Parlamentarische Initiative (Gautier)
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Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes 89 Stimmen (Einstimmigkeit)
Bundesbeschluss betreffend das Abkommen mit der Regierung der Französischen Republik über die gegensel- tige Hilfeleistung bei Katastrophen oder schweren Un- glücksfällen
Arrêté fédéral concernant l'Accord avec la République française sur l'assistance mutuelle en cas de catastrophe ou d'accident grave
Titel und Ingress, Art. 1 und 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, art. 1 et 2 Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Beschlussentwurfes 83 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
85.239
Parlamentarische Initiative (Gautier) Bundespersonal im Ausland. Politische Rechte der Ehegatten Initiative parlementaire (Gautier) Agents de la Confédération à l'étranger. Droits politiques des conjoints
Siehe Jahrgang 1986, Seite 1012 - Voir année 1986, page 1012 Bericht der Petitions- und Gewährleistungskommission und Gesetzent- wurf vom 27. März 1987 (BBI II, 838)
Rapport de la Commission des pétitions et de l'examen des constitu- tions cantonales et projet de loi du 27 mars 1987 (FF II, 853)
Stellungnahme des Bundesrates vom 9. September 1987 (BBI III, 89) Rapport du Conseil fédéral du 9 septembre 1987 (FF III, 89)
Antrag der Kommission Eintreten
Proposition de la commission Entrer en matière
Stucky, Berichterstatter: Das Geschäft, das wir behandeln, hat bereits eine ansehnliche Geschichte von zehn Jahren. Damals hat Frau Bauer, als sie noch im Nationalrat sass, eine Motion eingereicht, die den Ehepartnern von Beamten und Angestellten des Bundes im Ausland das briefliche Stimmrecht erteilen wollte, nachdem am 1. Januar 1977 das neue Gesetz über die politischen Rechte der Ausland- schweizer in Kraft getreten war.
Der Rat hat diese Motion am 22. März 1979 gegen den Widerstand des Bundesrates überwiesen. Das gleiche tat der Ständerat. Der Bundesrat hatte nur ein Postulat gewollt, war aber mit 20 zu 87 Stimmen unterlegen.
Im Jahre 1983 liess dann der Bundesrat eine Aenderung des gleichen Gesetzes in die Vernehmlassung gehen, in der er das Stimmrecht für Auslandschweizer auf dem Korrespon- denzwege einführen lassen wollte. Bisher können nämlich
die Auslandschweizer nur stimmen respektive wählen, wenn sie das Recht an ihrem Heimatort oder früheren Wohnort ausüben. Es gibt also das briefliche Stimmrecht nur gerade für Beamte und Angestellte des Bundes, denn sie bleiben im Auftrag des Arbeitgebers, nämlich des Bundes, im Ausland. Etwas überraschend wurde im Juli 1985 die geplante Geset- zesrevision vom Bundesrat abgeblasen mit dem Hinweis, dass die Vernehmlassung ein eher negatives Resultat gebracht habe. Darauf lancierte unser Kollege Gautier eine parlamentarische Initiative mit einem formulierten Text, wobei er die Gedanken der Motion Bauer wiederaufnahm. Das Ziel der parlamentarischen Initiative ist es also, den Ehegatten von Beamten und Angestellten des Bundes das Stimmrecht auf dem Korrespondenzweg zu geben. Die Initiative wurde im Juni des letzten Jahres, wiederum gegen den Widerstand des Bundesrates, von diesem Rat gutge- heissen. Es wurde vor allem darauf hingewiesen, dass die Beamten und Angestellten nach wie vor in der Schweiz steuerpflichtig sind, dass man auch einen Schritt tun sollte zur Ausweitung, zur Liberalisierung des Stimmrechtes für alle Auslandschweizer und schliesslich, dass namentlich die Ehegattinnen unserer Diplomaten im Ausland - etwa durch die Wahrnehmung von Repräsentativpflichten - im Interesse unseres Staates mitwirken bei der Tätigkeit ihres Ehegatten. Damals hat der Rat die Initiative mit 20 zu 112 Stimmen überwiesen. Eine gleichlautende Initiative wurde auch im Ständerat gutgeheissen.
