1467
Postulat Biel
statt der vorgesehenen Kürzung von 5 Prozentpunkten nur eine solche von 3 Prozentpunkten vorgenommen. Diese Korrektur war sicher berechtigt. Es wurde aber leider verpasst, in der gleichen Vorlage im Bundesgesetz betref- fend die eidgenössische Oberaufsicht über die Forstpolizei und im Landwirtschaftsgesetz eine analoge Lösung zu beantragen. Dort blieb es in den entsprechenden Artikeln 41 und 15d bei den vom Bundesrat vorgeschlagenen Kür- zungen.
Ich bin der Meinung, dass in der Berufsbildung diese Ungleichbehandlung zwischen den industriell-gewerblichen Berufen einerseits und den forst- und landwirtschaftlichen anderseits beseitigt werden soll.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 9. September 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 9 septembre 1987 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis
87.378
Postulat Petitpierre Umweltpolitik und OECD-Erklärung betreffend internationale Investitionen Politique de l'environnement et déclaration de l'OCDE concernant les investissements internationaux
Wortlaut des Postulates vom 19. März 1987
Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der ökologischen Aspekte in der Wirtschaft wird der Bundesrat ersucht, 1. sich innerhalb der OECD um die Annahme eines Umwelt- paragraphen zu bemühen, der in die OECD-Erklärung betreffend internationale Investitionen und multinationale Gesellschaften aufgenommen wird;
im Rahmen dieser OECD-Erklärung umweltpolitische Bestimmungen inhaltlich auszuarbeiten, damit die in den Industrieländern geltenden ökologischen Normen auch in den Ländern der Dritten Welt bekannt werden und damit die mit hohen Umweltrisiken verbundene industrielle Produk- tion nicht mehr und mehr in diese Länder verlegt wird;
darauf hinzuwirken, dass die Integration der nicht multi- nationalen Unternehmen und der staatlichen Betriebe in diese Umweltpolitik einbezogen wird.
Texte du postulat du 19 mars 1987
Étant donné l'importance toujours croissante que prennent les aspects écologiques dans les activités économiques, le Conseil fédéral est invité:
a s'engager au sein de l'OCDE en vue de l'acceptation d'un paragraphe relatif à l'environnement, à intégrer dans la Déclaration de l'OCDE concernant les investissements inter- nationaux et les multinationales.
a élaborer le contenu de dispositions de politique d'envi- ronnement dans le cadre de cette déclaration de l'OCDE, afin que les normes écologiques en vigueur dans les pays industrialisés ne soient pas ignorées dans le tiers monde et pour que les productions industrielles à hauts risques pour l'environnement ne soient pas de plus en plus déplacées vers ces pays.
d'agir en vue de l'intégration des entreprises non multina- tionales ainsi que des firmes d'Etat dans cette politique d'environnement.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Auer, Bonnard, Bonny, Darbellay, Eggly-Genève, Eppenberger-Nesslau, Frey,
Gautier, Jaggi, Kohler, Longet, Loretan, Lüchinger, Maitre- Genève, Martin, Morf, Mühlemann, Müller-Meilen, Pini, Revaclier, Sager, Salvioni, Schüle, Thévoz, Weber-Arbon, Widmer, Wyss, Zwingli (28)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Les 21 et 22 juin 1976, les gouvernements des Etats-mem- bres de l'OCDE ont ratifié une «Déclaration sur les investis- sements internationaux et les multinationales». Ces prin- cipes directeurs, qui ont un caractère de recommandation, se basent sur une analyse dans l'ensemble positive de l'activité des firmes multinationales. La Suisse, de son côté, a donne son approbation à cette declaration. Des associa- tions ainsi que des grandes entreprises du secteur économi- que en Suisse se sont déclarées formellement partisanes de ces recommandations.
Dans les principes généraux des directives, il est exposé notamment: «Les entreprises devraient .... avoir des égards appropriés en particulier pour les buts et les priorités des pays concernés ayant pour objet les progrès économiques et sociaux .... comme entre autres .... la protection de l'envi- ronnement». Lors du réexamen régulier de ces directives en 1984, il a été souhaité de concrétiser ces exigences de politique de l'environnement. En octobre 1985, le Comité de l'OCDE a ratifié une déclaration précisant ces directives. Le maintien de ces directives ou l'élaboration d'un paragraphe spécial relatif à l'environnement seront décidés lors de la prochaine révision régulière desdites directives en 1990.
