon heute nicht mehr nur vor und nach Festtagen sowie zu Beginn und am Schluss von Ferien zu erwarten. Die bereits vollzogenen Staffelungen der Ferien (z. B. die BRD) haben zu keiner nennenswerten Entlastung zu führen vermocht. So werden - in Verbindung mit dem andauernd erheblichen Gütertransport auf der Strasse - die Verkehrsbelastungen Nord-Süd und umgekehrt weiterhin sehr hoch bleiben.
Die früher gehegten Erwartungen, dass der Gotthard-Tran- sitverkehr dereinst flüssig vor sich gehen werde, werden sich bis auf weiteres, wenn überhaupt je, nicht erfüllen. Wenn heute selbst zur Nachtzeit gelegentlich Kolonnenbil- dungen und Staus festgestellt werden müssen, spricht dies für den oft sehr hohen und sich über Stunden hinziehenden Belastungsgrad. Es kann sich daher lohnen zu prüfen, ob nicht ein Teil des Personenautoverkehrs (wie übrigens auch des Lastwagenverkehrs) von der Strasse auf die Schiene zu bringen wäre. Wahrscheinlich müsste die Verlade- und Entladestation flexibel gewählt werden, um das Angebot der Bahnen entsprechend den zeitlichen und auch witterungs- bedingten Gegebenheiten (Wintertransport) besser anzu- passen und um attraktiv zu sein.
Wahrscheinlich stehen die ganz grossen Staus am Gotthard wohl erst noch bevor. Die überraschend notwendig gewor- denen frühen Reparaturen an einigen Strassenstellen (Brük- ken) an der Nordrampe haben bereits einen Vorgeschmack zu vermitteln vermocht darüber, was in Zukunft auf diese Strassenbenutzer wahrscheinlich zukommen kann. Ein Teil des PW-Verkehrs weicht zeitweise schon heute auf die alte Strasse aus! Es ist auch kaum anzunehmen, dass z. B. die Luftbelastung am Nordfuss des Gotthards (Kanton Uri) auf der Basis von schon kurzfristig nach Eröffnung der National- strasse eingetretenen Verkehrsstockungen berechnet wor- den ist. Das Aergernis der urnerischen Talbevölkerung rührt nicht allein vom hohen Grad des Güterverkehrs der Strasse her, sondern auch vom Personenverkehr.
Mit ganz aussergewöhnlichen und wahrscheinlich schon bald eintretenden Verkehrserschwernissen ist zu rechnen, wenn die Reparaturen und Erneuerungsarbeiten in den bei- den Röhren der einspurigen Gotthardtunnel-Linienführung ausgeführt werden müssen. Es stellt sich überhaupt die Frage, ob die Belastungen des Gotthardtunnels gelegentlich nicht schon heute bei normalen Verkehrsverhältnissen über- zogen sind (Luftqualität im Tunnel usw.).
Bereits vor der Eröffnung des Gotthardtunnels wurde auf die Möglichkeit künftiger Ueberlastungen des Tunnels hin- gewiesen und die Forderung erhoben, es sei - zulasten der Nationalstrassenrechnung - für jeden Fall ein Pikettdienst der Bundesbahnen für den Tunnelverkehr aufrechtzuerhal ten, damit wenigstens ab Göschenen bzw. Airolo jederzeit
eine Transitmöglichkeit auf dem Schienenweg für die Autos zur Verfügung stehen würde. Die Gemeinde Göschenen hatte sich damals ebenfalls für diese Dienstleistung der Bahn ausgesprochen, wären damit doch auch einige Arbeitsplätze der Gemeinde Göschenen erhalten geblieben. Doch wurde dieser Bereitschaftsdienst seitens der SBB abgelehnt, und das verfügbare, bedeutende Wagenmaterial aus dem früheren SBB-Transitverkehr wurde unseres Wis- sens an ein anderes Bahnunternehmen verkauft. Heute müsste dieses Rollmaterial daher wieder beschafft werden. Selbstverständlich ist den Schweizerischen Bundesbahnen nicht zuzumuten, dass sie einen umfassenden und grosszü- gigen Bahn-Bereitschaftsdienst für den Transitverkehr auf eigenes Risiko betreiben. Den Schweizerischen Bundesbah- nen müssten daher gewisse Absicherungen, wohl zulasten der Nationalstrassenrechnung, gewährt werden. Auf jeden Fall wäre die Marktlage umfassend abzuklären, wobei, wie erwähnt, als Verlade- und Entladestationen allenfalls auch Orte berücksichtigt werden müssten, die relativ weit vor dem Gotthardtunnel liegen (z. B. Zürich). Wenn früher erklärt worden ist, dass die erforderlichen Tarife wohl zu hoch wären, wäre dies erst einmal nachzuweisen, und es wäre zu würdigen, dass sich die Verkehrsteilnehmer im Laufe der letzten Jahrzehnte an realtiv hohe Belastungen gewöhnt haben. Der Wandel in der Einstellung zu Verkehrskosten ist Tatsache geworden.