Folglich hat sich die Petitions- und Gewährleistungskom- mission mit dem Geschäft befassen müssen und hat Ihnen entsprechend Bericht und Antrag vorgelegt, datiert vom 13. April 1987. Eher überraschend - und man kann sagen wie eine alte Post, beinahe zu spät - macht nun der Bundes- rat wiederum Opposition. Ich hoffe, Sie haben den bundes- rätlichen Antrag gesehen. Er wurde Ihnen erst vorgestern nachmittag verteilt. Wir haben also den etwas merkwürdi gen Vorgang, dass der Bundesrat hier in diesem Saal zwei- mal eine Niederlage einstecken musste und nun seine dritte Niederlage vorbereitet. Ich gebe zu, ich habe ein gewisses Verständnis. Ich habe damals die parlamentarische Initiative von Herrn Gautier auch bekämpft, weil es mir darum ging, Rechtsungleichheiten zwischen Auslandschweizern, die nicht im Dienste des Bundes stehen, und solchen, die im Dienste des Bundes stehen, zu vermeiden. Nehmen Sie das Beispiel des Präsidenten des Europäischen Patentamtes in Strassburg. Er hat unserer Kommission einen Brief geschrieben und darauf hingewiesen, dass er zwar früher in den Diensten des Bundes stand, dann ehrenvoll zum Präsi- denten des Europäischen Patentamtes gewählt wurde und damit das Stimmrecht verlor, weil er nicht bei jeder Abstim- mung heimreisen kann, dass aber die übrigen Schweizer Diplomaten in Strassburg und zukünftig sogar auch ihre Ehegatten das Stimmrecht haben.
Sie sehen an diesem Beispiel, wie unterschiedlich die politi- schen Rechte von unseren Leuten im Ausland wahrgenom- men werden können. Es gibt tatsächlich Rechtsungleichhei- ten, und der Bundesrat weist in seinem Antrag hauptsäch- lich mit dieser Begründung die Vorlage der Kommission zurück.
Aber bei allem Verständnis, das man für die bundesrätliche Haltung haben kann, geht mir doch die Einsicht ab, warum der Bundesrat in diesem späten Stadium noch einmal nein sagt. Man muss heute doch feststellen, dass die Angelegen- heit so weit fortgeschritten ist, dass es nur noch Rückzugs- gefechte sein können, die der Bundesrat vorlegt. Dabei kommt dazu, dass der Bundesrat sich selbst in den Argu- menten verheddert. Er schreibt in diesem Bericht: «Indem der Bundesrat am 26. November 1986 dem Nationalrat bean- tragt hat, die Motion Stucky bezüglich der Verleihung des Stimmrechts an die Auslandschweizer in Bundesangelegen- heiten in ein Postulat umzuwandeln, hat er sich verpflichtet, diese Frage zu gegebener Zeit nochmals umfassend zu prüfen.» Er schiebt also meine Motion vor, um die Liberali- sierung für die Auslandschweizer durchzusetzen, aber in der Antwort auf meine Motion schreibt er dagegen: «Sobald jedoch im Zusammenhang mit den parlamentarischen Initia-
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Initiative parlementaire (Gautier)
tiven Bauer und Gautier definitiv ein positiver Entscheid gefallen ist», wolle er meine Motion behandeln. Also: Bei meiner Motion sagt er, zuerst behandle er die parlamentari- schen Initiativen Gautier und Bauer, und jetzt, bei der Initia- tive von Herrn Gautier, will er zuerst die Motion Stucky behandeln. Was soll jetzt eigentlich gelten? Ich habe das Gefühl, keines von beidem. Man versucht irgendwie, die Sache nicht an die Hand zu nehmen.