Les principes directeurs de 1985 sont un pas en avant réjouissant, mais encore insuffisant, pour tenir compte des conséquences toujours plus importantes des activités éco- nomiques sur l'environnement. La présence d'un para- graphe précis sur l'environnement dans les directives expri- merait de façon formelle ces exigences. Du point de vue du contenu, il faudrait considérer les installations de produc- tion comportant des risques pour l'environnement dans les pays en voie de développement, où des prescriptions sont quasi inexistantes et où l'Etat est trop faible pour les appli- quer. Pour une politique d'ensemble de l'environnement et en vue de conditions concurrentielles équitables, il est sou- haitable qu'une telle politique soit étendue aux entreprises non multinationales et aux firmes d'Etat.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 9. September 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 9 septembre 1987 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat.
Ueberwiesen - Transmis
87.426
Postulat Biel Nachfleischschau. Aufhebung Abolition du contrôle des viandes au lieu de destination
Wortlaut des Postulates vom 3. Juni 1987 Der Bundesrat wird eingeladen, eine Revision von Arti- kel 100 der Eidgenössischen Fleischschauverordnung vom 11. Oktober 1957 (EFV, SR 817.191) einzuleiten, die Nach- fleischschau aufzuheben und damit nicht bis zur Revision des Bundesgesetzes vom 8. Dezember 1905 betreffend den Verkehr mit Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen (LMG, SR 817.0) zuzuwarten.
Texte du postulat du 3 juin 1987 Le Conseil fédéral est invité à préparer un projet de révision
Postulat Salvioni
1468
N
9 octobre 1987
de l'article 100 de l'ordonnance fédérale du 11 octobre 1957 sur le contrôle des viandes (OCV; RS 817.191) afin de supprimer le contrôle des viandes au lieu de destination sans attendre la révision de la loi fédérale du 8 décembre 1905 sur le commerce des denrées alimentaires et de divers objets usuels LCDA; RS 817.0).
Mitunterzeichner - Cosignataires: Auer, Eisenring, Feigen- winter, Müller-Aargau, Neukomm, Oester, Renschler, Uchtenhagen, Wagner, Weber Monika, Widmer, Wyss (12)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Vermarktung von Fleisch und Fleischwaren hat sich seit Erlass der EFV grundlegend geändert. Die eigentliche Fleischschau sowie die Kontrollen an der Grenze sind für die Ueberwachung im Dienste der Gesundheit ausreichend. Die Nachfleischschau, die ja nicht in allen Kantonen obliga- torisch ist, ist überflüssig geworden. Deshalb will sie der Bundesrat auch aufheben, wie er in seinem Vorentwurf von 1982 für ein neues Lebensmittelgesetz vorgeschlagen hat. Diese Revision zieht sich indessen in die Länge. Für die Aufhebung der Nachfleischschau braucht es jedoch keine Gesetzesrevision, genügt doch die Aenderung von Arti- kel 100 EFV. Für ein Zuwarten gibt es keine zwingenden Gründe.
Aus der Nachfleischschau ist längst eine Steuer gewor- den, die im Stile des alten Brückenzolls von den Gemeinden für Fleischlieferungen aus anderen Gemeinden eingezogen wird. Sie verteuert das Fleisch und belastet so die Konsu- menten unberechtigt mit gut 10 Millionen Franken im Jahr. Sie dient «zur Deckung von Defiziten öffentlicher Schlacht- höfe, was mit dem Charakter einer Gebühr nicht vereinbar ist», schreibt das Bundesamt für Veterinärwesen in einem Bericht vom 1. Dezember 1986.
Diese Gebühr wird für eine angebliche Kontrolle erhoben, die häufig gar nicht stattfindet. Gelegentlich macht ein Gemeindebeamter die Lastwagentür auf und schaut hinein. Verpacktes Fleisch, wie es heute zur Regel wird, kann so gar nicht kontrolliert werden. Meist werden die Begleitscheine auf die Gemeinde geschickt, wo die Gebühr berechnet wird, wie das Bundesamt in seinem Bericht festhält. Von aller transportierten Ware musste 1985 z. B. weniger als ein Zehntel Promille (!) beanstandet werden. Auch dort, wo etwas intensiver kontrolliert wird, sind es nicht mehr.
Die grenztierärztlichen Untersuchungen dagegen sind gründlich. Dort werden knapp 4 Rappen als Kosten berech- net. Für die (in der Regel nicht stattfindende) Nachfleisch- schau bewegen sich die Sätze zwischen 1 und 19 Rappen pro Kilogramm Fleisch. «Die Summe der erhobenen Gebüh- ren ist in den meisten Gemeinden um ein Mehrfaches höher als der Aufwand für die Kontrollen», bestätigt das Bundes- amt für Veterinärwesen.