Der Bundesrat wird eingeladen, das Postulat zu prüfen bzw. durch Verkehrsexperten prüfen zu lassen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 2. September 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 2 septembre 1987 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
87.445
Postulat Etique Kombinierter Verkehr Frankreich/Italien durch die Schweiz Trafic combiné France/Italie à travers la Suisse
Wortlaut des Postulates vom 11. Juni 1987
Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob es nicht ange- zeigt wäre, ab dem Gebiet von Bourogne Richtung Italien - durch den Jura und via Lötschberg-Simplon - den kombi- nierten Verkehr einzurichten.
Texte du postulat du 11 juin 1987
Le Conseil fédéral est chargé d'examiner l'opportunité de réaliser un interface de trafic combiné à destination de l'Italie, à travers le Jura, via le Loetschberg-Simplon, à partir de la zone de Bourogne.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aubry, Berger, Bonnard, Bonny, Candaux, Clivaz, Cottet, Coutau, Darbellay, Dubois, Frey, Friedli, Gloor, Hari, Hofmann, Houmard, Jeanneret, Kohler, Müller-Scharnachtal, Pitteloud, Rime, Savary-Fri- bourg, Savary-Vaud, Schmidhalter, Soldini (25)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Les débats consacrés au dépérissement des forêts et à la pollution atmosphérique ont montré une volonté politique en faveur d'un déplacement du trafic de la route vers le rail. Si l'idée est impossible à réaliser sur des courtes distances
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Postulat Aliesch
et, de manière générale, difficile à mettre en oeuvre pour le trafic intérieur, des perspectives intéressantes restent en revanche ouvertes s'agissant du trafic des marchandises à travers la Suisse.
Ces perspectives semblent devoir se renforcer par deux faits nouveaux: l'impulsion qui vient d'être donnée au réseau autoroutier français et la construction projetée du tunnel sous la Manche. Ces grands projets auront pour effets:
de créer de nouveaux courants de trafic à travers l'Europe, dans le sens Angleterre-Italie notamment, mais aussi dans le sens Benelux-France-Italie;
d'ouvrir de nouveaux points d'entrée de ce trafic en Suisse;
ou, par le renforcement du réseau routier français, de détourner ce trafic vers le sud au profit des points frontière franco-italiens;
d'offrir une alternative au transit de camions lourds à travers la Suisse.
Les autorités françaises montrent déjà leur préoccupation d'éviter une concentration de ce trafic sur les points névral- giques de leur réseau que sont Paris, Dijon, Beaune, Lyon. Ainsi, il apparaît de plus en plus probable que la région Belfort-Sévenans-Bourogne (située au coeur de la CEE) deviendra un point de convergence du trafic induit par le développement du réseau autoroutier français et par le tunnel sous la Manche. La localité de Sévenans, située à 20 kilomètres de la frontière suisse, deviendra une plaque tournante de ce trafic, d'autant plus que l'on y projette la construction d'un centre d'affrètement routier.
Le canton du Jura étant propriétaire de terrains dans la zone portuaire et industrielle de Bourogne, située à 5 kilomètres de Sévenans et à 15 kilomètres de la frontière suisse, et reliée au rail et à la route, un interface de trafic combiné (conteneurs et caisses mobiles) pourrait être réalisé à cet endroit. Un tel projet aurait en outre le mérite de valoriser un des accès au Loetschberg-Simplon en utilisant mieux les capacités de la ligne internationale Delémont-Belfort, du tronçon Delémont-Bienne de la ligne du Pied du Jura et de la ligne du Loetschberg-Simplon elle-même. Par ailleurs, elle offrirait une alternative crédible au trafic routier de 38 tonnes en transit par la Suisse et cela conformément aux déclarations de M. Schlumpf, conseiller fédéral, à la CEMT à Madrid.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 2. September 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 2 septembre 1987
Nous sommes disposés à accepter le postulat. Nous ne pouvons toutefois pas donner de garantie quant au calen- drier des mesures, car l'établissement d'un interface de trafic dans la région de Belfort-Sevenans-Bourogne dépend de la construction des infrastructures de transport prévues en France.