Es wäre höchste Zeit, dass uns der Bundesrat erklären würde, was er eigentlich will und wo die Prioritäten liegen, und dass er seine negative Haltung aufgeben würde. Wir können ihn - das ist auch der Antrag der Kommission - dazu zwingen und sollten es auch tun, indem wir dem Antrag der Kommission zur Aenderung von Artikel 7a und Artikel 8 Absatz 3 des Gesetzes für die politischen Rechte der Aus- landschweizer zustimmen. Ich bitte Sie darum.
Mme Vannay, rapporteur: Je serais tentée de commencer ce rapport en disant: enfin, une initiative parlementaire qui arrive au terme de son parcours du combattant; enfin, un problème réglé deux ans après le dépôt d'une initiative parlementaire. En effet, le 26 septembre 1985, M. Gautier déposait une initiative parlementaire sous forme d'un projet rédigé de toutes pièces. Cette initiative parlementaire demandait une modification de la loi fédérale sur les droits politiques des Suisses de l'étranger afin de permettre aux conjoints des fonctionnaires ou des employés de la Confé- dération en service à l'étranger de voter par correspondance de l'étranger.
Cette initiative a été transmise à votre commission des pétitions qui a donné un préavis en 1986 et notre conseil, donc nous tous ici, avons décidé le 20 juin 1986, à une très large majorité, de donner suite à l'initiative en acceptant son contenu. La commission était alors chargée d'élaborer un projet d'acte législatif. Elle a fait diligence puisque le 27 mars de cette année, le projet de loi était prêt. Le Conseil des Etats traitait simultanément et parallèlement une même initiative de Mme Bauer. Et le 13 avril de cette année, c'est un rapport commun de la Commission des pétitions et de l'examen des constitutions cantonales du Conseil national et de la Commission des pétitions du Conseil des Etats qui était établi.
Ce rapport commun contenait donc le projet de loi dont nous discutons aujourd'hui et les commentaires des com- missions. Il était simultanément transmis au Conseil fédéral pour avis. Aujourd'hui, nous devrions, en toute logique, accepter cette loi sans difficulté et, dans les mêmes termes, soit ici au Conseil national, soit au Conseil des Etats au cours de ces prochains jours. C'est en tout cas ce qui vous est proposé à l'unanimité par votre commission.
Je ne veux pas argumenter encore une fois sur le bien-fondé de cette révision avec laquelle tout le monde ou presque était d'accord ou est encore d'accord mais m'étonner quand même de l'attitude du Conseil fédéral dans cette affaire. En effet, pourquoi M. Gautier et au Conseil des Etats, Mme Bauer, ont-ils dû agir par la voie de l'initiative en 1985? Parce que le Conseil fédéral refusait depuis six ans de donner suite à une motion, acceptée le 22 mars 1979 par le Conseil national, et le 26 septembre 1979 par le Conseil des Etats, et cette motion obligeait à régler ce problème dans les mêmes termes qui nous sont proposés aujourd'hui. Il restait donc au Parlement à légiférer de lui-même en l'absence de l'identité de vue avec le Conseil fédéral.
C'est aujourd'hui chose faite et ce n'est pas l'avis du Conseil fédéral que nous avons trouvé hier après-midi sur nos bureaux qui doit nous faire hésiter aujourd'hui. En fait, nous savons ce que nous voulons. Nous l'avons dit à deux reprises en acceptant les motions en 1979 et en transmet- tant l'initiative parlementaire en 1986. Nous avons décidé de régler un problème, celui du droit de vote par correspon- dance à accorder aux conjoints des agents de la Confédéra- tion en service à l'étranger. Nous nous sommes volontaire- ment limités à cet aspect d'un problème beaucoup plus vaste et plus complexe, celui des droits politiques des Suisses de l'étranger.
Ce problème complexe et délicat fait l'objet d'une motion Stucky, d'un postulat Oehen, d'une autre initiative parle- mentaire Oehen mais ce n'est pas de cela dont il s'agit maintenant, nous ne devons pas tout mélanger. Nous n'ac- ceptons pas de mélanger à nouveau ces deux objets.
