N
987
Motion Longet
86.821
Motion der LdU/EVP-Fraktion Konzept für eine Landwirtschaft ohne Gift Motion du groupe Adl/PEP Agriculture naturelle
Wortlaut der Motion vom 19. Dezember 1986
Der Bundesrat wird beauftragt, ein Konzept für eine Land- wirtschaft ohne Gift vorzulegen, um Wege aufzuzeigen, wie ohne chemische Hilfsstoffe mit natürlichen Mitteln produ- ziert werden kann.
Texte de la motion du 19 décembre 1986
Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer une conception de l'agriculture naturelle, conception dans laquelle il indiquera diverses possibilités de pratiquer l'agriculture sans l'aide de produits chimiques.
Sprecher - Porte-parole: Zwygart
Schriftliche Begründung - Développement par écrit In der Schweiz wurden 1983 für 240 Millionen Franken Kunstdünger und für 109 Millionen Franken chemische Mit- tel aller Art verbraucht. Der Chemieunfall in Basel hat uns gezeigt, dass nicht nur die Verwendung solcher Mittel für die Boden-, Wasser- und Luftbelastung fragwürdig ist, son- dern auch die Produktion und die Lagerhaltung dieser Stoffe gefährlich sind.
Damit den Landwirten ein genügendes Einkommen gesi- chert werden kann, braucht es neue Produktionsformen. Diese sind teilweise bereits bekannt, aber es braucht noch eine breit abgestützte Aufklärung. Im Interesse einer gesi- cherten und gesunden Nahrungsmittelproduktion sind die Erhaltung der Fruchtbarkeit des Bodens durch natur- und umweltgerechte Formen wie die integrierte Produktion oder der biologische Landbau auf breiter Ebene einzuführen.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 9. Juni 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 9 juin 1987 Die rasche Bevölkerungszunahme des 20. Jahrhunderts, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, erforderte grosse Anstrengungen zur Erhöhung der Nahrungsmittel- produktion. Erfreulicherweise konnte die Produktivität unserer Landwirtschaft entsprechend gesteigert werden. Damit war es möglich, die wachsenden Bedürfnisse und das veränderte Konsumverhalten der Bevölkerung zu befriedi- gen. Bei einzelnen Erzeugnissen ergaben sich jedoch mit der Zeit Produktionsmengen, welche die Aufnahmefähigkeit des Markts überstiegen. Der Grund für diese Entwicklungen waren bessere Sorten im Pflanzenbau, leistungsfähigere Tierrassen, moderne Maschinen und Geräte, verbesserte Arbeitstechnik sowie der Einsatz von Handelsdüngern und Pflanzenschutzmitteln.
Seit der Einführung der Handelsdünger sowie der diversen chemischen Mittel zur Bekämpfung von Krankheitserre- gern und tierischen Schädlingen machen einzelne Wissen- schafter und Politiker auf mögliche Gefahren aufmerksam. In der Schweiz werden an den landwirtschaftlichen For- schungsanstalten seit über 30 Jahren sämtliche Pflanzen- schutzmittel auf deren Eignung und Unbedenklichkeit beim Einsatz in der Landwirtschaft geprüft, bevor sie in den Handel gelangen. Das Umweltschutzgesetz und die Stoffver- ordnung erweitern zudem die Kontrolle dieser Stoffe.
Aufgrund des Giftgesetzes werden sämtliche chemischen Hilfsstoffe, die in der Landwirtschaft verwendet werden, auf ihre toxikologischen Eigenschaften geprüft und wenn nötig mit Auflagen versehen (Einteilung in eine Giftklasse, Warn- aufschriften, Verwendungsbeschränkungen). Die Verord- nung über Fremd- und Inhaltsstoffe setzt im Rahmen der
Lebensmittelgesetzgebung die in den Lebensmitteln zuläs- sigen Rückstände fest.
Der Bundesrat unterstützt alle Bestrebungen, die den Ein- satz chemischer Hilfsstoffe vermindern sollen. Er ist aber der Meinung, dass ein vollständiger Verzicht auf chemische Hilfsstoffe vorläufig auf dem Weg der integrierten Produk- tion erreicht werden, wie diese im 6. Landwirtschaftsbericht dargestellt wurde.
Darunter wird eine Produktionsweise verstanden, die im Einklang mit der Natur erfolgt und Hilfsstoffe schonend und nur soweit notwendig einsetzt. In den letzten Jahren wurden die Anstrengungen zur Einführung der integrierten Produk- tion an den landwirtschaftlichen Forschungsanstalten, bei der Beratung und an den landwirtschaftlichen Schulen stark gefördert.
Der Bund unterstützt zudem die Arbeiten auf dem Gebiet des biologischen Landbaus. Es werden im weiteren die Möglichkeiten der fiskalischen Belastung gewisser chemi- scher Hilfsstoffe geprüft, um deren Einsatz unrentabler zu machen.
In der Landwirtschaft ist zurzeit viel in Bewegung, was in Richtung der Anliegen der Motion geht.
Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass der Bundes- rat klare Vorstellungen darüber besitzt, wie mit natürlichen Mitteln und weniger chemischen Hilfsstoffen produziert werden kann. In den Bereichen Forschung, Bildung und Beratung wird zielbewusst und intensiv aufgrund einer sol- chen Konzeption gearbeitet. Diese Aktivitäten tragen zusam- men mit den gesetzlichen Vorschriften und besonderen agrarpolitischen Vorkehren dazu bei, dem von der Motionä- rin anvisierten Ziel näher zu kommen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
87.323
Motion Longet Landwirtschaft und Umwelt. Harmonisierung Agriculture et environnement. Harmonisation
Wortlaut der Motion vom 5. März 1987
Wir ersuchen den Bundesrat, den eidgenössischen Räten Vorschläge zur Aenderung der Kriterien für die Lenkung und Förderung der landwirtschaftlichen Produktion zu unterbreiten. Die Aenderung soll bewirken, dass auf die Umwelt vermehrt Rücksicht genommen wird.
Es sind vorzusehen:
Anpassung der Uebernahmepreise aufgrund sparsamer Verwendung von Hilfsstoffen (Pestizide, betriebsfremde Dünger);
Ausgleich von Ertragsausfällen, die entstehen, weil auf Umwelt, Natur und Landschaft Rücksicht genommen wird; 2. Abgaben auf chemischen Hilfsstoffen (Behandlungsmit- tel, Kunstdünger);
Texte de la motion du 5 mars 1987
Le Conseil fédéral est prie de soumettre aux Chambres des propositions visant à modifier les critères appliqués à
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion der LdU/EVP-Fraktion Konzept für eine Landwirtschaft ohne Gift Motion du groupe Adl/PEP Agriculture naturelle
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1987
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 86.821
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.06.1987 - 08:00
Date
Data
Seite
987-987
Page
Pagina
Ref. No
20 015 498
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.