Ueberwiesen - Transmis
87.505
Postulat Aliesch Langfristige Energieversorgung Approvisionnement énergétique à long terme
hinaus, in Auftrag zu geben. Dabei sind verschiedene Ver- brauchsszenarien zu betrachten und alle verfügbaren Energiequellen mit ihren wirtschaftlichen und ökologischen Vor- und Nachteilen zu berücksichtigen.
Texte du postulat du 18 juin 1987
Le Conseil fédéral est invité à faire effectuer des études sur l'approvisionnement énergétique à long terme, c'est-à-dire au-delà de l'an 2020. Ces études, qui viendront s'ajouter à celles qui sont en cours et qui portent sur les problèmes qui se poseront à court et à moyen termes dans ce domaine (p.ex. abandon de l'énergie nucléaire), devront prendre en considération différents scénarios de consommation et por- ter sur toutes les sources d'énergie disponibles en analysant les avantages et les inconvénients sur les plans tant écono- mique qu'écologique.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Ammann- Bern, Aubry, Berger, Bremi, Bühler-Tschappina, Candaux, Cincera, Eggly-Genf, Etique, Früh, Giger, Graf, Humbel, Hunziker, Iten, Jeanneret, Künzi, Loretan, Massy, Müller- Meilen, Nef, Neuenschwander, Rime, Röthlin, Schärli, Schmidhalter, Spoerry, Steinegger, Tschuppert, Villiger, Wanner, Wyss, Zwingli (34)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Eine mengenmässig genügende, ökologisch tragbare und wirtschaftlich vertretbare Energieversorgung ist eine Vor- aussetzung für die Erhaltung und Förderung von Lebens- standard und Lebensqualität, für die Schonung der Umwelt und für die Sicherstellung der Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft. Mit Ausnahme der erneuerbaren Energien (besonders Wasserkraft) ist die Schweiz dabei auf die welt- weit vorhandenen Energiereserven angewiesen.
Die an der Weltenergiekonferenz in Cannes vom Oktober 1986 vorgelegten Resultate eingehender Studien über die Verbrauchsentwicklung und die vorhandenen Vorräte zei- gen, dass, werden nur die gesicherten und zu heutigen wirtschaftlichen Bedingungen förderbaren Vorräte berück- sichtigt, bereits nach dem Jahr 2010 Versorgungsengpässe bei Erdöl und Uran auftreten könnten. Werden auch die mit grosser Wahrscheinlichkeit vorhandenen Vorräte, welche innerhalb gewisser Kostengrenzen förderbar sind, berück- sichtigt, verschieben sich die kritischen Zeitpunkte in die Jahre nach 2020 beim Erdöl und in den Bereich der dreissi- ger Jahre des nächsten Jahrhunderts beim Uran.
Die Entwicklung neuer Ideen, Lösungen, Techniken und Versorgungskonzepte braucht sehr viel Zeit und erfordert einen grossen Aufwand. Es ist daher unerlässlich, sich rechtzeitig mit der Problematik der ausreichenden Energie- versorgung bei schwindenden Energievorräten auseinan- derzusetzen.
Im Prinzip geht es darum, den Bericht über die Gesamtener- giekonzeption (GEK) mit genügend langem Zeithorizont fortzuschreiben.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 19. August 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 19 août 1987 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
Wortlaut des Postulates vom 18. Juni 1987
Der Bundesrat wird eingeladen, zusätzlich zu den sich in Arbeit befindlichen Studien über die kurz- und mittelfristi- gen Probleme der Energieversorgung der Schweiz (z. B. Ausstiegsszenarien aus der Kernenergie), Studien über die langfristige Energieversorgung, d. h. über das Jahr 2020
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Etique Kombinierter Verkehr Frankreich/Italien durch die Schweiz Postulat Etique Trafic combiné France/Italie à travers la Suisse
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Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1987
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
14
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 87.445
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.10.1987 - 08:00
Date
Data
Seite
1470-1471
Page
Pagina
Ref. No
20 015 795
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