Im einheitlichen Wirtschaftsgebiet Schweiz ist dieser «Brückenzoll» nicht nur ein Anachronismus. Vielmehr ver- fälscht die Nachfleischschaugebühr auch den Wettbewerb. Mit den übersetzten Gebühren werden die ortsansässigen Metzger bevorzugt, weil daraus auch die Ueberwachung der im Schlachthof erzeugten Produkte finanziert wird. Die schweizerische Kartellkommission hat darum in ihrem Bericht über die «Importkontingentierung beim Schlacht- vieh und Fleisch» von 1986 die Aufhebung der Nachfleisch- schau empfohlen.
Die heutige Anwendung der Nachfleischschau, insbeson- dere die verlangten Gebühren, sind auch nach Meinung des Bundesamtes für Veterinärwesen rechtswidrig, schreibt es doch: «Mit dem Charakter einer Gebühr ist es nicht ver- einbar, dass der Ueberschuss aus der Nachfleischschauge- bühr zur Unterstützung der öffentlichen Schlachthöfe dient. Im Mittel macht diese Unterstützung 10 bis 35 Prozent der gesamten Schlachthofeinnahmen aus .... Wo die Nach- fleischschaugebühr prohibitiven Charakter zum Schutze des lokalen Gewerbes hat (Verteuerung der eingeführten Waren, Verbilligung der Schlachtgebühr), hat sie ohnehin keine Grundlage im LMG.»
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 2. September 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 2 septembre 1987 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
87.411
Postulat Salvioni Telegraphen- und Telefonverkehr. Inkrafttreten von Artikel 78 Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung 1
Postulato Salvioni Corrispondenza telegrafica e telefonica. Entrata in vigore dell'articolo 78 capoverso 1 lettera a OTT 1
Postulat Salvioni Correspondance télégraphique et téléphonique. Entrée en vigueur de l'article 78, 1er alinéa, lettre a de l'ordonnance 1
Wortlaut des Postulates vom 1. Juni 1987
Wir fordern den Bundesrat auf, die Anwendung der ein- schränkenden Bestimmungen des Artikels 78 Absatz 1 Buchstabe a VTT 1 um mindestens zwei weitere Jahre auf- zuschieben und zugleich bei der italienischen Regierung und den zuständigen internationalen Instanzen (UIT) diplo- matische Schritte einzuleiten. Dabei soll er auf die negativen Folgen hinweisen, die sich auf schweizerischem Territorium dadurch ergeben, dass Italien in diesem Bereich keine ange- messenen Vorschriften kennt, und eine Empfehlung einbrin- gen, damit mindestens der technische - nicht bestrittene - Teil des entsprechenden Gesetzes verabschiedet wird. Dies würde es erlauben, die Situation gemäss den von den bei- den Ländern unterzeichneten internationalen Verträgen zu regeln.
Testo del postulato del primo giugno 1987
Il Consiglio federale è invitato di voler prorogare per almeno altri due anni l'entrata in vigore delle disposizioni limitative dell'articolo 78 capoverso 1 lettera a OTT 1 e di avviare nel contempo dei passi diplomatici con il Governo italiano e con le competenti istanze internazionali (UIT) allo scopo di richiamare le ripercussioni negative sul territorio elvetico dell'assenza di un'adeguata regolamentazione in questo settore in italia e di raccomandare il varo almeno della parte tecnica della legge in questione - apparentemente non contestata - ciò che consentirebbe una regolarizzazione della situazione, conformemente agli accordi internazionali sottoscritti dai due paesi.
Texte du postulat du 1er juin 1987
Le Conseil fédéral est invité à proroger de deux années supplémentaires au moins l'entrée en vigueur des disposi- tions limitatives de l'article 78, 1er alinéa, lettre a, de l'or- donnance 1 et à entreprendre dans l'intervalle des démarches diplomatiques auprès du gouvernement italien et des autorités internationales compétentes (UIT), aux fins de remédier aux conséquences fâcheuses pour notre pays de l'absence d'une réglementation adéquate dans ce sec- teur en Italie, et de recommander en tout cas l'entrée en vigueur de la partie technique de la loi en question - qui n'est apparemment pas contestée - ce qui permettrait de régulariser la situation, conformément aux accords interna- tionaux conclus par les deux Etats.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Biel Nachfleischschau. Aufhebung Postulat Biel Abolition du contrôle des viandes au lieu de destination
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1987
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
14
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
87.426
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
09.10.1987 - 08:00
Date
Data
Seite
1467-1468
Page
Pagina
Ref. No
20 015 792
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