La Commission des pétitions, qui a connu l'initiative parle- mentaire Gautier, vous demande à l'unanimité d'accepter aujourd'hui la modification de la loi fédérale du 19 décembre 1975 sur les droits politiques des Suisses de l'étranger. Nous vous demandons de mettre sur pied d'éga- lité les fonctionnaires et employés de la Confédération et leurs conjoints lorsqu'ils sont en service à l'étranger en permettant soit aux fonctionnaires, soit à leurs conjoints, de voter par correspondance de l'étranger.
Au nom de tous ces conjoints, surtout des épouses, je vous remercie déjà de bien vouloir accepter cette révision. Mais oserais-je émettre encore un voeu à l'intention du Conseil fédéral et ce sera là ma conclusion.
Monsieur le conseiller fédéral, nous souhaitons vivement que cette nouvelle loi entre en vigueur le plus rapidement possible, c'est-à-dire dès que le délai référendaire aura expiré ou dès que la loi sera votée si ce délai devait être utilisé. Nous saurions gré au Conseil fédéral de s'engager sur cette voie rapide de la mise en vigueur des nouvelles dispositions. Je vous demande d'accepter cette modifica- tion de la loi que votre commission vous propose à l'unani- mité.
Mme Deneys: Au nom du Groupe socialiste, je vous prie d'accepter la modification de la loi fédérale sur les droits politiques des Suisses de l'étranger introduisant un arti- cle 7a, de telle sorte que les conjoints des personnes, qui peuvent aujourd'hui voter par correspondance, obtiennent le même droit.
Nous mettrons ainsi un terme à un feuilleton qui n'a que trop duré puisque nous pourrions fêter en décembre le dixième anniversaire de son premier épisode, presqu'une demi gé- nération.
On a déjà tout dit sur le fond, je n'y reviens pas, L'argumen- tation du Conseil fédéral n'a pas convaincu jusqu'ici et nous pouvons continuer à ignorer son avis tout récent du 9 sep- tembre sur ce point, tout en étant d'accord avec lui qu'il faudra s'efforcer de trouver par la suite une solution plus générale à la question du droit de vote des Suisses de l'étranger. Cela ne doit pas nous empêcher de corriger maintenant une inégalité de traitement injustifiée et inutile.
M. Gautier: Je pourrai être très bref, parce que, d'une part, les opinions sont à peu près faites dans cette salle et que, d'autre part, je me suis déjà exprimé deux fois à ce sujet lors de précédentes occasions.
Cependant, en tant qu'auteur de cette initiative, je voudrais tout d'abord remercier ceux qui l'ont soutenue, c'est-à-dire la Commission des pétitions et ses deux rapporteurs, ce conseil et le Conseil des Etats qui en ont approuvé le principe en juin 1986.
J'ai donc été surpris, hier, en trouvant sur mon pupitre, in extremis, l'avis du Conseil fédéral qui, en sept lignes, rejette cette initiative. Le seul motif qu'invoque notre gouverne- ment est l'inégalité de traitement que créerait cette disposi- tion entre les conjoints de diplomates et les autres Suisses de l'étranger. L'argument - pardonnez-moi d'être un peu brutal - est sans valeur, tout simplement parce qu'il est faux. Je l'ai déjà dit l'année dernière, mais je dois me répéter puisque le Conseil fédéral se répète. Il ne peut y avoir inégalité de traitement si l'on traite différemment deux caté- gories différentes. Or, les conjoints de fonctionnaires et employés de la Confédération en service à l'étranger ne peuvent pas être assimilés aux Suisses de l'étranger. D'une part, ils n'ont pas choisi de résider à l'étranger, c'est le Conseil fédéral qui les y envoie, contrairement aux Suisses de l'étranger qui, eux, ont choisi de s'expatrier. D'autre part, je vous rappelle que les conjoints de nos agents à l'étranger paient les impôts fédéraux, ce que ne font pas les autres Suisses de l'étranger.
Parlamentarische Initiative (Gautier)
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Enfin et surtout, ce n'est pas, Monsieur le Président de la Confédération, au chef du Département des affaires étran- gères, que je puis apprendre que ces conjoints sont de facto sinon de jure au service de la Confédération.
Vous me pardonnerez, Monsieur le Président de la Confédé- ration, si je dis que l'argument unique du Conseil fédéral ne vaut pas grand-chose. Ce n'est pas seulement mon avis, c'est aussi celui de la plupart des éminents juristes que comptent et ce conseil et le Conseil des Etats.
Comme rien d'autre ne s'oppose à l'adoption d'une initiative qui vise à réparer une injustice dont souffrent notamment les épouses de nos diplomates, je vous demande, au nom du groupe libéral comme en mon nom personnel, d'adopter l'arrêté fédéral que vous propose la Commission des péti- tions. Je vous en remercie d'avance.
Wanner: Unsere Fraktion beantragt Ihnen Zustimmung zum Beschlussentwurf betreffend die Aenderung des Bundesge- setzes über die politischen Rechte der Auslandschweizer. Die materielle Begründung ist ausführlich erfolgt. Ich schliesse mich den Ausführungen des Herrn Kommissions- präsidenten an.
Etwas eigenartig berührt uns - das ist auch bereits gesagt worden - die Haltung des Bundesrates. Selbstverständlich wäre es eleganter, das Gesamtproblem im Rahmen einer Revision des Stimmrechts für Auslandschweizer zu lösen. Aber, darüber müssen wir uns im klaren sein, das wird noch eine Weile dauern, wenn es überhaupt gelingt, hier entschei- dende Verbesserungen vorzunehmen. Nach wie vor sind wir der Auffassung: Auch bei diesem Geschäft ist es primär Aufgabe des Parlamentes, die Marschrichtung zu bestim- men, und es ist uns unbegreiflich, wie der Bundesrat nun ein zweites Mal insistiert und nicht bereit ist, materielle Zuge- ständnisse in dieser doch recht einfachen Frage zu befür- worten, wo es darum geht, einem Teil unserer Ausland- schweizer eine verbesserte Möglichkeit zur Wahrnehmung der bürgerlichen Rechte zu verschaffen.
In diesem Sinne beantrage ich Ihnen Zustimmung zum Beschlussentwurf.
Frau Grendelmeier: Auch der Landesring und die EVP- Fraktion bitten Sie, diese Vorlage zu unterstützen. Wir wun- dern uns, dass wir schon wieder darüber reden müssen. Ich frage mich langsam, Herr Bundespräsident: Hat denn der Bundesrat keine anderen Sorgen? Ich habe es schon vor einem Jahr, im Juni 1986, gesagt: Heute sind es 16 Jahre her, seit wir das Frauenstimmrecht haben, es sind sechs Jahre her, seit wir die Gleichberechtigung in der Verfassung verankert haben, und es sind zwei Jahre her, seit wir ein neues Eherecht haben, und Sie, meine Dame, meine Herren vom Bundesrat, müssen sich noch überlegen, ob eine so banale Geschichte wie die briefliche Stimmabgabe für die Diplomatengattinnen noch immer ein Thema ist, über das sich ein ganzes Parlament unterhalten muss. Ich finde es eine Schande. Herr Stucky hat es deutlich gesagt, und es kommt selten vor, dass wir das Heu auf der gleichen Bühne haben: Sie haben zwei Niederlagen erlitten, und nun berei- ten Sie die dritte vor. Was stört Sie denn eigentlich? Ich finde es lächerlich, und ich bitte Sie, keine Worte mehr darüber zu verlieren, sondern zuzustimmen, damit wir uns nicht noch mehr blamieren, als wir es ohnehin schon getan haben.
Sager: So einfach, Frau Grendelmeier, ist es nicht, dass wir keine Worte mehr darüber verlieren können.
Die parlamentarische Initiative Gautier will die Möglichkeit der brieflichen Stimmabgabe auch der Ehegatten der im Ausland eingesetzten Bediensteten des Bundes, die der Beamten- oder Angestelltenordnung unterstehen, einräu- men. Es handelt sich hier um ein eng begrenztes Problem, im Grunde genommen um eine Korrektur einer versehentli- chen Unterlassung, die beim Erlass der Verordnung vom 25. August 1976 über die politischen Rechte der Ausland- schweizer unterlaufen ist, indem Artikel 12 dieser Verord- nung den Bediensteten des Bundes, nicht aber deren Ehe-
gatten die briefliche Stimmabgabe vom Arbeitsort aus zubil- ligt. So vermutete es jedenfalls der damalige Berichterstatter in der Kleinen Kammer, Ständerat Ulrich, bei der Behand- lung der Motion Bauer, die das gleiche Ziel angepeilt hatte. Für das Anliegen der parlamentarischen Initiative Gautier spricht die Tatsache, dass Bedienstete des Bundes im Aus- land nicht Auslandschweizer im üblichen Verständnis des Begriffes sind. Sie haben sich der Versetzung zu unterzie- hen, bezahlen ihre Steuern in der Schweiz und befinden sich nur für eine begrenzte Zeit im Ausland. Wenn sich der Bundesrat bislang diesem Anliegen widersetzte, so deshalb, weil er befürchtet, dass einerseits heikle Abgrenzungspro- bleme zu eigentlichen Auslandschweizern entstehen, ande- rerseits weitere Ausdehnungen beispielsweise auf die Nach- kommen solcher Bediensteter und auf die Beamten interna- tionaler Organisationen verlangt werden könnten; drittens aber auch, dass der Wohnort als Voraussetzung des Stimm- rechts in Frage gestellt würde.
Das sind in der Tat ernsthafte Bedenken, aber man könnte ihnen Rechnung tragen, indem das Parlament ausdrücklich feststellt, dass es mit der Ausdehnung des brieflichen Stimmrechts auf die der Beamten- und Angestelltenordnung unterstehenden, im Ausland eingesetzten Bediensteten und ihre Ehegatten sein Bewenden haben muss.
Bei aller persönlichen Sympathie für die parlamentarische Initiative von Herrn Gautier, die ich unterstütze, muss ich Ihnen mitteilen, dass die Fraktion der SVP bei gelichteten · Reihen ganz knapp beschlossen hat, dem Antrag des Bun- desrates stattzugeben, wonach dieses Problem im Rahmen einer Gesamtlösung der Frage des Stimmrechts der Aus- landschweizer zu beheben sein wird.
Ich möchte aber beifügen, dass wir das Anliegen der Motion Stucky nicht aus den Augen verlieren dürfen. Wir müssen ihm auf anderen Ebenen zu entsprechen suchen, weil es gegenüber Auslandschweizern noch einige stossende Ungerechtigkeiten gibt.
Frau Stamm: Die lange Leidensgeschichte unseres Geschäftes ist Ihnen bekannt, ebenso auch der passive Widerstand, den der Bundesrat bereits leistete, als Ihr Parla- ment die entsprechende Motion überwies. Ihr Parlament hat auch der parlamentarischen Initiative Gautier zugestimmt, und in Ihrem Auftrag hat die Petitions- und Gewährlei- stungskommission nun den entsprechenden Revisionsarti- kel des Bundesgesetzes über die politischen Rechte der Auslandschweizer erarbeitet. Wir bitten Sie heute, dieser Revision zu Gesetzeskraft zu verhelfen.
Die Argumente, die wir der Stellungnahme des Bundesrates entgegensetzen müssen, sind bekannt. Sie wurden in die- sem Raum schon mehrmals erwogen. Es handelt sich bei diesen Ehegatten des diplomatischen Personals um einen eng begrenzten Personenkreis. Abgrenzungsprobleme wird es keine geben. Von einer Ausdehnung auf die Kinder des Botschaftspersonals war nie die Rede. Es handelt sich um einen Personenkreis, der zusammen mit den Ehegatten im Dienste des Bundes mindestens zum Teil Repräsentations- pflichten übernimmt.
Es ist wirklich nicht einzusehen, warum die Sekretärin oder der Sekretär einer Botschaft oder eines Konsulates brieflich stimmen können soll, die Ehegattin des Botschafters oder des Konsuls aber nicht! Da wir immer wieder die Stimmab- stinenz oder das mangelnde Interesse beklagen, leuchtet es mir wirklich nicht ein, warum man sich seitens des Bundes- rates so vehement dagegen wehrt, dass einem neuen, begrenzten Personenkreis diese Möglichkeit, ihre politi- schen Rechte wahrzunehmen, nun zugestanden wird.
Ich möchte Ihnen daher sehr empfehlen, der Revision dieses Bundesgesetzes zuzustimmen.
Mme Christinat: Que de vicissitudes ce projet de droit de vote aux conjoints des fonctionnaires à l'étranger a vécues! Ma première intervention à ce sujet date de 1979 - comme le temps passe - lors des débats sur la motion Bauer. Comme soeur Anne, ne voyant rien venir, M. Gautier, qui avait repris cet objet à son compte, est revenu devant notre conseil avec
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22 septembre 1987
une initiative parlementaire. De son côté, Mme Bauer en a fait de même au Conseil des Etats.
Or, l'initiative Gautier connut, elle aussi, des problèmes et ce n'est que grâce à la voix prépondérante de son président d'alors, M. Steinegger, que la Commission des pétitions lui a donné le feu vert, en février de l'année dernière.
Dans toute cette affaire, ce qui est particulièrement déce- vant, c'est l'attitude du Conseil fédéral qui, après avoir tiré cette question en longueur, nous remet un peu cavalière- ment et presque en catimini son rapport, pour nous dire qu'il n'a pas changé d'avis.
Au risque de me répéter, je voudrais insister sur le fait que vouloir s'obstiner à comparer tous les Suisses de l'étranger aux conjoints de nos représentants est un non-sens évident. En effet, comment peut-on tirer un parallèle entre un citoyen helvétique qui décide délibérément, et pour des raisons qui lui sont propres, de s'expatrier, et les conjoints de nos fonctionnaires qui sont obligés de résider à l'étranger pour remplir une tâche que le Conseil fédéral leur a attribuée? Les deux cas ne sont absolument pas pareils.
C'est pourquoi il faut remercier la commission parlemen- taire qui s'est occupée de l'initiative Gautier, car aujour- d'hui, après plusieurs années d'atermoiement, nous nous trouvons enfin devant une proposition concrète et positive et c'est très bien ainsi.
Au cours de mon mandat parlementaire, je n'ai pas eu souvent l'occasion de faire des voyages officiels à l'étranger, mais lors des deux que j'ai effectués récemment, j'ai pu constater les lourdes obligations qui incombent, par exem- ple, aux épouses de nos représentants. J'en viens même à me demander si vraiment ces obligations, assurées bénévo- lement par des femmes qui, jusqu'ici, n'avaient même pas le droit de vote, ne devraient pas être revalorisées d'une manière ou d'une autre. Toutefois, cela reste encore de la musique d'avenir et ce n'est pas l'objet de notre débat. Je me bornerai donc, pour aujourd'hui, à vous demander d'appuyer la proposition qui nous est soumise et de voter la modification de la loi fédérale sur les droits politiques des Suisses à l'étranger, car cette mauvaise plaisanterie a assez duré.
Spälti: Wenn ich mich als Einzelsprecher zu dieser Angele- genheit äussere, so deshalb, weil ich aus vielen Kontakten mit Betroffenen bereits seit langem der Meinung war und auch dafür eingestanden bin, dass diese Frage unbedingt gelöst werden müsse.
In der Märzsession 1986 haben wir die parlamentarische Initiative betreffend die politischen Rechte der Ehegatten überwiesen. Heute sollen wir nun über den Antrag der Petitions- und Gewährleistungskommission entscheiden, welcher dem nun schon bald 10 Jahre dauernden Leidens- weg dieses wirklich nicht umwerfenden Problems ein Ende bereiten würde.
Einige Stunden vor der Behandlung im Rat erhalten wir noch eine Stellungnahme des Bundesrates, die man schlicht und einfach als völlig lächerlich bezeichnen muss und die auch eine merkwürdige Haltung zu einer doch keineswegs komplizierten Sachfrage beinhaltet. Darüber kann man wirklich nur den Kopf schütteln.
Die sachlich einwandfreien Gründe für die Gewährung des brieflichen Stimmrechtes an die Ehegatten wurden anläss- lich der Diskussion in diesem Rat im März 1986 deutlich dargelegt. Insbesondere - das ist wichtig - wurde hervorge- hoben, dass die Beamten und Angestellten des Bundes im eigentlichen Sinne des Wortes gar keine Auslandschweizer sind und eine Koppelung dieser Frage mit dem Stimm- und Wahlrecht für alle Auslandschweizer unzulässig sei, dies vor allem aus folgenden Gründen:
Es besteht für diese Leute ein Versetzungszwang; sie haben keine freie Wahl des Wohnortes; sie gründen keinen Wohn- sitz am ausländischen Dienstort; völkerrechtliche Gründe sprechen ebenfalls dafür. Die wichtige Funktion der Ehe- frauen von Mitarbeitern im diplomatischen und konsulari- schen Dienst kann nicht genügend unterstrichen werden.
Damit wird die Lösung dieser Stimmrechtsfrage auch zu einer Frage der Gleichbehandlung der Geschlechter.
Wenn der Bundesrat nun in dem Sinne Stellung nimmt, dass die Frage des Stimmrechtes der Ehegatten im Rahmen einer Gesamtlösung des Stimmrechtes der Auslandschweizer zu lösen sei, hat er als einziger noch nicht begriffen, dass Beamte und Angestellte des Bundes aus den dargelegten Gründen keine Auslandschweizer sind und dass deshalb eine vorgezogene Lösung am Platz ist. Die Idee der Behand- lung im Rahmen einer Gesamtlösung für die Ausland- schweizer kann nur der Absicht auf unabsehbare Verzögung der Angelegenheit entspringen.
Nach dieser Stellungnahme des Bundesrates bin ich der Meinung, man müsse diesem Antrag erst recht zustimmen.
Mme Vannay, rapporteur: Peut-être que si les conjoints de nos fonctionnaires à l'étranger n'étaient pas des conjointes - des femmes la plupart du temps - les représentants UDC approuveraient sans hésitation ce projet de loi. J'aimerais simplement dire à M. Sager ma déception face à la décision de votre groupe et souhaiter de votre part un peu plus d'équité lorsqu'il s'agit du droit des femmes essentielle- ment.
M. Aubert, président de la Confédération: Je n'ai pas à intervenir lors de l'examen d'une initiative parlementaire. Ce que vous avez demandé, c'est l'avis du Conseil fédéral. Je ne peux que me référer à cet avis daté du 9 septembre. Par ailleurs, vous me connaissez. Je n'ai rien d'autre à ajouter.
Le président: Je vous rappelle que la Commission des pétitions vous recommande l'approbation du projet de loi modifiant la loi fédérale sur les droits politiques des Suisses de l'étranger. En revanche le Conseil fédéral s'oppose à cette innovation.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Ziff. I und II Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf der Kommission
Titre et préambule, ch. I et II Proposition de la commission Adhérer au projet de la commission
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Gesetzentwurfes 82 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
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Motion Stucky Stimm- und Wahlrecht für Auslandschweizer Droit de vote des Suisses de l'étranger
Wortlaut der Motion vom 9. Oktober 1986
Der Bundesrat wird beauftragt, das Bundesgesetz über die politischen Rechte der Auslandschweizer zu revidieren, damit den Auslandschweizern das Stimm- und Wahlrecht in eidgenössischen Angelegenheiten verliehen werden kann.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
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Consiglio
Consiglio nazionale
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02
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Datum 22.09.1987 - 08:00
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